Geiz, Extremismus, Imker, Veganer, Frauen, Mexiko

http://www.wirtschaft-regional.net/2012/01/basf-chef-kritisiert-ablehnende-haltung-zur-gentechnik/

BASF-Chef kritisiert ablehnende Haltung zur Gentechnik

12. Januar 2012 | Von abeuke | Kategorie: Deutschland

Stuttgart/Ludwigshafen (dapd). Der BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock hat die ablehnende Haltung Deutschlands gegenüber der Gentechnik kritisiert. Sie sei eine Zukunftstechnologie, die ihren Ursprung zum großen Teil hierzulande habe, sagte der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns am Mittwoch bei einem Empfang in Stuttgart. “Wir haben eine hohe Kompetenz und sind dabei, diese zu verspielen.”

In der EU habe es in den vergangenen 25 Jahren 500 unabhängige Studien gegeben, die alle zu dem Ergebnis gekommen seien, dass die Technologie verantwortbar ist. Laut Bock ist sie zudem die einzige Antwort, um die für 2050 erwarteten neun Milliarden Menschen weltweit mit Lebensmitteln zu versorgen.

Sein Unternehmen investiere 150 Millionen Euro im Jahr in die Forschung für die grüne Biotechnologie. Er sieht darin langfristig ein Wachstumsfeld. “Das wird ein Geschäft werden”, sagte Bock. (Foto: dapd)

http://haraldpflueger.com/de/presseschau/77267-imker-in-frankreich-fordern-gentechnik-verbot.html

10.01.2012 | permalink

Imker in Frankreich fordern Gentechnik-Verbot

Bienen sammeln auch nicht zugelassenen Gentech-Pollen.

Dutzende Menschen drangen Ende letzter Woche in die Räumlichkeiten von Monsanto Frankreich ein, um den Verkauf und den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu stoppen. Mit der gewaltlosen Besetzung der französischen Zweigstelle des Gentechnik-Konzerns erwirkten Imker mit Hilfe von Gentechnik-Kritikern und Landwirten einen Gesprächstermin mit der Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet am kommenden Freitag. Die Imker fürchten um ihren Honig und wollen vor allem den Anbau des Gentechnik-Maises MON 810 im Frühjahr verhindern. Denn seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes im September 2011 ist Honig, der mit Pollen des Gentechnik-Maises verunreinigt ist, nicht mehr verkehrsfähig, da er derzeit keine ausreichende Lebensmittelzulassung besitzt. Das MON 810-Anbauverbot wurde in Frankreich gerichtlich aufgehoben. Die französische Regierung will jedoch weiter daran festhalten.

http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&n_firmanr_=115058&sektor=pm&detail=1&r=479682&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0

Pressemitteilung vom 12.01.2012 | 11:59
ödp Bundesverband

ÖDP prangert Massentierhaltung an

Maier: „Geiz ist lebensgefährlich“

„Von Massentierhaltungsanlagen gehen große gesundheitliche Gefahren aus.“ Das sagt Ludwig Maier, Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Landwirtschaft/Tierschutz/Gentechnik in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), anlässlich des aktuellen Skandals wegen antibiotikaresistenter Keime in Hähnchenfleisch.

Maier hofft, dass endlich die betroffenen Handelsketten reagieren und Fleisch aus Massentieranlagen aus dem Sortiment nehmen und so ein deutliches Zeichen für den Verbraucher setzen. „Geiz ist nämlich nicht geil, Geiz ist in diesem Fall lebensgefährlich,“ so der ÖDP-Politiker. Der Grund: Antibiotikaresistente Keime können bei übermäßigen Verzehr beim Menschen Antibiotikaresistenzen auslösen. Bei einer ernsthaften Erkrankung können dann bestimmte Medikamente nicht mehr wirken.

Obwohl der Einsatz wachstumsfördernder Antibiotika, laut Maier, in der Hähnchenmast nicht mehr zulässig sei, werde dennoch das Verbot im großen Stil missachtet. Dies gehe aus einer Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hervor. Laut Studie seien 83 Prozent der untersuchten Mastdurchgänge antimikrobiell wirksame Mittel verabreicht worden. Die Überwachungsbehörden hatten die Daten von 962 Hähnchenmastdurchgängen aus 182 Betrieben im ersten Halbjahr 2011 ausgewertet. Das Ergebnis legte laut Bericht den Schluss nahe, dass Mäster Antibiotika trotz Verbot weiterhin einsetzen.

