Gentechnik und „Gekaufte Wahrheit“

http://www.ww-kurier.de/artikel/11112–ber-gentechnik-und-die—gekaufte-wahrheit–

Über Gentechnik und die „gekaufte Wahrheit“
Zu einem besonderen Kinoereignis laden die Westerwälder Grünen für Donnerstag, 10. März, nach Hachenburg ins Kino “Cinexx” ein: Der Film „Gekaufte Wahrheit“, der an diesem Tag in deutschen Kinos Premiere hat, schildert anhand von zwei Biografien exemplarisch, mit welchen Mitteln Konzerne wie Monsanto gezielt Forscher diskreditieren, die den Geschäftsinteressen großer Unternehmen schaden könnten.
Hachenburg. Aussagen von Wissenschaftlern selbst belegen demnach, dass 95 Prozent der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur 5 Prozent der Forscher sind unabhängig. “Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Studien noch trauen?”, so die Grünen.

Der Dokumentarfilm zeigt, wie große Konzerne versuchen, unabhängige Forschung gezielt zu unterbinden. Der Streifen schildert, wie der Agrar-Chemie-Multi Monsanto Anfang der 90er Jahre genmanipulierte Pflanzen auf den Markt brachte, die von vielen als landwirtschaftliche Sensation gefeiert wurden. Sie sollen nicht nur den Einsatz von Pestiziden eindämmen, sondern auch Probleme der Welternährung lösen.

Im Film wird schnell verdeutlicht, welche Bedrohung von diesem Saatgut ausgeht. Wissenschaftler warnen demnach, dass der Anbau dieser Pflanzen und ihre unkontrollierte Verbreitung unwiederbringlich die Zerstörung der biologischen Vielfalt auf diesem Planeten bedeuten. Doch was geschieht mit Wissenschaftlern die ihre kritischen Forschungsergebnisse veröffentlichen?

Im Anschluss an die Filmvorführung wird in einer Lifeschaltung nach Berlin eine Podiumsdiskussion übertragen, an der auch Renate Künast beteilgt sein wird. Die beiden Direktkandidaten der Grünen, Jenny Kunz und Michael Musil, laden zur Teilnahme an dieser bundesweiten Premiere ein. Das Programm beginnt um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/23399.html+

Ohne Gentechnik lautet die neue Qualitätsstrategie der Schweiz

Schweizer Kühe vor dem Berliner Hauptbahnhof – Zukunftsweisend? Foto: hlb
In der neu verfassten Charta zur Qualitätsstrategie der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft wird auf gentechnikfreie Produktion gesetzt. Wie das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gestern mitteilte, wolle man somit Marktchancen nutzen und auf die Wünsche der Schweizer Konsumenten eingehen. Die Schweiz soll international eine führende Rolle in der umwelt- und tiergerechten Produktion von sicheren Lebensmitteln einnehmen.

http://help.orf.at/stories/1677581

Global 2000: Konsumententäuschung durch Gentech-Futtermittel

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 wirft Bundesminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) eine Irreführung der Konsumenten vor. Auf der Homepage des Ministeriums stehe, dass das AMA-Gütesiegel der Agrarmarkt Austria garantiere, dass die ausgezeichneten Produkte frei von Gentechnik seien. Tatsächlich werde bei der Fütterung der Tiere aber Gentech-Soja in großem Stil eingesetzt.

Kategorie: Ernährung

Die kritisierte Passage lautet: „Während EU-weit derzeit 51 Maissorten als Saatgut zugelassen sind, setzt Österreich weiter auf Gentechnikfreiheit von Saatgut. Darüber hinaus sichern wir über Verbotsverordnungen unseren Status ab. Bei Lebensmitteln garantiert überdies das AMA-Gütesiegel Gentechnikfreiheit.“

Qualitätsstandards fehlen

Der für die AMA zuständige Minister gebe für das Österreichische Gütesiegel nicht die Qualitätsstandards vor, die österreichische Konsumenten erwarten – nämlich dass die Produkte frei von Gentechnik sind, sagt Jens Karg, der Sprecher von Global 2000. Statt die aktuelle Werbekampagne der AMA zu beeinspruchen, die an Konsumenten-Täuschung grenze, würden sich auf der Hompage des Ministeriums Falschinformationen finden, die in die gleiche Richtung gehen. Die Umweltschützer fordern den Minister auf, diesen Fehler umgehend zu korrigieren.

