WWF Film, Lichtnahrung Vortrag, Quakenbrück…

WWF-Film zum Abrufen

Hier der umstrittene Film als download.
Und die Industrie kennzeichnet „Palmöl“ noch immer nicht….
Was macht die Politik?
LG FG

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7495082

http://www.noz.de/lokales/55117743/gentechnik-artlaender-rat-beschloss-verzichtklausel-in-pachtvertraegen-fuer-samtgemeindeeigene-flaechen

Einstimmiger Beschluss
Gentechnik: Artländer Rat beschloss Verzichtklausel in Pachtverträgen für samtgemeindeeigene Flächen
Quakenbrück. Nicht immer ist man sich im Rat der Samtgemeinde Artland so einig wie am Mittwochabend: Übereinstimmend wurde beschlossen, in die Pachtverträge (für Samtgemeinde-Flächen) eine Gentechnikverzichtserklärung durch die Pächter/Landwirte aufzunehmen. Auf Antrag der SPD wurde außerdem folgender Zusatz angefügt: Alle Landwirte und Pächter werden aufgefordert, auf den von ihnen genutzten Flächen auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Sorten zu verzichten.
Der Beschluss geht auf einen Antrag von Hermann Maßmann (Bündnis 90/ Die Grünen) zurück, den dieser schon 2010 gestellt hatte und der zum Inhalt gehabt hatte, die Samtgemeinde Artland zur gentechnikfreien Region zu erklären. Dieses Ziel sollte unter anderem durch eine Verzichtserklärung der Pächter und Landwirte von samtgemeindeeigenen Flächen erreicht werden.

Ein Beschluss dazu war zunächst bis nach der Podiumsdiskussion des Landkreises zum Thema „Pro und Contra Gentechnik“ zurückgestellt worden.

Fraktionsübergreifend waren sich die Politiker einig, dass man nur Einfluss nehmen könne, wenn es um samtgemeindeeigene Flächen und deren Pächter gehe, ansonsten aber den Verzicht auf Gentechnik nicht verordnen könne, sondern auf die Einsicht der Landwirte bauen müsse, wie Leonhard Renze (CDU) betonte.

Es sei allerdings anzunehmen, so Franz Diekel (FDP), dass diese schon aus wirtschaftlichen Gründen auf Gentechnik verzichteten, da die Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnten. Seiner Freude über die Zustimmung von CDU und FDP zu dem Beschlussvorschlag äußerte Dietmar Berger (SPD), und Andreas Maurer (WG) sprach in dem Zusammenhang von „Signalwirkung“.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,770184,00.html

23.06.2011

Vorwürfe gegen den WWF

Sturm im Pandaland

Von Christoph Seidler

Zu große Industrienähe und sogar Sympathie für Gentechnik – der WWF muss sich nach einer TV-Dokumentation mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen. Mühevoll versuchen die Umweltschützer, ihren Ruf zu retten. Denn die Organisation lebt von Spende
und 423.000 Menschen spenden regelmäßig Geld für die deutsche Sektion des WWF. Laut Jahresbericht 2009 kamen so 24,2 Millionen Euro zusammen. Und zumindest diesen Unterstützern muss die Umweltschutzorganisation mit dem Panda im Logo derzeit einiges erklären. Schuld daran ist ein Dokumentarfilm, den die ARD am späten Mittwochabend ausgestrahlt hat.
“ Pakt mit dem Panda – was uns der WWF verschweigt“ heißt das Werk des dreifach Grimme-Preis-gekrönten Filmemachers Wilfried Huismann. Der Film greift die Umweltschützer wegen vermeintlicher Nähe vor allem zur Agrarindustrie scharf an. Bei Reisen nach Indonesien, Indien, Argentinien und die USA hat Huismann höchst beunruhigende Bilder zusammengetragen. Sie zeigen zwangsumgesiedelte Naturvölker, durch Palmenplantagen ersetzte Urwälder, von Ökotouristen gestörte Tiger, Soja-Monokulturen bis zum Horizont – und all das vermeintlich mit dem Segen der Umweltschützer.
„Die Erde wird vom Agro-Business aufgeteilt – und der WWF ist mit von der Partie“, heißt es im Film. Die Kritik macht sich unter anderem daran fest, dass der WWF zusammen mit großen Agrarkonzernen wie Monsanto an sogenannten Runden Tischen für Soja- (RTRS) und Palmölproduzenten (RSPO) sitzt. Multinationale Industrieriesen könnten sich so selbst bei zweifelhaften Praktiken des Wohlwollens der Umweltschützer sicher sein. Doch damit nicht genug. Die Organisation setze sich auch für die großflächige Verbreitung von genverändertem Saatgut ein: „Der Panda hat sich mit der Gentechnikindustrie verbündet. Nur merken soll es keiner.“

„Das Vertrauen ist auf alle Fälle weg“

Für die Umweltschützer ist der Film ein PR-Desaster. „Das Vertrauen ist auf alle Fälle weg. Wer weiß, wo unsere Spendengelder beim WWF versickern“, beklagt ein Nutzer im eilig eingerichteten Diskussionsforum auf der Web-Seite der Organisation. „Meine Tochter hat die Young-Panda-Poster schon abgehängt“, berichtet ein anderer. Der WWF fühlt sich freilich zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wir haben kein Problem, uns sachlicher Kritik zu stellen“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand von WWF Deutschland, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Angesprochen auf den Huismann-Film bemüht er sich bewusst um diplomatische Formulierungen. Er sei „erstaunt“ über die „ideologisierte Reportage“ voller „falscher Behauptungen“, sagt Brandes.

