Bürgerinitiative weist Ehrung zurück || EHEC-Info

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Müritzregion – gentechnikfrei
7. Juni 2011

Bürgerinitiative weist Ehrung zurück
Forderung an SPD, landesweit für Gentechnikfreiheit zu sorgen

Am 9. Juni 2011 will die SPD des Müritzkreises in Mecklenburg-Vorpommern Menschen auszeichnen, die in der Region ehrenamtlich aktiv sind. Auch die Bürgerinitative „Müritzregion – gentechnikfrei“ gehört zu den Auserwählten. Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit durch einen SPD-Kreisverband, der sich in den vergangenen Jahren unter maßgeblicher Mitwirkung des Landtagsabgeordneten Rudolf Borchert dafür stark gemacht hat, die Agrogentechnik aus unserem Kreis zu verbannen.

So schlossen sich einer Vielzahl von lokalen Initiativen, die auf gemeindeeigenem Land keine Gentechnik erlauben, neben vielen Dörfern auch die SPD-regierten Städte Waren (Müritz) und Röbel/Müritz an. Außerdem unterstützte die Müritz-SPD 2010 auf dem Landesparteitag die Forderung nach Gentechnikfreiheit in MV.

Nach eingehender Beratung hat die BI dennoch beschlossen, die Ehrung nicht anzunehmen.

Seit 2007 kämpfen wir gemeinsam mit vielen anderen engagierten Menschen und Organisationen darum, die Gentechnik-Kartoffel Amflora der BASF Plant Science GmbH von den Äckern unserer Region zu verbannen. 2011 hatte unser Einsatz endlich Erfolg – Amflora wird hier nicht mehr angebaut.

Durch unsere Arbeit und insbesondere unsere Recherchen wurde für uns im Laufe der Jahre deutlich, dass Amflora eingebunden ist in ein verzweigtes Geflecht von Gentechnik-Profiteuren. Ein Knotenpunkt in diesem Geflecht liegt in MV, nur etwa 100 km von uns entfernt: das AgroBioTechnikum in Groß-Lüsewitz bei Rostock.

Im AgroBioTechnikum verbinden sich Politik, Wissenschaft und Industrie zur rücksichtslosen Durchsetzung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Von hier aus wird Reklame gemacht und hier findet die sogenannte Risikoforschung statt, die in Wirklichkeit selbst ein Risiko darstellt. Derzeit befinden sich dort die einzigen Agrogentechnik-Felder in MV. Ein Drittel der bundesweit freigesetzten bzw. angebauten Gentechnik ist hier zu finden.

Eingerichtet wurde das AgroBioTechnikum 2004/5 von der rot-roten Landesregierung unter Führung des SPD-geführten Landwirtschaftsministeriums. Seitdem sind viele Millionen Euro öffentlicher Gelder nach Groß-Lüsewitz geflossen, die in anderen, für Land und Leute sinnvollen Bereichen fehlen. Darüber hinaus stellt MV eine Fläche von 260 Hektar für Freilandversuche zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr erging ein Gerichtsurteil, das der Realität Rechnung trägt und ausdrücklich die Behauptung erlaubt, dass das AgroBioTechnikum der Propaganda und der Veruntreuung großer Mengen von Steuergeldern dient.

Aktuell wandten sich Anrainer dieser Gentechnik-Felder an den Ausschuss für Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte (CESCR) der Vereinten Nationen. Im Mai 2011 wurde daraufhin in dessen Abschlussbericht die Forderung aufgenommen, dass Deutschland in fünf Jahren darüber berichten muss, welche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ergriffen wurden, um Lebensmittel frei von gentechnisch veränderten Organismen zu halten. Eine elementare Maßnahme wäre der sofortige Stopp von Freilandversuchen, um die fortlaufende Ausbreitung der Transgene zu beenden.

SPD-Landwirtschaftsminister Backhaus, der einst den ersten Spatenstich für das AgroBioTechnikum setzte, äußerte inzwischen dem Nordkurier gegenüber immerhin die Einsicht: „Für das Gesundheitsland MV, für diesen wichtigen Agrarstandort, brauchen wir die Gentechnik eigentlich nicht.“

Wenn die SPD konsequent alles in ihrer Kraft stehende tut, um Mecklenburg-Vorpommern gentechnikfrei zu machen und das AgroBioTechnikum endlich stillgelegt wird, feiern wir gerne mit. Solange MV noch nicht agro-gentechnikfrei ist, ist die Annahme der uns zugedachten Ehrung für uns ausgeschlossen.


