Von Pirklhuber bis Feilmeier – für gesunde Lebensmittel!

Research Shows Monsanto Corn Causes Organ Damage in Mammals
http://organicjar.com/2010/2527/

Tote Ernte (Doku) Monsanto Gentechnik – Der Krieg um Saatgut
http://www.youtube.com/watch?v=vYYWMFsB4xU&feature=share

Verteiler von Josef Feilmeier:

Liebe Freunde und Mitstreiter für eine gentechnikfreie Zukunft,

Nachfolgend wieder einige Informationen, soweit diese Ihnen/dir noch nicht vorliegen:

Gentech-news 254 http://www.blauen-institut.ch

1.   USA : Patentklage gegen den Agrokonzern Monsanto
Biosaatgutzüchter und viele Organisationen, die insgesamt über 300’000 Personen vertreten, erheben Klage gegen Monsanto. Sie wollen erreichen, dass Monsantos Patente auf manipuliertes Saatgut für ungültig erklärt werden und dass Monsanto nicht mehr Bauern verklagen darf, deren Felder ungewollt mit Gentechpollen kontaminiert wurden. (Sustainanble Business, 1.2.12)

2.   Deutschland : Einspruch gegen Melonen-Patent von Monsanto
Das Patent EP1962578 beinhaltet eine Melone, die aus einer Kreuzung von konventionellen Melonen mit indischen Melonen stammt. Eine deutsche NGO und die Inderin Vandana Shiva fechten das Patent an: Dies sei keine patentierbare „Erfindung“ und zudem ein Fall von Biopiraterie. Auch Syngenta  beansprucht ein Patent auf eine traditionell gezüchtete Melone. (Keine Patente auf Saatgut, 3.2.12)

3.   USA : Gentechfreie Lebensmittel sind gefragt
Das Label „Non-GMO Project Verified“  ist in den USA ein grosser Erfolg; es ist das Öko-Label, das zur Zeit weitaus am schnellsten wächst. (Food Navigator, 7.2.12)

4.   China : Keine kommerziellen Freisetzungen von GVOs
China erlaubt 2012 keinen kommerziellen Anbau von Gentechpflanzen. (Business Week, 2.2.12)

5.   Nigeria : Neue Cassavasorten mit hohem Vitamin-A-Gehalt – ohne Gentechnik
Die Regierung Nigerias gibt das OK für 3 neue Cassavasorten. Die gelben Knollen mit sehr  hohen Vitamin-A-Gehalt wurden auf konventionelle Weise gezüchtet. Sie sollen gegen Vitamin-A-Mangelkrankheiten eingesetzt werden. (IITA, 12.12.11)

Zu jeder Meldung können Sie die Referenzen und Hindergrundartikel einsehen unter „Gen-Lex-News Deutsch“ auf unserer Homepage http://www.blauen-institut.ch.
Falls Sie die Gen-Lex-News NICHT mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine e-mail an die Adresse info@blauen-institut.ch mit dem Vermerk „unsubscribe“.
Redigiert wird Gen-Lex-News von Florianne Koechlin, Blauen-Institut, in Zusammenarbeit mit der SAG.

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Wenn man die Lage in den USA betrachtet, wird die BASF dort bestimmt mit offenen Armen empfangen. In einer Hand den Gummihammer und in der anderen den Fäustling. Auch dort sind die Bürger aufgewacht und wollen nicht länger als Versuchskaninchen missbraucht werden. In China steht das Essen an der ersten Stelle. Deshalb haben die Chinesen auch genveränderten Reisanbau verboten. Einen Volksaufstand kann sich die Regierung in China nicht leisten.

Landwirt gewinnt Prozess gegen Monsanto
[15.02.2012]
In Frankreich hat erstmals ein Gericht einen Agrochemie-Konzern schuldig gesprochen, mit einem Pflanzenschutzmittel einen Landwirt vergiftet zu haben. Das Gericht in Lyon sah es am Montag als erwiesen an, dass der Getreide-Bauer Paul Francois durch das Herbizid Lasso des US-Konzerns Monsanto gesundheitliche Schäden erlitten hat.
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, leidet der 47-jährige unter neurologischen Problemen, darunter Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen und Stottern. Er hatte 2004 das Pestizid eingeatmet und wirft Monsanto vor, nicht genügend vor Gefahren gewarnt zu haben. Experten sollen nun die Schwere der Beeinträchtigungen bestimmen, damit die Höhe der Entschädigung festgelegt werden kann. Das Urteil könnte für ähnliche Verfahren wegweisend sein.
Bislang waren Klagen von Landwirten gegen die Chemiehersteller immer erfolglos, weil kein direkter Zusammenhang zwischen Krankheit und dem Einsatz der Pestizide nachgewiesen werden konnte. Landwirt Francois konnte allerdings genau den Zeitpunkt nennen, zu dem er beim Reinigen seiner Spritze Lasso eingeatmet hat, schreibt die Zeitung weiter. Monsanto schloss eine Berufung nicht aus.
Der Wirkstoff Alachlor, der im Mittel Lasso eingesetzt wurde, ist seit 2006 in der EU verboten. Auch in Deutschland und Österreich ist daher kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen. (ad)
Hintergrund:
Landwirt verklagt Monsanto wegen Giftigkeit eines Herbizides
(14.12.2011)

Es wäre eine Lachnummer, wenn die Sache nicht so ernst wäre …… die Angestellten von Monsanto bestehen auf gentechnikfreies Essen in Ihrer Kantine! Sie werden wohl wissen, warum!

Keine Gen-Lebensmittel in Monsanto-Kantine

Das Bemühen um ein Verbot gentechnisch veränderter Lebensmittel findet neue Mitstreiter – ausgerechnet unter Angestellten von Monsanto, dem Unternehmen, das in vorderster Reihe für die Einführung von Gen-Pflanzen kämpft.

Wie die britische Zeitung The Independent berichtet, weist ein Schild in der Kantine des Monsanto-
Pharmaunternehmens in High Wycombe, Buckinghamshire, die Gäste darauf hin, dass »bei allen Lebensmitteln, die in unserem Restaurant serviert werden, so weit wie möglich auf Gen-Soja und -Mais (verzichtet wird). Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, damit Sie Vertrauen in die von uns angebotenen Speisen haben können.«

Monsanto hat die Authentizität des Hinweisschilds bestätigt, dennoch betont Unternehmenssprecher Tony Coombes, gentechnikfreie Lebensmittel würden nur deshalb angeboten, weil das Unternehmen »die freie Auswahl schätze«. Laut Coombes griffen die Angestellten in anderen Monsanto-Betrieben gern zu Gen-Lebensmitteln, da sie »nicht so stark chemisch behandelt seien«.

Adrian Bebb von der Organisation Friends of the Earth (Freunde der Erde) betont, das Hinweisschild in dem Betrieb in Buckinghamshire sei unmissverständlich. »Die Öffentlichkeit hat ihre Besorgnis über Gen-Lebensmittel deutlich zum Ausdruck gebracht – jetzt vertraut anscheinend nicht einmal Monsantos eigene Cateringfirma dieser neuen Technologie.«

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Kommentar dazu: Überall erkennen es die Menschen, wie schädlich die Gentechnik ist und dass sie keinerlei Nutzen bringt  –  mit Ausnahme für die Konzerne und deren bezahlter Funktionäre und Wissenschaftler.  Das ist weltweit bekannt, aber trotzdem muss Deutschland wieder alles selber ausprobieren. Während andere bereits abblocken, erklären uns die abhängigen „Oberen“ immer noch die Vorteile. Im Klartext: Andere Länder liegen bereits im Gendreck und wir hüpfen noch hinein, um zu sehen, ob das wirklich so schlimm ist.

Ich würde folgenden Versuch vorschlagen: Alle die sich so vehement für genverändert erzeugte Nahrungsmittel einsetzen, bekommen 5 Jahre lang nur Genfood. Wenn sie es aushalten, dann können wir es auch probieren. Wenn sie es nicht aushalten  –  naja   –  ist schade drum ???        …     Moment, das ist keine Polemik  –   Sie wollten es ja so für uns Bürger. Was wäre reeller, als selbst zu probieren.

Ein interessanter Artikel zum Thema Welternährung:  Gentechnik kein Allheilmittel gegen Hunger   (siehe Anlage)

Gentechnik kein Allheilmittel gegen Hunger PDF

Ein Bericht aus Österreich  –    Das Nachbarland ist uns hier weit voraus, aber wir ziehen bald nach.

Bericht in der KRONE   –   siehe Anlage

Krone_Gentechnik_frei PDF

Die Praxis zeigt es immer mehr  –   betroffene Verbände wiegeln mit gesteuerten Gutachten ab. Die Natur fragt aber nicht nach Gutachten, sondern geht seinen Weg  –    Wenn sich das bestätigt, wird es eines der größten Probleme der Zukunft.

http://www.zeit.de/2011/35/Tiere-Seuche-Bakterium

Viele Grüße

Feilmeier Josef
–          Internationale Arbeitsgruppe Futtermittel NON GVO
–          VLOG, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik
http://www.feilmeier.info

http://oneco.biofach.de/de/news/?focus=e5d7c473-f756-424e-82e4-8bdda313e89f

* 20.02.2012

„Ohne-Gentechnik“-Milch erfolgreich wie nie

von Kai Kreuzer

http://www.ohnegentechnik.org
Geschäftsmodelle, die eine „Ohne Gentechnik“-Lebensmittelproduktion vorsahen wurden lange Zeit als utopisch und weltfremd belächelt. Inzwischen hat sich das Blatt deutlich gewendet. Nicht nur Kleinunternehmen haben sich diesem Thema sehr erfolgreich angenommen.