Beim WWF legt man Wert darauf, dass man nicht juristisch gegen den Film vorgegangen sei. Der WDR, der den Film für die ARD produziert hat, bestätigt das auf Anfrage. Allerdings habe der Sender mehrere Änderungen in der Presseankündigung der Dokumentation vornehmen und entsprechende Unterlassungserklärungen abgeben müssen. Mit einem eigenen Twitter-Account, einem Live-Chat und einem siebenseitigen “ Faktencheck“ auf seiner Web-Seite versucht der WWF nun, seine Sicht auf die Dinge darzustellen. Rund zwei Dutzend Einzelpunkte aus dem Film werden abgearbeitet. Das Dokument landete jedoch erst zwölf Stunden nach der Ausstrahlung im Netz. Manch einem mag das zu lang erscheinen.

Zu erklären gibt es durchaus einiges: So macht eine deutsche WWF-Mitarbeiterin bei einem Interview im Film alles andere als eine gute Figur. Gefragt nach den Erfolgen ihrer Organisation kommt sie gehörig ins Schwimmen. Bei der Diskussion um Gentechnik schweigt sie ganz. Beim WWF heißt es, die Frau sei zum Zeitpunkt des Interviews erst ganz neu an Bord gewesen. Vorher arbeitete sie – das mag zumindest manchem pikant erscheinen – beim Bundesverband der Deutschen Bioethanolwirtschaft.

Außerdem macht ein amerikanischer WWF-Vertreter unverhohlen Front für Gen-Saatgut – obwohl die Organisation laut „Faktencheck“ eine klare Linie hat: „Wir lehnen Gentechnik ab.“ Der Amerikaner habe eine „einzelne Außenseitermeinung“ geäußert“, wiegelt der WWF ab. In Länderorganisationen gebe es eben „Mitarbeiter, deren Meinung sich nicht mit der offiziellen WWF-Position deckt“.

Diskussion um Nähe zur Industrie

Den von Huismann pointiert formulierten Vorwurf der Industrienähe hat man beim WWF über die Jahre immer wieder hören müssen. Die Organisation setzt auf Kooperationen, so prangt etwa das WWF-Logo auf einem Joghurtbecher von Danone, der aus Biokunststoff hergestellt wird .

Bei Greenpeace etwa kultiviert man einen anderen Stil. Hier ließ sich der Chef der Organisation, Kumi Naidoo, unlängst auf einer Grönländischen Ölplattform festnehmen . Bei WWF diskutiert man stattdessen lieber mit den Umweltsündern. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir es ohne eine Beteiligung der Unternehmen nicht schaffen werden“, sagt WWF-Vorstand Brandes.

Eine repräsentative Emnid-Umfrage habe erst unlängst ergeben, dass drei Viertel der befragten Deutschen kein Problem mit Industrie-Kooperationen des WWF habe. Unter strengen Regeln, setzt Brandes nach. So nehme sich der WWF das Recht, sich bei Problemen jederzeit aus Gemeinschaftsprojekten zurückzuziehen.

Tatsache ist: Im Gegensatz zu manch anderer Umweltschutzorganisation nimmt der WWF auch Geld aus der Wirtschaft an. So haben Kooperationspartner im Jahr 2009 insgesamt 3,1 Millionen Euro an die deutsche Sektion gezahlt. Dazu kamen Firmenspenden in Höhe von 613.000 Euro. Doch wichtiger waren immer die Spenden von Privatpersonen – und die könnten allergisch auf die Vorwürfe im Film reagieren.
Werden dem WWF durch die Dokumentation also auf breiter Front diese Spender abhanden kommen? Vermutlich nicht, denn Geldgeber für die vermeintlich gute Sache sind tendenziell treu. „Negativnachrichten manifestieren eher Vorurteile, die es unter Nichtspendern gibt, als dass sie Spender verunsichern“, sagt Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen. Das DZI verteilt ein Gütesiegel für Organisationen. Der WWF trägt es nicht – weil er sich nicht darum bemüht hat. „Insgesamt muss sehr viel zusammenkommen, damit eine Organisation in eine Glaubwürdigkeitskrise gerät“, erklärt Wilke.

Die deutsche Sektion von Unicef hat das erlebt, nachdem es 2008 einen offenen Kampf im Vorstand gegeben hatte. Hintergrund waren unter anderem umstrittene Provisionszahlungen an Spendenwerber. Im Zuge der Angelegenheit ging auch das DZI-Gütesiegel verloren. Doch 80 Prozent der Dauerspender standen zu ihrer Organisation. Beim WWF wird man auf deutlich mehr Unterstützung hoffen.

Vortrag über Lichtnahrung in München

Laut unseren Wissenschaftlern können Menschen nur ein paar Tage ohne Essen und Trinken überleben. Dass das so offensichtlich nicht stimmt, belegen immer mehr lebende Beispiele, die ich durch meine Tätigkeit kennenlernen durfte. Es handelt sich offenbar um eine Fähigkeit, die jeder Mensch in sich entwickeln kann. Meistens bleiben diese Menschen jedoch lieber im Verborgenen, um sich nicht negativer Kritik auszusetzen. Diese Bedenken sind berechtigt, wie die Fälle von Jasmuheen oder Dr. Michael Werner zeigen. Eine der wenigen, die sich traut, öffentlich darüber zu sprechen ist Gaby Teroerde.

Sie lebt seit mehr als fünf Jahren von Lichtnahrung, trotzdem ist sie voll leistungsfähig und ihr Gewicht bleibt stabil. Dazu kommt noch, dass sie praktisch keine Vitamine und Mineralstoffe zu sich nimmt und dennoch unter keinerlei Mangelerscheinungen leidet, wie ein ärztlicher Blutbefund belegt. Wie ist das möglich?