Bürgerinitiative „Müritzregion – gentechnikfrei“
Kontakt: Marlies Woellner 039925-27042 oder Ilse Lass 039925-2586

Überlegungen zu EHEC PDF

Würde sich eine Regierung trauen, Monsanto an den Pranger zu stellen zB wegen genverseuchten Lebensmittel auf den Feldern der Nachbarn die diese Technik nicht einsetzen? Klar, die spanischen und deutschen Klein-Bauern kann man schon mal an den Pranger …

http://www.sueddeutsche.de/wissen/ehec-erreger-die-jagd-auf-ein-phantom-1.1105849

Ehec-Erreger

Die Welt jagt ein Phantom

06.06.2011, 18:14

Von Ralf Wiegand, Bienenbüttel
Die Quelle scheint mit Namen und Anschrift identifiziert zu sein: Gärtnerhof, Fichtenweg, Bienenbüttel. Ein Nest im Niemandsland soll ganz Europa verseucht haben, von einem Gartenbaubetrieb aus sollen die Ehec-Bakterien ihre todbringende Reise durch Deutschland und Europa angetreten haben. Doch Zweifel wachsen.

on ungefähr 15 Uhr an kreist ein Hubschrauber über den Feldern am Ortsrand. Immer wieder fliegt er über den Gärtnerhof, versuchen Kameras aus der Luft Bilder einzufangen, die von der Straße aus nicht zu machen sind. Die Straße ist der Fichtenweg im niedersächsischen Bienenbüttel, eine Sackgasse, die am Ende in die Einfahrt zum Gärnterhof mündet. Das große Tor ist verschlossen, das rustikale Firmenschild aus schwerem Holz dient heute nur als Kulisse für ein groteskes Medienspektakel. Kamerateams aus Spanien, Frankreich und den USA haben sich im Fichtenweg mit ihren Übertragungswagen aufgebaut und senden live. Journalisten aus Belgien und den Niederlanden halten jeden Passanten an, der seinen Hund auf den Feldwegen Gassi führt. Irgendwann interviewen sich die Reporter gegenseitig.

ie Jagd nach dem Ehec-Erreger ist die Jagd auf ein Phantom, an diesem Montag vielleicht mehr denn je. Einen Tag nachdem das niedersächsische Landwirtschaftsministerium seine tiefe, allein durch die Analyse von Handelsverbindungen genährte Überzeugung öffentlich gemacht hat, dass die Bakterien ihre todbringende Reise durch Deutschland und Europa von diesem Gartenbaubetrieb aus Bienenbüttel im Landkreis Uelzen angetreten haben, scheint die Quelle mit Name und Anschrift identifiziert zu sein. Hier, hinter diesem Tor, Gärtnerhof, Fichtenweg, Bienenbüttel. Schon am Abend zuvor, staunt ein Anwohner, habe „eine kleine Völkerwanderung“ eingesetzt zu dem Anwesen. Alle wollen sehen, wie so eine Ehec-Quelle aussieht. Zu sehen ist: nichts.

Seit 1978 züchtet der Biobetrieb eigenen Angaben zufolge unter anderem Sprossen. Das Saatgut dafür stammt aus vielen Ländern, in Niedersachsen werden die Keimlinge mit Wasser und Wärme aufgezogen, verpackt und an Zwischenhändler oder Endabnehmer wie Kantinen, Restaurants oder Reformhäuser geliefert. Im Internet hat der Gärtnerhof Stellung genommen zu den Vorwürfen der Landesbehörde, seine Produkte seien wohl hauptverantwortlich für mehr als zwanzig Todesfälle. „Erschüttert und schockiert“ sei sie, schreibt die Geschäftsführung, noch nie sei irgendetwas an ihren Sprossen zu beanstanden gewesen. Vor zwei Wochen habe das Unternehmen selbst Proben genommen, als die Ehec-Panik begann: negativ. Jetzt wurde die Ware zurückgerufen, der Gärtnerhof schottet sich ab.

