Ist alles „Bio“ bio? – Indien – Feilmeier informiert

http://www.meineabgeordneten.at/Ots/meldung/FP%C3%96.-Belakowitsch-Jenewein.-Gentechnik-Ausgangsstoffe-haben-in-Bio-Produkten-nichts-verloren

FPÖ: Belakowitsch-Jenewein: Gentechnik-Ausgangsstoffe haben in Bio-Produkten nichts verloren!

Aussender: Freiheitlicher Parlamentsklub – FPÖ

2011-11-22 12:21:49

Wien (OTS) – „Wir nehmen zur Kenntnis, dass ein großer französischer Nahrungsmittelkonzern laut Gesundheitsminister Stöger derzeit keinen Einsatz von Biokunststoffbechern in Österreich plant“,
so heute die freiheitliche Gesundheitssprecherin NAbg Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein. „Die Grundsatzfragen zu Bioplastik stellen sich aber dennoch. Wir Freiheitliche haben nichts gegen den Einsatz von Bio-Kunststoffen. Ganz im Gegenteil sind wir sehr interessiert daran, verstärkt umweltverträglichere, weil biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien im Handel zu sehen.“
Es sei aber die Frage, ob auch tatsächlich alles „bio“ sei, wo Bio draufstehe. Nachdem die in Deutschland beanstandeten Verpackungen in den USA aus Maisstärke hergestellt würden und der dortige Maisanbau zu einem hohen Grad in gentechnisch veränderter Landwirtschaft erfolge, könne Gentechnikfreiheit hier nicht gewährleistet werden.
Was aber gentechnisch verändert sei, gelte für den europäischen Konsumenten nie und nimmer als „bio“.
„Minister Stöger kennt die diesbezüglichen Befindlichkeiten der
Österreicher sehr genau“, betont Belakowitsch-Jenewein. „Es verwundert deshalb schon, wenn er einerseits behauptet, in Biokunststoff gäbe es keine gentechnisch veränderten Strukturen, und in derselben Anfragebeantwortung festhält, die Feststellung gentechnisch veränderter Ausgangstoffe sei technisch gar nicht möglich. Dieser widersprüchliche und daher leichtfertige Umgang mit dem Thema zeigt, dass die SPÖ in Gentechnikfragen auf den doppelgleisigen ÖVP-Kurs einschwenkt, den diese bereits zu Zeiten eines Franz Fischler, Wilhelm Molterer oder Josef Pröll praktizierte.
Für die FPÖ gilt weiterhin ein striktes Nein zur Agrogentechnik. Hier darf es keine für den Konsumenten irreführenden,
industriefreundlichen Kompromisse im (Un)Sinne von ‚ein bisschen schwanger‘ geben.“

Rückfragehinweis:
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Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 – 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at
http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at
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http://www.policymic.com/articles/2548/india-s-new-gm-crops-bill-is-a-gross-example-of-corruption

India’s New GM Crops Bill is a Gross Example of Corruption
India’s agricultural future looks bleak as the Biotechnology Regulatory Authority of India (BRAI) Bill 2011 is scheduled to pass in the current session of Indian parliament. This highly controversial bill calls for the formation of a new regulatory body that is the ultimate authority on the introduction of Genetically Modified (GM) crops in India.

This body makes a mockery of both consumer protection as well as farmer rights, as it stipulates that the body will be made up of five members based within the Department of Biotechnology (DBT), the very body that funds GM crop research in the country. To add to the irony, the DBT is also the main agency for channelling funds from foreign governments to GM crop development projects.

In 2010, mass protests across the country stalled the introduction of GM Brinjal (aubergine). The Environment Minister was compelled to take public opinion into account and a moratorium on GM foods crops was installed. In a blatantly undemocratic move, failing to take into account public protests, this bill now allows biotechnology companies to bulldoze the Environment Ministry as well as state governments. This single-window clearance body unconstitutionally denies state government’s authority over agriculture and health issues as the bill explicitly states that the final decision related to GM crops will be taken by the Union government. This is convenient, as several states’ Chief Ministers have already expressed severe doubts over the contents of the bill.