ÖDP-Politiker Maier fragt sich, wie die Mäster ungehindert an solche Mengen von Antibiotika kommen, welche eigentlich nur in begründeten Fällen durch den Tierarzt verabreicht werden dürfen. „Wo ist die Gesetzeslücke? Das zeigt, dass Regierungen von Bund und Ländern ihrer Verantwortung nicht nachkommen.“

Maier fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner offen zum Handeln auf, denn er sieht das deutsche Grundgesetz verletzt.
Art. 2, Abs. 2 sagt: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversertheit.

Art. 20a sagt: Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftige Generation die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Die ÖDP ruft zur Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt“ für eine bessere Landwirtschaft am 21. Januar in Berlin auf. Mehr dazu:http://www.wir-haben-es-satt.de/

„Nur wenn die Politik unter Druck gesetzt wird, wird sich etwas verändern,“ so Maier.

Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Erich-Weinert-Str. 134
10409 Berlin
Tel. 030/49854050
www.oedp.de
presse@oedp.de

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1649624/

11.01.2012 · 11:07 Uhr

Journalist Toralf Staud (Bild: Gerrit Hahn)

Naturschutz in Braun

Wie Rechtsextreme in der Ökoszene mitmischen

Toralf Staud im Gespräch mit Katrin Heise

Gegen Atomkraft, gegen Gentechnik und für den deutschen Wald: Nicht nur Linke und Alternative engagieren sich für den Umweltschutz – sondern auch Neonazis. Der Journalist Toralf Staud erklärt das mit Bezügen zur völkischen Blut-und-Boden-Ideologie.

Katrin Heise: Dass Rechtsextreme nicht ständig die reine Rassenlehre verkünden, Ausländerhass predigen und gewalttätig sind, sondern sich in der Gesellschaft festsetzen, indem sie sich zum Beispiel in der freiwilligen Feuerwehr oder in der Elternvertretung im Kindergarten engagieren, das ist vor allem in Gegenden aufgefallen, in denen andere gesellschaftliche Gruppen nicht mehr so ausreichend anwesend sind. Rechte organisieren dort die Jugendfreizeit, die Stadtteilfeste, aber auch die Demo gegen Atomkraft oder den Biolandbau. Da wundert man sich, aber offenbar ist Umwelt und Naturschutz und auch der Anti-Atom-Protest, den wir gemeinhin ja eher in die linke Ecke legen, auch in der rechten Ecke zu Hause. Der Journalist und Autor Toralf Staud hat sich sowohl mit den Rechtsextremen als auch mit Klima und Naturschutz auseinandergesetzt, und er hat bei einer Publikation der Heinrich-Böll-Stiftung, die „Braune Ökologen“ heißt, mitgewirkt. Herr Staud, ich grüße Sie, schönen guten Tag!

Toralf Staud: Guten Tag!

Heise: Biologische Landwirtschaft, Anti-Atom-Protest, Demos gegen Genforschung – all das habe ich eher im linken oder christlich-gesellschaftlichen Spektrum verortet. Braune Ökos – gibt es da wirklich so viel Schnittmenge?

Staud: Es gibt Schnittmengen in der darunter liegenden Ideologie, also wirklich im Weltbild und in den konkreten Forderungen, die dann daraus abgeleitet werden. Man muss aber schon zu Dimensionen klar sagen: Die braunen Ökologen sind eine Teilströmung der ja nicht sehr großen rechtsextremistischen Szene. Also von der Bedeutung her ist natürlich die Umweltbewegung in Deutschland eher links geprägt. Wir reden hier über Unterwanderungsversuche und zum Teil aber auch Einflussversuche und gerade zur Gründung der Umweltbewegung und auch der Grünen teilweise gewonnene kleine Schlachten, wo es Rechtsextremisten gelang, einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Heise: Lassen Sie uns mal die Schnittmengen noch mal aufzählen. Also: Liebe zum Wald, Liebe zur Natur – ist das so einfach zu sagen?

