Essays & Leserbriefe

Die folgenden Materalien drücken nicht unbedingt die Meinung der Administratorin bzw. der Aktiven der Plattform Gen-Dialog EU aus!

https://gennetz.wordpress.com/texte-2/texte/treibstoffpreise/

März 2011

Von Rüdiger Dahlke erreichte mich heute dieser Rundbrief. Er benennt die Lage deutlich und mit großer Klarheit und Weisheit. Von ihm könnten alle Politiker lernen! Dieser Rundbrief ist das Beste was ich in diesen dramatischen Tagen in letzter Zeit gelesen habe, deshalb versende ich ihn. Es lohnt sich, bis zum Schluss zu lesen, das meint mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen

Gudula Blau

Welt in Aufruhr

Japan durch Hiroshima längst Mahnmal für den Atombomben-Wahnsinn, wird nun wohl durch Fukushima auch zum Mahnmal für den Atomreaktor-Wahnsinn. 6 Tage nachdem Erde und Meer sich aufgebäumt haben, sind 3 Blöcke von Fukushima explodiert, ein vierter brennt – alle sind außer Kontrolle. Genau das, was laut Experten und (un)verantwortlichen Atom-Politikern unmöglich ist.

Die Strahlung in den Kontrollräumen ist so hoch, dass das meiste Personal abgezogen werden musste. Die Macher überlassen die Reaktoren, die Japaner und möglicherweise die Welt ihrem Schicksal.

Fünf Tage nach dem schrecklichen Erdbeben mit folgendem Tsunami hat Fukushima die Illusion von sicheren Atomkraftwerken wohl auch für jene Atombefürwortern beendet, die Tschernobyl einfach verschlafen haben wie viele Christdemokraten dieser Welt. Wenn so etwas in Japan möglich ist, einem der höchstentwickelten Industrieländer, dann ist es überall möglich!

Letztlich scheitert in Fukushima alles am Stromausfall. Gegen Stromausfall aber sind europäische Atomkraftwerke keineswegs besser gesichert. Seit 6 Tagen erleben wir mit, wie unkontrollierbar und wie unbeherrschbar die Situation in einem Land wie Japan ist, wie würde so etwas in Drittweltländern aussehen, in die Atomanlangen so großzügig verkauft wurden?

Von der japanischen Regierung kamen die für Regierungen üblichen Beschwichtigungen. Anfangs sagte Regierungschef Kan, es gäbe keine Gefahr, eine Stunde später wurde der Atomnotstand ausgerufen, und Schlag auf Schlag der Evakuierungsradius ausgeweitet. Jetzt wartet alles hilflos und Kan beschwerte sich öffentlich über die Missinformation durch die Betreiberfirma.

Erschütternd auch die Reaktion der deutschen Atom-Parteien CDU und FDP. Sie haben noch immer nicht begriffen. Dabei kann jeder die Bilder der Unbeherrschbarkeit und Hilflosigkeit sehen. Die Atomkanzlerin will ihre ohne Not heraufbeschworene Laufzeitverlängerung der Atommeiler nur aussetzen, bis die Sicherheitslage geklärt sei – und wohl die Landtagswahlen überstanden sind. Letzteres glaubt – laut Fernsehumfrage – die Mehrheit der Deutschen.

Jetzt soll also die Sicherheit Vorrang haben, was war denn bisher um Gottes Willen? Selten hat ein Politiker so offen und unabsichtlich die bittere Wahrheit eingestanden.

Wer nach diesen 6 Tagen nicht begriffen hat, dass Atomtechnologie unbeherrschbar ist, wird es wohl nie mehr schaffen. Er ist eigentlich nur zu bedauern. Tragisch wenn so jemand Regierungschef eines großen Landes ist.

Das Moratorium, das heißt die Aussetzung der Laufzeitveränderung für drei Monate ist sogar für CDU-Wähler durchschaubar einer der peinlichsten politischen Schachzüge einer (Un)Verantwortlichen zum Zwecke des Machterhalts.

Was mag es bedeuten, wenn der baden-württembergische CDU- Ministerpräsident Mappus, als glühender Anhänger der Kernkraft gerade noch für deutlich längere Laufzeitverlängerungen als die beschlossenen eingetreten, der der Industrie sogar einen uralten Atommeiler mit Steuergeldern abkaufte, wodurch er Besitzer, Betreiber und Kontrolleur in einem wurde, zwei Wochen vor seinem erwarteten wohlverdienten Wahldebakel zu einer Neubewertung ansetzt und nun die Sicherheit der Bevölkerung ganz neu entdeckt?