In ihrem Vortrag spricht Gaby Teroerde über ihre ganz persönliche Erfahrung und geht unter anderem auf folgende Fragen ein: Was ist Lichtnahrung? Wie kam sie dazu? Wie verlief die Umstellung? Wie reagierte der Körper darauf? Wie reagierte ihr soziales Umfeld? Welche spirituellen Veränderungen brachte die Lichtnahrung mit sich? Am Ende des Vortrages steht Gaby Teroerde für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Vortrag von Gaby Teroerde und Siegfried Trebuch
LICHTNAHRUNG – Erfahrungen aus erster Hand
Samstag, 2. Juli 2011
Beginn: 19:30 Uhr • Einlass: 19:00 Uhr • Eintritt: 20 Euro
Ort: Haus International • Elisabethstrasse 87 • 80797 München
Anfahrtsplan anzeigen

Anmeldung bei Dagmar Fleischmann per E-Mail fleischmann.relocation@googlemail.com oder telefonisch +49 (0)89 2717100

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Siegfried Trebuch und Gaby Teroerde

SiegfriedTrebuch.com
GabyTeroerde.com
Dimensionssprung.at
Bewusstseinsentwicklung.com


http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/harlesjentzsch101.html

Stand: 23.06.2011 15:17 Uhr
Dioxin-Skandal: Millionenforderung der Bauern

Nach wochenlangen Verzögerungen liegt jetzt das Ergebnis der bisherigen Schadenersatzforderungen im Dioxin-Skandal um die Firma Harles & Jentzsch aus Uetersen (Kreis Pinneberg) vor. Insgesamt 277 Gläubiger haben in den vergangenen Monaten Ansprüche beim Insolvenzverwalter Heiko Fialski angemeldet. Das Ergebnis: Die Summe der Schadenersatzforderungen liegt bislang bei 19 Millionen Euro. Damit sollen die Verluste durch den Dioxin-Skandal ausgeglichen werden. Harles und Jentzsch hatte tonnenweise dioxin-verseuchte Futtermittelfette hergestellt und verkauft. Das Unternehmen musste zwischenzeitlich Insolvenz anmelden.

Die geltend gemachten Schäden betreffen Fialski zufolge unter anderem Kosten für verlängerte Standzeiten von Mastvieh, ausgelöst durch die Sperrung von Höfen. Fleischerzeuger hätten auch geringere Einnahmen wegen niedrigerer Fleischpreise, Kosten für die Analyse von Futtermitteln und Masttieren sowie für die Entsorgung von Fleisch geltend gemacht. Tausende Tiere waren zudem damals vorsorglich gekeult worden. Wieviel die Geschädigten tatsächlich erhalten, ist noch unklar.

Drohender Rechtsstreit um Ansprüche

Harles & Jentzsch ist offenbar nicht gewillt, alle Schadenersatzforderungen zu begleichen. Ein Großteil davon wird bestritten. Insolvenzverwalter Fialski verwies darauf, dass viele Landwirte ihre Schäden unzureichend belegt hätten.

Das nächste Problem: Die Forderungen wurden zwar an eine Versicherung gemeldet, inwieweit diese aber greift, muss erst noch geprüft werden. Im schlimmsten Fall bleiben die Bauern auf ihren Verlusten sitzen. Unterstützung bekommen die Landwirte in Schleswig-Holstein vom Bauernverband. Landespräsident Werner Schwarz versprach den Betroffenen Hilfe. Die Landwirte ließen sich nicht so einfach abspeisen, sagte Schwarz der NDR 1 Welle Nord.

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article13446742/Millionen-Ansprueche-im-Dioxinskandal.html

15:35
Millionen-Ansprüche im Dioxinskandal
Hamburg/Uetersen (dpa/lno) – Die in den Dioxinskandal verwickelte Futtermittelfirma Harles und Jentzsch sieht sich Forderungen nach Schadensersatz in Höhe von 15 Millionen Euro gegenüber. Das teilte der Insolvenzverwalter Heiko Fialski am Donnerstag in Hamburg mit. Die geltend gemachten Schäden beträfen unter anderem Kosten für verlängerte Standzeiten von Mastvieh, nachdem Behörden Höfe gesperrt hatten. Fleischerzeuger führten auch geringere Erlöse wegen niedrigerer Fleischpreise, Kosten für die Analyse von Futtermitteln und Masttieren sowie für die Entsorgung von Fleisch an. Die Firma aus Uetersen stand zu Jahresbeginn im Zentrum des Skandals um mit Dioxin belastete Futtermittel. Das Insolvenzverfahren wurde Anfang Mai eröffnet.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/wdr-recherchen-ueber-den-world-wide-fund-for-nature-wwf-am-tisch-mit-monsanto-1.1111269

WDR-Recherchen über den World Wide Fund For Nature WWF und die Industrie – der Pakt mit dem Panda

22.06.2011, 19:00

Von Lars Langenau
Wie industriefreundlich ist der WWF? Zum 50. Gründungsjubiläum der Organisation hat der WDR hinter den Kulissen des renommierten, weltweit agierenden Umweltverbandes recherchiert. Seine brisante Dokumentation zeigt, wie tief sich der Verband in Interessenssphären der Wirtschaft und ihrer Milliardengewinne verstrickt hat.

Tigerbabys, Eisbärenkinder, Orang-Utan-Jungen – sie sehen mitleidig aus, süß, und kuschelig, mit ihren großen Augen und den Stupsnasen. Passt perfekt ins Kindchenschema. Es gibt nur noch eine Steigerung: der Panda, das  Kindchenschema schlechthin.

