Sieg und Whistleblower Preis für Séralini

Gentechnik: Seriöse Wissenschaft setzt sich durch

9.1.2016
Das ist ein klares Votum für die unabhängige Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen und glyphosat-haltigen Mitteln: Der Wissenschaftler Gilles-Eric Seralini gewinnt Rechtsstreit gegen Diffamierungskampagne von Gentechnik-Befürwortern

Schwere Schlappe für Gentechnikbefürworter

Paris- Das Oberste Gericht in Paris hat in einem Verleumdungsprozess Professor Marc Fellous, den ehemaligen Vorsitzenden der Französischen Kommission für Biomolekulartechnik, wegen „Fälschung“ und „Verwendung von Fälschungen“ verurteilt. Fellous wollte Seralinis Ruf mit erfundenen Behauptungen vehement schädigen.

Die Französische Kommission für Biomolekulartechnik ist für ihre positive Einstellung zu gentechnisch veränderten Organismen bekannt. Sie ist dafür verantwortlich, dass in Frankreich eine Reihe verschiedener genmanipulierter Pflanzen als sicher eingestuft und für den Verzehr zugelassen wurden.

Tierversuche vollkommen unseriös

Eigentlich sollte bei der Zulassung von Gentechnik und Pestiziden eine unabhängige Bewertung durch die Behörden erfolgen. Aber das passiert leider nicht: Weil die behördliche Zulassungspraxis sich oft rein auf industriefinanzierte Studien verlässt, ist unabhängige Forschung besonders wichtig. Einer der Pioniere in diesem Bereich ist der Molekularbiologe Gilles-Eric Seralini mit seinem Team.

Er hatte einen Skandal aufgedeckt: Völlig überzüchtete Ratten, die in Käfigen leben und mit Pestiziden und Schwermetallen belastetes, oft auch genmanipuliertes Futter bekommen, neigen zu Krankheiten. Genau unter diesen Bedingungen finden jedoch die Versuche statt, die die Unbedenklichkeit von Gentechnik und Giften in Futtermitteln bestätigen sollen. Doch wenn das „normale“ Futter, das die Vergleichsgruppen bekommen, ebenso belastet ist wie das neue Futtermittel, dessen Risiko eingeschätzt werden soll, dann ist der Vergleich wenig aussagekräftig.

Verleumdungsversuche

Unmittelbar nach der Veröffentlichung einer vielbeachteten Studie über die Langzeitwirkung des Pestizids RoundUp und einem RoundUp-resistenten Mais im Jahr 2012 kam es zu schweren Anschuldigungen und persönlichen Angriffen gegen Professor Seralini mit bis dato immer wieder neuen Attacken. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Bundesinstitut für Risikosicherheit (BfR) kritisierten die Studie und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen.

Doch das BfR steht wegen seiner industriefreundlichen Risikobewertung von Glyphosat ohnehin bereits stark in der Kritik – von Umweltverbänden wie auch führenden WissenschaftlerInnen. Und auch das BVL erntete Kritik, weil es dem kanadischen Konzern Cibus voreilig die Aussaat einer mit neuen Gentechnik-Methoden hergestellten Rapssorte erlaubte.

Whistleblower-Preis ging an Seralini

Seralini ließ sich von den Verleumdungen jedoch nicht verunsichern und publizierte weitere Studien zu Glyphosat, Roundup und Gentechnik. Darum wurde er, vollends zurecht, mit dem Whistleblower-Preis 2015 ausgezeichnet.

Quelle und weitere Details: Umweltinstitut

Dieser Bericht des Münchener Umweltinstitutes ist im Folgenden zitiert:

Quelle:

http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/whistleblower-seralini-gewinnt-rechtsstreit.html?utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+2016-01-08&utm_content=Mailing_6416976

Whistleblower Séralini gewinnt Rechtsstreit

(21.12.2015) Es ist ein klares Votum für die unabhängige Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen und glyphosat-haltigen Mitteln wie RoundUp: Der Wissenschaftler Gilles-Éric Séralini konnte sich vor Gericht erfolgreich gegen eine Diffamierungskampagne von Gentechnik-Befürwortern zur Wehr setzen.

Das Oberste Gericht in Paris hat in einem Verleumdungsprozess Professor Marc Fellous, den ehemaligen Vorsitzenden der Französischen Kommission für Biomolekulartechnik wegen »Fälschung« und »der Verwendung von Fälschungen« verurteilt. Fellous wollte Séralinis Ruf erwiesenermaßen mit erfundenen Behauptungen in den Dreck ziehen.

Die Französische Kommission für Biomolekulartechnik ist für ihre positive Einstellung zu gentechnisch veränderten Organismen bekannt. Die Kommission ist dafür verantwortlich, dass in Frankreich eine Reihe verschiedener genmanipulierter Pflanzen als sicher eingestuft und für den Verzehr zugelassen wurden.

Tierversuche unseriös

Eigentlich sollte bei der Zulassung von Gentechnik und Pestiziden eine unabhängige Bewertung durch die Behörden erfolgen. Dem ist aber nicht so: Weil die behördliche Zulassungspraxis sich häufig fast ausschließlich auf industriefinanzierte Studien verlässt, ist unabhängige Forschung besonders wichtig. Einer der Pioniere in diesem Bereich ist der Molekularbiologe Gilles-Éric Séralini mit seinem Team.

Im Juli berichteten wir darüber, dass Séralini einen Skandal aufdecken konnte: Völlig überzüchtete Ratten, die in Käfigen leben und mit Pestiziden und Schwermetallen belastetes, oft auch genmanipuliertes Futter bekommen, neigen zu Krankheiten. Genau unter diesen Bedingungen finden jedoch die Versuche statt, die die Unbedenklichkeit von Gentechnik und Giften in Futtermitteln bestätigen sollen. Doch wenn das „normale“ Futter, das die Vergleichsgruppen bekommen, ebenso belastet ist wie das neue Futtermittel, dessen Risiko eingeschätzt werden soll, dann ist der Vergleich wenig aussagekräftig.

Verleumdungsversuche

Unmittelbar nach der Veröffentlichung einer vielbeachteten Studie über die Langzeitwirkung des Pestizids RoundUp und einem RoundUp-resistenten Mais im Jahr 2012 kam es zu schweren Anschuldigungen und persönlichen Angriffen gegen Professor Séralini. Die Attacken halten bis heute an. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Bundesinstitut für Risikosicherheit (BfR) kritisierten die Studie und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen.

Doch das BfR steht wegen seiner industriefreundlichen Risikobewertung von Glyphosat ohnehin bereits stark in der Kritik – von Umweltverbänden wie auch führenden WissenschaftlerInnen. Und auch das BVL erntete in diesem Jahr Kritik, weil es dem kanadischen Konzern Cibus voreilig die Aussaat einer mit neuen Gentechnik-Methoden hergestellten Rapssorte erlaubte.

Whistleblower-Preis

Séralini ließ sich von den Verleumdungen in den letzten Jahren nicht verunsichern und publizierte weitere Studien zu Glyphosat, Roundup und Gentechnik. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes und seiner absolut wichtigen Forschungsarbeit wurde Séralini deshalb zurecht mit dem Whistleblower-Preis 2015 ausgezeichnet.

Hier der Bericht über den Whistleblower-Preis 2015 im Original in PDF:

Séralini_Langbegründung PDF

http://neu.vdw-ev.de/wp-content/uploads/2015/10/S%C3%A9ralini_Langbegr%C3%BCndung.pdf

http://neu.vdw-ev.de/wp-content/uploads/2015/10/S%C3%A9ralini_Langbegr%C3%BCndung.pdf