Was ist von Parteien zu halten, die gestern noch damit drohten, bei schnellem Ausstieg würden uns die Lichter ausgehen, und die jetzt flugs – aus offensichtlich wahltaktischen Gründen – auf 8 Atommeiler verzichten können. Wenn auch nur für 3 Monate – danach gehen dann wohl die Interessen der (un)verantwortlichen Industrie wieder vor die Sicherheit der Bevölkerung…

Wenn in den kommenden 3 Monaten die Lichter an bleiben sollten, was vermutet werden darf, warum sollten sie denn dann danach ausgehen? Vielleicht geht der für so dumm verkauften Bevölkerung endlich ein Licht auf. Ein Moratorium für (Un)Verantwortliche wäre das Gebot der Stunde. Deutschland ist längst auch bei Strom Exportweltmeister. Die jetzt kurzzeitig stillgelegten Meiler machen gerade einmal 7 % des Stromes aus, nicht einmal der Anteil, der exportiert wird.

Immerhin können die Deutschen schon bald den Wahl- zum Denkzettel machen und die (Un)Verantwortlichen aus jener Verantwortung entlassen, die sie sowieso nie tragen konnten, da sie keine tragfähigen Antworten fanden. Aber reichen wird das noch nicht.

Kaum weniger peinlich sind die Aussagen der Experten aus der Atomwirtschaft. Man fühlt sich an Peter Ustinovs Ausspruch erinnert: „Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der einem erklärt, dass das technisch unmöglich sei.“ Der Chef der deutschen Atombehörde antwortet im Fernsehen schon gar nicht mehr auf Fragen der Reporter, sondern erzählt jeden Tag gebetsmühlenartig, was jeder weiß und dass man keine Fehler gemacht habe, die japanischen Reaktoren seinen eben nur bis zur Stufe 8 abgesichert gewesen und nun sei leider Stufe 9 eingetreten. Hierzulande sind Reaktoren seit 40 Jahren am Netz, die heute nicht einmal mehr in Deutschland die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Den Experten der Industrie ist nicht zu trauen, gegenüber den Professoren ist Vorsicht      geboten. Der Weg zu Atombomben und Atomkraftwerken ist mit Nobelpreisen gepflastert!

Grundsätzlich ist zu fragen: Wie ist es möglich, dass wir überhaupt auf eine Technologie setzen, für die es weltweit keinen Versicherer mehr gibt, der dieses Risiko noch absichern würde. Wieso akzeptieren wir das? Wir, die wir uns zwingen lassen, jedes Moped zu versichern?

Wie kann es sein, dass wir ohne akzeptables Endlager für den Atomabfall einfach weitermachen? Nehmen Politiker wie die deutsche Atom-Kanzlerin und ihr Westerwelle Endlager wie Tschernobyl, Fukushima oder x y einfach in Kauf?

Dabei hatten sie vorher gesagt, was sie mit uns und der Welt vorhatten – und sie wurden trotzdem gewählt. Auch jetzt sagen sie es wieder, für drei Monate gibt es ein Moratorium, und dann – nach den Landtagswahlen – sieht man weiter…

Die Schweizer haben sich gerade erst mehrheitlich für den Ausbau eines Atomkraftwerks in der Nähe der Hauptstadt Bern entschieden. Ist das Mut oder einfach Mangel an Phantasie? Wahrscheinlich letzteres und da sei den Journalisten für die ständig wiederholten Bilder im Fernsehen gedankt, die den Mangel an Phantasie beheben. Welchen Sinn sollte es sonst haben, permanent dieselben Grausamkeiten zu übertragen, immer wieder dieselben Atomkraftwerke vor aller Augen explodieren und brennen zu lassen.

Und das scheint Wirkung zu haben, in der Schweiz verzichtet der Betreiber auf den Bau des neuen AKW bei Bern, das Schweizer Bundesamt für Energie prüft den Komplettausstieg innerhalb von Monaten. Die Schweizer haben auch eine direkte Demokratie, die Politiker wissen das und kommen wohl der gewandelten Volksmeinung nur zuvor. Unsere Politiker wissen sich dagegen ziemlich sicher vor der Bevölkerung wie sich an der schwarz-gelben Regierung zeigt, die ihre Atompolitik gegen den erklärten Willen der Mehrheit durchgezogen hat.

Die Atomkraftwerke scheitern in Fukushima an Strommangel – den sie ursprünglich beheben sollten. In Japan gehen nun die Lichter wirklich aus, dabei sollten sie gerade das verhindern, wenn man Experten und Politikern glauben schenkte.

Welche Deutung bleibt, wenn wir tiefer schauen?

Die weiblichen Elemente Erde und Wasser sind in Aufruhr und Aufstand, Mutter Erde bebt und entzieht alle Geborgenheit. Das Wasser als Seelenelement wird wild und stürmt das Land, alles mit sich in Tod und Ruin reißend. Pluto, das Prinzip der Wandlung im Steinbock zeigt uns unsere Grenzen (Saturn), unsere Hybris und unsere Machtlosigkeit. Neptun-Poseidon, der Gott des Meeres und der Erderschütterer, ist zuständig für den Tsunami – bezeichnender weise ein japanisches Wort, das „Hafenwelle“ heißt, die Welle, die unsere Heimat, unseren Hafen bedroht. Freiwillig „opfern“ wir heute weder Mutter Erde noch dem Meer, im Gegenteil wir pressen sie bis zum letzten aus und so holen sie sich ihre Opfer.