Der Panda ist das Wappentier des global bekannten World Wide Fund for Nature, der auch heute noch bei seinem früheren Namen World Wildlife Fund genannt wird. Der mächtigste Naturschutzverband der Welt hat Marktforschern zufolge eines der glaubwürdigsten Images der Welt. Er steht für Klimaschutz, Nachhaltigkeit, den Erhalt der biologischen Vielfalt der Erde, seit nunmehr 50 Jahren.

Und ist er ständig auf der Suche nach Spendern. Im Dienste der Natur. Kinder plündern schon mal ihr Sparschwein, sammeln Tierbildchen, die der Supermarktriese Rewe in Kooperation mit dem WWF bis vor kurzem beim Einkaufen verschenkte und einen Sammelhype auslöste („Tier-Abenteuer – Entdecke sie alle!“). Den Spendern wird suggeriert, sie kauften sich ein Stückchen heile Welt

Doch sieht die Realität in Teilen ganz anders aus?

Die einflussreiche Umweltorganisation WWF mit ihren jährlich etwa 500 Millionen Euro an Spenden, rund 4000 Mitarbeitern und Gliederungen in mehr als 100 Ländern hat sich nach WDR-Recherchen in Interessenslagen der Industrie verstrickt – der Bericht wirft die Frage auf, ob die Arbeit des Verbands mit dem Slogan „For a living Planet“ („Für einen lebendigen Planeten“) vereinbar ist.

In der WDR-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“, die die ARD vergangenen Mittwoch um 23.30 Uhr ausgestrahlt hat, legt der mehrfache Grimme-Preisträger Wilfried Huismann nahe, dass die Gutgläubigkeit der Spender stellenweise gehörig strapaziert wird für Interessen, die kaum der Bewahrung des Planeten dienen.

Reise um den Globus
Huismann dokumentiert, dass der WWF offenbar zweifelhaften Unternehmen zu „Nachhaltigkeitszertifikaten“ verhilft. Der Verband arbeitet an „runden Tischen“ mit Gentechnikunternehmen wie dem Agrargiganten Monsanto und dem multinationalen Konzern Wilmar zusammen – und bestätigt ihnen demnach, dass sie „nachhaltig“ Soja und Palmöl produzieren.

Die Naturschutzorganisation rechtfertigt in dem Film solch enge Zusammenarbeit mit einem „unideologischen“ Kurs, der viel mehr bringe als konsequente Ablehnung. Huismann zeigt mit seinen Recherchen, welche Folgen diese Zusammenarbeit mit der Industrie haben kann


http://www.sueddeutsche.de/wissen/wdr-recherchen-ueber-den-world-wide-fund-for-nature-wwf-am-tisch-mit-monsanto-1.1111269

Süddeutsche Zeitung – 22.06.2011

WDR-Recherchen über den World Wide Fund For Nature

WWF und die Industrie – der Pakt mit dem Panda

Von Lars Langenau

Wie industriefreundlich ist der WWF? Zum 50. Gründungsjubiläum der Organisation hat der WDR hinter den Kulissen des renommierten, weltweit agierenden Umweltverbandes recherchiert. Seine brisante Dokumentation zeigt, wie tief sich der Verband in Interessenssphären der Wirtschaft und ihrer Milliardengewinne verstrickt hat.

Tigerbabys, Eisbärenkinder, Orang-Utan-Jungen – sie sehen mitleidig aus, süß, und kuschelig, mit ihren großen Augen und den Stupsnasen. Passt perfekt ins Kindchenschema. Es gibt nur noch eine Steigerung: der Panda, das  Kindchenschema schlechthin.

Der Panda ist das Wappentier des global bekannten World Wide Fund for Nature, der auch heute noch bei seinem früheren Namen World Wildlife Fund genannt wird. Der mächtigste Naturschutzverband der Welt hat Marktforschern zufolge eines der glaubwürdigsten Images der Welt. Er steht für Klimaschutz, Nachhaltigkeit, den Erhalt der biologischen Vielfalt der Erde, seit nunmehr 50 Jahren.

Und ist er ständig auf der Suche nach Spendern. Im Dienste der Natur. Kinder plündern schon mal ihr Sparschwein, sammeln Tierbildchen, die der Supermarktriese Rewe in Kooperation mit dem WWF bis vor kurzem beim Einkaufen verschenkte und einen Sammelhype auslöste („Tier-Abenteuer – Entdecke sie alle!“). Den Spendern wird suggeriert, sie kauften sich ein Stückchen heile Welt.

Doch sieht die Realität in Teilen ganz anders aus?

Die einflussreiche Umweltorganisation WWF mit ihren jährlich etwa 500 Millionen Euro an Spenden, rund 4000 Mitarbeitern und Gliederungen in mehr als 100 Ländern hat sich nach WDR-Recherchen in Interessenslagen der Industrie verstrickt – der Bericht wirft die Frage auf, ob die Arbeit des Verbands mit dem Slogan „For a living Planet“ („Für einen lebendigen Planeten“) vereinbar ist.

In der WDR-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“, die die ARD an diesem Mittwoch um 23.30 Uhr austrahlt hat, legt der mehrfache Grimme-Preisträger Wilfried Huismann nahe, dass die Gutgläubigkeit der Spender stellenweise gehörig strapaziert wird für Interessen, die kaum der Bewahrung des Planeten dienen.

Reise um den Globus

Huismann dokumentiert, dass der WWF offenbar zweifelhaften Unternehmen zu „Nachhaltigkeitszertifikaten“ verhilft. Der Verband arbeitet an „runden Tischen“ mit Gentechnikunternehmen wie dem Agrargiganten Monsanto und dem multinationalen Konzern Wilmar zusammen – und bestätigt ihnen demnach, dass sie „nachhaltig“ Soja und Palmöl produzieren.