Their worries are not baseless. The bill makes provision for open-air field trials of GM crops that have previously been banned, and allows non-accredited labs to conduct bio-safety assessment tests. Even more worryingly however, it overrides the RTI (Right to Information Act 2005) that was formulated to allow transparency of governance in the first place, and prevents consumers from accessing information about the safety of these new crops.

The repercussions of introducing BT Cotton in India are still reverberating on a national level; there are hundreds of controversial reports linking the crop to farmer debt and suicides, and accusing the Ministry of conducting illegal field trials and tampering with reports. Moreover, Monsanto, the manufacturer of GM cotton seeds in India itself has admitted that BT Cotton has failed in India. The productivity of cotton has fallen while pesticide expenditure has gone up. A Greenpeace report notes that in the year 2009-10, farmers cultivating cotton through organic practices earned 200% more net income than farmers who grew GM cotton.

And yet, India’s Agriculture Minister has stated that the Ministry is „very supportive of GM crop research“ and that the government is the process of designing a large number of transgenic crops. He also happens to own a stake in the Maharashtra Hybrid Seed Company (Mayhco) that develops these very seeds, and is partially owned by Monsanto.

Not a little suspiciously, the BRAI Bill is being pushed by Vilasrao Deshmukh the Science & Technology (S&T) Minister and Sharad Pawar, the Agriculture Minister who has previously staunchly supported Prithviraj Chavan, the last Union Science Minister who also strongly advocated the BT Brinjal bill. It’s not hard to see a pattern here.

This is a blatant case of officials siding with private companies over farmers and completely disregarding public opinion and safety. Ministers within the Parliament itself have said the Bill is both „anti-farmer“ and „anti-people,“ even as hundreds of farmers and environmentalists protest outside Parliament.

While BT Cotton is currently the only GM crop grown in India on a large-scale, there are 56 GM crops under trial. The new BRAI body will be more of a promoter of these crops than a regulator. We cannot risk another GM crop disaster in a country where over 50% of the population relies on agriculture. India is often touted as the world’s largest democracy. If this is true in practice, the BRAI Bill should be scrapped immediately.

Liebe Freunde und Kollegen,

nachfolgend ein Pressebericht im SPIEGEL:

Gesendet: Freitag, 25. November 2011 23:21
Betreff: Monsanto schasst wichtigsten Lobbyisten

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799964,00.html

Monsanto schasst wichtigsten Lobbyisten
Er tat, was er konnte – doch es hat nicht gereicht: Der Agrar-Multi Monsanto hat seinen obersten Pressechef in Deutschland entlassen. Der hatte es trotz immensen Einsatzes nicht geschafft, das Image des US-Gentechnikkonzerns zu verbessern.
Hamburg – Der US-amerikanische Agrar-Multi Monsanto hat seinen wichtigsten Strippenzieher in Deutschland vor die Tür gesetzt: Andreas Thierfelder, langjähriger Director Corporate Affairs, hat das Unternehmen nach Informationen des SPIEGEL bereits Ende August verlassen, seine Stelle wurde ersatzlos gestrichen. Thierfelder war der Chef-Lobbyist und das Sprachrohr für den umstrittenen Gentechnik-Konzern in Deutschland.

Seine Entlassung sei Teil einer Umstrukturierung, hieß es beim Unternehmen. Künftig übernehme die Geschäftsführung einige der Bereiche. Als Grund für die Entlassung vermuten Branchenkenner jedoch die relative Erfolglosigkeit von Thierfelders Arbeit: Zwar ist der Chef-Lobbyist ohne Unterlass auf Podiumsdiskussionen und in den Hinterzimmern der Politik aufgetreten.
Gebracht aber hat das kaum etwas, das Image von Monsanto in der Öffentlichkeit ist schlechter denn je. Selbst die Politik lässt inzwischen die Finger von gentechnik-freundlichen Entscheidungen. Trotzdem seien Deutschland und Europa ein wichtiger Markt, heißt es bei dem Unternehmen. Allerdings würden die Ressourcen jetzt auf Regionen konzentriert, in denen die Akzeptanz von Gentechnik höher sei.