Andererseits kann uns diese wie jede Katastrophe auch zum Umkehrpunkt werden, genau das meint nämlich das griechische Wort. Vom Schicksal geschickt zu unserem Heil, um unsere Gier und unseren Größenwahn zu erkennen, davon zu genesen und heil zu werden. (lat. Salus = Heil) Bezüglich der Resonanz mag manchem dabei die verlogene japanische Walfangpolitik „zu wissenschaftlichen Zwecken“ einfallen oder die jährlich vom Blut unzähliger Delphine rote Bucht von Taichi, die rabiat-rücksichtslosen Fangmethoden japanischer Fischfangflotten und auch so einiges bei uns…. Auf schreckliche Art hat sich das Meer eine Verschnaufpause vor den Japanern verschafft, vielleicht und hoffentlich nutzen sie und wir diese zum Umdenken.

Angesichts der atomaren Bedrohungssituation muss man als langjähriger Atomkraftgegner aufpassen, nicht zynisch zu werden: Das ganze könnte für uns in Europa sogar gut ausgehen. Wir könnten diese Situation, die uns selbst weniger beschädigen wird, nutzen, die Atomreaktoren mitsamt den (Un)Verantwortlichen, die sie immer befürworteten und selbst jetzt nicht definitiv davon lassen wollen, endlich und endgültig loszuwerden.

Der Weltwirtschaft könnte das Elend sogar gelegener kommen also so mancher Krieg, ein Wiederaufbau Japans könnte – falls möglich – zum großen Konjunkturprogramm werden. Die deutschen Autobauer werden so traurig nicht sein, wenn die japanischen eine längere Zwangspause machen.

Das ist makaber und die wirkliche Chance wäre jetzt, generell umzudenken. Die weiblichen Elemente spielen nicht nur verrückt, wir haben die Erde und die Meere in verrückter Weise unverantwortlich und weltweit geschunden und gequält. Es ist kein Wunder, dass sie sich gegen uns stellen. Es läuft so vieles gegen den weiblichen Pol. Das jetzt endlich zu begreifen, ist unsere vielleicht letzte Chance in vieler Hinsicht. Vieles kommt in Bewegung: Weltweit versuchen Völker ihre Potentaten loszuwerden, gerade nutzen der Gewaltherrscher in Bahrein die Gunst der Stunde, um mit Hilfe von Besatzungstruppen aus Saudi Arabien und anderen befreundeten Diktaturen der Golfregion die aufbegehrende Mehrheit seines Landes niederzuknüppeln. Im Schatten der japanischen Tragödie fällt es kaum auf, wie wir die Libyer im Stich lassen – liegt es daran, dass ihr Diktator noch immer die Hand am Ölhahn hat? Einige Länder würden ihnen schon helfen wollen, aber Merkels Westerwelle, der gerade noch so photogen mit den Ägyptern geschmust hatte, wollte jetzt doch keiner Flugverbotszone über Libyen zustimmen. Aber alle Zurückhaltung wird am anstehenden Großputz wohl nichts ändern. Wir hätten so viel Stoff.

Nicht nur in den AKWs läuft so vieles schief, in den AKHs ist es nicht viel besser. Die Zustände in den allgemeinen Krankenhäusern bedürften dringend einer Sicherheitsüberprüfung, längst sind in all unseren Industrieländern die Fehler der Mediziner und die Nebenwirkungen der Pharmaka zur dritthäufigsten Todesursache geworden? Wollen und brauchen wir das wirklich?

Die WHO hielt das gesundheitliche Risiko am 4. Tag der japanischen Katastrophe für minimal. Heute, am 6. Tag hält sie eine Strahlenkatastrophe für die Welt für ausgeschlossen. Allein schon dieses Statement lässt mich vermuten, dass es diese Gefährdung gibt. Das sind dieselben Typen, die die Vogel- und Schweinegrippe-Panik im Dienste der Pharmaindustrie ermöglicht hatten. Da sitzen (un)verantwortliche Leute in Spitzenpositionen und verbreiten Unverantwortliches. Auch ihnen könnte man die Legitimation nach so vielen Fehlleistungen entziehen.

In Österreich hat die Ärztekammer nach der Veröffentlichung einer Studie, die nahe legte, dass sich schon nach 5 Jahren regelmäßigem Handytelefonieren, die Hirntumorrate verdoppelt, dafür plädiert, die Zahl der Neurochirurgen dramatisch zu erhöhen, um mit all den bevorstehenden Gehirntumoren fertig zu werden. Könnte es da nicht noch andere Konsequenzen geben?

Sollten wir mit der Gentechnologie wirklich einfach so weitermachen? Können wir es uns tatsächlich leisten, so viele Arten an Pflanzen und Tieren auszurotten zugunsten von manipulierten Einheitspflanzen und –tieren, die nur noch einen Zweck erfüllen, den Profit von wenigen zu steigern?

Ist es wirklich so harmlos, alle Bienen einfach sterben zu lassen?