Die Naturschutzorganisation rechtfertigt in dem Film solch enge Zusammenarbeit mit einem „unideologischen“ Kurs, der viel mehr bringe als konsequente Ablehnung. Huismann zeigt mit seinen Recherchen, welche Folgen diese Zusammenarbeit mit der Industrie haben kann.

Vertreibung von einer Million Ureinwohnern für den Tiger

Er führt unter anderem die massenhafte, oft gewalttätige Vertreibung von Naturvölkern in Indien und Indonesien an, die seit Jahrhunderten mit als heilig verehrten Wildtieren zusammengelebt hatten. Huismann reiste nach Indien, wo derzeit eine Million Ureinwohner vertrieben werden sollten, angeblich zum Schutz des Tigers – doch lokale Aktivisten halten das für Blödsinn. Das Tigerprojekt des WWF bestehe seit 1974, da habe es noch 5000 Tiger gegeben. Wäre es erfolgreich, müssten dort jetzt mindestens 8000 Tiger leben, sagt ein Umweltaktivist, doch es sind offenbar viel weniger. Und diese wenigen Raubkatzen werden täglich acht Stunden von Ökotouristen des WWF-eigenen Reiseunternehmens und von 155 Jeeps in einem Tigerreservat verfolgt, zum Anschauen. Die betuchten Gäste müssen den Recherchen zufolge rund 10.000 Dollar dafür bezahlen – lokale Aktivisten beklagen, im Namen des Ökotourismus werde der ursprüngliche Wald zerstört.

In Argentinien geht es um genmanipulierte Monokulturen, die Mensch und Umwelt belasten. Huismann reiste in den Norden des Landes, in den Gran Chaco, einst der größte Savannenwald der Erde. Inzwischen ist er zur Hälfte gerodet und von einer Soja-Monokultur überzogen, die sich auf die Nachbarländer ausbreitet und angeblich Menschen krankmacht. Die Haltung des WWF? „Schon heute ist die Soja-Wüste in Südamerika doppelt so groß wie die Fläche Deutschlands“, sagt der Sprecher in dem Film. „Eine Verdopplung ist geplant – der WWF Argentinien unterstützt das Vorhaben, weil die Wälder hier, so der WWF ‚minderwertig‘ sind – und durch menschliche Nutzung ‚degradiert'“. Von dem ursprünglichen Waldbestand ist nichts mehr zu sehen.

Die Gratwanderung eines Umweltschutzverbandes

Huismann war auch auf Borneo unterwegs, wo die Brandrodung für den monokulturellen Anbau von Palmen zur Gewinnung von Palmöl weit fortgeschritten ist. Im Gegenzug schaffen die Verantwortlichen hier ein Alibiwäldchen für genau noch zwei Orang-Utans – aber selbst diese drohen wegen der minimalen Größe des Reservates zu verhungern, sagt Huismann: „80 Hektar auf einer Plantage von 14.000 Hektar, 0,5 Prozent. Ist das ein Erfolg, wenn 99,5 Prozent vernichtet werden?“ Dörte Bieler, die im WWF für Biomasse zuständig ist, wird in einer der eindrücklichsten Szenen des Films mit dieser Frage konfrontiert und antwortet lakonisch: „Also, der sehr sichere Tod wäre ja, wenn die 80 Hektar jetzt nicht mehr wären. Dann wären sie jetzt schon tot.“

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Industrie nennt Bieler auf Nachfragen von Huismann auf Anhieb nicht. Ihr sei einfach wichtig, als Nichtregierungsorganisation (NGO) „nicht nur belächelt zu werden, sondern als kompetenter Gesprächspartner akzeptiert zu werden.“

In Indonesien besucht Huismann eine Plantage, in der ungefilterte Abwässer im Boden versickern – sie wird den Recherchen zufolge gerade mit Hilfe des WWF als „nachhaltig“ zertifiziert. Mit diesem Zertifikat „kann das Unternehmen in Europa den Zuschuss für ‚regenerative Energie‘ kassieren“, sagt der Sprecher im Film und ergänzt: „Und der WWF bekommt ein Honorar dafür, dass er das Unternehmen in Sachen ‚Nachhaltigkeit‘ berät. Für beide Seiten ein lohnendes Geschäft.“

Allein eine Großbank lässt laut Huismann 100 Millionen Dollar für eine „Klima-Partnerschaft“ mit dem WWF springen. Doch in Indonesien finanziere eben dieses Geldinstitut die Abholzung durch Palmölkonzerne, der inzwischen große Teile des Regenwalds zum Opfer gefallen sind. Trotzdem sitze der WWF mit den Großen aus der Lebensmittelindustrie am „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO). Andere NGOs wie Friends of the Earth oder Greenpeace distanzieren sich, sind aus dieser Runde ausgetreten oder waren nie dabei.

Verquickt mit Geld- und Blutadel

Der Film dokumentiert auch die Verquickung von Geld- und Blutadel mit dem WWF. Ehrenpräsident ist Prinz Philip. Er rechtfertigt im exklusiven Interview mit dem WDR die Jagd auf Tiere so: „Es muss ein Gleichgewicht zwischen den Arten hergestellt werden. Das kann man nicht der Natur überlassen. In dem man Raubtiere dezimiert, schützt man die Tiere.“ Seinen persönlichen Tigerabschuss 1961 verteidigt der 90 Jahre alte Gemahl der britischen Königin damit, dass es schließlich nur einer gewesen sei.

Der geheime „Club der 1001“

Mitbegründet wurde der WWF einst maßgeblich von Mitgliedern der europäischen Adelshäuser. Huismann mutmaßt, dass der Verband nur entstand, weil der Großadel in Zeiten der Entkolonialisierung um seine Jagdgebiete fürchtete – ihr Motto sei noch das des Kolonialismus: „Natur ist Abwesenheit des Menschen – jedenfalls des Einheimischen“, sagt Huismann zu sueddeutsche.de.