Ist beispielsweise gentechnikfreie Milch, noch eine Nische oder schon ein neuer Mainstream? Das für seine Innovationskraft bekannte Unternehmen Upländer Bauernmolkerei wagte 2005 zusammen mit dem Handelsunternehmen Tegut den Vorstoß und brachte eine konventionelle Milch mit „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung auf den Markt. Dies stieß auf erbitterten Widerstand der organisierten Milchindustrie.

Anfang 2008 wurden die „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnungsregeln reformiert. Dadurch ermutigt, betrat der Molkereikonzern Friesland-Campina im September 2008 mit einem Paukenschlag die Bühne und kennzeichnete die Trinkmilch der Marke Landliebe mit einem „Ohne Gentechnik“-Logo. Die weitere Entwicklung nahm, den Gesetzmäßigkeiten des Marktes gehorchend, ihren Lauf: Immer mehr Markenhersteller folgten dem Beispiel von Friesland-Campina – der Damm war gebrochen, heißt es in einem Artikel von Alexander Hissting, Leiter der Geschäftsstelle des „Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.“ (VLOG) für den Kritischen Agrarbericht 2012. Dort ist ein vielfältiges und lesenswertes Spektrum an aktuellen Berichten zu finden. Das Werk ist für 22 Euro bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft erhältlich.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/25263.html

22.02.2012 |

Brasilianischer Honigsektor will Gentechnikanbau kontrollieren

Honig kann leicht durch Gentech-Pollen verunreinigt werden
Vertreter der brasilianischen Regierung und des Honigsektors haben sich am Montag den 13. Februar in Brasilia getroffen, um den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu diskutieren. Die Imker fürchten Honig-Marktanteile in der Europäischen Union wegen der strikten Gesetzgebung hinsichtlich gentechnisch veränderter Organismen (GMO) zu verlieren. Letztes Jahr wurden bei einer Inspektion Spuren von gentechnisch verändertem Pollen in ausgelieferten Produkten gefunden. Laut des Präsidenten des brasilianischen Honigverbandes, Jose Cunha, will die Industrie den Anbau in den Regionen im Süden und Mittelwesten, wo Gentechnik-Pflanzen normalerweise wachsen, überwachen. Er sagte: „Wir wollen wissen, wo Gentechnik angewendet wird und kämpfen für die Erhaltung von gentechnikfreien Zonen wie den semiariden Gebieten Brasiliens, dem Amazonasgebiet und anderen Regionen.“
Brasilien exportiert 25.000 Tonnen Honig pro Jahr, der Export könnte aber auf eine Kapazität bis 100.000 Tonnen anwachsen. Der brasilianische Hausgebrauch liegt bei 120 Gramm pro Person, soll aber auf ein Kilo gesteigert werden. Brasilien reiht sich in die Proteste der Imker in Südamerika ein, die um ihre Honigproduktion durch den Einsatz von Gentechnik fürchten. Chile hat erst vor einigen Wochen als größter Honigimporteur Europas ein Standortregister eingeführt.

http://womblog.de/argentinien-sanktioniert-us-agrarmulti-monsanto
 
Argen­ti­nien sank­tio­niert US-Agrarmulti Monsanto

Dienstag, 21. Februar 2012 | Argentinien |

Der US-Agrarmulti Mons­anto, Her­steller von Saatgut und Agro­che­mi­ka­lien, darf 60 Tage lang kein Getreide aus Argen­ti­nien expor­tieren. Die argen­ti­ni­sche Steu­er­be­hörde hat dem Unter­nehmen die Strafe auf­er­legt, da eine Über­prü­fung ergab, dass Mons­anto fäl­lige Steuern nicht gezahlt hatte. Über die Höhe des Betrages wurde nichts bekannt. Bei Nicht­zah­lung oder Wie­der­ho­lung droht die Strei­chung aus dem argen­ti­ni­schen Register für Getreide-Exporteure.

Mons­anto fällt immer wieder unan­ge­nehm auf

Erst vor wenigen Tagen hatte der Kon­zern mit Sitz in St. Louis (Mis­souri) bekannt­ge­geben, dass er die Inves­ti­tionen in Argen­ti­niens Nach­bar­land Para­guay ver­drei­fa­chen wolle. Negativ war Mons­anto kürz­lich dadurch in die Schlag­zeilen geraten, dass der argen­ti­ni­sche Ver­trags­partner Rural Power Arbeiter in skla­ve­n­ähn­li­chen Ver­hält­nissen auf den Fel­dern hielt. Ein uner­war­teter Besuch der Steu­er­be­hörde hatte den Skandal auf­ge­deckt. Die illegal beschäf­tigten Arbeiter mussten 14 Stunden pro Tag schuften und ihre Lebens­mittel zu über­teu­erten Preisen im Laden des Unter­neh­mens kaufen.

Der argen­ti­ni­sche Kon­gress hatte Ende 2011 die Geset­zes­lage für Land­ar­beiter unter anderem mit der Ein­füh­rung eines 8-Stunden-Tages ver­bes­sert. Bis dahin galt ein Gesetz aus der Zeit der Militärdiktatur.

http://ooe.gruene.at/landwirtschaft/artikel/lesen/78579/

Mi, 22.02.2012

LANDWIRTSCHAFTSSPRECHER DER GRüNEN

Wolfgang Pirklhuber

21.02.2012 10:00

Europa vor der Entscheidung über die Gentechnik

Landesrat Rudi Anschober, Landessprecher der Grünen OÖ
NR-Abg. Dr. Wolfgang Pirklhuber; Landwirtschaftssprecher der Grünen

Pirklhuber/Anschober: Setzt sich Oberösterreich endgültig durch und kommt das Selbstbestimmungsrecht oder droht die Gentechnik durch die Hintertür

Anfang März könnte die Entscheidung fallen, ob in der EU ein Selbstbestimmungsrecht der Regionen über den Einsatz der Gentechnik kommt. Durch den starken Druck der von Oberösterreich gegründeten Allianz der Regionen für ein Selbstbestimmungsrecht konnte bereits die Zustimmung vom Europaparlament und der EU-Kommission erreicht werden. Im Rat wird die Entscheidung allerdings unter anderem von Frankreich und Deutschland blockiert. Der nächste Umweltministerrat am 9. März könnte die Entscheidung bringen. Umwelt-Landesrat Rudi Anschober und NR-Abg. Wolfgang Pirklhuber fordern Umweltminister Berlakovich auf, für eine breite Allianz im Rat für das Selbstbestimmungsrecht aktiv zu werden.

Landesrat Rudi Anschober, Landessprecher der Grünen OÖ

Die Risiken der grünen Gentechnik und sich mehr und mehr zeigende Nachteile bestätigen Oberösterreichs Weg der Gentechnikfreiheit. Dabei ist ein juristisch nicht anfechtbares Selbstbestimmungsrecht auf Gentechnikfreiheit für alle Länder, Kommunen und Regionen eine zentrale Forderung. Nach Scheitern des generellen GVO-Anbauverbots hat Oberösterreich daher Ende 2003 gemeinsam mit der Toskana die Durchsetzung des Selbstbestimmungsrechts mit der Gründung der Allianz der GVO-freien Regionen in die Wege geleitet. Heute umfasst die Allianz 55 Regionen und vertritt mit rund 121 Millionen EU-BürgerInnen fast 25 % der EU-Bevölkerung.

„Wenn 2012 das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Selbstbestimmungsrecht der Regionen, dem das Europäische Parlament bereits mit einigen wesentlichen Verbesserungen zugestimmt hat, weiterhin von einigen wenigen Mitgliedstaaten blockiert wird, muss 2013 ein EU-weites Bürgerbegehren kommen“, so Landessprecher Rudi Anschober.

Abg.z.NR DI Dr. Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen

Dänemark will während seiner halbjährigen EU-Ratspräsidentschaft in der Frage des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen in der EU einen Durchbruch erzielen und legt hierfür ein Kompromisspapier zur Regelung nationaler Gentechnik-Anbauverbote vor. Für den EU-Umweltministerrat am 9. März wird eine Einigung angestrebt.

Der dänische Kompromissvorschlag

Der Kompromiss schlägt direkte Absprachen zwischen den Antragstellern von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und einzelnen Mitgliedsstaaten vor, um nationalstaatliche Anbauverbote der jeweiligen gentechnisch veränderten Pflanze auf nationalem Territorium zu ermöglichen.

Option 1 (bevor ein GVO EU-weit für den Anbau zugelassen ist)

Bevor ein neuer GVO zugelassen ist, so der dänische Vorschlag, haben EU-Mitgliedsstaaten, die den Anbau dieses GVO auf ihrem gesamten Hoheitsgebiet einschränken wollen, 30 Tage ab Weiterleitung des Bewertungsberichts Zeit, um mit dem jeweiligen Biotech-Konzern eine diesbezügliche Vereinbarung zu treffen. Für diesen `Ausstieg´ sind keine speziellen Gründe wie beispielsweise Umweltrisiken oder sozioökonomische Belange notwendig. Sobald der Mitgliedsstaat die EU-Kommission und die anderen Mitgliedsstaaten über eine Einigung informiert, soll der Zulassungsantrag so angepasst werden, dass er diese Einigung widerspiegelt.

Option 2 (wenn ein GVO EU-weit für den Anbau zugelassen ist)

Wenn ein GVO EU-weit für den Anbau zugelassen ist, soll ein Mitgliedsstaat die Möglichkeit bekommen dennoch eine Einschränkung oder ein Verbot des Anbaus auf seinem Hoheitsgebiet zu erzielen. Entgegen der Option 1 ist hierfür jedoch eine Begründung notwendig, das können lt. dänischem Vorschlag sein: ergänzende Umweltbedenken, Gründe in Bezug auf die Landnutzung, Stadt- oder Landschaftsplanung, Gründe in Bezug auf sozio-ökonomische Auswirkungen, den Schutz der Marktfähigkeit nationaler oder regionaler Qualitäts-Produkte oder auch andere Gründe, die mit dem Unionsrecht vereinbar sind. Diese Begründung muss dann der EU-Kommission, den anderen Mitgliedsstaaten und dem jeweiligen Biotech-Konzern übermittelt werden.