Kommentar dazu:

Mit der Jahreszahl „2000“ hieß es in einer Studie Ende der Neuziger Jahre, werde die Gentechnik in Europa etabliert sein. Monsanto versuchte alles, um die Abhängigkeit der Bauern und damit die Kontrolle über die Nahrungsmittel zu sichern. Jetzt schreiben wir demnächst das Jahr 2012 und man ist über das Versuchsstadium nicht hinausgekommen. Da konnten auch andere Lobbyisten, wie Bleser, Happach-Kasan und Lehmer, nichts bezwecken. Ich war bei vielen Tagungen, in denen Dr. Thierfelder auftrat. Immer wieder betonte er, Monsanto sei kein Wohlfahrtsunternehmen. Es gehe einzig und allein darum, die Aktionäre gut zu entlohnen und Gewinne zu erzielen. Das ganze Kapital und die Macht, die er im Hintergrund hatte, nutzte nichts. Ich kenne auch viele Vertreter, die sich einst so intensiv für Monsanto einsetzten. Nach kurzer Zeit gaben sie trotz guter Arbeit (für den Arbeitgeber) auf.

Und warum das alles???  —  Weil es im ganzen Land, ja in ganz Europa, unzählige Menschen und Organisationen gibt, die die ganze Sache durchschaut haben. Früher fiel man bei Veranstaltungen „fast auf die Knie“, wenn er hochrangiger Funktionär oder Politiker anwesend war. Heute werden sie heimgeschickt, wenn sie uns weiterhin den Blödsinn über die Gentechnik erzählen. Ein hoher Regierungsbeamter meinte einmal: „Ich fahre nicht mehr hinaus zu den Podiumsdiskussionen, weil die Bürger heute schon mehr Hintergrundwissen haben als wir. Wir haben scheinbar die falschen Informanten“. Politik und Verbände rotieren nur noch. Sie reagieren nur noch, statt zu agieren, ob bei Gentechnik, neuer Dioxinskandal oder Antibiotika.

Wenn man obenstehenden Bericht des SPIEGEL liest, kann man nur eines sagen: „Herzlichen Glückwunsch und Danke an alle Organisationen, die durch ihre unermüdliche Arbeit das fertig gebracht haben. Der Urheber aller Gentechnik ist maßlos gescheitert. Macht weiter so, damit wir frei bleiben. Wir haben die Agro-Gentechnik noch nicht, und das wird auch so bleiben.

Als Ergänzung noch ein Information aus dem Raum Ludwigsburg in Baden Württemberg:

http://www.gentechnikfrei21.de/
http://www.marbacher-zeitung.de/mbz/page/detail.php/3009269
Hier war ich letzten Donnerstag zum Vortrag. Gigantisch, was dort auf die Beine gestellt wurde und wird. Aber wie überall hatte ich auch hier wieder mit einem Problem zu kämpfen, dass eigentlich keines ist. Im Ankündigungstext der Presse erklärte der Bauernverbands-Kreisvorsitzende, dass man gentechnikfreie Tierernährung nicht so hochheben soll, weil es im Futter keine Alternativen gebe. Im Klartext, es gibt zu wenig Futtermittel. Obwohl diese Aussagen so dermaßen widerlegt sind und jeden Tag jeder interessierte Bürger das selbst feststellen kann, verbreitet man diese Lügen weiter und verunsichert damit die Bauern und Verbraucher mit dem Ziel, den ungebremsten Höhenflug der neuen Lebensmittelkennzeichnung „Ohne Gentechnik“ über den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik – VLOG, zu stoppen. In der ganzen Republik wird von BV-Funktionären die gleiche Aussage gemacht, was auf eine entsprechende Schulung seitens der Verbandszentrale deutet. Trotz Schweigens bei der Diskussion kommentierte er dann im Pressebericht den Vortrag als polemisch, weil er nicht in seinem Stil war. Für solche Leute ist die Zeit abgelaufen. Thierfelder war der Anfang.
Als endgültige Erklärung: Jeder Landwirt kann in jeder Region, zu jeder Jahreszeit, jede gewünschte Menge gentechnikfreie Futtermittel beziehen, wenn sie nachgefragt werden und die Händler wollen. Wer hierzu Informationen will, bitte um Mailanfrage. Mehrpreise für gentechnikfreie Futtermittel, auch Soja, wird es künftig nicht mehr geben. Der Markt dreht gigantisch und bald wird „Ohne Gentechnik“ der Marktstandard sein. Wer künftig seine Tiere gentechnisch verändert füttert, wird Verkaufsprobleme bekommen und Abzüge im Preis. Ob das weniger ist, als sich ein Landwirt durch etwas billigere genveränderte Futtermittel spart, sei zu bezweifeln. Auch der Mehraufwand durch Krankheitskosten mit pflanzenschutzmittelhaltigen genveränderten Futtermitteln zehrt an der Kostenschraube. Diese Marktaussagen werden heute manche noch anzweifeln, obwohl sie so sicher sind, wie das Amen in der Kirche. Aber keine Sorge, standardmäßig gentechnikfreie Erzeugung in Deutschland und Österreich wird die Erzeugerpreise heben, wenn die Produkte „nicht tauschbar“ und nicht als „Massenprodukt QS- oder AMA-zertifiziert“ sind. Wer noch mehr erzielen will, muss noch was Besseres erzeugen. Der Zukunft gehört eindeutig „Regional + Ohne Gentechnik“. Erhaltet euere regionalen Verarbeiter, Molkereien und Fleischverarbeiter. Und jeder Konsument soll nur noch heimisch erzeugte, gentechnikfreie Lebensmittel kaufen.