Kaum eine Spende, kaum ein Spender sei dem WWF in den vergangenen Jahrzehnten unangenehm gewesen, von Dow Chemical über Shell bis – zumindest für den WWF USA – auch Monsanto.

Prinz Bernhard der Niederlande, der erste Verbandspräsident, gründete auch den „Club der 1001“, ein Art WWF-Förderverein, in dem sich noch heute die Eliten des Westens treffen. Dessen Mitglieder sind überwiegend Industrielle. Früher gehörten zum Club auch führende Figuren des südafrikanischen Apartheitsregimes, der argentinischen Junta und Staatsterroristen wie Zaires Diktator Mobutu Sese Seko.

Dabei ist die Mitgliedschaft in diesem grünen Country-Club noch immer geheim. Nur einige prominente Mitglieder haben sich geoutet, vor allem Adelige, sagt Huismann. Seinen Recherchen zufolge gehörten zumindest Mitte der achtziger Jahre auch viele Persönlichkeiten aus der deutschen Wirtschaftselite dazu, von den Bankiers Robert von Pferdmenges und Hermann Abs über Friedrich Flick bis Bertold Beitz.

Unmenschliche Sendezeit

Das ist Vergangenheit – sagt auch der Sprecher im Film. Doch auch heute hat der WWF wenig Berührungsängste. So wird seit 2010 Monsantos genmanipuliertes Soja vom „Runden Tisch für verantwortungsvolle Sojaproduktion“ (RTRS) als „nachhaltig“ zertifiziert. Das Zertifizierungssystem ist auf WWF-Initiative entstanden.

Hartmut Vogtmann, Chef des Deutschen Naturschutzrings, empört sich offensichtlich darüber. In einem internen Brief an Detlev Drenckhahn, den Präsidenten der deutschen WWF-Sektion, warnt er eindringlich vor der Teilnahme am „Runden Tisch für verantwortungsvolle Sojaproduktion“. In dem Brief, der sueddeutsche.de vorliegt, argumentiert Vogtmann, laut neuer Studien sei durch den Anbau von Soja der Verbrauch von Spritzmitteln „enorm gestiegen“ – „denn immer mehr Unkräuter werden resistent gegen das in den Sojakulturen eingesetzte Roundup“. Dessen Wirkstoff Glyphosat „verursacht Fehlbildung bei Embryonen und lässt die Krebsrate in die Höhe schnellen“, schreibt er weiter in Bezug auf eine Untersuchung und folgert: Der vom WWF mitbegründete runde Tisch „hält ein gescheitertes System von Landwirtschaft künstlich am Leben“.

Der WWF Deutschland schreibt sueddeutsche.de zu diesem Thema: „Wir arbeiten weiter am RTRS mit, weil wir mehr gentechnikfreies Soja wollen und die Umweltschäden des Sojaanbaus generell minimieren wollen, wie die Zerstörung der Wälder.“ Und dann: „Wir lehnen Gentechnik ab. Dies werden wir so lange tun, bis bewiesen ist, dass gentechnisch veränderte Pflanzen absolut unbedenklich für Umwelt, Biodiversität und uns Menschen sind. Diese Position des WWF International gilt für alle WWF-Länderorganisationen.“ Allerdings gabe es bei „einzelnen Länderorganisationen auch Mitarbeiter, deren Meinung sich nicht mit der offiziellen WWF-Position deckt. Dies gilt insbesondere für Staaten, in denen der Anteil der Gentechnik in der Landwirtschaft bereits sehr hoch ist, etwa die USA und Argentinien“.

Der Film hat die deutsche Sektion des WWF offensichtlich schon vor der Erstausstrahlung bewegt. Es wurde versucht, mit Abmahnungen durch Medienanwälte die Sendung zu beeinflussen und Interviews platzen zu lassen.

Die ARD sendet den 45-minütigen Film spätabends – und wird damit immerhin dem Auftrag gerecht, Kinder und Jugendliche vor 23 Uhr vor verstörendem Programm zu verschonen.

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http://www.news.de/gesellschaft/855194474/aufruhr-an-der-spendenfront/1/

news.de – 23.06.2011

WWF-Doku

Aufruhr an der Spendenfront

Fragwürdiger Naturschutz: Die Dokumentation Der Pakt mit dem Panda setzt den WWF, den größten Umweltschutzverband der Welt, unter Druck. So soll er mit Gentechnikkonzernen gemeinsame Sache gemacht haben. Nun wehrt sich der Verband

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff

Spät am Abend strahlte das Erste die Dokumentation Der Pakt mit dem Panda aus, trotzdem schlug der Film sofort hohe Wellen: Der World Wide Fund For Nature (WWF) richtete unter @wwf_antwortet [1] eigens einen Twitter-Account ein, um auf die Vorwürfe zu reagieren, die während und nach der Sendung zu Hunderten vonseiten der Twitter-Nutzer Richtung WWF hagelten. Grund dafür waren die massiven Anschuldigungen, die der Film gegen die Naturschutzorganisation formulierte. Unter anderem hieß es, der WWF würde den Anbau von genmanipulierten Sojapflanzen in Südamerika unterstützen.

Der WWF gab sich angesichts der Vorwürfe überrascht. «Wir haben kein Problem mit Kritik, wenn sie sachlich und faktisch korrekt ist. Aber der Film ist ungenau und fehlerhaft und polemisch, wie wir ganz klar beweisen können», sagte WWF-Pressesprecher Christian Plaep im Gespräch mit news.de.