Haben wir es wirklich nötig, in Tierfabriken unter unsäglichen Bedingungen Millionen Tiere bis zur Schlachtreife zu foltern, um uns mit ihrem gefolterten Fleisch auch ihre Angst und Qual einzuverleiben?

Ist es wirklich vertretbar, so locker mit dem Klima umzugehen? Sind die Inseln, die wir in der Südsee versinken lassen, nicht vielleicht Vorboten des Versinkens ganzer Kulturen? Was bleibt von der japanischen Tradition, wenn das Land unbewohnbar wird? Was bleibt von den kleinen Inseln, die wir längst opfern, ohne es so recht zur Kenntnis zu nehmen?

Was sagen uns diese Zeichen, wo ist Japan in uns? – Die gesamte moderne Welt vergeht sich am Meer und seinen Bewohnern, quält Tiere in unbeschreiblichem Ausmaß und Menschen, wenn wir an den modernen Menschenhandel denken. Niemals war Sklaverei solch ein Faktor wie heute…

Leben wir nicht alle nach der Devise „nach uns die Sintflut“? Wann hätte sich je eine Generation so an der Zukunft ihrer Kinder schuldig gemacht, ihnen solche Hypotheken hinterlassen?

Wir machen auf unsere archetypisch männliche Macher-Art das Arbeitsklima immer krankmachender, das Weltklima immer verrückter, die Erde immer unbewohnbarer…

Brauchen wir nach Tschernobyl und Fukushima noch eine dritte Todeszone? Brauchen wir noch Politiker, die solche Endlager für kurzfristige Vorteile in Kauf nehmen?

Dürfen wir uns andererseits wirklich über die Sintflut und den Aufstand der Erde beschweren? Sollten wir nicht vielleicht lieber anfangen, weitere Aufstände des mit Füßen getretenen weiblichen Pols überflüssig zu machen?

Aber wird dieses Desaster auch den Chinesen und Franzosen reichen, um von ihrer Atompolitik zu lassen? Sie haben sich so sehr darauf verlassen und alles darauf abgestellt.

Fragen wir doch einmal umgekehrt: Was soll noch passieren, was soll Mutter Erde und das Meer sich noch einfallen lassen, um uns zur Besinnung zu bringen?

Tatsächlich könnten sich bald auch die männlichen Elemente gegen uns wenden. Die weitgehend verlassenen Atomreaktoren von Fukushima könnten in ihrer Kernschmelze zu einem offenen Atomfeuer werden. Was dann?

Gorbatschow hat damals in Tschernobyl tausende Soldaten zu unfreiwilligen Helden der Sowjetunion gemacht und im Atomfeuer „verheizt“, während sie den Schutzmantel bauten. Werden sich im demokratischen Japan Soldaten finden, die sich für die Sicherheit des Landes und der Welt solcherart brutal verstrahlen lassen – als moderne Kamikaze sozusagen? Wer würde so etwas bei uns tun, wer würde sich opfern, um einen Sarkophag für außer Kontrolle geratene Kernkraftwerke zu bauen und dabei bewusst sein Leben zu lassen? Die befragte Feuerwehr in Deutschland hat schon abgewunken, die Bundeswehrsoldaten werden abwinken. Es ist auch zum Abwinken, und das sollten wir jetzt schleunigst im Hinblick auf Kernkraftwerke und ihre politischen Protagonisten tun. Das ist eine Technologie, die in ihrer letzten Konsequenz Diktatoren braucht, die Menschenleben opfern können.

In diesem jetzt leider nicht mehr undenkbaren Fall, würde es zur reinen Zeitfrage, bis auch das Luftelement zum Feind wird und der Wind Tokio zur Geisterstadt und Japan zur Toteninsel macht. Dann würden wohl auch die Chinesen und Russen durch ständige Atomwinde und –wolken in Mitleidenschaft gezogen…. Und die Welt würde langsam aber sicher verstrahlt. Dieses Endszenario ist entsetzlicher Weise aus der Filmwerkstatt Hollywoods ausgebrochen dank (un)verantwortlicher Politiker in der ganzen Welt und ihrer unbewussten Wähler.

Worauf warten wir also noch? Wir könnten jetzt im großen Stil anfangen, die Gesetze des Lebens zu verstehen und die Spielregeln zu beherzigen, wir könnten die Schatten konfrontieren – und jeder für sich und alle zusammen unsere seelische und geistige Energie auf wirkliche Lösungen richten.

