Forschung

http://www.dailymail.co.uk/health/article-1388888/GM-food-toxins-blood-93-unborn-babies.html#ixzz1MsNbv0B4

Article paru dans Reproductive Toxicology (document PDF)-1

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http://www.testbiotech.de/node/461

Testbiotech – 06.04.2011

Synthetische Biologie: Schavan führt Bundestag in die Irre

Irreführende Angaben zur staatlichen Förderung, Verharmlosung der Risiken

München/Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung macht irreführende Angaben zur finanziellen Förderung der Synthetischen Biologie. Auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Rene Röspel (SPD) antwortet das Ministerium von Annette Schavan (BT-Drs. 17/4898), dass es seit 2005 keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte in diesem Bereich gefördert habe. Nach Recherchen von Testbiotech ist diese Aussage nicht korrekt.

So wurden in dem benannten Zeitraum beispielsweise Mittel für verschiedene Projekte von Firmen wie GeneArt und Entelechon bereit gestellt, die speziell im Bereich der Synthetischen Biologie tätig sind. Unterstützt werden auch Projekte, um den Stoffwechsel von Mikroorganismen für technische Zwecke grundlegend zu verändern. Dabei werden Universitäten, aber auch Firmen wie BASF mit erheblichen Mitteln gefördert. Demnach wurden aus Bundesmitteln auf jeden Fall mehrere Millionen Euro für die Technologie und ihr näheres Umfeld bereit gestellt – die genaue Höhe ist unklar.

Organismen wie Algen und Bakterien können mithilfe der Synthetischen Biologie so verändert werden, dass sie sich unter anderem zur Herstellung von Treibstoffen („Synthi-Fuels“) eignen. Dabei wird das Erbgut der Lebewesen nicht wie bei der bisherigen Gentechnik an einzelnen Stellen manipuliert, sondern es werden große Abschnitte verändert, das Erbgut kann auch vollständig synthetisiert werden. Die so hergestellten Organismen haben oft einen erheblich veränderten Stoffwechsel, ihre Risiken sind schwer einschätzbar.

„Das Ministerium von Schavan verschleiert, in welchem Umfang die Synthetische Biologie tatsächlich gefördert wird. Die Technologie und ihr direktes Umfeld werden mit erheblichen Summen unterstützt, gleichzeitig wird die notwendige Transparenz verweigert. Es entsteht der Eindruck, dass man eine offene Diskussion über die Förderziele der Regierung und die Risiken der Technologie vermeiden will,“ sagt Christoph Then von Testbiotech.

Die Bundesregierung vermeidet in ihrer Antwort eine klare Definition der Synthetischen Biologie. Dadurch ist nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien und in welcher Höhe sie ihre Fördermittel in diesem Bereich tatsächlich vergibt. Offensichtlich geht die Regierung davon aus, dass auch die Neusynthese von großen Abschnitten des Genoms und die Schaffung von Organismen mit stark verändertem Stoffwechsel nicht der Synthetischen Biologie zuzuordnen sind. Sie fördert entsprechende Projekte, unter irreführenden Titeln wie „Systembiologie“ oder allgemein unter der Rubrik „Biotechnologie“.

Die Bundesregierung erklärt weiter, dass sie keine Risiken für Mensch und Umwelt befürchtet, die nicht schon das Gentechnikgesetz abgedeckt wären und verweist zudem auf freiwillige Verpflichtungen der Firmen. Testbiotech kritisiert dagegen, dass es im Gentechnikgesetz beispielsweise kein vorbeugendes Verbot einer Freisetzung von Organismen mit künstlichem Erbgut gibt. Bereits im Januar hatte das Forschungsministerium gegenüber Testbiotech behauptet, dass beim Einsatz von Cyanobakterien mit synthetischem Erbgut, keine Gefährdung der Umwelt zu erwarten sei, weil diese in der freien Natur nicht überleben könnten. Rückfragen, auf welchen wissenschaftlichen Untersuchungen diese Einschätzung beruht, blieben bisher ohne Antwort.