Staud: Genau. Ein Rechtsextremist muss sich gar nicht verstellen, dass er sagt, der deutsche Wald soll doch erhalten bleiben. Wenn man sich vorstellt, ein Blut-und-Boden-Ideologe, der sagt, der Charakter eines Volkes, eines Stammes, einer Rasse wird geprägt durch den Boden, durch das Territorium, auf dem es lebt, dann ist es ganz wichtig, dieses Territorium natürlich auch zu schützen und zu bewahren. Bei den Rechtsextremisten, bei der NPD heißt der Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“, das ist dann ganz klar: Es geht um ein instrumentelles Verhältnis zur Umwelt, nämlich Umwelt als Lebensraum des natürlich deutschen Menschen, und der ist zu schützen.

Und wenn man es dann mal weiterdenkt, dann muss ein überzeugter völkischer Ideologe natürlich gegen Atomkraft sein, weil es wäre für die Überlebensmöglichkeit der Deutschen – ich zitiere jetzt mal -, der „deutschen Rasse“ eine Katastrophe, wenn in Deutschland ein Atomkraftwerk in die Luft flöge, weil dann wären die schönen deutschen Lande, die sanften Hügel, die deutschen Eichen wären alle verstrahlt, die Deutschen müssten auswandern und könnten für einen Blut-und-Boden-Ideologen keine Deutschen mehr sein, weil der Boden weg ist. Deshalb sozusagen aus der Ideologie folgt bei denen tatsächlich eine ehrliche Anti-Atom-Haltung. Das ist nicht bei allen nur eine Camouflage oder eine Verstellung, um Wählerstimmen zu gewinnen, sondern einige von denen meinen das wirklich ernst und leiten es aus ihrer rechtsextremistischen Ideologie ab.

Heise: Sie haben gerade schon was gesagt zu den Dimensionen. Ich würde das aber trotzdem gerne noch mal aufgreifen: Wie verbreitet ist das Phänomen der braunen Ökologen? Ich vermute es ja eher im Osten der Bundesrepublik.

Staud: Man kann es eher im Osten beobachten, ganz praktisch, weil es in Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern Landtagsfraktionen gibt und dort ein gewisser professioneller Parteiapparat da ist. Und wenn man sich die Anträge, die Arbeit dieser Fraktion anschaut, dann ist schon klar, dass Umweltschutz, Landwirtschaft, Naturschutz, Landschaftsschutz ein wichtiges Thema ist, häufig natürlich auch – ich habe es schon erwähnt -, um bei Wählern anzukommen.

Es gab nach der ersten Wahl 2005 in Sachsen eine Rede von Holger Apfel, damals Fraktionschef, jetzt Parteichef, der sagte auf einem Parteitag: Die Tierschutzpartei hat in Sachsen – ich glaube – zwei oder drei Prozent der Stimmen geholt, die wollen wir beim nächsten Mal haben. Deshalb ist für uns Tierschutz ein Thema in der Propaganda. Also sie haben schon instrumentell sehr genau geschaut, wo kann man die Wähler erreichen und haben dann tatsächlich in den Anträgen, in den Reden, auf Publikationen, versucht, dieses Thema zu besetzen. In Mecklenburg-Vorpommern ist es der NPD und ihren Leuten am Anfang wirklich gelungen, in der dortigen Anti-Gentechnik-Bewegung in einigen Gruppen wirklich Vorstandsposten oder Sprecherposten zu erringen.

Heise: Und Sie haben ja gesagt, das ist nicht nur eine reine Unterwanderungsstrategie, sondern Herzensangelegenheit, also ideologische Herzensangelegenheit. Und was wird gleichzeitig damit transportiert? Also auch trotzdem die Abgrenzung?

Staud: Na ja, es ist auf jeden Fall erst mal ein Weichzeichnen des NPD-Images oder des rechtsextremistischen Images, und die Grundideologie ist natürlich rassistisch, völkisch, aggressiv, antisemitisch, und dadurch, dass man eben auch diese weichen Themen – Umweltschutz, Naturschutz, Alleenschutz, die NPD in Mecklenburg hat dann Petitionen zum Schutz der schönen Alleen eingebracht -, dadurch kommt man natürlich beim Wähler erst mal freundlicher und lebenspraktischer rüber.