Und noch ein weiterer Hinweis zum Mitmachen von Andrea Dornisch:

In der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland möchte sich derzeit ein Professor etablieren. Leider agiert er mit dermaßen widerlegten Aussagen, dass sich die Balken biegen. Er findet sogar Gleichgesinnte, die ihn unterstützen. Wohlgemerkt, es handelt sich nicht um die evangelische Kirche im Gesamten. Die große Mehrheit distanziert sich von diesem Professor.

Bitte richtig verstehen – ich habe nichts gegen Diskussionen, aber sie sollen auf Fakten beruhen und nicht auf Märchen. Auffällig ist auch, dass Herr Prof. Szibor auf einige handfeste Kommentare nicht antwortet. Es fehlt ihm das Praxiswissen. Aber allein die Tatsache, dass die Genkonzerne Aktiengesellschaften sind, entbehrt schon jegliche Pro-Diskussion. Und die Tatsache, dass nachweislich mehr als 95 % der Gentechnikforscher von den Konzernen abhängig sind, erklärt den Rest. Herr Prof. Szibor soll zuerst seine Verbindungen zu früheren und gegenwärtigen Auftraggebern offenlegen, dann haben wir eine Basis für Diskussionen.

Habt ihr euch noch nicht beteiligt? Na dann los ….. ☺

www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2011/11/01/gentechnik-und-kirch

Viele Grüße
Feilmeier Josef
–          Internationale Arbeitsgruppe Futtermittel NON-GVO
–          VLOG Berlin, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik
www.feilmeier.info

Argumente und Gegenargumente PDF

Wissenschaftler schlagen Alarm PDF

Soja-Roundup-Zusammenfassung-deutsch-GLS_Bank PDF

http://gentechfilz.blogsport.de/2011/11/19/kirchen-obere-pro-gentechnik-evang-zeitung-bietet-gentechnik-lobbyist-eine-einseitige-plattform/

Kirchen-Obere pro Gentechnik? Evang. Zeitung bietet Gentechnik-Lobbyist eine einseitige Plattform