2010 hat Testbiotech einen ersten Aufruf zum Schutz der Umwelt vor den Risiken der Synthetischen Biologie veröffentlicht, der von verschiedenen Organisationen und Institutionen unterstützt wird und bisher über 5000 Unterzeichner gefunden hat.

Weitere Informationen:
Christoph Then
Tel. 0151 54 63 80 40
info@testbiotech.org

Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der SPD
http://www.testbiotech.de/sites/default/files/AntwortKleineAnfrageSynBiol.pdf

Aufruf von Testbiotech
http://www.testbiotech.org/unterschreiben

Report von Testbiotech zum Thema Synthetische Biologie (Teil 1+2)
http://www.testbiotech.org/taxonomy/term/224 >> Materialien

Testbiotech e.V., Institut zur unabhängigen Folgenabschätzung in der Biotechnologie, http://www.testbiotech.org

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11957763/61939/Olaf-Fritsche-Biologie-an-der-Schwelle-zu-kuenstlichem.html

Auf dem Weg zur Schöpfung

Olaf Fritsche: Biologie an der Schwelle zu künstlichem Leben

LUCKENWALDE – Zu einem Vortrag mit Bildern wird in die Luckenwalder Kunsthalle Vierseithof eingeladen. Olaf Fritsche ist dort am 11. Dezember um 16.30 Uhr zu Gast und spricht zum Thema „Auf dem Weg zur Schöpfung 2.0 – Biologie an der Schwelle zu künstlichem Leben“.

Die Gentechnologie war nur der Anfang. In mehreren Laboratorien weltweit arbeiten Forscher daran, synthetische Organismen ganz nach ihren eigenen Vorstellungen zu kreieren. Doch obwohl die Biologie kurz davor steht, künstliches Leben zu erschaffen, weiß sie bislang immer noch nicht, was das eigentlich ist – Leben. Der Biologe und Buchautor Olaf Fritsche schildert in seinem Vortrag allgemein verständlich den aktuellen Stand der jüngsten Disziplin der Biologie und ihrer ältesten Frage.

Olaf Fritsche, 1967 geboren, studierte Biologie. Seit 2001 ist er freiberuflich tätig. Fritsche schreibt unter anderem Sachbücher wie „Leben im All“ oder „Biologie für Einsteiger“. Er publiziert für Kinder und Jugendliche und verfasst Texte zu populärwissenschaftlichen Fernsehsendungen. „Die synthetische Biologie wird unser Bild vom Leben radikal verändern und vermutlich eine Art neue industrielle Revolution auslösen“, sagt Fritsche. Der promovierte Biologe arbeitet gerade an einem Buch über die synthetische Biologie und künstliches Leben. „Statt wie bei der Gentechnik nur einzelne Eigenschaften eines Organismus zu ändern, konstruiert die synthetische Biologie Lebewesen von Grund auf neu“, so Fritsche. Dabei entstehen Kreaturen, die der Natur bislang unbekannt waren. Die Wissenschaftler auf diesem Gebiet gehen dabei vor wie Ingenieure: Sie standardisieren Bauteile, die sie anschließend einfach zum fertigen Produkt zusammensetzen. Die Bauteile sind in diesem Fall Gene mit den Informationen für bestimmte Eigenschaften eines Organismus. Beispielsweise für einen Stoffwechselweg, um effektiv das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Luft zu filtern. Zusammen mit den Bauelementen, die für das eigene Überleben und für die Vermehrung notwendig sind, könnte ein derartig designter Mikroorganismus helfen, den Klimawandel aufzuhalten.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1054976

erschienen am 18.10.2010 um 16:13 Uhr

Kostbares Unkraut: Löwenzahn soll Gummi liefern

Münster (dpa) – Kinder und Kaninchen lieben Löwenzahn. Aber kaum einer würde wohl erwarten, dass die Pusteblume ein wichtiger Rohstoff des 21. Jahrhunderts werden könnte.

Autoreifen, Schnuller, Kondome: All das kann man bald aus dem Milchsaft des unscheinbaren Taraxacum-Pflänzchens herstellen, hoffen Forscher der Universität Münster. Namhafte Industriekonzerne stehen bei ihnen schon auf der Matte.