Das war’s. All die internationalen Medien, die die heiße Story erzählen wollen, von einem Nest im Niemandsland, das ganz Europa verseucht haben soll, stehen sich vor dem Tor die Beine in den Bauch. Ein Wachdienst patrouilliert mit sechs Männern über das weitläufige Gelände und passt auf, dass niemand über den Zaun steigt. An den Telefonen des Betriebs sind Anrufbeantworter geklemmt. Interviews, heißt es, werde es keine geben.

Das Phantom Ehec bleibt unsichtbar, auch für die modernsten Kameras. Bienenbüttel wundert sich über den Auftrieb, schon morgens um fünf stellten Techniker die ersten Satellitenschüsseln auf. Mittags drücken Anwohner im Ort ihre Sorge aus, die eher dem Betrieb gilt als dem Erreger: Der Gärtnerhof, ein Familienbetrieb mit rund 15 Angestellten, „ist ja wohl erledigt, davon erholen die sich doch nie mehr“, sagt ein Nachbar des Betriebs. Und ein anderer, dessen Grundstück direkt an den gesperrten Hof grenzt, gibt zu bedenken: „Wenn das mal nicht alles einen Tag zu früh war.“ Er fühlt sich bestätigt, als am Nachmittag die ersten Laborergebnisse eintrudeln – alle sind negativ.

Bienenbütteler Sprossen stehen jetzt in einer Reihe mit Tomaten und Blattsalat, mit spanischen Gurken, mit Biogasanlagen, dem Hamburger Hafengeburtstag und Bioterroristen. Das alles waren Spekulationen, woher die tödlichen Bakterien stammen könnten. Im Fichtenweg keimt der Zweifel, ob es die letzte Theorie bleiben wird.

Betreff: Fw: EHEC ist gefragt und immer wieder EHEC …

Liebe Freunde, Kollegen, Mitglieder und Mitstreiter !

Dr. Mutter hat eine kurze Stellungnahme zu Thema EHEC verfasst, der AEB schließ sich dieser Auffassung an, eine zusätzliche Kommentierung ist nicht notwendig.

Der AEB möchte mit dieser Aussendung das Thema EHEC-Infektion abschließen, da von den viel gepriesenen Institutionen sicher keine weiter aufklärenden Informationen mehr kommen.  Bei Ausnahmen berichten wir natürlich weiter,  nur,  jede Woche ist ein anders Gemüse schuld an der Infektion und an diesem Verwirrspiel wird sich der AEB nicht weiter beteiligen …

Mit herzlichen Grüßen
Claus Scheingraber

Betreff: EHEC ist gefragt!

Lieber Herr K…,

nur kurz:
EHEC wird in den Medien extrem überzogen dargestellt, es gibt andere, wirklich bedrohliche Krankmacher, die deutlich mehr Menschen töten, als EHEC. Diese sind in der wissenschaftlichen Literatur und auch im Buch: „Gesund statt chronisch krank“ ausführlich dargestellt.
Es werden jetzt über die Medien auch für die Gesundheit bedrohliche Empfehlungen ausgesprochen (z.B. keine Rokost mehr).
Das EHEC-Problem, genauso wie bei Salmonellen oder Camphylobacter)  ist verursacht durch konventionelle Massentierhaltung (nicht artgerechtes, pflanzenschutzmittelverseuchtes Leistungsfutter, Antibiotikaeinsatz (etwa 70-80% aller Antibiotika werden in der Tiermast eingesetzt), unmenschliche Haltungsbedingungen (kein natürliches Licht, kein Platz, Trennung der Tiere aus der sozialen Gemeinschaft etc. pp).
Das bedeutet: In Bio-Ware, also Tierprodukte und Gemüse/Salate gibt es praktisch keine EHEC-Gefahr.
Die Empfehlung lautet daher: Weiterhin Frischkost essen aber nur noch Bioware kaufen, aber Bio-zertifiziert von anerkannten Bioanbauverbänden (Naturland, Demeter, Bioland etc.). Denn das EU- Bio-Siegel lässt z.B. zu einem erheblichen Prozentsatz auch den Einsatz von verseuchter Gülle und Exkrementen aus konventioneller Tierhaltung zur Düngung von Nutzpflanzen zu.