Bewertung der Optionen

Option 1 ist aus unterschiedlichen Gründen abzulehnen. Dieser Vorschlag bietet keine Rechtssicherheit für Anbauverbote. Er wertet Konzerne zum direkten Verhandlungspartner der Mitgliedsstaaten in Bezug auf die landwirtschaftliche Praxis auf. Er sorgt für Intransparenz und Unberechenbarkeit und würde mit Sicherheit zahlreiche Gerichtsverfahren nach sich ziehen.

Weiter brächte er Gentechnik-kritische Mitgliedsstaaten in die Situation, Zulassungen zuzustimmen, nur weil ihr Land von der Zulassung ausgenommen wäre. Dies könnte zu einer dramatischen Beschleunigung des Zulassungsverfahrens bei gleichzeitiger Verschlechterung der Risikobewertung führen.

Option 2 ist zu begrüßen und zu unterstützen. Allerdings fehlen Vorschläge für eine Novellierung von Artikel 26a, was das EU-Parlament gefordert hat, so dass verbindliche EU-weite Maßnahmen gegen Kontaminationen mit Gentech-Pflanzen definiert werden.

Die Koalition der Verhinderer

Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Belgien blockieren aus unterschiedlichen Gründen derzeit die dänische Kompromisssuche.

Zur Geschichte

Im Juli 2010

machte die EU-Kommission den Vorschlag, dass die Mitgliedsstaaten künftig das Recht erhalten sollten, selbst zu entscheiden, ob auf ihrem Territorium gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen dürfen oder nicht. Der Vorschlag sieht vor, dass die Zulassung weiterhin zentral auf EU-Ebene erfolgen soll und in Folge jeder Mitgliedsstaat dann den Anbau über eine sogenannte `Ausschlusskausel´ verbieten dürfe.

Viele InteressenvertreterInnen und auch der Juristische Dienst des EU-Parlaments und des Rates stufen diesen Vorschlag als unzureichend ein, da er keine belastbare Rechtsgrundlage bietet, auf der die Mitgliedsstaaten den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verbieten können. Insbesondere weil Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht als Grund für nationale Anbauverbote angeführt werden dürfen.

Am 5. Juli 2011

hat das EU-Parlament über den Bericht des Umweltausschusses vom 20.4.2011 abgestimmt. Dieser Bericht beseitigt die Schwächen des ursprünglichen Kommissionsentwurfs. Er nennt gerichtsfeste Verbotsgründe und schafft eine valide Rechtsgrundlage für die Mitgliedsstaaten.

Die Mitgliedsstaaten sollen sich für ein nationales Verbot auf Umweltrisiken berufen können, z.B. auf die Gefahr der Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen mit heimischen Wild- oder Kulturpflanzen. Soziökonomische Folgen sollen angeführt werden können, die darlegen, dass die Koexistenz von Landwirtschaft mit Gentechnik und einer ohne Gentechnik nicht oder nicht im ökonomisch tragfähigen Rahmen machbar ist. Wissenschaftliche Unsicherheiten sollen geltend gemacht werden können, so dass der Anbau untersagt werden kann, aufgrund von fehlenden oder widersprüchlichen Daten.

Weiter nimmt er Aspekte der Ratsschlussfolgerungen aus dem Dezember 2008 wieder auf und fordert das EU-Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu verbessern. Langfristige Umweltauswirkungen sollen künftig ebenso erfasst werden, wie Effekte auf sogenannte Nichtzielorganismen und die Auswirkungen des Spritzmitteleinsatzes, mit denen herbizidresistente gentechnisch verändert Pflanzen besprüht werden.

Die Grünen fordern

das Recht auf Gentechnikfreiheit für Staaten und Regionen
Minister Berlakovich muss die Option 1 vehement ablehnen und die Umsetzung des Beschlusses des EU-Parlaments vom 5.7.11 in der Option 2 sicherstellen.
Die Grünen stehen für ein gentechnikfreies Europa – für eine ökologische Landwirtschaft – für gesunde Lebensmittel!

http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f948844f439a86_485550&a_no=24800

Quelle:
ECO-News – die grüne Presseagentur
Partner:
Ökologisch-Demokratische Partei Bundesverband, D-97070 Würzburg
Rubrik:
Politik & Gesellschaft    Datum: 21.02.2012

ÖDP fordert Unabhängigkeit bei Risikobewertung von Gentechnik
Maier: „In welchem Interesse handelt die EU-Kommission?“

„Es ist ein Skandal, dass die Risikobewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) nicht wissenschaftlichen Standards entspricht.“ Das sagt Ludwig Maier, Sprecher des
Bundesarbeitskreises Landwirtschaft, Gentechnik und Tierschutz in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).
Er bezieht sich damit auf eine Analyse, die das Institut Testbiotch bezüglich der Originaldokumente des Gentechnikkonzerns Monsanto angefertigt hat. Monsanto gebe in den Dokumenten relativ offen zu, dass die Untersuchungen „nicht in Übereinstimmung mit den Standards der Good Laboratory Practice (GLP)“ durchgeführt wurden. In einer Stellungnahme von Testbiotech kritisiert der EFSA-Experte Joe Perry, dass Daten, die für die Zulassung von genverändertem Gemüse herangezogen wurden, von dem industrienahen International Life Science Institute (ILSI) stammen und man deshalb diesen Daten nicht vertrauen können. „Im Interesse aller müssen biotechnologische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur kritisch geprüft werden. Das muss unabhängig von ökonomischen Interessen passieren,“ erläutert ÖDP-Politiker Maier.
Derzeit sei die Forschung und Risikoabschätzung im Bereich der Agrogentechnik weitgehend auf die Bedürfnisse von Industrie und Wirtschaft zugeschnitten. Eine bestimmte Sorte Gentechnik-Mais wurde jetzt jedoch als sicher bewertet und von der EU-Kommission zugelassen. „Obwohl klar ist, dass die Risikobewertung durch die EFSA Mängel aufweist, verteidigt die EU-Kommission die Prüfberichte der EFSA. Da müssen wir uns fragen, in welchem Interesse die Kommission handelt?“ Fragt Ludwig Maier.
Er kritisiert, dass die Möglichkeit der Öffentlichkeit auf Inhalte, Ziele und Strukturen der Forschung Einfluss zu nehmen, bisher wenig entwickelt bzw. gar nicht vorhanden sei. „Angesichts der möglichen massiven unkontrollierten Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen als Saatgut, Lebens- und Futtermittel oder Biomasse, ergibt sich ein hohes Schutzbedürfnis der Verbraucher. Darum ist es unabdingbar, sich breitflächig zu vernetzen und gute objektive Aufklärungsarbeit zu leisten und Umwelt und Verbraucher uneigennützig aufzuklären,“ so der ÖDP-Politiker abschießend.

Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Bundespressestelle
Erich-Weinert-Str. 134
10409 Berlin
Tel. 030/49854050
http://www.oedp.de
presse@oedp.de

http://www.abendblatt.de/ratgeber/article2193226/Frankreich-beantragt-erneut-Verbot-von-Monsanto-Genmais.html
 
Brüssel

Frankreich beantragt erneut Verbot von Monsanto-Genmais

21.02.2012, 10:45 Uhr
Um den Antrag durchzusetzen, macht Paris neue wissenschaftliche Erkenntnisse geltend. In Frankreich galt das Verbot bereits zeitweise.

Frankreich gegen Monsanto-Genmais: Die Regierung hat bei der EU-Kommission einen Antrag auf ein Vebot eingereicht
Foto: picture alliance / ZB/dpa-Zentralbild

Paris. Frankreichs Regierung geht gegen eine Genmais-Sorte des Unternehmens Monsanto vor. Paris hat bei der EU-Kommission in Brüssel erneut die Aussetzung der Sorte MON810 beantragt. Die Regierung macht neue wissenschaftliche Erkenntnisse geltend, die diesen Antrag unterstützten.

Frankreich hatte Ende November 2011 nach einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ein Verbot für diesen Genmais aufheben müssen. Der EuGH hatte befunden, dass Paris erst ein „erhebliches Risiko“ für Mensch, Tier oder Umwelt beweisen müsse, um den in der EU grundsätzlich als Futtermittel erlaubten Genmais MON 810 des US-Konzerns Monsanto im eigenen Land aus dem Verkehr zu ziehen. Frankreich hatte 2007 auf eigene Faust die Verwendung des Saatguts ausgesetzt und 2008 den Anbau ganz verboten.

http://de.euronews.net/2012/02/20/frankreich-genmais-eu-weit-verbieten/

Nachrichten
Frankreich: Genmais EU-weit verbieten !

20/02 22:33 CET

Die französische Regierung hat von der EU verlangt, ihre Zulassung für den Anbau von Genmais des US-Konzerns Monsanto auszusetzen. Er berge beträchtliche Umweltrisiken, heißt es im Gesuch an die EU-Kommission, das hätten jüngere wissenschaftliche Studien ergeben.

Frankreichs Widerstand gegen den Monsanto-Mais MON 810, dem einzigen als Futtermittel zugelassenen Genmais, zieht sich schon seit Jahren hin. 2007 war die Verwendung des Saatguts ausgesetzt und 2008 der Anbau ganz verboten worden.