Über die Grundlagenforschung sind die Biochemiker lange hinaus. Die Wissenschaftler haben das Enzym entdeckt, das für die schnelle Gerinnung der milchigen Flüssigkeit sorgt, die austritt, sobald man die Pflanze aufschneidet. Dieser Effekt erschwert bisher die Kautschukgewinnung. Mit Hilfe der Gentechnik schalteten die Forscher das Gerinnungsenzym aus und lassen den Latex nun frei fließen.

Der Markt ist riesig: Etwa 40 000 Alltagsgegenstände sind aus Kautschuk. Das reicht von der Autofußmatte über den OP-Handschuh bis zum gelben Quietscheentchen. Bis man den ersten Reifen aus Löwenzahn kaufen kann, dürften aber noch Jahre vergehen. «Das sind Prozesse, die nicht von heute auf morgen gehen», sagt Prof. Dirk Prüfer vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen. Mit der Ausschaltung des Gerinnungsenzyms sei erst ein Schritt getan. Denn gentechnisch veränderten Löwenzahn auf freiem Feld anzubauen, ist verboten. Daher soll die Blume mit dem nicht-gerinnenden Milchsaft nun auf konventionellem Weg gezüchtet werden. Bis die Sorte in großem Stil anbaufähig ist, dauere es wohl noch fünf Jahre, schätzt Prüfer.

Für die Industrie ist der Löwenzahn-Kautschuk sehr interessant, denn bisher stammt der Rohstoff größtenteils vom Gummibaum aus Südostasien. Der ist aber nicht nur von Pilzbefall bedroht, auch lassen wachsende Märkte in China oder Schwellenländern wie Indien die Nachfrage steigen. Damit klettern auch die Weltmarktpreise. Es gibt zwar synthetischen Kautschuk. Doch der ist als Erdölprodukt abhängig von den Weltmärkten. «Die Preise schwanken sehr stark», sagt Norbert Daldrup aus der Forschungsabteilung des Reifenherstellers Continental in Hannover. «Es wäre schon hilfreich, eine zweite Quelle zu haben.»

Dass Löwenzahn den Gummibaum aber gleich komplett ersetzt und den Weltbedarf von immerhin zehn Millionen Tonnen deckt, glauben die Forscher nicht. «Wenn wir den europäischen Markt und da bestimmte Bereiche, die das auch nachfragen, mit 10 bis 20 Prozent vielleicht mal decken, dann ist das schon ein großes Ziel für die nächsten zehn Jahre», sagt Christian Schulze Gonover vom mitbeteiligten Fraunhofer Institut in Aachen. Die mühsame Arbeit findet Anerkennung: Das 2006 begonnene Forschungsprojekt wurde am Montag beim bundesweiten Wettbewerb «Land der Ideen» als Zukunftsidee ausgezeichnet.

Neu ist diese Zukunftsidee vom Löwenzahn als Gummilieferant übrigens nicht. Schon in den 1930er Jahren haben russische Forscher die Kautschukgewinnung aus der Pflanze untersucht. Forscher aus Nazi- Deutschland knüpften daran an. Rund um das Konzentrationslager Auschwitz in Polen etwa gab es Löwenzahnfelder, die von KZ-Häftlingen geerntet werden mussten. Mit diesen dunklen Seiten der Forschungsgeschichte gehen Prüfer und sein Team offen um: «Wir machen da keinen Hehl draus.» Abgeschreckt hat es die Wissenschaftler aber nicht. «Es ist natürlich nicht die Schuld der Pflanze», sagt Prüfer.

Sollte das anspruchslose und daher gut anbaubare Unkraut hierzulande bald auf großen Flächen wachsen, sieht es Prüfer trotz natürlicher Feinde nicht in Gefahr. Sollen die Karnickel ruhig kommen: «Ein Feld mit 250 000 Löwenzähnen, da müsste schon eine Armee von Kaninchen einfallen, um das niederzumachen.»

Eine Antwort zu “Forschung

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