Falls es doch zur Aufnahme von EHEC verseuchter Nahrung (oder Wasser) kommt, spielt die Ernährung und der Gesundheitszustand des Menschen eine entscheidende Rolle. Gut wäre es, nicht zuviel Eiweiß, vor allem kein tierisches Eiweiß zu essen. Dafür aber viel frische Balaststoffe. Eiweiß dient den EHEC als Nahrung und führt im Darm zu Fäulniss- Amoniakbildung. Planzliche Frischkost führt dagegen im Darm zu einer Vermehrung der guten Darmkeime, welche über Milchsäurebildung und Bildung von kurzkettigen Fettsäuren die EHEC Bakterien und andere Krankheitserreger in verdrängen. Und zusätzlich ist es mit Abstand das Beste Mittel zur Vorbeugung von Fettsucht, Diabetes, Krebs, Bluthochdruck, Herzinfarkt, und alle anderen sogenannten Zivivlisationskrankheiten, welche bei unseren prähistorischen Vorfahren und bei allen anderen Wildlebewesen (sofern sie auch ihre wilde Nahrung instinktiv auswählen dürfen) auf diesem Planeten seit Jahrmillionen unbekannt waren und sind.

Falls Sie Durchfall bekommen, empfiehlt es sich, rechtsdrehende Milchsäure einzunehmen (die gelangt nämlich unresorbiert in den Darm). Auch rohes Sauerkraut, sowie die Gabe von Chia-Samen, Flohsamen und Heilerde können die Bakterien und die Bakteriengifte wirksam binden. Manchmal kann zusätzlich der Einsatz von Glutamin, viel Knoblauch (Schnittlauch oder Bärlauch) und roher Weißkohl empfehlenswert sein. Auch viele Wildkräuterarten entfalten eine heilende und antibakterielle Wirkung.
Auch Propolis, aufgelöst in einer MSM oder DMSO Lösung, kann zum Einsatz kommen. Zur Vorbeugung können auch probiotische Darmflorapräparate eingesetzt werden. Bei Durchfall dürfen nie morphinartige Substanzen gegeben werden (z.B. Immodium). Diese lähmen den Darm und es kommt zu einer vermehrten Giftproduktion im Darm. Besser wäre es sogar, Magnesiumsulfat, also Bittersalz, zum Abführen zu verwenden. Und gut wäre es auch, Elektrolyte zu geben, vor allem Kalium, Magnesium, und Calcium. Dem durchschnittlichen Deutschen mangelt es auch ohne Durchfall daran. Nätürlich spielt für die Darmimmunität auch Vitamin D eine herrausragende Rolle. Auch hier mangelt es den Deutschen, bzw.praktisch allen Zivilisationsmenschen.
Liebe Grüße


Dr. med. Joachim Mutter
Integrative Medizin, Naturheilkunde, Akupunktur
Lohnerhofstrasse 2
78467 Konstanz/ Germany
Tel. +7531 991603
Fax. +7531 991604
http://www.zahnklinik.de/umwelt_integrativ
jm@zahnklinik.de

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/23880.html

06.06.2011 | permalink

NABU warnt vor Giften in Nahrungsmitteln

Mit Flugzeugen wird das Pflanzengift Roundup in Argentinien auf die Felder gesprüht. So bleiben auch Wohngegenden nicht verschont.
Bisher wurden die Gesundheitsgefahren durch das Spritzmittel Roundup unterschätzt. Doch nun häufen sich Berichte, nach denen der Wirkstoff Glyphosat auch in die menschliche Nahrungskette gelangt. Wegen alarmierender Krankheitssymptome bei Nutztieren hat die Universität Leipzig Futtermittel für Nutz- und Haustiere untersucht und darin Rückstände des Spritzmittels gefunden. Der NABU kritisiert, dass es bisher keine Vorsorgemaßnahmen für Verbraucher gibt und hat sich deshalb mit einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gewandt. Darin fordert der Naturschutzbund ein Screening von Futter- und Lebensmitteln auf Rückstände von Glyphosat sowie auf das Beimittel Tallowamin und das Abbauprodukt AMPA.
Glyphosat wird massenweise beim Anbau von gentechnisch veränderter Soja gespritzt, da die Pflanzen gegen das Gift resistent sind. Die Produkte werden nach Europa importiert, um sie hier an Tiere zu verfüttern, die uns wiederum mit Milch- und Fleischprodukten versorgen. Doch auch in Deutschland wird Roundup immer mehr im Getreide- und Obstanbau sowie in Hausgärten eingesetzt. Jährlich werden hierzulande 4000 Tonnen Glyphosat verspritzt. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Gesundheitsrisiken erkannt und 2010 die Verfütterung von mit Glyphosat gespritztem Getreide verboten. „Für den menschlichen Verzehr gibt es aber bislang keine Warnung oder Einschränkung“, kritisiert der NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Weitere Informationen zum Thema Roundup sowie Studien, Videos und interessante Links finden Sie im Infodienst-Dossier