Informationskampagne

Global 2000 zufolge werden im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogrammsrund rund 600.000 Tonnen Gentech-Soja verfüttert. Darauf soll jetzt in Informationskampagnen direkt vor den Supermärkten hingewiesen werden, sagt Karg, Denn mehr als 80 Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen würden heute über den Umweg der Futtertröge auf dem Teller landen. Noch mehr bei Global 2000

Falscher Eindruck

Die Supermarktketten würden den Eindruck erwecken, den Wünschen ihrer Kunden nach gentechfreier Qualität nachzukommen. Doch die Realität sehe anders aus, sagt Karg. In den Regalen liege überwiegend Fleisch von Tieren, die mit Gentech-Futtermitteln gefüttert wurden. Es sei Zeit für den Handel, Farbe zu bekennen und auch beim Fleisch auf gentechfreie Qualität zu setzen.

Gentechfreie Futtermittel

Die österreichische Milchproduktion ist auf gentechfreie Futtermittel umgestellt worden. Im vergangenen Jahr haben auch die österreichischen Eierproduzenten diesen Weg beschritten. Für dieses Jahr sei es das Ziel von Global 20000, die Hühnerfleischproduktion gentechfrei zu machen, sagt Karg. So soll Schritt für Schritt die gefährliche Gentechnik aus den Handelsketten eliminiert und von den Tellern ferngehalten werden.

http://derstandard.at/1297819217982/Gentechnik-drin-Umweltschuetzer-retournierten-eine-Tonne-Futter-an-die-AMA

„Gentechnik drin“

Umweltschützer „retournierten“ eine Tonne Futter an die AMA

01. März 2011, 11:34

Global 2000: „Gentechnik drin“ – AMA: Gentechnikfreie Fütterung bedeutet auch mehr Kosten

Umweltschützer haben am Dienstag rund eine Tonne Futtermittel vor der Zentrale der Agrarmarkt Austria (AMA) in Wien abgeladen. Das für die Fleischerzeugung vorgesehene Futter mit AMA-Gütesiegel enthalte Gentechnik-Pflanzen, kritisierten die Aktivisten von Global 2000. Garantierte Gentechnikfreiheit würde eine Verteuerung bedeuten, argumentierte die AMA.

Futtermittel, die in Österreich angebaut werden, seien zu 100 Prozent gentechnikfrei, betonte AMA-Sprecherin Hermine Hackl gegenüber der APA. „Bei Eiweißquellen, vor allem Soja, sind die Bauern aber von Importen abhängig.“ In Österreich gebe es nicht genug Anbauflächen. Zehn bis 20 Prozent der Soja-Futtermittel werden daher aus dem Ausland zugekauft. Unklar sei, wie hoch der Anteil gentechnisch veränderter Pflanzen ist.

Gentechnik durch die Hintertür

Die AMA Marketing fahre mit dem Slogan „streng geprüftes Futter“ gerade eine große Kampagne, dabei lande trotz Gütesiegel „durch die Hintertür“ Gentechnik auf den Tellern, sagte Global 2000-Sprecher Jens Karg. „Ein großer Teil“ des importierten Gentechnik-Soja werde „im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms verfüttert“, insgesamt erhielten in Österreich Masttiere jährlich rund 600.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja. Die Risiken seien ungeklärt, zudem komme es in den Anbauländern zu massiven Umweltproblemen. „Es ist höchste Zeit, dass das staatliche Gütesiegel der AMA ein Verbot von Gentechnik-Tierfutter als Qualitätskriterium einführt“, forderte Karg.

„Es gibt im Gütesiegelprogramm Bereiche, die bereits gentechnikfrei sind“, betonte Hermine Hackl. „Die Gentechnikfreiheit der Produkte und Lebensmittel ist festgeschrieben.“ In Sachen Futter haben die österreichischen Milch- und Eierproduzenten auf „gentechnikfrei“ umgestellt. „Der Fleischbereich ist noch nicht so weit. Das heißt aber nicht, dass das nicht ein heißes Thema ist. Es wird schon lange diskutiert“, so Hackl. Gescheitert sei man bisher an der Kostenfrage. „Gentechnikfreie Fütterung bedeutet auch mehr Kosten.“

Konsumenten, die für Fleisch ohne Gentechnik-Fütterung tiefer in die Tasche greifen möchten, können sich am AMA-Bio-Gütesiegel orientieren. „Dort ist Gentechnikfreiheit garantiert“, betonte Hermine Hackl. Aber auch beim AMA-Gütesiegel für Nahrungsmittel aus konventioneller Produktion lägen die Anforderungen „über den gesetzlichen Standards. (APA)

http://www.transgen.de/aktuell/1277.doku.html

USA: Öko-Landwirtschaft streitet über Abgrenzung zur Gentechnik
(04.03.2011) In der US-amerikanischen Öko-Landwirtschaft gibt es unterschiedliche Auffassungen über eine mögliche Koexistenz mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Vor allem größere Organic Food-Unternehmen sehen geringe Gentechnik-Beimischungen nicht als Widerspruch zum Qualitätsanspruch ihrer Produkte. Einige Anti-Gentechnik-Organisationen drängen dagegen auf eine „Nulltoleranz“ ähnlich wie in Europa.