Heise: Lebenspraktischer – eben, genau. Am Alltag orientiert.

Staud: Genau.

Heise: Genau da eingreifen.

Staud: Es ist im Osten besser sichtbar, aber im Westen auch verbreitet. Es gibt seit 2007 eine rechtsextremistische Umweltzeitschrift, „Umwelt & Aktiv“ heißt die, die erscheint im Westen. Es gibt in Westdeutschland genau so Leute, die versuchen, Rechtsextremismus und Ökologie zu verbinden – sie fallen im Osten mehr auf.

Heise: Die Heinrich-Böll-Stiftung – die Schrift habe ich eben erwähnt, „Braune Ökologen“, in Zusammenarbeit mit der politischen Bildung und der Evangelischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern – haben sich vor allem Mecklenburg-Vorpommern genommen, und da werden jetzt auch verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Braune Ökos ist unser Thema hier im Deutschlandradio Kultur mit Autor und Journalist Toralf Staud. Herr Staud, wie erfolgreich – also Sie haben ja eben geschildert, was so auch dahintersteht, und dass es eben an den Alltag der Leute andockt und bestimmte Dinge eben einfach erfüllt -, wie erfolgreich sind die Rechten denn in den vorhandenen Ökogruppen?

Staud: Das kommt auf die Ökogruppen an. Also es gibt Leute, die ein sensibles Sensorium haben und dann schon sehr früh merken: Moment, so wie der jetzt redet, da ist ein antiamerikanischer Zungenschlag dabei, da stimmt doch was nicht. Also wenn man hinhören will, dann bemerkt man sie, und viele Umweltgruppen bemerken das und drängen die Leute dann auch raus. Aber gerade wenn es Neugründungen von Bürgerinitiativen sind oder in Landstrichen wie Mecklenburg-Vorpommern, wo es nicht viele Aktive gibt, keine große Zivilgesellschaft gibt, da passiert es dann eben, dass die Rechtsextremisten viele von denen sind, die da bereit sind, aktiv zu werden.

Ich habe mit Leuten in Mecklenburg gesprochen, die sagten: Wir haben eine Weile gebraucht, um überhaupt mitzukriegen, was wollen die, und dann waren wir natürlich auch naiv, konnten uns gar nicht vorstellen, dass so ein NPD-Funktionär jetzt kommt und zum Beispiel gegen einen Braunkohletagebau aktiv wird. Die Aktivisten dort aus der Region haben es aus Naturschutz-, aber auch aus Klimaschutzgründen gemacht, und sie wunderten sich, Moment, dieser hier redet immer vom amerikanischen Großkonzern, der hier Profite machen will – irgendwas stimmt doch da nicht, und daran merkten sie dann letztendlich, Moment, das ist ein Rechtsextremist, weil dem ging es darum: Okay, hier kommt der Amerikaner, die fremde Macht, die unsere heimische Energie sich aneignen will. Und dadurch haben sie es dann gemerkt und sind dann halt auch aktiv geworden.

Heise: Und was sind so andere Anhaltspunkte? Also die biologistische Argumentation der Rechten beispielsweise?

Staud: Genau, was Rechtsextremisten gerne versuchen, ist Parallelen der Tierwelt in die menschliche Gesellschaft zu ziehen, die dann sagen: Na ja, Esel und Pferd kreuzen sich auch nicht, oder verschiedene Rassen unter Hunden soll man ja auch rein halten, deshalb soll man auch die menschlichen Rassen rein halten – was völliger Quatsch ist, wie jeder Anthropologe, Biologe sagt, diese Parallelen. Aber erst mal klingt es ja durchaus auf die Schnelle gesagt plausibel. Oder beim Tierschutz wird dann auf das Schächten insbesondere abgestellt, zufälligerweise eine Praxis, die unter Muslimen und Juden verbreitet ist. Und so kriegen dann die Rechtsextremisten mit auf den ersten Blick tierschützerischen Argumenten einen antisemitischen oder einen antimuslimischen Unterton rein. Und wenn man aber tiefer schaut, das ist natürlich ein Erbe, dieses sich um die Natur kümmern, das ist tief in der Bewegung verankert, und man muss schon auch sagen, nicht alle Umweltverbände haben sich leicht getan, das auch zu reflektieren und das aufzuarbeiten.