Der Bremer Dokumentarfilmer und dreifache Grimme-Preisträger Wilfried Huismann warf dem WWF unter anderem vor, Tigerschutzgebiete in Indien für Ökotourimus zu missbrauchen. In Jeeps würden reiche Menschen aus der westlichen Welt durch die Reviere der Tiger gefahren, nur um einen Blick auf die bedrohte Raubkatze werfen zu können. Dass die Tiger auf diese Art bei der Jagd gestört werden, interessiere den WWF nicht. Der Ökotourismus bringe viel Geld in die Kassen der Umweltschutz-Organisation.

Doch wohin geht das eingenommene Geld? Huismann behauptet, es komme zwar den Staaten, in denen es Tigerschutzgebiete gibt, und dessen Bewohnern zugute, nicht aber den Tigern selbst. dem widerspricht der Umweltschutz-Verband in einer Stellungnahme [2] rigoros: «Öko-Tourismus bewahrt den Lebensraum des Tigers. Die Einnahmen aus dem Öko-Tourismus in Indien sind eine wichtige alternative Einkommensquelle für die regionale Bevölkerung.» Die Störung der Tiger durch Jeeps und Öko-Tourismus sei «marginal». Die Meinungen des WWF und seiner Kritiker könnten kaum gegensätzlicher sein.

«Grüne Plantagen» statt Regenwald?

Ähnlich sieht es in Indonesien aus. Statt wie in großen Werbekampagnen versprochen, Orang-Utans zu schützen, unterstütze der WWF Huismann zufolge dort den Anbau von Palmöl-Plantagen. Aus dem Öl soll Biosprit gewonnen werden, eine grüne Alternative zu fossilen Brennstoffen. Dass dafür Regenwald gerodet wird, wird nach Ansicht des Filmemachers vom WWF in Kauf genommen. Die Plantagen seien zwar «von wirtschaftlichem Nutzen, aber biologisch tot». Trotzdem habe der WWF laut Huismann einen Kooperationsvertrag mit dem Betreiber Wilmar geschlossen, einem multinationalem Palmöl-Konzern mit Sitz in Singapur.

Der WWF distanzierte sich gegenüber news.de von diesen Vorwürfen. «Man muss ganz deutlich sagen, dass wir ganz am Anfang eines Prozesses stehen. Wir arbeiten auf das Ziel hin, im großen Maße nachhaltig anzubauen», sagt Christian Plaep. In diesem Prozess wolle man die Plantagen-Betreiber von Anfang an einbinden, um überhaupt wirkunsgsvoll arbeiten zu können.

Noch größer sind Huismanns Anschuldigungen in Bezug auf den Anbau von genmanipulierten Sojapflanzen in Südamerika. Dort würde der WWF mit Monsanto zusammenarbeiten, einem der größten Agrar-Unternehmen der Welt, das sich auf genmanipuliertes Saatgut spezialisiert hat. In Argentinien rodet Monsanto Savannenwälder, um Plantagen mit gentechnisch veränderten Sojapflanzen anzubauen. Diese sind resistent gegen Herbizide, die der Konzern ebenfalls entwickeln lässt.

Zusammenarbeit mit Monsanto

Eines der extremsten Unkrautbekämpfungsmittel von Monsanto ist demnach Roundup, eine Weiterentwicklung des Herbizids Agent Orange, mit dem die amerikanische Armee während des Vietnamkriegs südostasiatische Regenwälder zerstörte. Die genmanipulierten Sojapflanzen von Monsanto überleben Roundup – alle anderen Pflanzen im Umkreis der Plantage sterben jedoch ab. Trotz dieser extremen Art von Landwirtschaft arbeite der WWF mit Monsanto zusammen, behauptet Huismann in seiner Dokumentation, die Sie hier [3] sehen können.

Es gibt Stimmen im WWF, die eine solche Kooperation richtig finden. Der amerikanische WWF-Vizepräsident Jason Clay gilt als Freund der Gentechnik. Er glaubt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen das Mittel zur umweltfreundlichen und nachhaltigen Landwirtschaft der Zukunft seien. Denn Gentechnik verspricht mehr Ertrag auf weniger Anbaufläche. Der WWF Deutschland distanziert dagegen von der Gentechnik. Das würde er jedoch nur machen, weil es in Europa große Vorbehalte gegenüber Gentechnik gebe, sagt Huismann in seinem Film.

Wie er inzwischen einräumte, steht der WWF als Mitglied am Runden Tisch für verantwortungsvolle Soja (RTRS) tatsächlich im Kontakt zu Monsanto. «Wir wollen mit solchen Konzernen zusammenarbeiten, um etwas zu erreichen. Es ist der Weg des WWF, die Problemverursacher in den Prozess einzubinden. Nur so können wir etwas bewirken», erklärt Plaep. Grundsätzlich distanziert sich der WWF jedoch von der Gentechnik, so beobachte er auch die Mitgliedschaft von Monsanto im RTRS mit großer Sorge.

Sehen Sie hier die Dokumentation ‚Der Pakt mit dem Panda‘ in voller Länge: Teil 1 und Teil 2. [3][4]

ruk/news.de

[1] http://twitter.com/WWF_Antwortet
[2] http://www.wwf.de/themen/huismann-kritik-pakt-mit-dem-panda-faktencheck/
[3] http://www.news.de/video/850690568/der-pakt-mit-dem-panda-teil-1/
[4] http://www.news.de/video/850690569/der-pakt-mit-dem-panda-teil-2/

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/23986.html

22.06.2011 | permalink
Rätsel um die Zerstörung von Gentechnik-Rüben

KWS Versuchsfeld Zuckerrübe Das KWS-Versuchsfeld mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben wurde teilweise zerstört.