Lange Zeit interessierte es Konsumenten und Medien in den USA kaum, welche Auswirkungen der weiterhin stark zunehmende Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf die Ökolandwirtschaft hat. Auch in den USA wächst der Organic Food-Sektor und sein jährliches Marktvolumen beträgt inzwischen 17,5 Milliarden Euro.

Organic Food ist in den USA ein stark wachsender Sektor der Landwirtschaft. Das Marktvolumen beträgt jährlich 25 Milliarden US-Dollar.

Gentechnisch veränderte Pflanzen werden in den USA auf einer Fläche von 60 Millionen Hektar angebaut. Bei Soja und Mais haben gv-Sorten einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent.

Wie in Europa sind gv-Pflanzen auch für die Öko-Farmer in den USA verboten. Mit bestimmten Maßnahmen wie Abstandsflächen oder getrennten Transport- und Verarbeitungswegen ist es bisher gelungen, stärkere GVO-Einträge in Öko-Produkte zu vermeiden. Dadurch steigen zwar die Produktionskosten, doch diese kann der Organic Food-Sektor durch höhere Endverbraucherpreise kompensieren.
„Das ist ein rein marktwirtschaftliches System“,  sagt der Agrarökonom Nicholas Kalaitzandonakes von der Universität Missouri. „Im Großen und Ganzen hat es funktioniert.“ Derzeit gibt es weder Rechtsvorschriften, noch eine Kontrolle durch staatliche Behörden. Geringe GVO-Einträge in Öko-Produkte sind dabei unvermeidbar – und die Kunden haben es bisher akzeptiert, so ein Futtermittelhändler gegenüber Voice of America.

Dass nun die Frage der Koexistenz verstärkt problematisiert wird, liegt auch an mehreren aktuellen Entscheidungen der amerikanischen Landwirtschaftsbehörde USDA. Der Freigabe des Anbaus von gv-Luzerne (Alfalfa) und gv-Zuckerrüben gingen lange, erbittert geführte gerichtliche Auseinandersetzungen voraus.

Vor allem kleinere Öko-Kooperativen fordern von den Behörden nun einen wirksamen Schutz vor GVO-Einträgen durch Auskreuzungen und organisieren zusammen mit Umwelt und Verbraucherorganisationen öffentlichkeitswirksame Kampagnen gegen die Grüne Gentechnik. Aktivisten wie Ronnie Cummins von der Organic Consumer Association fordern die Öko-Unternehmen auf, stärker gegen „GVO-Kontaminationen“ vorzugehen.

Doch die Großen der Öko-Branche wollen eine weitere Eskalation des Konflikts vermeiden. „Wir wissen, dass das Maisfutter, das unsere Tiere im Winter erhalten, einen GVO-Anteil zwischen 0,5 und 2 Prozent enthält. Aber unsere Milchprodukte haben immer noch Öko-Qualität“, so ein Sprecher von Horizon Organic, einem großen Milchbetrieb in Maryland, in einem Radiobeitrag.

Charles Benbrook, leitender Wissenschaftler am Organic Center warnte, die Anti-Gentechnik-Kampagne könne das frisch gewachsene Vertrauen der Konsumenten in Öko-Lebensmittel gefährden. „Wer auf Eier und Milch von Tieren besteht, die absolut ohne Gentechnik gefüttert wurden, muss in Kauf nehmen, dass solche Produkte aus Europa eingeführt werden müssen.“ Das könne nicht im Sinne derjenigen sein, die große Hoffnungen in die Öko-Landwirtschaft setzen, innovative „grüne“ Impulse für die amerikanische Nahrungsmittelindustrie zu liefern.

Führende Vertreter großer Organic Food-Unternehmen befürchten, die Aktionen der Anti-Gentechnik-Organisationen könnten „bei den Verbrauchern unrealistische Erwartungen“ wecken. Deren Wahrnehmung entferne sich zunehmen von der Realität, sagte Georg Siemon, Leiter von Organic Valley, einem der größten Unternehmen der Öko-Branche.

Für die Pflanzengenetikerin Pamela Ronald und den Öko-Landwirt Raoul Adamchak, die beiden Autoren des Bestsellers „Tomorrow’s Table“, ist die Polarität zwischen Öko-Landbau und Gentechnik ohnehin überholt. Für eine nachhaltige Landwirtschaft, die eine wachsende Weltbevölkerung ernähren kann, werde beides benötigt: Die Ressourcen schonenden Anbauverfahren des Ökolandbaus und modernes, auch mit gentechnischen Verfahren entwickeltes Saatgut.