19. November 2011
Reinhard Szibor habe ich in den letzten Monaten immer mal wieder erwähnt. Er ist ja InnoPlanta-Preisträger dieses Jahres und hat mit unglaublich widerlichen Texten, z.B. dem gerade modernen Vergleich vom Dritten Reich oder gar dem Holocaust mit Gentechnikkritik, um sich geschlagen. Die sind auf http://www.biotech-seilschaften.de.vu auch in etlichen Auszügen dokumentiert (dort auf der Seite zu Lobbyverbänden unter dem Punkt zum InnoPlanta-Forum).
Nun hat er ein Memorandum geschrieben, um die Kirchen für die Gentechnik zu gewinnen. Das wächst noch auf seinem Mist. Aber er hatte damit bei Kirchenoberen schon einen ersten Erfolg. Die gemeinsamen Kirchenzeitungen der Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt boten ihm Platz. Hier hat also nicht nur Szibor gehandelt, sondern die Kirchen haben ihm mit dem Text in der Kirchenzeitung von sich aus den Weg bereitet – als einseitige Pro-Gentechnik-Propaganda der Kirche. Leider sind solche Handlungen, die oft aus eigenen wirtschaftlichen Interessen und aus der Verflechtung von Kirchenoberen mit den gesellschaftlichen Eliten entspringen, keineswegs selten. Unter der Tarnung von Schöpfungsglaube und Menschenwürde geht es knallhart um Macht und Geschäft. Die Serie der bislang bekannten Aktivitäten: Einer der beiden Bioparks in Gatersleben, also direkt neben der wichtigsten Saatgutbank in Deutschland, war Werk des Immobilienspekulanten der katholischen Kirche. An der Verpachtung der Flächen für den Schaugarten Üplingen und dem Ausbau des Hofgutes dort als Tagungszentrum der Gentechnik-Seilschaften ist die Kirche als einer der drei zentralen Träger der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz (SBK) beteiligt. Szibor erhielt genau an diesem Ort, auch vor Augen der SBK-Leute, am 6.9.2011 den InnoPlanta-Preis – und durfte kurz danach seine platte Propaganda in den Kirchenzeitungen platzieren. Einen kritischen Text gab es nicht. Die Kungelei mit der Gentechnikecke passt zu Abgrenzungsgelüsten gegenüber GentechnikkritikerInnen. Die Agrarreferentin der evangelischen Kirche in Hessen-Nassau, Maren Heincke, gehört zu den Leuten, die FeldbesetzerInnen und FeldbefreierInnen aus dem Aktionsbündnis gentechnikfreies Hessen heraushalten – zusammen mit den Grünen um Martin Häusling und BUND-LandesfunktionärInnen.
Was aus all dem zu lernen ist? Dasselbe, was wir schon von manchen Umweltverbänden, Grünen usw. kennen: In den oberen Etagen all dieser Organisationen entsteht ständig eine Eigendynamik, vor allem mit den Mächtigen und Eliten dieser Welt klarzukommen – und dabei eigene Ziele oder sogar die eigenen Leute zu verraten. Zu verhindern ist das nur, wenn die Menschen an der Basis genauer hinschauen, scharfsinnig denken und denen entschlossen auf die Finger hauen, die immer wieder mit Macht- und Profitinteressen anbändeln, um etwas abzubekommen vom asozial erworbenen Kuchen.

Von: Klaus Faißner [mailto:klaus.faissner@chello.at]
Betreff: GEKAUFTE WAHRHEIT – jetzt in mehreren Bundesländern in den Kinos – Premiere in St. Pölten am 28.11.11

Liebe Leute,
der phantastische Film „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ kommt in die Bundesländer-Kinos. Am kommenden Montag ist Premiere in St. Pölten (Cinema Paradiso, 20.15h), bei der ich die Ehre habe, im Anschluss mit dem Publikum zu diskutieren. Ganz untenstehend sind die Spielzeiten in anderen österreichischen Kinos aufgelistet.
Herzliche Grüße, Klaus Faißner

Montag, 28.11.11, 20.15 Uhr in ST. PÖLTEN:
FILM + DISKUSSION:
„GEKAUFTE WAHRHEIT – GENTECHNIK IM MAGNETFELD DES GELDES“
Cinema Paradiso
Rathausplatz 14, 3100 St. Pölten

nach dem Film Diskussion mit Klaus Faißner, Autor des Buches
„Wirbelsturm und Flächenbrand – Das Ende der Gentechnik“. Eintritt: EUR 5,50
Infos und Reservierung unter 02742 21 400 oder office@cinema-paradiso.at ;
http://www.cinema-paradiso.at/2007/fs_index.php