Heise: Beschäftigt sich denn die Ökobewegung überhaupt damit? Ist das als Problem erkannt?

Staud: Bei manchen ja – mir scheint es, dass das eher eine private Sache ist von einigen Leuten in den Umweltverbänden, wirklich das auf dem Schirm zu haben. Es gab beim Naturschutzbund, als der 100 Jahre wurde, auch dann Bestrebungen, das aufzuarbeiten und öffentlich zu machen, um eben auch die eigenen Mitglieder zu sensibilisieren, aber so was … wenn man liest, was 1940 der Geschäftsführer des Bundesnaturschutzes – das war der Verband, der viel später im BUND aufgegangen ist -, der formulierte damals als Aufgabe dieses Verbandes, die Heimat und die Natur sauber und schmuck zu erhalten und zu gestalten an dem Tag, wo das Heer der deutschen Soldaten aus Blut und Krieg heimkehrt in das gerettete Vaterland. Und das ist eine Strömung oder eine Traditionslinie eines Verbandes, mit dem muss sich so ein Verband auseinandersetzen und darf nicht hoffen: Na ja, es weiß ja keiner mehr.

Heise: Ja, ja, genau.

Staud: Und das waren Leute, die dann auch später im Bund Naturschutz nach dem Krieg relevante Positionen eingenommen haben. Also das war nicht nur in der westdeutschen Politik so, dass NSDAP- oder Nazi-Leute auf relevante Positionen kamen, sondern vereinzelt auch in der Umweltbewegung.

Heise: Ja. Wie schädlich ist denn diese braune Besetzung ökologischer Themen eigentlich für die Ökobewegung insgesamt, was würden Sie da sagen?

Staud: Das kommt auf die Ökobewegung an. Immer wenn sie es bemerken und herausdrängen, dann gelingt es ihnen tatsächlich, sich abzugrenzen. Aber manchmal sind Leute froh, aus einer Minderheitenposition in einem Kampf gegen ein konkretes Projekt, gegen einen Tagebau in Mecklenburg – sind sie froh über jeden, der irgendwie kommt und hilft, und das ist natürlich dann eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit der Umweltbewegung.

Heise: Also Aufklärung und Diskussion notwendig, sich der Diskussion stellen vor allem. Ein Argument auch in der Hand haben. Toralf Staud hat mitgewirkt an einem Buch, „Braune Ökologen“ in der Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit der politischen Bildung und der evangelischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern. Morgen Abend wird das Buch in Rostock vorgestellt und darüber diskutiert. Morgen in Rostock ab 18 Uhr im Haus Böll. Vielen Dank, Toralf Staud, für dieses Gespräch!

Staud: Danke Ihnen!

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Die verschriftete Fassung des Interviews weicht von der Audio-Fassung ab.

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/brauneoekologen103.html

Stand: 11.01.2012 15:10 Uhr

Nazis geben sich als brave Bio-Bauern

Auf 112 Seiten zeichnen die Autoren der Broschüre die Strukturen der „braunen Ökologen“ in Mecklenburg-Vorpommern nach. Sie betreiben ökologische Landwirtschaft, wehren sich gegen Gentechnik und nehmen an Anti-Atomprotesten teil – Rechtsextreme auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. In Mecklenburg-Vorpommern siedeln die sogenannten „braunen Ökologen“ vor allem im Raum Güstrow-Teterow. Allein dort sollen inzwischen 60 Erwachsene aus der Szene mit teils zahlreichen Kindern leben.