Im vergangenen November hatte die französische Justiz das Aussaat-Verbot aufheben müssen – auf Anordnung des Europäischen Gerichtshofes -Begründung: die rechtlichen Grundlagen reichten nicht aus.

Die Antwort aus Paris: Man werde trotz der Niederlagen am Verbot festhalten.

Seit 2008 hat Monsanto in Frankreich den Genmais MON 810 nicht mehr verkauft.

Mit Reuters, AFP

http://www.truth-out.org/monsanto-found-guilty-chemical-poisoning-france/1329834175
 
Monsanto Found Guilty of Chemical Poisoning in France

Monday 13 February 2012
by: Anthony Gucciardi, Natural Society | Report

(Image: Lance Page / Truthout; Adapted: Carl Mueller / Flickr)

In a major victory for public health and what will hopefully lead to other nations taking action, a French court decided today that GMO crops monster Monsanto is guilty of chemically poisoning a French farmer. The grain grower, Paul Francois, says he developed neurological problems such as memory loss and headaches after being exposed to Monsanto’s Lasso weedkiller back in 2004. The monumental case paves the way for legal action against Monsanto’s Roundup and other harmful herbicides and pesticides made by other manufacturers.

In a ruling given by a court in Lyon (southeast France), Francois says that Monsanto failed to provide proper warnings on the product label. The court ordered an expert opinion to determine the sum of the damages, and to verify the link between Lasso and the reported illnesses. The case is extremely important, as previous legal action taken against Monsanto by farmers has failed due to the challenge of properly linking pesticide exposure with the experienced side effects.

When contacted by Reuters, Monsanto’s lawyers declined to comment.

Monsanto’s Deadly Concoctions

Farmer Paul Francois was not alone in his quest to hold Monsanto accountable for their actions. He and other farmers affected by Monsanto’s deadly concoctions actually founded an association last year to make the case that their health problems were a result of Monsanto’s Lasso and other ‘crop protection’ products. Their claims were also met by many other farmers. Since 1996, the agricultural branch of the French social security system has gathered about 200 alerts per year regarding sickness related to pesticides. However only 47 cases were even recognized in the past 10 years.

Francois, whose life was damaged by Monsanto’s products, has now set the powerful precedent in the defense of farmers.

“I am alive today, but part of the farming population is going to be sacrificed and is going to die because of this,” Francois, 47, told Reuters.

It is also important to note that Monsanto’s Lasso pesticide was actually banned in France back in 2007 following a European Union directive that came after the ban of the product in other nations.

http://www.topagrar.at/home/Oesterreichs-Huehnerfleisch-ab-heute-Gentechnik-frei-716051.html

20.02.2012
 
Österreichs Hühnerfleisch ab heute Gentechnik-frei

Ein Großteil der heimischen Masthuhn- und Putenzüchter haben auf kontrolliert Gentechnik-freie Fütterung umgestellt.
Nachdem im Jahr 2010 bereits die komplette österreichische Milchwirtschaft und die komplette Frischeier-Produktion auf kontrollierte Gentechnik-freie Fütterung umgestiegen sind, folgt jetzt ein weiterer wichtiger Sektor: Mit dem heutigen Tag ist erstmals österreichisches Hühnerfleisch aus kontrolliert Gentechnik-freier Produktion in den Regalen des Lebensmittelhandels bei Hofer, REWE Group, SPAR, Zielpunkt zu finden.
In den nächsten Wochen wird Hühnerfleisch aus österreichischer Produktion bei den angeführten Lebensmittelhändlern vollständig auf Gentechnik-Freiheit umgestellt, Putenfleisch folgt danach.

Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet dies laut ARGE Gentechnik-frei einen gewichtigen Qualitäts-Schritt: Damit werden rund 80.000 Tonnen potenziell mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belasteter Soja durch kontrolliert Gentechnik-freie Ware ersetzt. Konsumenten erkennen die Gentechnik-freie Ware am grünen Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Nur österreichische Ware bzw. Bio-Produkte können diesen besonderen Qualitätsstandard bieten.

Gentechnik-freie Fütterung soll bei Mastgeflügel Branchenstandard werden

Seit Anfang Jänner 2012 wird bei den größten Geflügelbetrieben, die rund 90% des heimischen Mastgeflügelmarktes abdecken – Hubers Landhendl in Oberösterreich, Steirerhuhn-Lugitsch und Titz in der Steiermark sowie Wech in Kärnten – Gentechnik-frei gefüttert. Damit kommt sechs bis acht Wochen nach Beginn der Fütterung das erste Hühnerfleisch mit der Qualitätsbezeichnung „Ohne Gentechnik hergestellt“ auf den Markt. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der beteiligten Lebensmittelhändler und Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass in kürzester Zeit die gesamte Branche folgen wird. Im ersten Schritt werden Frisch-geflügelfleisch und zerlegte Ware ausgelobt. Für verarbeitete Ware (z.B. Wurst) und Importware wird noch an Lösungen gearbeitet.

Österreich: Bei Gentechnik-Freiheit führend in Europa

„In Österreich sind keinerlei gentechnisch veränderte Lebensmittel am Markt. Allerdings: Im Bereich der Futtermittel aus konventioneller Produktion muss, aufgrund der Angebotslage auf den Weltmärkten, mit gentechnisch veränderter Soja gerechnet werden. In Österreich handelt es sich dabei um ein Importvolumen von rund 600.000 Tonnen, zumeist aus Südamerika. Rund 400.000 Tonnen davon gehen in die Schweinezucht und -mast, rund 75.000 Tonnen in die Mastrinderfütterung, rund 45.000 Tonnen in die Legehennenfütterung und rund 80.000 Tonnen in die Geflügelmast. Einige Anteile – wie z.B. der Sojabedarf für die komplette heimische Legehennenfütterung – konnte bereits in den letzten Jahren auf kontrolliert Gentechnik-freie Ware umgestellt werden. Wenn es nun gelingt, die 80.000 Tonnen Soja für die Mastgeflügelzüchtung ebenfalls mit kontrolliert Gentechnik-freier Ware zu ersetzen, ist dies ein gewaltiger Erfolg und ein wichtiges Signal“, erklärt Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei. „Wir danken allen involvierten Unternehmen – von den Futtermittelbetrieben über die Aufzucht- und Schlachtbetriebe bis zum Lebensmittelhandel – für die großen gemeinsamen Anstrengungen zur Erreichung dieses Meilensteins.“

Die ARGE Gentechnik-frei (www.gentechnikfrei.at) ist eine europaweit einzigartige Plattform aus Lebensmittelherstellern, Lebensmittelhandel, Bauernverbänden, Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen. Die Plattform ist 1997 entstanden und vergibt Europas erstes Kontrollzeichen für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel. Mehr als 1.650 Produkte – von Milch und Milchprodukten über Eier, Brot- und Backwaren, Sojaprodukte, Öle, Cerealien und Getränke – führen bereits das grüne Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Voraussetzung für die Vergabe des Kontrollzeichens sind die Einhaltung der Richtlinie „Gentechnik-freie Produktion“ im Österreichischen Lebensmittel-Codex sowie die regelmäßige Überprüfung  und Zertifizierung durch externe Kontrollstellen.


http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/US-Oeko-Branche-streitet-ueber-Gentechnik_article1329729958.html

20.02.2012 | 10:25

US-Öko-Branche streitet über Gentechnik

Aachen – Die Konflikte um gentechnisch veränderte Lebensmittel in den USA verschärfen sich.

(c) Dusan Kostic – fotolia.com
In Kalifornien sollen die Wähler im Herbst über eine verpflichtende Gentechnik-Kennzeichnung abstimmen. In New York wird derzeit vor einem Bundesgericht über eine Klage mehrerer Landwirte verhandelt, die einen rechtlichen Anspruch auf „gentechnik-freien“ Anbau durchsetzen wollen.

Unterdessen streitet die Öko-Branche über Gentechnik-Verunreinigungen ihrer Produkte. – Auf der Biofach in Nürnberg haben die EU und die USA ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung ihrer Standards für Öko-Lebensmittel unterzeichnet. Als organic zertifizierte US-Lebensmittel können ab 1. Juni in der EU unter dem Bio-Label verkauft werden.

Ronnie Cummins, altgedienter Öko-Aktivist und Geschäftsführer der Organic Consumers Association wirft den bekannten Handelsketten Whole Foods, Organic Valley und Stoneyfield Farm vor, sie hätten sich Monsanto ergeben und den Kampf gegen den zunehmenden Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen als aussichtslos eingestellt.

Cummins Organisation bezichtigt Whole Foods Market, seine Kunden über das tatsächliche Ausmaß der Verwendung von Rohstoffen aus gv-Pflanzen zu täuschen. In den Whole Foods-Märkten sei lediglich ein Drittel der Produkte organic, bei denen der Einsatz von nicht erlaubt ist. Im übrigen Sortiment konnte Cummins in fast allen Produkten GVO nachweisen. Nach seiner Darstellung ist nur ein Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der USA als organic zertifiziert, aber 12 Prozent des Lebensmittel-Umsatzes werde mit als organic oder natural deklarierten Produkten erzielt.

In der New York Times wies A.C. Gallo, Vize-Präsident von Whole Foods die Vorwürfe zurück. Sein Unternehmen wisse, dass für Organic-Produkte grundsätzlich das Problem von GVO-Kontaminationen bestehe und habe daher viel Geld in den Aufbau eigener Kontroll- und Zertifizierungssysteme gesteckt. Whole Foods werde sich in Zukunft verstärkt für eine Kennzeichnung einsetzen und nicht länger darauf abzielen, GVO-Einträge in die Lebensmittelkette zu minimieren oder zu verhindern.