Ende Mai wurde ein Versuchsfeld der KWS Saat AG bei Wetze in Niedersachsen teilweise zerstört. Dies bestätigte gestern ein Sprecher der KWS gegenüber dem Aktionsbündnis Witzenhäuser Agrar-Studierende, das den Anbau der Gentechnik-Rüben kritisch beobachtet. Auf dem Acker wachsen gentechnisch veränderte Zuckerrüben, die resistent gegen das Spritzmittel Roundup sind. Bei einer Besichtigung des Ackers stellte das Aktionsbündnis nun fest, dass von der Zerstörung nichts weiter zu sehen ist. Der Konzernsprecher begründete dies damit, dass die Zerstörung nur marginal war. In einem Bekennerschreiben auf der Plattform Indymedia ist hingegen von einer Zerstörung von „großen Teilen“ des Feldes die Rede. Gentechnikkritiker des Aktionsbündnisses vermuten hingegen, dass nach der Zerstörung neue Rüben nachgepflanzt wurden. Die Bewässerung der Flächen sowie die äußeren abgestorbenen Blätter der Rüben seien Indizien dafür. Das Aktionsbündnis kritisiert, dass die Zerstörung nicht, wie rechtlich vorgeschrieben, beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gemeldet und ins Standortregister eingetragen wurde.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110622_OTS0093/schuelerinnen-fordern-mehr-geld-fuer-forschung-und-die-staerkung-von-privatsphaere-und-datenschutz

SchülerInnen fordern mehr Geld für Forschung und die Stärkung von Privatsphäre und Datenschutz

Utl.: Beim 2. Wissenschaftsparlament erarbeiteten sie Resolutionen zum Thema Stammzellforschung, Pathogenforschung und Biometrie, und übergaben sie an Nationalratspräsidentin Mag.a. Prammer =

Wien (OTS) – Der gemeinnützige Verein dialog<>gentechnik
veranstaltete von 15. bis 17. Juni 2011 zum zweiten Mal das
Wissenschaftsparlament für SchülerInnen. Dabei erarbeiteten die
Jugendlichen Resolutionen zum Thema Stammzellforschung,
Pathogenforschung und Biometrie, die sie am 21. Juni 2011 an die
Nationalratspräsidentin Mag.a. Barbara Prammer übergaben.
Nationalratspräsidentin Mag.a. Prammer freut sich über die
Initiative und wünscht sich „mehr nachhaltige Projekte, in denen
Jugendliche Demokratie aktiv erleben können“.
In den Resolutionen setzen sich die SchülerInnen unter anderem für
einheitliche EU-weite Richtlinien bezüglich der Gewinnung von
Stammzellen und deren Erforschung ein. Sie fordern mehr Mittel für
Forschung in den Bereichen Stammzelltherapien, medizinische
Pathogenforschung und Wissenschaftskommunikation. Die SchülerInnen
plädieren weiters für eine Stärkung des Datenschutzes und eine
Absicherung der Privatsphäre hinsichtlich biometrisch erfasster
Daten, z.B. durch die Aufwertung und die bessere Finanzierung der
Datenschutzkommission.
Das Wissenschaftsparlament ist eine Veranstaltung mit dem Ziel
Jugendliche für gesellschaftliche und technologische Entwicklungen zu
sensibilisieren, über Wissenschaft zu informieren, Verständnis für
politische Prozesse und Abläufe zu generieren und Bewusstsein für die
Bedeutung von Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung zu schaffen. Im
Rahmen des Parlaments diskutierten die SchülerInnen drei Tage lang zu
den Themen Biometrie, Pathogenforschung und Stammzellforschung. Sie
nahmen an Expertenhearings teil und verfassten Resolutionen, über die
am Ende abgestimmt wurde. Als Experten standen dem
Wissenschaftsparlament 2011 Prof. Dr. Ludwig Aigner von der Privaten
Medizinischen Universität Salzburg, Dr. Martin Kampel von der TU
Wien, Erich Möchel, IT-Journalist von fm4 und Dr. Joachim Seipelt von
der Medizinischen Universität Wien zur Verfügung.
Das von dialog<> gentechnik organisierte Parlament fand am FH
Campus Molekulare Biotechnologie und im Universitätscampus Altes AKH
in Wien statt. Insgesamt nahmen 50 SchülerInnen (11te und 12te
Schulstufe) der HBLVA Rosensteingasse an der Veranstaltung teil. Fünf
VertreterInnen des Europäischen Jugendparlaments
(http://www.eypaustria.org/) moderierten die Komiteearbeit.
Das Wissenschaftsparlament ist Teil des durch die Europäische
Kommission im Rahmen des 7ten Rahmenprogramms geförderten Projekts
Value Isobars (www.value-isobars.eu), das sich unter anderem mit der
Verbesserung und Neuentwicklung von Bürgerbeteiligungsverfahren
auseinandersetzt.
dialog<>gentechnik ist ein unabhängiger Verein, dessen Mitglieder
wissenschaftliche Gesellschaften Österreichs sind. Er versteht sich
als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Der
Verein hat das Ziel, den sachlich fundierten Dialog über
Biowissenschaften zu fördern und als kompetente Ansprechstelle für
die Öffentlichkeit zu dienen.
dialog<>gentechnik wird unterstützt durch: Bundesministerium für
Wirtschaft, Familie und Jugend (bmwfj), Bundesministerium für
Wissenschaft und Forschung (BMWF)
Weitere Informationen und Pressefotos unter:
http://www.dialog-gentechnik.at/wissenschafts_parlament.php
Rückfragehinweis:
dialog<>gentechnik
Dr. Carmen Schmid
schmid@dialog-gentechnik.at
Tel.: +43 (0)676 8465465, http://www.dialog-gentechnik.at