Land ist Zentrum rechter Bauern

Ihre Meinung zu „Nazis als Bio-Bauern“

NDR.de-Nutzer Demokrat kommentiert

Ein NPD Verbot wäre da sowas wie Schminke auf einem Pickel – man sieht ihn nicht mehr, aber er ist immer noch da! Bertolt Brechts Zitat gilt – leider – immer noch: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ – Aus „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui.“ mehr

In einer Studie haben Wissenschaftler der Universität Rostock, Mitarbeiter der Evangelischen Akademie des Landes, der Heinrich-Böll-Stiftung sowie der Regionalzentren für Demokratie Strukturen und Hintergründe untersucht. Demnach hat sich Mecklenburg-Vorpommern zum Zentrum rechtsextremistischer Öko-Siedler entwickelt. Die Experten vermuten auch im Raum Grimmen und im Raum Ludwigslust weitere solcher Gruppen.

Die Rechtsextremisten wollten eine „germanische“ und „artgerechte“ Form des Lebens aufbauen, sagte Richard Scherer. Scherer ist im Kirchgemeinderat in Reinshagen – einem Dorf, in dem „braune Ökologen“ leben. Sie würden gezielt dorthin kommen, weil sie genau wüssten, dass es sich hinsichtlich ökonomischer, kultureller und sozialer Strukturen um einen leeren Raum handelt, sagte Scherer.

Von zurückhaltend bis bedrohlich

Links

Rechtsextremismus in Deutschland

Die rechtsextreme Bewegung in Deutschland ist vielschichtig geworden. Die Aktivisten setzen bei der Rekrutierung auf Musik, lebensnahe Themen und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung.

Zunächst träten die „braunen Ökologen“ zurückhaltend auf, heißt es in der Publikation. Sie seien nicht unmittelbar zu identifizieren und meist auch nicht Mitglied der NPD. Wer sich ihnen jedoch entgegen stelle, müsse mit massiven Anfeindungen rechnen. Der Bürgermeister von Lalendorf im Landkreis Rostock, Reinhard Knaack (Die Linke) etwa habe Morddrohungen erhalten, nachdem er den Hintergrund einer Siedlerfamilie öffentlich gemacht hatte.

Mecklenburg-Vorpommern bietet auch historische Anknüpfungspunkte. In Koppelow nahe Krakow am See unterhielt die völkisch-nationale Siedlungsbewegung der Artamanen in den 1920-er Jahren ihr deutschlandweit größtes Projekt. Zu den Artamanen gehörten unter anderem der spätere NS-Größen wie Heinrich Himmler oder der Auschwitzkommandant Rudolf Höß.

Das Neujahrskonzert für die Genfrei -Befürworter! 

Mission Impossible? Impossible is not possible!

http://www.youtube.com/watch?v=dXk7oWDpGV8&feature=share

Liebe Grüße,

Freimut Gruber

Internationaler Frauentag 2012:

http://www.kleiner-kalender.de/event/internationaler-frauentag/6781-deutschland.html

Allgemein:

Punkt 10: NEIN zu GEN-MAIS!



Verwaltungsreform-jetzt

Überparteiliche Bürgerinitiative zur Sicherung der Zukunft unseres Landes. Österreich.

Lies bitte und triff deine Entscheidung. Danke.

http://www.verwaltungsreform-jetzt.at/

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Irak/order81.html

Der Irak ist eine Wiege der Zivilisation und der Landwirtschaft unserer Erde / Iraq is one of the world’s cradles of civilisation and agriculture

Zur Irakischen Order 81: „Verbrechen gegen die Menschheit! / To the Iraq Order 81: „Crime Against Humanity

Im Folgenden dokumentieren wir eine Erklärung, die bei einem Treffen der alternativen Nobelpreiströger/innen vom 8. bis 12. März 2005 in München verabschiedet wurde.  
Erklärung/Resolution Die Preisträgerinnen und Preisträger des Alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award), wie unten aufgeführt,
und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz „Die Alternative – Ausblicke auf eine andere Globalisierung” in München vom 8. – 12. März 2005
erklären
Zur Irakischen Order 81: „Verbrechen gegen die Menschheit!

Der Irak ist eine Wiege der Zivilisation und der Landwirtschaft unserer Erde

Die traditionelle Vielfalt der Kulturpflanzen im Irak, die sich über Tausende von Jahren entwickelt hat, ist nicht nur Vermächtnis und Rechtsgut der irakischen Bauern, sondern der ganzen Welt.