Wie Gallo räumen auch andere Öko-Handelsketten ein, dass GVO-Verunreinigungen in Organic-Produkten kaum vermeidbar seien. Einen Schwellenwert wie in der EU (0,9 Prozent) gibt es in den USA nicht. Wie in Europa ist auch in den USA bei der Erzeugung und Herstellung von Öko-Lebensmitteln der bewusste Einsatz von GVO gesetzlich verboten. Verantwortlich für die Einhaltung und Kontrolle dieser Vorschrift sind die Öko-Unternehmen. Bindende Vorschriften für eine Koexistenz zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft mit gv-Pflanzen gibt es nicht. Die US-Landwirtschafsbehörde empfiehlt den Öko-Landwirten lediglich, Mindestabstände zu den Nachbarfeldern einzuhalten.

Derzeit werden 90 Prozent aller in den USA angebauten Sojabohnen, Mais, Raps und Zuckerrüben mit gv-Sorten erzeugt. Fast alle verarbeiteten Lebensmittel, so eine Schätzung des Handelsverbandes, enthalten mindestens eine Zutat aus einer gv-Pflanze, bei hoch verarbeiteten Produkten wie Tortilla Chips seien „Dutzende“ solcher Zutaten möglich.

Zwar haben sich in Umfragen deutliche Mehrheiten für eine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ausgesprochen, doch die zuständigen Behörden FDA (Food an Drug Administration) lehnt diese Forderung weiterhin ab. Solche Produkte seien sicher und ein Hinweis „gentechnisch verändert“ keine für Verbraucher relevante Information. Lebensmittel mit Zutaten aus gv-Pflanzen dürfen in den USA als „all natural“ beworben werden.

Auf der Biofach in Nürnberg, der weltgrößten Messe für die Biobranche, haben EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos und die stellvertretende US-Landwirtschaftsministerin Kathleen Merrigan am 15. Februar ein Abkommen unterzeichnet, in dem EU und USA ihre jeweiligen Standards für Öko-Produkte als gleichwertig anerkennen. Ab 1. Juni dürfen in den USA zertifizierte Lebensmittel ohne Einschränkung auch in der EU unter dem Bio-Label vermarktet werden. Damit erhalten Erzeuger und Hersteller von Öko-Lebensmitteln „einen einfacheren Zugang zu US- und EU-Markt mit weniger Bürokratie und geringeren Kosten“, sagte EU-Kommissar Cialos bei der Unterzeichnung. Mit dem Abkommen, ergänzte Kathleen Merrigan „werden neue Märkte für amerikanischen Bio-Bauern und -Viehzüchter geöffnet“. (TransGen)

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120220_OTS0036/global-2000-erfreut-oesterreichs-huehner-werden-endlich-gentechnikfrei-gefuettert

GLOBAL 2000 erfreut: Österreichs Hühner werden endlich gentechnikfrei gefüttert

Utl.: Erstmals kommt gentechnikfreies konventionelles Geflügel auf den Markt. Derzeit gilt die Umstellung nur für Frischfleisch – verarbeitete Ware ist von der Umstellung noch ausgenommen.

Wien (OTS) – Ab heute bieten die ersten Österreichischen
Handelsketten frisches Hühnerfleisch aus österreichischer Produktion
nur mehr gentechnikfrei gefüttert an. In den nächsten Wochen wird
Hühnerfleisch aus österreichischer Produktion praktisch vollständig
auf Gentechnik-Freiheit umgestellt; Putenfleisch soll noch folgen.
Für GLOBAL 2000 ein Erfolg: Schon im vergangenen Jahr forderte die
Umweltschutzorganisation Österreichs Supermärkte vehement auf,
Hühnerfleisch aus gentechnisch veränderter Fütterung aus den Regalen
zu entfernen: „Während man sich bei biologischem Hühnerfleisch schon
immer auf Gentechnik-Freiheit verlassen konnte, bedeutet die
Umstellung auch für die konventionelle Geflügelproduktion einen
wichtigen Schritt in die Gentechnik-Freiheit Österreichs“, freut sich
Heidi Porstner, Gentechnik-Campaignerin von GLOBAL 2000.
Doch der Weg zu eine Fleischproduktion in Österreich ohne Gentechnik
ist noch weit, erklärt Heidi Porstner: „Das Geflügel bedeutet einen
wichtigen Einstieg in die gentechnikfreie Fleischproduktion. Wir
werden uns aber auch dafür einsetzen, dass auch Mastschweine und
-rinder  in Zukunft gentechnikfrei gefüttert werden. Nur dann kann
man wirklich von Gentechnikfreiheit in Österreich sprechen. Dass
Gentechnik bisher über die Futtermittel unkommentiert an die
KonsumentInnen weitergegeben wurde, ist für uns kein haltbarer
Zustand mehr.“
Die großen vier Geflügelbetriebe Österreichs decken rund 90 Prozent
des heimischen Mastgeflügelmarktes ab. Aufgrund der Größe und
Marktrelevanz der Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass in
kürzester Zeit auch die restlichen Hersteller folgen. Doch Porstner
warnt: „Im ersten Schritt werden nur Frischfleisch und zerlegte Ware
ausgelobt; für verarbeitete Ware (z.B. Wurst) und Importware muss es
noch Lösungen geben. Ein Großteil des in den Supermärkten angebotenen
Hühnerfleischs ist verarbeitet und tiefgefroren, hier muss ebenfalls
bald eine Umstellung her.“
Zu erkennen ist das gentechnikfreie Geflügel am bekannten grünen
Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Bei Bio-Produkte
konnte man sich auch schon bisher auf die Gentechnikfreiheit
verlassen.
Rückfragehinweis:
~
GLOBAL 2000
Nunu Kaller
Pressesprecherin
+43 699 14 2000 20
presse@global2000.at
http://www.global2000.at

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/25252.html

20.02.2012 |

Gesundheitsrisiken durch Gentechnik-Pflanzen unterschätzt

Die genaue Wirkung von Gentech-Mais ist unklar. (Photo:Infodienst)
Neue Studien der Universität Caen weisen Schädigungen an menschlichen Zellen durch Gentechnik-Pflanzen nach. Die Pflanzen produzieren das sogenannte Bt-Gift und sind dadurch gegenüber Insekten resistent. Die Untersuchungen zeigen, dass die Effekte nur bei hohen Konzentrationen auftreten. Sie widerlegen jedoch Behauptungen von Herstellerfirmen wie Monsanto, das Bt-Gift wirke nur bei bestimmten Insekten und nicht bei Säugetieren. Daher werden Studien, die die Wirkung auf menschliche Zellen untersuchen, für die Risikoprüfung bisher nicht verlangt.
Auch die Wirkung von Glyphosat, welches in hohen Mengen bei herbizidresistenten Gentechnik-Pflanzen eingesetzt wird, wurde untersucht. Das Ergebnis: Bereits in sehr geringen Konzentrationen schädigt das Totalherbizid menschliche Zellen. Die meisten kommerziell angebauten Gentech-Pflanzen sind entweder gegen Insekten oder gegen Herbizide resistent, oft tragen sie auch beide Eigenschaften in sich. Auch eine Wechselwirkung der verschiedenen Stoffe muss besser untersucht werden. Gilles-Eric Séralini ist der Meinung, dass die Risiken von Bt-Toxinen und Roundup bisher unterschätzt wurden. Christoph Then von Testbiotech hält die Zulassung dieser Pflanzen sogar für rechtlich nicht zulässig.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120220_OTS0039/greenpeace-begruesst-umstellung-auf-gentechnikfreies-huehnerfleisch

Greenpeace begrüßt Umstellung auf gentechnikfreies Hühnerfleisch

Utl.: Weg zu Gentech-freien Futtermitteln muss konsequent weiter gegangen werden

Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt sich
erfreut über das gentechnikfreie Hühnerfleisch, das ab heute in
österreichischen Supermarktregalen zu finden ist. „Die Umstellung des
Großteils der heimischen Masthuhn- und Putenproduktion auf
gentechnikfreie Fütterung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu
einem wirklich gentechnikfreien Österreich. Durch die Umstellung
werden jährlich etwa  80.000 Tonnen Gentech-Soja weniger verfüttert“,
freut sich Greenpeace Gentechnik-Sprecherin Dagmar Urban.
In Österreich finden sich keine als gentechnisch verändert
gekennzeichneten Lebensmittel in den Supermarktregalen. Es gibt
allerdings eine große Lücke bei der Kennzeichnungspflicht: Tierische
Produkte, bei deren Herstellung Gentech-Futtermittel eingesetzt
wurden, müssen nicht gekennzeichnet werden. So werden immer noch
jährlich hundertausende Tonnen Gentech-Soja nach Österreich
importiert. Nach dem anhaltenden Widerstand der KonsumentInnen und
NGOs wie Greenpeace stellten aber bereits 2010 die österreichische
Milchwirtschaft und die österreichische Frischeierproduktion auf
gentechnikfreie Fütterung um.
KonsumentInnen, die garantiert Gentechnik-freie Lebensmittel
kaufen wollen, können entweder auf Bio-Lebensmitteln, oder
Lebensmittel mit dem grünen Zeichen „ohne Gentechnik hergestellt“
zurückgreifen.  Das AMA-Gütesiegel steht im Gegensatz dazu nicht für
Gentechnikfreiheit.
„Die österreichichen KonsumentInnen lehnen Gentechnik weiterhin
vehement ab.  Sie wollen auch kein Gentech-Schweinefleisch auf ihrem
Teller – die AMA muss diesen Wunsch endlich akzeptieren und
Gentechnikfreiheit als Kriterium für das AMA-Gütesiegel aufnehmen“,
fordert Urban abschließend.
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Dagmar Urban, Gentechniksprecherin Greenpeace, Tel: 0043 664 612 67 21
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, Tel: 0043 664 612 67 18
melanie.beran@greenpeace.at
http://www.greenpeace.at

http://www.s-o-z.de/?p=62922

Gentechnikfreiheit von Lebensmitteln in Gefahr

20. Februar 2012
Imkerverbände besorgt wegen anstehendem Urteil zu Gentechnik-Raps

Existenz der gesamten Imkerschaft und die Zukunft der Bienenhaltung gefährdet – Foto: Gisela Wilhelm

Rosenfeld – Zählt das Recht eines Bauern, die von ihm angebauten Pflanzen in jedem Fall auch ernten zu dürfen, mehr als das Interesse von Verbrauchern, Ökolandwirten und Imkern an einer gentechnikfreien Landwirtschaft? Mit dieser Frage muss sich derzeit das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig auseinandersetzen. Das Urteil dazu soll am 29. Februar verkündet werden. Bei zwei früheren Prozessen waren das Verwaltungsgericht Kassel und der Hessische Verwaltungsgerichtshof zu unterschiedlichen Auffassungen gelangt. Die Entscheidung des Gerichts ist von enormer Tragweite für Imker, Landwirte und Verbraucher.