Website zum Film:
http://www.gekauftewahrheit.de/

GENTECHNIK IM MAGNETFELD DES GELDES – Als in den 90er-Jahren der Agrar-Mulit Monsanto genmanipulierte Pflanzen auf den Markt brachten, sahen viele eine landwirtschaftliche Revolution und das Ende des Welthungers. Für andere bedeuteten diese Pflanzen unwiederbringliche Zerstörung der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten. Spannend wie ein politischer Thriller erzählt dieser vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm von Gentechnik und Meinungsfreiheit, von Geheimhaltung, Gefahr und Mut.

Zwei führende Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien veröffentlichten kritische Forschungsergebnisse zu gentechnisch veränderter Nahrung. Sie haben danach ihre Arbeit verloren und wurden darüber hinaus persönlich ruiniert. Ihr Mut und ihr Verantwortungsgefühl der Öffentlichkeit gegenüber, die bereits jahrelang genmanipulierte Nahrung konsumiert, beeindrucken. Sie arbeiten in einem Bereich, in der 95% der Forscher von der Industrie bezahlt werden. Nur 5% der Forscher sind unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich.

Güssing, Altes Kino 28. November ⇒ In Kooperation mit der Grünen Bildungswerkstatt Burgenland und den Grünen Güssing

Klagenfurt, Volkskino 04. – 08. Dezember

Krems, Kino im Kesselhaus 21. Dezember

Linz, Moviemento 25. November – 1. Dezember

Mank, CineMank 25. – 29. November

St. Pölten, Cinema Paradiso 28. November mit Klaus Faißner + 01. – 04. Dezember

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799964,00.html

Monsanto schasst wichtigsten Lobbyisten
r tat, was er konnte – doch es hat nicht gereicht: Der Agrar-Multi Monsanto hat seinen obersten Pressechef in Deutschland entlassen. Der hatte es trotz immensen Einsatzes nicht geschafft, das Image des US-Gentechnikkonzerns zu verbessern.
Hamburg – Der US-amerikanische Agrar-Multi Monsanto hat seinen wichtigsten Strippenzieher in Deutschland vor die Tür gesetzt: Andreas Thierfelder, langjähriger Director Corporate Affairs, hat das Unternehmen nach Informationen des SPIEGEL bereits Ende August verlassen, seine Stelle wurde ersatzlos gestrichen. Thierfelder war der Chef-Lobbyist und das Sprachrohr für den umstrittenen Gentechnik-Konzern in Deutschland.

Seine Entlassung sei Teil einer Umstrukturierung, hieß es beim Unternehmen. Künftig übernehme die Geschäftsführung einige der Bereiche. Als Grund für die Entlassung vermuten Branchenkenner jedoch die relative Erfolglosigkeit von Thierfelders Arbeit: Zwar ist der Chef-Lobbyist ohne Unterlass auf Podiumsdiskussionen und in den Hinterzimmern der Politik aufgetreten.
Gebracht aber hat das kaum etwas, das Image von Monsanto in der Öffentlichkeit ist schlechter denn je. Selbst die Politik lässt inzwischen die Finger von gentechnik-freundlichen Entscheidungen. So hat sich etwa Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner mehrmals gegen eine Patentierung von Pflanzen ausgesprochen und den Anbau der Monsanto-Maissorte Mon 810 untersagt.

Trotzdem seien Deutschland und Europa ein wichtiger Markt, heißt es bei dem Unternehmen. Allerdings würden die Ressourcen jetzt auf Regionen konzentriert, in denen die Akzeptanz von Gentechnik höher sei.

sam

 http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15509257,00.html

Forschung | 24.11.2011
Gen-Food gegen den Hunger?

Brauchen wir gentechnisch veränderte Lebensmittel, um den Hunger in der Welt zu besiegen? Darüber wird höchst kontrovers diskutiert und sehr emotional. Die Wahrheit liegt wohl – wie meistens – irgendwo in der Mitte.