Die „Order 81“ wurde vom US-Beauftragten für den Wiederaufbau des Irak, Paul Bremer, erlassen. Sie hat zum Ziel, dass die irakischen Bäuerinnen und Bauern zukünftig daran gehindert werden, ihre uralten Saaten und Kulturpflanzen anzubauen. Die Bäuerinnen und Bauern werden dazu gezwungen, nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch manipuliertes und von Unternehmen patentiertes Saatgut zu verwenden.

Wir fordern von der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wie von der Regierung des Irak, die „Order 81“ zurückzunehmen.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, die sich über Tausende von Jahren entwickelt haben, zu schützen und weiter zu verbreiten.

Dringendes Handeln ist erforderlich, um dieses Welterbe zu retten und zu bewahren. Dazu müssen regionale Samenbanken aufgebaut werden, die von den örtlichen einheimischen Bäuerinnen und Bauern kontrolliert werden.

München, 12. März 2005

Die Alternativen Nobelpreisträgerinnen und -träger:

  • Dr. Ibrahim Abouleish
  • Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Dürr
  • Prof. Johan Galtung
  • Stephen Gaskin
  • Tapio Mattlar
  • Prof. Dr. Manfred Max-Neef
  • Pat Mooney
  • Nicanor Perlas
  • Prof. Dr. P. K. Raveendran
  • Irina Sherbakova
  • Dr. Vandana Shiva
  • Sulak Sivaraska
  • Prof. Dr. Michael Succow

Der alternative Nobelpreis

1980 wurde er zum ersten Mal vergeben – der „Alternative Nobelpreis“.
Jakob von Uexküll, Philatelist, Journalist, zeitweise Mitglied des Europäischen Parlaments und Enkel des Biologen Jakob von Uexküll (1864-1944) „erfand“ und stiftete diesen Preis aus dem Erlös seines Bestandes wertvoller Briefmarken.
Der Right Livelihood Award ist dank weiterer Spenden mit 220.000 € dotiert und wird an Personen, Organisationen und Repräsentanten von Bewegungen vergeben, die sich mit praktischen Handlungsanweisungen und Modellen für menschenwürdige Lebensweisen einsetzen. Nicht wissenschaftliche Spitzenleistungen für einige wenige sind gefragt, sondern die mit dem Preis ausgezeichneten kleinen Gruppen und Einzelpersonen haben beispielhaft gezeigt, wie mit minimalen Mitteln große Widerstände überwunden werden können. Diese Problemlösungen sollen vielen Menschen Wege in eine helle Zukunft aufzeigen und sie bestärken, diesen Beispielen zu folgen und konstruktiv und mutig an der Gestaltung unser Zukunft mitzuarbeiten.


Resolution/Erklärung

The Laureates of the Right Livelihood Award (Alternative Nobel Prize), as signed below,
and the participants of the Conference „Die Alternative – Ausblicke auf eine andere Globalisierung” in Munich, March 8 – 12, 2005
declare

To the Iraq Order 81: „Crime Against Humanity

Iraq is one of the world’s cradles of civilisation and agriculture

Traditional varieties of crops in Iraq, which evolved over thousands of years, are not just the legacy of Iraqi farmers, but are global legacy.

Order 81, passed by Mr. Paul Bremer, the US official in charge of reconstruction of Iraq, will effectively prevent Iraqi farmers from using their ancient varieties of seeds and crops, and is forcing them to depend on corporate patented and genetically modified seeds.

We demand of the US government and of the Iraqi government to repeal Order 81.

We call on the international community to protect and propagate the farmers varieties, evolved over thousands of years in Iraq.

Emergency action is needed to rescue and preserve this world’s heritage by creating community seed banks, controlled by local farmers.”

Munich, 12th of March 2005

The Laureates:

    Dr. Ibrahim Abouleish

  • Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Dürr
  • Prof. Johan Galtung
  • Stephen Gaskin
  • Tapio Mattlar
  • Prof. Dr. Manfred Max-Neef
  • Pat Mooney
  • Nicanor Perlas
  • Prof. Dr. P. K. Raveendran
  • Irina Sherbakova
  • Dr. Vandana Shiva
  • Sulak Sivaraska
  • Prof. Dr. Michael Succow