Geklagt hat ein Bauer, der unwissentlich gentechnisch veränderten Raps ausgebracht hat, für den in Europa keine Anbaugenehmigung vorliegt. Deshalb musste er den Acker auf Anordnung des Landes Hessen umpflügen. Während das Verwaltungsgericht Kassel die Auffassung des Landes bestätigte, hielt der Hessische Verwaltungsgerichtshof die Anordnung der Behörden für unverhältnismäßig, weil der Bauer nicht gewusst habe, dass das Saatgut gentechnisch verunreinigt war. “Sollte das Bundesverwaltungsgericht dieser Auffassung folgen und aus der Unwissenheit des Landwirts ein Recht ableiten, das höher bewertet wird als der Schutz vor Gentechnik, sind nicht nur die Existenz der gesamten Imkerschaft und die Zukunft der Bienenhaltung gefährdet. Es steht vielmehr auch die gentechnikfreie Landwirtschaft insgesamt auf dem Spiel und die freie Entscheidung der Verbraucher darüber, welche Lebensmittel auf ihren Tisch kommen”, so Thomas Radetzki, Imkermeister und Vorstand des ökologischen Imkerverbands Mellifera e. V. aus dem schwäbi
schen Rosenfeld.

Das von Radetzki initiierte “Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik” hatte zusammen mit dem von ihm unterstützten Imker Karl Heinz Bablok im letzten Jahr mit dem so genannten “Honig-Urteil” des Europäischen Gerichtshofs für Aufsehen gesorgt. Der EuGH hatte klargestellt, dass Honig, der Pollen von nicht als Lebensmittel zugelassenen Gentechnik-Pflanzen enthält, nicht verkehrsfähig ist. Sollte nun, die Unkenntnis des Bauern vorausgesetzt, nicht für den Anbau zugelassener Raps trotzdem auf deutschen Feldern blühen dürfen, müssten die Imker ihre Honigernte vernichten. Denn Raps als einer der wichtigsten Nektarspender im Frühling wird unweigerlich von den Bienen angeflogen. Problematisch ist zudem, dass Raps leicht auskreuzt. Künstliche Veränderungen im Erbgut werden so nicht nur auf “normalen” Raps, sondern auch auf andere verwandte Pflanzen übertragen. Bislang können deutsche Imker durch einen Blick ins Standortregister feststellen, ob in der Nähe ihrer Bienenstände Gentechnik-Pflanzen angebaut werden
. Ist dies nicht der Fall, ist ihr Honig frei von Gentechnik. Doch je nach Entscheidung der Leipziger Richter könnte auf das Register in Zukunft kein Verlass mehr sein.

Zusammen mit anderen deutschen und europäischen Imkerverbänden hat Mellifera e. V. deshalb nun an das Bundesverwaltungsgericht appelliert, dafür zu sorgen, dass die Behörden auch in Zukunft im Sinne der Verbraucher handeln können. Gleichzeitig fordert der Verband die Verbraucher auf, zur Urteilsverkündigung nach Leipzig zu kommen. “Sie haben die Möglichkeit, durch Ihre Anwesenheit deutlich zu machen, dass eine breite Bevölkerungsmehrheit gegen Gentechnik im Essen ist”, so Mellifera-Vorstand Thomas Radetzki.

Das Positionspapier der Imker finden Sie unter

http://www.bienen-gentechnik.de/gen/gen.news/news.gen.34/

17. Februar 2012
Position deutscher und europäischer Imker
zum Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht
Unkenntnis darf nicht zum Freibrief für Gentechnik auf dem Acker werden
Imkerverbände fordern Recht auf gentechnikfreien Honig
Dürfen gentechnisch veränderte Pflanzen, für die keinerlei Anbaugenehmigung vorliegt, auf dem
Acker verbleiben, nur weil der Bauer bei der Aussaat nichts davon wusste, dass das Saatgut gentechnisch
verunreinigt war? Um diese Frage geht es bei der Verhandlung des Bundesverwaltungsgerichtes
am 29. Februar in Leipzig. Als Vertreter der Imkerschaft sagen wir dazu ganz klar „Nein“.
Wir appellieren an das Gericht, bei seiner anstehenden Entscheidung die Verbraucherinteressen zu
wahren und den Behörden nicht die Möglichkeit zu nehmen, das deutsche und europäische Gentechnikrecht
auch tatsächlich durchzusetzen. Wer keine Gentechnik im Essen haben will, soll auch
in Zukunft die Wahlfreiheit haben. Ungenehmigt angebauter gentechnisch veränderter Raps muss
schon deshalb in jedem Fall umgepflügt werden, weil sein Pollen sonst in den Honig gelangt, der
damit seine Verkehrsfähigkeit verliert. Der Lieferant oder Hersteller des Saatguts muss nach dem
Verursacherprinzip in die Haftung genommen werden. Denn nur wenn er den Bauern entschädigen
muss, hat er ein echtes Interesse daran, das Saatgut frei von gentechnisch veränderten Organismen
zu halten.
Derzeit bietet das deutsche Standortregister, in dem jeglicher Anbau gentechnisch veränderter Organismen
aufgelistet sein muss, Sicherheit für Imker und Verbraucher gleichermaßen. Befindet sich in Flugweite
der Bienen kein im Register ausgewiesenes Feld mit gentechnisch veränderten Pflanzen, können
Imker sicher sein, dass ihr Honig frei von Gentechnik ist. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes
in Leipzig, das am 29. Februar erwartet wird, könnte jedoch die Verlässlichkeit des Standortregisters
aushebeln. Damit würde Gentechnik durch die Hintertür auf den Tellern der Verbraucher landen, und
die Existenz der Imker wäre gefährdet, weil ihr Honig vernichtet werden müsste.
Worum geht es bei diesem Prozess? Ein hessischer Bauer hatte bei der Rapsaussaat unwissentlich
mit Gentechnik verunreinigtes Saatgut ausgebracht. Dieser Raps darf in Europa weder als Lebensmittel
noch als Futtermittel angebaut werden. Deshalb ordnete das Land Hessen an, den Raps
umgehend unterzupflügen. Der Landwirt vertritt die Auffassung, die Anordnung sei unrechtmäßig
gewesen, weil er von der Verunreinigung des Saatguts nichts gewusst habe. Das Land Hessen steht
dagegen auf dem verbraucherfreundlichen Standpunkt, dass dies keine Rolle spielt, da der Bauer auf
alle Fälle ohne Genehmigung gentechnisch veränderte Organismen freigesetzt habe. Nachdem die
ersten beiden Instanzen zu unterschiedlichen Einschätzungen der Rechtslage kamen, soll nun das
Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden.
Das anstehende Urteil ist von enormer Tragweite für den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft
und Imkerei und die Wahlfreiheit des Verbrauchers. Gerade Raps ist im Hinblick auf den Einsatz von
Gentechnik eine besonders problematische Pflanze. Zum einen kreuzt er sehr leicht aus; das heißt
Position der Imkerverbände, 17.2.2012 – Seite 2
Peter Maske
Präsident Deutscher Imkerbund
Villiper Hauptstr.
53343 Wachtberg/Villip
Manfred Hederer
Präsident Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund
Hofstattstr. 22a
86919 Utting
Thomas Radetzki
Vorstand Mellifera e.V.
und Vertreter Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik
Fischermühle 7
72348 Rosenfeld
Albrecht Pausch
Vertreter Bundesfachausschuss Imkerei, Bioland
Unterschnatterbach 3
85298 Scheyern
Günter Friedmann
Vertreter Bundesfachgruppe Demeter Bienenhaltung
Küpfendorf 37
89555 Steinheim
Peter Thießel
1. Vorsitzender Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e.V.
Am Heisterkamp 7
29456 Hitzacker
Walter Haefeker
Präsident European Professional Beekeepers Association
Tutzinger Str. 10
82402 Seeshaupt
dass sich die gentechnisch veränderten Eigenschaften nicht nur auf „normalen“ Raps, sondern auch
auf verwandte Pflanzenarten übertragen. Zum anderen wird er als einer der wichtigsten Nektarspender
im Frühjahr unweigerlich von den Bienen angeflogen, was bedeutet, dass sein Pollen im Honig
landet. Honig ist aber nach einer Entscheidung des europäischen Gerichtshofs vom vergangenen
Jahr nicht verkehrsfähig, wenn er Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, die in der
EU nicht als Lebensmittel zugelassen sind. Das heißt, dass der gesamte Frühjahrshonig vernichtet
werden muss, wenn gentechnisch veränderter Raps blüht. Damit wäre die Existenz der ganzen
Imkerschaft gefährdet. Bei der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts steht also viel mehr auf
dem Spiel als die Rechte eines Landwirts.
Wir fordern daher, dass die Behörden auch in Zukunft die Möglichkeit haben müssen, die Grundprinzipien
des europäischen und deutschen Gentechnikrechts – Wahlfreiheit und Koexistenz – im Interesse
der Verbraucher durchzusetzen. Die gesamte gentechnikfreie Produktion basiert auf der Reinheit
des Saatguts. Ist die nicht gewährleistet, bekommen die Verbraucher Gentechnik auf den Teller – ob
sie wollen oder nicht. Jegliche direkte oder indirekte Aufweichung der in der EU geltenden Nul