Die Menschen, die Bevölkerung sind jetzt gefordert. Österreich könnte zum Modell werden. Schon vor vielen Jahren hat hier die Bevölkerung ihre (un)verantwortlichen Politiker gegen deren erklärten Willen zum Aufgeben des Atomkraftwerks Zwentendorf gezwungen und ein Verbot der Kernenergienutzung in der Verfassung erzwungen – koste es was es wolle. Der Kanzler hatte sogar noch mit Erpressung versucht, sein Atomkraftwerk zu retten und mit seinem Rücktritt gedroht. Die Menschen haben sich aber nicht erpressen lassen, sie waren entschlossen und mussten es nie bereuen. Österreichische Politiker haben bis heute nicht mal eine relevante Förderung für Photovoltaikanlagen geschafft. Es waren allein die Menschen, die schon weiter waren, so wie es sich jetzt auch in Deutschland abzeichnet, wo die Atomkanzlerin gegen eine Bevölkerung regiert, die mit absoluter Mehrheit gegen Atomkraft ist. Es ist an der Zeit, aus Verantwortungsbewusstsein die (Un)Verantwortlichen loszuwerden, zumal es so bequem mit dem Wahl- und Denkzettelsystem geht – und Zeichen zu setzen für eine Versöhnung mit Mutter Erde, mit Mutter Natur, mit dem Meer und dem weiblichen Pol. Und das könnte mit vielen kleinen Aktionen anfangen.

Würden wir nur alle Stand-by-Geräte abschalten, könnten allein in Deutschland zwei Atomkraftwerke eingespart werden.

Wir könnten auf sauberen verantwortlichen Strom umsteigen, statt die Atomstromproduzenten EON, RWE und Co. weiterwurschteln zu lassen.

Und vor allem: Strom ließe sich auf vielfältige Weise sparen.

In erneuerbare Energie wäre fast beliebig zu investieren. Es ließen sich bevorzugt erdölfreie Produkte verwenden etwa bei Putz-, Waschmitteln. Einheimische Bio-Produkte könnten Vorausdenker unterstützen. Qualität könnte generell Quantität ersetzen. Unerwünschte Zeitschriften, Kataloge lassen sich auch abbestellen statt einfach wegwerfen. Konsequente Mülltrennung spart auch Energie. Wir brauchen nicht immer das neueste Handy, oder?… ich benutze gar keines… Es ließe sich öfter und weniger einkaufen, statt in großen Mengen, die nur den Müllanfall vergrößern.

Spirituelle Aspekte könnten uns insgesamt weiterbringen. Statt das Elend nur draußen an Politikern fest zu machen – könnten wir fragen, wo ist der Westerwelle in uns, der gern bei leichten Erfolgen anderer zum Abstauben kommt, und bei den wirklich wichtigen Dingen bittende Menschen im Stich lässt. Wo haben wir eine Kanzlerin in uns, die Zeitgewinn über Entscheidungen stellt und larviert statt regiert. Gibt es auch in uns Unbelehrbarkeit, selbst bei klarer Lage.

Wir könnten viel gewinnen durch Achtsamkeit auch bei den kleinen, unbedeutend erscheinenden Dingen des Alltags. Zen in der Kunst des alltäglichen Lebens.

Dankbarkeit für das wundervolle Geschenk des Lebens auf unserer Erde und die Fragestellung: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich mühelos auf vieles verzichten, alleine dadurch, dass ich achtsam und bewusst bin?

Die Augen lassen sich wieder für das Wunder der Schöpfung öffnen. Die Entschleunigung des Lebens kann auf vielen Ebenen helfen. Wesentliches wäre von Unwesentlichem zu unterscheiden. Sein statt Haben. Statt zu denken: Es ist ja nur ein Tropfen auf dem heißen Stein…….. Steter Tropfen höhlt den Stein! Wir können die Welt nicht verändern, wenn wir uns nicht ändern.

Ihr Ruediger Dahlke


Kronen-Zeitung 30.9.2010

leserbrief gentechnik pdf

Wachsende Opposition gegen Monsanto & Co

http://lupocattivoblog.wordpress.com/2010/08/17/wachsende-opposition-gegen-monsanto-co/

Wachsende Opposition gegen Monsanto & Co

Geschrieben von lupo cattivo am 17/08/2010

von Rady Ananda /global -research = english version

An einem Sonntagmorgen stand französische Polizei hilflos dabei, als sechzig Bürger ein abgesperrtes Open-Air-Feld mit gentechnisch veränderten Weinreben vernichteten.

In Spanien haben im vergangenen Monat Dutzende von Menschen zwei GMO Felder zerstört.

Auf dem „millennial cusp“ verbrannten indische Landwirte Gen-Baumwolle im Rahmen ihrer Verbrennt-Monsanto-Kampagne.weiter >



Der grüne Riese >


Artikel über die Gentechnik von Manfred Grössler in Ihr Einkauf:

http://www.ihr-einkauf.com/de/content/gentechnik-und-warum-wir-alle-viel-zu-wenig-darueber-wissen


http://www.ihr-einkauf.com/de/content/gentechnikfreie-zonen

http://www.ihr-einkauf.com/de/content/gentechnik-gift-im-essen

(Artikel gefunden am 23.5.2010)

Drei von vier KonsumentInnen wissen nicht, dass „normales“ Geflügel mit gentechnik-verseuchtem Futter aufgezogen wurde.

Selbst Produkte, die das AMA-Gütesiegel tragen, enthalten Gentechnik-Giftreste!