http://www.wochenblatt.de/nachrichten/kelheim/regionales/-Bayern-dauerhaft-gentechnikanbaufrei-;art1176,50983

06.06.2011 Langquaid
 „Bayern dauerhaft gentechnikanbaufrei”

Der bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder hat den Markt Langquaid als Gentechnikanbaufreie Kommune ausgezeichnet.

Söder übergab das Logo – in Gestalt eines Emailschildes – und eine Urkunde an Bürgermeister Herbert Blascheck und Umwelt- und Verbraucherschutzreferent Peter-Michael Schmalz.

Bereits seit dem Jahr 2002 achtet der Markt Langquaid darauf, dass auf Flächen des Marktes kein genmanipuliertes Saatgut ausgebracht wird. Im Jahr 2006 wurde dazu auch einstimmig ein formeller Beschluss gefasst, der besagt, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes von Tier und Mensch, zur Stärkung der kleinbäuerlichen Strukturen und zur Vermeidung von Abhängigkeiten der Landwirte von Gen-Saatgut-Konzernen auf Flächen des Marktes Langquaid kein genmanipuliertes Saatgut ausgebracht werden darf. In alle Pachtverträge des Marktes ist ein diesbezügliches Verbot aufgenommen.

Darüber hinaus ist der Markt Langquaid Gründungsmitglied im Netzwerk Gentechnikfreie Zone Landkreis Kelheim. Dieses Netzwerk wurde am 2006 auf Initiative von Umwelt- und Verbraucherschutzreferent  Peter-Michael Schmalz zusammen mit dem Träger des Alternativen Nobelpreises, dem kanadischen Farmer Percy Schmeiser gegründet. Der Markt Langquaid bietet aber auch Informationsveranstaltungen für die örtliche Landwirtschaft an, in denen beispielsweise über wirtschaftliche und gesundheitliche Risiken der Gentechnik in der Landwirtschaft informiert wird.

Staatsminister Dr. Markus Söder betonte bei der Verleihung des Gütesiegels an 35 Kommunen aus Ober- und Niederbayern in Rosenheim, dass die zahlreichen freiwilligen Initiativen in bayerischen Gemeinden, Städten und Landkreisen ein wichtiges Signal für ein gentechnikanbaufreies Bayern setzen.

Rund 100 bayerische Kommunen haben einen Beschluss gefasst, auf eigenen Flächen keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen zu wollen. Künftig können diese Kommunen unter einem einheitlichen Logo auftreten, um als gemeinsame Initiative verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, so Söder.

In Bayern gab es im vergangenen Jahr erstmals seit 1993 keine Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen. „Jetzt müssen wir sicherstellen, dass Bayern dauerhaft gentechnikanbaufrei bleiben kann”, so Söder. Der Bund müsse dazu das Recht, eigenständig Abstände zwischen Feldern mit und ohne Gentechnik festlegen zu können, auf die Länder übertragen. Dies sei im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist laut Söder mit dem Erhalt der kleinteiligen Landwirtschaft sowie der Vielzahl naturnaher und sensibler Lebensräume in Bayern nicht vereinbar. Die bislang verfügbaren, gentechnisch veränderten Pflanzen böten keinen Mehrwert für bayerische Landwirte. Stattdessen drohe die Landwirtschaft von globalen Saatgutherstellern abhängig zu werden. Zudem seien Umweltrisiken und wirtschaftliche Risiken der Grünen Gentechnik nicht ausreichend geklärt.

Der Markt Langquaid ist die einzige Kommune im Landkreis Kelheim, die als Gentechnikanbaufreie Kommune ausgezeichnet wurde.