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/25253.html
20.02.2012 |

Österreichs Hühnerfleisch ab jetzt gentechnikfrei

Produkte ohne Gentechnik: Die Nachfrage steigt. (Photo: Infodienst Gentechnik)
Österreich ist dem Ziel, Lebensmittel komplett gentechnikfrei zu produzieren, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Ab heute ist in den Regalen der großen Supermärkte Hühnerfleisch aus garantiert gentechnikfreier Produktion zu finden, das Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen. Rund 90% des österreichischen Mastgeflügelmarktes ist damit abgedeckt. Bereits 2010 ist wurde die komplette österreichische Milch- und Frischeier-Produktion auf gentechnikfrei umgestellt. Diese Produkte werden mit der Kennzeichnung „Ohne Gentechnik hergestellt“ des Vereins „ARGE Gentechnikfrei“ versehen sein. Auch in Deutschland können Hersteller, die auf gentechnisch verändertes Futtermittel verzichten, ihre Produkte mit dem Ohne-Gentechnik-Siegel kennzeichnen.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/25251.html
 

20.02.2012 | permalink

Imkerverbände warnen vor verunreinigtem Saatgut

Der Schutz des Honigs vor Verunreinigungen bedarf gesetzlicher Regelungen. Foto: Bild: Maja Dumat/pixelio.de
Imker fordern die Behörden in einem gemeinsamen Positionspapier auf, sich für die Saatgutreinheit einzusetzen. Sie appellieren an die Justiz, mit Gentechnik verunreinigte Pflanzen in jedem Fall umpflügen zu lassen. Bleiben die Pflanzen auf dem Acker, kann der Honig durch verunreinigte Pollen seit dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Abfallprodukt werden. Am 29. Februar wird das Bundesverwaltungsgericht Leipzig in einem Fall entscheiden, bei dem ein Bauer versehentlich gentechnisch verunreinigtes Raps-Saatgut ausgebracht hatte, für das in Europa keine Anbau-Zulassung vorliegt. Bisher herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Felder umgebrochen werden müssen, weil es sich um Pflanzen handelt, für die keine Genehmigung vorliegt oder ob das Umbrechen erspart bleiben soll, weil das Ausbringen in Unwissenheit des Landwirtes geschehen ist. Das kommende Urteil soll Klarheit schaffen und ist für die Imker von enormer Tragweite. Es geht um den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft und Imkerei und die Wahlfreiheit des Verbrauchers. Die geltende Nulltoleranz dürfe nicht aufgeweicht werden, so die Imker.

„Sagt der Bauer zum Knecht während dieser am Wegrand verreckt: Du stirbst dich ja leicht, du hast ja nichts!“

Ein Artikel für Leo.
Danke Helene!
LG
FG

http://derstandard.at/1328507744793/Agrarkonzerne-im-Visier-Zu-Tode-geschuftet-fuer-den-Biosprit
 
Agrarkonzerne im Visier

Zu Tode geschuftet für den Biosprit

Sandra Weiss aus La Isla, 14. Februar 2012 17:37

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Foto: ap/dapd/esteban felix
Ein Zuckerrohrschneider in Chichigalpa, Nicaragua, trinkt Wasser aus einem Kanister. Pellos, einer der größten Zuckerrohrkonzerne Nicaraguas, behauptet, seine Arbeiter ausreichend mit Wasser zu versorgen. Dennoch sterben Tausende an Nierenversagen.

Zuckerrohrschneider in Mittelamerika sterben zu Tausenden an rätselhaftem Nierenversagen – Wissenschafter tippen auf zu schwere Arbeit, zu wenig Wasser und die Praktiken großer Agrarkonzerne

Die Schule von La Isla ist gepflegt für ein so kleines Dorf inmitten der weiten Zuckerrohrfelder im Westen Nicaraguas. Frischgestrichen in Weiß-Blau und blitzblank geputzt. Seit einiger Zeit gibt es sogar Computer. „Seit die Medien anfingen, über uns zu berichten“, sagt Lehrer Roger de la Cruz. Von seinen 320 Schülern sind ein Drittel Waisen. Ihre Väter sind gestorben, mit 40, mit 30, die jüngsten erst Anfang 20. „Manchmal gibt es jeden zweiten Tag ein Begräbnis“, sagt der Dorflehrer von La Isla. Der 6000 Einwohner zählende Ort wird im Volksmund nur noch „Die Insel der Witwen“ genannt. Alle Männer starben an der gleichen Krankheit: chronischem Nierenversagen.

Eigentlich eine Zivilisationskrankheit, die ältere Menschen trifft. In La Isla ist das anders, fast alle waren junge Männer, kräftige Landarbeiter. Sieben von zehn Männern sind nach Auskunft der Nichtregierungsorganisation La Isla in dem Ort nierenkrank, in Europa ist es einer.

Zweithäufigste Todesursache

La Isla ist kein Einzelfall. In El Salvador ist Nierenversagen die zweithäufigste Todesursache bei Männern. In Nicaragua sterben mehr an Nierenversagen als an Aids und Diabetes zusammen. 24.000 Tote waren es in den vergangenen zehn Jahren in Nicaragua und El Salvador. Von 2005 bis 2009 wuchs die Zahl laut der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation in Nicaragua um 41 Prozent, in El Salvador und Guatemala um 26 Prozent.

Besonders hoch ist der Anteil im feuchtheißen Tiefland, wo Zuckerrohr und Baumwolle angebaut werden. Von einer „neuen Epidemie unbekannter Ursache“ spricht die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dass ihr auf dem Grund gegangen wird, dem stehen mächtige Interessen entgegen.

Salvadors Gesundheitsministerin María Isabel Rodríguez wollte die neue Krankheit auf die Liste chronischer Leiden auf dem amerikanischen Kontinent setzen – und stieß auf erbitterten Widerstand der USA. Rodríguez vermutet deshalb einen Zusammenhang mit dem jahrelangen Einsatz giftiger Pestizide ohne entsprechende Schutzmaßnahmen.

Das brächte internationale Chemiekonzerne in die Schusslinie. Und auch einheimische Firmen wie den Zuckerkonzern Pellas, der einer der reichsten Familien Nicaraguas gehört. Milliarden stehen auf dem Spiel. Nicht nur an Entschädigungen, sondern vor allem an Absatzmärkten.

Absatzmarkt Europa

Denn der Konzern plant, seine Zuckerrohrproduktion für den Ethanolexport in die USA und nach Europa auszuweiten. Zehn Prozent des Treibstoffs sollen laut EU-Richtlinie bis 2020 mit Agrotreibstoffen versetzt werden. Die USA fördern einem Wikileaks-Bericht zufolge massiv Biosprit in Mittelamerika, um damit den Einfluss des venezolanischen linken Präsidenten Hugo Chávez zu konterkarieren, der in den vergangenen Jahren mit Petrodollars und billigen Erdöllieferungen seine Fühler in den Hinterhof der USA ausgestreckt hat.

Aurora Aragón weiß, was auf dem Spiel steht. Die Medizinerin ist die Erste, die in Nicaragua die mysteriösen Todesfälle vor zehn Jahren entdeckt und untersucht hat. Sie hat Nierenwerte gemessen, Vergleichsstudien angestellt, Blutwerte und Grundwasser untersucht. Mit kaum staatlicher Unterstützung und einer totalen Blockade durch Pellas.

„Es gibt mehrere Hypothesen: Vergiftung durch Pestizide oder extreme Arbeitsüberlastung in heißem Klima ohne ausreichende Wasserzufuhr“, zählt Aragón auf. Möglich ist auch eine Kombination dieser Faktoren. Zu einem ähnlichen Schluss kamen die Ärzte Carlos Orantes und Ramón Trabanino, die zeitgleich in El Salvador forschten. Analysen des Grundwassers haben zwar Belastungen mit Schwermetallen, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Bakterien des Wassers ergeben, aber sie liegen unter den weltweit zulässigen Höchstnormen. Haben sich die Männer schlicht und ergreifend totgearbeitet?

Zuckerrohrschneider arbeiten als Tagelöhner im Akkord und bekommen ein Plus, wenn sie das vorgegebene Soll übererfüllen. Jede Minute, die mit Trinken oder mit einer Pause verbracht wird, ist „verlorene Zeit“. Und noch einer neuen Vermutung geht derzeit ein US-Professor nach: dem Klimawandel. Der Wissenschafter will Temperaturkurven und Nierenerkrankungen in Nicaragua, Indien, Australien und Indonesien vergleichen. „Dies könnte möglicherweise erklären, warum das Phänomen erst in den 1990er-Jahren auftrat und auf Zuckerrohrplantagen in höhergelegenen Gebieten weniger geballt auftritt“, sagt Aragón.