Über eine Milliarde Menschen auf der Welt leiden nach Schätzungen der Welternährungsorganisation WHO an Hunger. Obwohl mehr Lebensmittel produziert werden als je zuvor. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ein großer Teil geht bei der Ernte verloren – unter anderem weil Lager- und Transportmöglichkeiten fehlen. In den Industrienationen werden 40 Prozent aller Nahrungsmittel nicht gegessen, sondern vernichtet. Außerdem werden auf mehr als einem Drittel der weltweiten landwirtschaftlichen Flächen Futtermittel angebaut – Mais, Getreide oder Sojabohnen.
Auch der Anbau von Pflanzen, die zu Biotreibstoff verarbeitet werden, verdrängt den Anbau wertvoller Nahrungspflanzen. Das macht Lebensmittel für die Ärmsten immer teurer.
Ändern wird sich diese Situation in absehbarer Zeit wohl nicht. Die Zahl der Menschen nimmt weiter zu – 2050 werden wir über neun Millionen sein. Die Mehrzahl wird in Städten leben, so die Prognosen – Fleischkonsum und Energiebedarf werden weiter ansteigen. Allein mit den Methoden der konventionellen Landwirtschaft komme man da nicht mehr hinterher, sagen viele Experten. Nur mit Hilfe gentechnisch veränderter Pflanzen könne die landwirtschaftliche Produktion angekurbelt und der Hunger in der Welt bekämpft werden.
Mais

Solchen transgenen Pflanzen wurde ein Gen eingepflanzt, das ihnen besondere Fähigkeiten verleihen soll. Das sie unter anderem resistent gegen bestimmte Schädlinge, Pilze, Viren oder Bakterien macht. Der Genmais beispielsweise ist so verändert, dass ihm Angriffe des Maiszünslers nichts mehr ausmachen. Die Raupen dieses Schmetterlings gelten als der schlimmste Maisschädling.
Dabei wurden dem sogenannten Bt-Mais Gene von Bacillus thuringiensis eingesetzt. Dieses Bakterium wirkt tödlich auf bestimmte Insekten. Der Bt-Mais bildet zunächst eine ungiftige Vorstufe des Gifts. Erst im Darm des Maiszünslers entfaltet es seine ganze Wirkung.
Es zersetzt die Darmwand, die Larve verhungert. Für Pflanzen, Wirbeltiere und den Menschen ist das Toxin unschädlich, da es im Magen vollständig abgebaut wird. Bt-Toxine werden schon lange im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt und sind auch im Ökolandbau zugelassen.
Papaya

Oder die Papaya: Ihr größter Feind ist das Ringspot Virus. Es kann den Ertrag drastisch mindern und sogar den ganzen Baum töten. Auf Hawaii wurde eine resistente transgene Papaya entwickelt. Bereits seit 1999 wird sie dort auch angebaut.

Gen-Soja

Etwa die Hälfte der weltweiten Soja-Produktion stammt aus gentechnisch veränderten Bohnen. Den meisten Sorten wurde ein Gen eingepflanzt, das sie resistent gegen Pestizide macht. Auf diese Weise kann der Landwirt großflächig Allround-Pestizide verspritzen. Das zerstört alle anderen unerwünschten (Unkraut-)Pflanzen, aber nicht die gentechnisch veränderten Sojapflanzen.

Aus ihnen wird Öl gewonnen, sie dienen aber auch als Grundstoff für viele Lebensmittel wie Schokolade, Margarine oder Backwaren. Sojabohnen sind zudem von enormer Bedeutung als proteinreiches Tierfutter. Alleine die Europäische Union importiert pro Jahr rund 40 Millionen Tonnen Sojabohnen für die Rinder-, Schweine- und Geflügelmast.

Zuckerrohr

In den USA und Brasilien laufen derzeit Versuche, Zuckerrohr resistent gegen Unkräuter und Viren zu machen und unempfindlich gegen Trockenheit und Versalzung. Weltkonzerne wie das deutsche Pharmaunternehmen Bayer Crop Science sind daran beteiligt. Denn aus Zuckerrohr wird nicht nur die Hälfte der weltweiten Zuckerproduktion gewonnen. Die Pflanze gewinnt zusätzlich Bedeutung als Lieferant für den Treibstoff Ethanol.