Denn: „Das pflanzeneigene Gentechnik-Gift wird im Magen der Tiere nicht abgebaut!“ ist Univ.-Prof. Dr. Anton Moser überzeugt. Und was nicht abgebaut wird, landet letztendlich auf unserem Teller. Welche Langzeitwirkungen das auf unsere Gesundheit (Allergien?) und jene unserer Kinder hat, kann heute niemand sagen.

Dass das Gift nicht abgebaut wird, hat vor allem die „Praxisstudie“ des deutschen Landwirts und ehemaligen Gentechnik-Fans Gottfried Glöckner bewiesen, der seine Milchkühe längere Zeit vorwiegend mit Gen-Mais und Gen-Soja gefüttert hat: Nach zwei Jahren Gentechnik-Futter traten schwerste Erkrankungen, ja sogar Todesfälle auf!

Auf unsere Frage, was er gegen diese Dauerschädigung unserer Bauern und Züchter bisher unternommen habe, gibt Landwirtschaftsminister Berlakovich keine konkrete Antwort. Und zur (unabsichtlichen) Täuschung der Konsumenten meint der Minister nur, dass es ja von Seiten der EU „klargestellt sei, unter welchen Voraussetzungen ein Lebensmittel als >gentechnisch verändert< zu kennzeichnen sei.“

Wer absolute Sicherheit will, sollte daher nur mehr Produkte mit der Kennzeichnung „gentechnikfrei erzeugt“ bzw. „ohne Gentechnik“ kaufen. Was bei der österreichischen Milch und den Milchprodukten möglich war, muss auch im Geflügel- und Eierbereich durchsetzbar sein. Die Zeit der faulen Ausreden ist vorbei. Dem Lebensmittelhandel muss ein für allemal klar sein, dass WIR im Essen kein Gentechnik-Gift haben wollen!

Und das geht so:

  1. beim jeweiligen Kundendienst* anfragen, wann dort Eier und Geflügel auf GENTECHNIKFREI umgestellt werden
  2. die Anfrage-Abschnitte im Anhang ausdrucken, ausfüllen und beim nächsten Einkauf an der Kassa abgeben
  3. dieses Mail an möglichst viele Freunde, Verwandte und Bekannte weiterleiten

Billa-Kundendienst: hotlinebilla@billa.co.at
Merkur-Kundendienst: office@merkur.co.at
Spar-Kundendienst: office@spar.at
Hofer-Kundendienst: www.hofer.at


26.4.2010 Manfred Grössler

Liebe Freunde des natürlichen Wirtschaftens!

Patent wurde aufgehoben

http://blogs.taz.de/saveourseeds/2010/04/23/muenchner_schweinebefreiung

Save Our Seeds – 23.04.2010

Münchner Schweinebefreiung

Eine wirklich große Koalition aus Greenpeace, dem Deutschen Bauernverband, Misereor, der hessischen Landesregierung, der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und vielen, vielen anderen hatte heute Grund zum Feiern: Das Europäische Patentamt hat endlich ein von Monsanto auf bestimmte, besonders fleischreiche Schweinerassen angemeldetes Patent widerrufen. Ein guter Anlass für die Politik, endlich dem wirren Patent-Treiben auf Tiere, Pflanzen, Gene und sogar menschliche Zellen ein Ende zu bereiten.

Patent EP 1651777 bezog sich auf einen Gentest, der die Zucht von besonders ertragreichen Schweinen ermöglichen soll. Der Test spürt ein Leptin-Rezeptor-Gen im Erbgut der Tiere auf, über das die Mastleistung erhöht werden kann. Alles klar? Das Gen wurde natürlich nicht von Monsanto erfunden, sondern kommt in Schweinen ganz natürlich vor, allerdings nicht in allen. Monsanto drehte daraus beispielhaft einen alleinigen Besitzanspruch auf alle Schweine, die das Gen, das mit seinem Test erkannt werden kann, in sich tragen. Den ohnehin wenig kritischen Patentrichtern vom EPA leuchtete das auf Anhieb ein. Sie erteilten das Patent 2008. Hätte der Tierarzt Dr. Christoph Then nicht 2009 mit einer wachsenden Koalition von MitstreiterInnen dagegen geklagt, wäre Monsantos “geistiges Eigentum” an den Schweineschnitzeln wohl unbemerkt durchgegangen.

Nachdem sich gegen das in den USA schon 2004 angemeldete Patent Widerspruch erhob, verkaufte Monsanto es übrigens schnell an seinen Schweine-Partner Newsham Choice Genetics [1], die Nummer Zwei auf dem US-Markt für Schweinezuchtmaterial, der seinerseits mittlerweile mehrheitlich von dem französischen Gentechnik-Unternehmen Groupe Grimaud [2] übernommen wurde. Grimaud vertreibt als “global leader in animal genetics” in 100 Ländern seine Zuchtschweine, Legehühner, Hähnchen, Kaninchen, Enten und Pharmaprodukte.