Neun Jahre Tagelöhner

Pablos Vater Salomón Marcelino Vargas sitzt er in einem Plastikstuhl vor seiner einfachen Ziegelhütte, blass und gekrümmt vor Schmerzen. Neun Jahre lang schuftete er als Tagelöhner auf der Plantage, die keine zehn Meter neben seiner Hütte beginnt. Pellas war lange der einzige Arbeitgeber weit und breit. 4200 Angestellte plus 1400 Saisonarbeiter hat die Firma. Viele sind eingestellt über Drittfirmen, haben Zeitverträge und sind nur so lange sozial abgesichert, wie ihr Vertrag läuft.

Von morgens sechs bis 15 Uhr war Vargas ohne Schutzkleidung unter sengender Sonne auf den Feldern, pflanzte Zuckerrohr, versprühte ohne Schutzkleidung Chemikalien, schnitt das erntereife Zuckerrohr. Sein Wasser musste er von zu Hause mitbringen. Vor zwei Jahren, kurz nachdem sein Bruder an Nierenversagen gestorben war, wurde auch bei ihm ein erhöhter Kreatininwert festgestellt. Vargas wurde nicht wieder eingestellt. Mit 40 Jahren und sieben Kindern, das jüngste ist zwei. Bei neun liege sein Kreatininwert, sagt er, normal sind Werte um die 1,2.

Alle im Dorf glauben, dass Pellas schuld an der Krankheit ist. Das Unternehmen, Hersteller des weltberühmten Rums Flor de Caña, weist Vorwürfe wie diese zurück. „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern und der Erkrankung“, sagt Firmensprecher Ariel Granera im neunten Stock des verspiegelten Firmensitzes in der Hauptstadt Managua.

„Seit Jahren verwenden wir nur von der Regierung zugelassene Pestizide, die Arbeiter werden mit isotonischen Getränken und einem ausgewogenen Mittagessen versorgt und haben ein Ruhezelt, wo sie sich im Schatten erholen können. Die Firma hat vier Millionen US-Dollar investiert für Medikamente, den Ausbau der Straßen und des Spitals, für Mikrokredite und landwirtschaftliche Projekte in der Region“, zählt er auf.

Wenig Wasser, viel Arbeit

Ignorieren kann Pellas die Todesfälle nicht mehr. Als das Unternehmen 2006 einen Kredit bei der zur Weltbank gehörenden IFC beantragte, um eine Ethanolfabrik zu bauen, wurde dieser nach Protesten der Arbeiter zunächst auf Eis gelegt und eine Schlichtungsinstanz einberufen.

Die Universität von Boston testete im Auftrag von Weltbank und Pellas Pestizidrückstände im Blut der Arbeiter und fand keine erhöhten Werte. Ein Persilschein für Pellas ist das aber nicht. „Alles deutet auf extreme Dehydrierung bei großer Hitze und schwerer körperlicher Arbeit hin“, bestätigt auch ein Bostoner Wissenschafter die Vermutungen seiner Kollegen aus Mittelamerika.

Nicaraguas sozialistische Regierung ignoriert das Problem weitgehend. Kosten für Dialyse und Nierentransplantate sind unerschwinglich in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die Regierung hat wenig Mittel und andere Prioritäten – anders als im Nachbarland El Salvador.

Die Regierung dort ist zwar der Ursache auch noch nicht auf die Schliche gekommen, hat aber immerhin ein staatliches Unterstützungsprogramm aufgelegt – mit kostenloser Dialyse einschließlich Transport ins Krankenhaus und ständiger medizinischer Überwachung.

Die Einwohner von La Isla hingegen haben die Hoffnung fast schon aufgegeben. Während Granera im Pellas-Hochhaus am sauberen Image des Unternehmens bastelt und Aragón versucht, weitere Forschungsmittel aufzutreiben, kämpft Vargas um sein Leben. Und Dorflehrer de la Cruz tut sein Bestes, um mit einem Animationsprogramm am PC doch noch ein Lächeln auf die Gesichter seiner Schüler zu zaubern. (DER STANDARD, Printausgabe, 15.2.2012)

http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Friesland/Varel/Artikel/2801221/Experiment-f%FCr-Unterricht-zu-langwierig.html

VAREL, 14. Februar 2012

Experiment für Unterricht zu langwierig
Biologie-Unterricht Gentechnik im Leistungskursus der Abiturienten – Ausrüstung in Jever stationiert
Die Schüler des 12. Jahrgangs experimentierten mit gen-veränderten Bakterien. Manfred Buchner unterrichtete auch Bio-Lehrer in der Experimentiertechnik.

von Hans Begerow

Varel – Als die Schüler des Leistungskurses Biologie des Lothar-Meyer-Gymnasiums am Montag ihre sechsstündige Klausur zur Vorbereitung der Abiturprüfungen schrieben, dürfte zumindest das Thema Gentechnik keine Schwierigkeit gemacht haben. Mit experimenteller Gentechnik hatten sie sich nämlich zuvor in einer ganztägigen Veranstaltung im Naturwissenschaftlichen Trakt des Lothar-Meyer-Gymnasiums beschäftigt. 17 Schüler sowie Biologielehrerin Petra Roloff hatten einen Sonnabend geopfert, um sich von Manfred Buchner vom Staatlichen Studienseminar in Wilhelmshaven in die experimentelle Gentechnik einführen zu lassen. Das Mariengymnasium Jever, wo Buchner unterrichtet, verfügt über entsprechende Laborgerätschaften, die in einigen kleinen Koffern Platz finden – und 30 000 Euro gekostet haben.

Teure Pipetten
„Das kriegen wir im normalen Unterricht nicht hin, das kann man nicht in anderthalb Stunden im normalen Unterricht zerhacken“, erläuterte Petra Roloff. Sie freute sich, dass die Schüler trotz der anstehenden Bio-Klausur gekommen waren. „Wir haben das im Unterricht natürlich vorbereitet“, sagte die Biologielehrerin zu dem Thema Gentechnik, in dem die Schüler sich mit der Plasmid-Isolierung, der Restriktionsanalyse, DNA-Elektrophorese und der Transformation befassen. An der praktischen Ausführbarkeit hätte es aber gemangelt am Lothar-Meyer-Gymnasium. Allein die für die Experimente notwendige Mikropipetten kosten 400 Euro das Stück. „Was hier steht, kostet 30 000 Euro. Mit drei großen Koffern ist Manfred Buchner hergekommen. Das haben der Landkreis und Sponsoren angeschafft, damit wir im ganzen Norden diese Experimente machen können.“ Buchner bietet es für die Schüler von Leistungskursen an.

Bei den Schülern kommt der Blick über den Tellerrand an. „Ja, natürlich. Es lohnt den Aufwand und ist sehr interessant, weil im Schulalltag die Möglichkeiten dazu nicht hat“, sagt Schülerin Patricia Oetken.

Video:Bioexperiment am Lothar-Meyer-Gymnasium

Grundzüge vermittelt
„Es macht schon Spaß“, sagt ihr Mitschüler Maximilian Janßen. Er weist aber auf die Belastung durch die Klausurenphase hin. „Grundzüge der Gentechnik werden vermittelt“, erläuterte Manfred Buchner. Aus bestimmten Bakterienstämmen, die gegen Antibiotika resistent sind, wird das Plasmid, die Erbinformation herausgeholt. Die Erbinformation wiederum wird in andere Bakterien übertragen, die diese Eigenschaft zuvor nicht hatten. Die Bakterien werden dann auf andere Nährböden übertragen. „Und die können nur dort wachsen, weil sie diese Erbinformation aufgenommen haben. Die Tatsche, dass ein Bakterium dort wächst, heißt, dass es mit dem Antibiotikum fertig wird.“ Die Bakterien produzieren ein Enzym, das die Antibiotika abbaut.

Moderner Unterricht
Das andere Experiment, besteht darin, das Plasmid, die Erbinformation, elektro­phoretisch aufgetrennt und verifiziert. Elektrophorese ist ein modernes Verfahren, „aber sehr viel ungenauer als diese Transformation“, so Buchner. Das dauert aber auch sieben Stunden, mehr als die üblichen anderthalb Unterrichtsstunden. „Was wir hier machen, ist Industriestandard. So wird im Labor gearbeitet.“ Buchner hatte am Lehrstuhl für Mikrobiologie der Universität Erlangen Kontakte geknüpft und durch Stiftungsgelder das notwendige Labormaterial angeschafft. „Wir arbeiten immer noch mit der Universität Erlangen zusammen. Die schicken uns die Zellen, die wir benötigen. Wird nachmittags abgeschickt und morgens können wir damit arbeiten. Das klappt seit sechs Jahren.“

Die Gerätschaften stehen zur Verfügung. Ziel sei, dass die verschiedenen Schulen in der Landesschulbehörde sich das abholen – Leer, Delmenhorst, Wildeshausen. Petra Roloff wird am kommenden Wochenende erstmals in eigener Verantwortung am Lothar-Meyer-Gymnasium den Versuch durchführen. „Das ist ein enormer Einsatz, vier Wochen hintereinander am Wochenende unterwegs zu seien. Deshalb will ich das für unsere Schule selbst anbieten“, sagte Petra Roloff. „Das ist moderner Biologieunterricht“, sagte Buchner.

NWZzeigt einen Beitrag unter TV http://www.NWZonline.de/tv Gentechnik im Unterricht: Manfred Buchner, Biologie-Lehrer am Mariengymnasium Jever und Fachleiter Biologie am Studienseminar Wilhelmshaven, bietet das Experimentieren mit gen-veränderten Bakterien für Bio-Leistungskurse der Gymnasien an. Gemeinsam Dr. Peter Flache (KGS Wiesmoor) hatte er bereits Biologie-Lehrer im Experimentieren fortgebildet (die NWZ  berichtete). Dr. Flache, einst Mitarbeiter der biologischen Fakultät Erlangen und heute Bio-Lehrer an der KGS Wiesmoor, war an der Entwicklung des Experiments maßgeblich beteiligt.

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