„Zuckerrohr ist die produktivste Kulturpflanze für wirtschaftlich rentable erneuerbare Energie mit der besten CO2-Bilanz“, versichert Joachim Schneider, Leiter des Geschäftsbereichs BioScience bei Bayer CropScience. In Zusammenarbeit mit brasilianischen Partnern soll Zuckerrohr gentechnisch so verändert werden, dass der Zuckergehalt um etwa 40 Prozent höher ist.

Bt-Reis

Im Iran wurde 2006 mit dem Anbau von genmanipuliertem Reis begonnen. Dieser ist resistent gegen die gefürchteten Stengelbohrerlarven. Die Markteinführung von transgenem Reis in China, Indien, Indonesien und den Philippinen steht kurz bevor. Es wird außerdem untersucht, welche genetischen Veränderungen einen höheren Ertrag bringen und was Reis robuster gegen Trockenheit, Versalzung und Überflutungen machen könnte.

Große Aufmerksamkeit erregte bei Befürwortern und Gegnern auch die Sorte „Goldener Reis“. Bei ihr wurden der Beta-Carotin- und Eisengehalt gentechnisch erhöht. Das Beta-Carotin führt zur goldgelben Farbe der Reiskörner. Beta-Carotin ist besonders wichtig für die Bildung von Vitamin A. Es wird daher auch Provitamin A genannt.´

Die Unterversorgung mit Vitamin A ist eines der weltweit dramatischsten Ernährungsprobleme – vor allem in solchen Regionen, wo Reis Grundnahrungsmittel ist. Denn weißer, geschälter Reis enthält zu wenig Vitamin A. Deswegen leiden in Asien viele Menschen – vor allem Kinder – unter Augenkrankheiten, die bis zum Erblinden führen können.

Auch mit Bananen, Tomaten und Kartoffeln laufen Versuche. Die Möglichkeiten der Grünen Gentechnik scheinen unendlich. „Eingriffe ins Erbgut von Pflanzen machen Nahrungsmittel robuster und gesünder und lassen sie schneller und genügsamer wachsen“, sagt Anika Wiese-Klinkenberg vom Forschungszentrum Jülich.

„Trockenheit und Dürre reduzieren jetzt schon Ernteerträge dramatisch. Im Rahmen des Klimawandels kann das nur schlimmer werden“. Die Biologin leitet ein Kooperationsprojekt mit Indien. Hier versuchen Wissenschaftler, die Gene einer extrem widerstandsfähigen Himalaya-Pflanze zu nutzen, um auch Nahrungspflanzen ebenso robust gegen Kälte und Trockenheit zu machen.

Dass man alleine mit der Gentechnik den Hunger in der Welt besiegen kann, bestreitet Wiese-Klinkenberg, sagt aber, dass sie zumindest einen Beitrag dazu leisten könne.

Gefährlich für Mensch und Natur?

Doch das Spiel mit den Genen birgt auch Risiken. Denn gentechnisch veränderte Organismen sind für die Umwelt vor allem eines: neu. Bis heute wissen Forscher nicht, welche Folgen die Eingriffe ins Erbgut für die Gesundheit des Menschen und für die Umwelt haben. Verlässliche und neutrale Studien gibt es nicht und unliebsame werden soweit es geht geheimgehalten. So hat beispielsweise der Gentechnikkonzern Monsanto die Ergebnisse einer Studie erst nach einer Klage der Umweltschutzorganisation Greenpeace herausgegeben.

Bei dieser Studie wurden Ratten mit dem Gen-Mais MON 863 gefüttert. Danach wiesen die Tiere laut Greenpeace Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber und Nieren auf. Manche Kritiker befürchten sogar, gentechnisch veränderte Produkte könnten Krebs oder Unfruchtbarkeit auslösen. Was also passiert, wenn Mensch und Tier transgene Pflanzen essen? Die Wissenschaft kann bislang keine zufriedenstellenden Antworten geben. Zumindest nicht, was die langfristigen Folgen betrifft.

Autorin: Judith Hartl
Redaktion: Matthias von Hein