“Die Rücknahme des Schweine-Patents ist ein wichtiger Erfolg für Verbraucher und Landwirte in Europa”, sagte Dr. Christoph Then [3], der Mann hinter dem Einspruch. “Dieser Erfolg zeigt, dass auch große Konzerne dem Druck der Öffentlichkeit nachgeben müssen. Nun sollten klare Gesetze gegen derartige Patente folgen.” Then kann schließlich nicht jeder Schweinerei beim Europäischen Gerichtshof hinterherwischen. Deshalb, so forderten die glücklichen Gewinner der heutigen Runde im Schweinekrieg, müsse die Bundesregierung endlich Butter bei die Fische geben: Eine, wenn auch bei weitem nicht ausreichende, Novellierung des Patentrechts zur Vermeidung von derartigen Ansprüchen auf alles, was da kreucht und fleucht, steht in ihrer Koalitionsvereinbarung. Mehrere (christdemokratisch geführte) Landesregierungen sind gegen die herrschende europäische Gesetzgebung für Patente auf Leben im Bundesrat vorstellig geworden. Bewegt hat sich bisher noch nichts.

Einen in seinen grundsätzlichen Auswirkungen möglicherweise noch größeren Sieg im Kampf gegen die schleichende Patentierung des Lebens hat übrigens vor einigen Wochen eine Koalition in den USA errungen. Hier widerrief ein New Yorker Gericht erstmals den Patentanspruch auf ein menschliches Gen. Seit Jahren und bis zum Entscheid des Berufungsgerichts auch weiterhin verlangt die Firma Myriad Genetics [4] rund 3000 Dollar für einen exklusiv von ihr angebotenen Test auf zwei Gene [5], die bei der Entstehung von Brustkrebs eine wichtige Rolle spielen. Die Begründung des Richters ist wegweisend: Er halte Gene grundsätzlich für nicht patentierbar, erklärte Judge Sweet in seinem Urteil [6].

Die bisher von Gentechnikern vorgebrachte Argumentation, allein schon die Isolierung eines DNA-Abschnitts stelle einen erfinderischen Akt dar, der ihren geistigen Eigentumsanspruch begründe, wies er als lächerlich zurück. Die Isolierung sei Routine, der erfinderische Akt stecke in der DNA und sei nicht von Menschen getätigt worden. Wenn er sich mit dieser Auffassung, die mittlerweile nicht nur von Menschen mit gesundem Menschenverstand, sondern auch von immer mehr Wissenschaftlern geteilt wird, durchsetzt, wäre dies ein großer Schritt zur Befreiung von der Monsantoisierung [7] von Lebewesen in aller Welt. Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz durfte diesen Sieg in dem keiner Monsanto-Feindlichkeit verdächtigen Wall Street Journal [8] feiern. “1:0″ für die Natur [9] gegen die Konzerne titelte die New York Times und weist darauf hin, dass auf mittlerweile 20% aller menschlichen Gene Patente angemeldet wurden. “Das Erbgut hat niemand erfunden” schließt die Süddeutsche [10].

Der heutige Sieg beim Patentamt ist möglicherweise ein weiteres Anzeichen dafür, dass das Pendel in Sachen Patentierung des Lebens zurückschwingt. Das ist einerseits dem hartnäckigen Kampf von Leuten wie Christoph Then und dem Verein “Kein Patent auf Leben [11]” zu verdanken. Andererseits realisiern auch dessen Gegner mittlerweile, dass die systematische Patentierung genetischer Informationen dem wissenschaftlichen Arbeiten mehr und mehr im Wege steht und den züchterischen Fortschritt, selbst den von ihnen herbeigesehnten gentechnisch manipulierten, mit anwaltlichen Abmahnschreiben vermint. Wie heißt es doch im Weltagrarbericht [12]: “Saatgutunternehmen geben mittlerweile weit mehr Geld für Rechtsanwälte als für ihre Forschung aus”. Das müsse der öffentlichen Hand zu denken geben, dass “kommerzielle Züchtungspraktiken zur Herstellung öffentlicher Güter kein optimaler Weg sind”.

[1] http://www.newsham.com/
[2] http://www.grimaud.com/
[3] http://www.testbiotech.org/
[4] http://www.myriad.com/
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/BRCA1
[6] http://graphics8.nytimes.com/packages/pdf/national/20100329_patent_opinion.pdf
[7] http://www.no-patents-on-seeds.org/?option=com_content&task=view&id=93&Itemid=56&lang=de
[8] http://online.wsj.com/article/SB10001424052702303348504575183982493601368.html
[9] http://www.nytimes.com/2010/03/31/nyregion/31about.html
[10] http://www.sueddeutsche.de/D5s38h/3292673/Das-Erbgut-hat-niemand-erfunden.html
[11] http://www.keinpatent.de/
[12] http://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichtes/saatgut-und-patente-auf-leben.html

Information von Volker Helldorf zum Thema Grüne Gentechnik

hier in doc: 100211-warum-die-grune-gentechnik-verboten-werden-muss-kurz-1

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LESERBRIEF

Betreff: heutiger Artikel der Kleinen Zeitung Seite 10, März 2010 (?)

Sehr geehrter Herr Kübeck, sehr geehrter Herr Preis,

auf Seite 10 der heutigen Kleinen Zeitung steht unter anderem, dass alle Parteien Österreichs protestierten. Dies ist falsch: Herr Hahn (ÖVP) hat dafür gestimmt bzw nichts dagegen unternommen(siehe unten).
Und dies, obwohl auch die WHO und die EU-Arzneimittelbehörde (EMEA) dagegen waren. Ganz zu schweigen von über 80% der Bevölkerung.
Ich ersuche dies ebenso zu veröffentlichen, da sonst der Eindruck enstehen könnte, die Kleine Zeitung schreibt nicht
ausgewogen.
Danke
manfred grössler

—– Original Message —– From: „Greenhouse Infopool“ <greenhouse@jpberlin.de>
To: „Greenhouse Infopool“ <greenhouse@jpberlin.de>
Sent: Tuesday, March 02, 2010 5:07 PM
Subject: FW: [pte] Erste EU-Gentech-Anbauzulassung seit 1998: Selbst EU-Forscher sehen Risiken bei BASF-Kartoffel

http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=100302027

pte100302027
Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

EU-Gesundheits-Kommissar lässt BASF-Gentech-Kartoffel zu
Erste Gentech-Anbauzulassung in der EU seit 1998

Wien (pte/02.03.2010/13:40) – Der neue EU-Gesundheits-Kommissar John
Dalli hat heute, Dienstag, die erste Gentech-Kartoffel „Amflora“ in der
EU zugelassen. Das ist die erste Gentech-Anbauzulassung in der EU seit
1998. Trotz Ablehnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der
EU-Arzneimittelbehörde (EMEA) und der Bevölkerung, winkt die EU
Kommission den gentechnisch veränderten Industrie-Erdapfel „Amflora“
durch.

Umweltorganisationen wie GLOBAL 2000 http://www.global2000.at reagieren
auf die Zulassung mit Empörung. „Der neue EU-Kommissar setzt den
Pro-Gentechkurs nahtlos fort. Gegen den Willen der europäischen
Bevölkerung und entgegen aller wissenschaflichen Warnungen will uns die
Kommission mit den Gentech-Pflanzen zwangsbeglücken“, so
Gentechnik-Experte Werner Müller im pressetext-Interview.

Verunreinigungen bei Speisekartoffel nicht ausgeschlossen

Die Amflora-Kartoffel – sie enthält ein Resistenzgen für ein
Antibiotikum, darunter eines, das zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen
Tuberkulose gehört – ist vornehmlich zur Stärkeproduktion entwickelt
worden. „Zwar wird die Gentech-Knolle nicht als Lebens- oder Futtermittel
zugelassen. Um den deutschen Chemie-Riesen vor Haftungsansprüchen und
Rückrufaktionen zu bewahren, wird jedoch eine Verschmutzung in der
Lebensmittelkette von bis zu 0,9 Prozent toleriert“, erklärt Müller.

Sogar zwei Wissenschaftler der Europäischen Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellen in der Risikobewertung fest, dass
der Transfer zwar „unwahrscheinlich“ sei, sollte er aber doch
stattfinden, wären die Folgen „bislang unabsehbar“. Man gebe zu, dass die
Risikobewertung nicht ausreicht, um die Gentech-Pflanze für den Verzehr
von Mensch und Tier zuzulassen, und legalisiert sie dennoch, so Müller.

Nach der derzeit gültigen EU-Richtlinie 2001/18 sollen jedoch keine
Resistenzgene für medizinisch relevante Antibiotika in Gentech-Pflanzen
genutzt werden. Müller betont auch, dass es Kartoffel-Alternativen mit
den gleichen gewünschten Stärkeeigenschaften ohne Risiko gebe. Dazu
gehöre etwa die klassisch gezüchtete Kartoffel der Emsland Group und der
EUROPLANT.

Österreichischer Kommissar Hahn stimmt zu

„Es ist eine sehr bedenkliche Vorstellung, die hier die neu gewählte
Kommission abgibt.“ Jose Barroso habe um seine Wiederwahl mit dem
Zugeständnis die Frage des Anbaus den Mitgliedstaaten zu überlassen,
geworben. Jetzt wird seit zwölf Jahren erstmals eine Gentech-Pflanze
zugelassen, ohne dass es die versprochene Lösung gibt“, so Müller.

„Entsetzt sind die Umweltschützer darüber, dass der österreichische
Kommissar Guido Hahn, der die heutige Entscheidung hätte verhindern
können, tatenlos blieb.“ Trotz des Eingeständnisses, dass es sinnvoller
gewesen wäre, die Zulassung so lange aufzuschieben, bis Barroso und Dalli
ihre Versprechen eingehalten haben. „Es ist ein politischer Skandal, ein
vages Versprechen gegen eine fixe Gentech-Anbauzulassung zu tauschen“, so
Müller abschließend.

Link zur EU:
http://tinyurl.com/yb9fuo3
(Ende)

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