Gentechnikland Österreich? – Persilschein – Menschenversuch…

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wzwissen/technologie/404224_Gentechnikland-Oesterreich.html

Trotz starker Vorbehalte in der Bevölkerung wird an Laborpflanzen für die Landwirtschaft geforscht
Gentechnikland Österreich?

Von Klaus Faißner

„In der Risikoforschung könnten wir weltweit Nummer eins werden.“
Ein Mitarbeiter der Uni Graz brachte es Mitte Juli, für viele überraschend, ans Tageslicht: In Österreich wird eifrig an der Agro-Gentechnik geforscht – wenn auch in Glashäusern. Er wies in einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Graz darauf hin, dass am Institut für Pflanzenwissenschaften eineinhalb Jahre illegal gentechnisch veränderte Raps-, Tomaten-, Tabak- und Ackerschmalwand- beziehungsweise Arabidopsis-Pflanzen angebaut wurden, die Fenster über Monate immer wieder offen standen und eine Windverfrachtung des Pollenmaterials „bereits erfolgt“ sei.
Laut Pressestelle der Uni Graz wurden daraufhin lediglich die wenigen Rapspflanzen und ein Drittel aller anderen genmanipulierten Organismen zerstört, der Rest wachse nach dem Zurückschneiden weiter. Ob es zu Schäden in der Natur gekommen ist, werde nicht untersucht.
Wie sieht es mit dem Ausmaß der Gentechnik-Forschung, die noch dazu vielfach vom Steuerzahler finanziert wird, für Acker und Teller in Österreich aus? Hier lägen keine Zahlen vor, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium, da der Begriff Agro-Gentechnik „im Gentechnikgesetz nicht verwendet wird“. Auch Schätzungen über das Forschungsvolumen sind nur schwer zu erhalten. So meint ein – zum Thema kritisch eingestellter – Experte, dass in den vergangenen 20 Jahren „wahrscheinlich über 100 Millionen Euro“ öffentliche Gelder in die Agro-Gentechnik und damit „in die Grundlagenforschung für multinationale Konzerne“ gepumpt wurden. Aktuell laufen Agro-Gentechnikprojekte zumindest an der Boku Wien, am Biotechnologiezentrum Wien, am Universitäts- und Forschungszentrum Tulln und eben in Graz.

„Alle lachen uns aus“
Seit 20 Jahren in der Agro-Gentechnikforschung tätig ist Margit Laimer Da Camara Machado vom Institut für Angewandte Mikrobiologie an der Boku Wien. Als positive Ergebnisse der Gentechnik-Forschung hierzulande sieht sie zum Beispiel die Entwicklung virenresistenter Obstbäume, stärkehaltiger Kartoffelsorten oder sogenannter Pharma-Pflanzen, die Antikörper gegen das HI-Virus entwickeln. Aufgrund der allgemein restriktiven Haltung in Österreich sei es allerdings unmöglich, Genehmigungen für kleine Freisetzungsversuche zu erhalten. Das Ganze sei mit Trockenschwimmen zu vergleichen. „Wir sind das einzige Land im ganzen EU-Vergleich. Alle anderen lachen uns aus“, so Laimer.
„Wenn gentechnisch veränderte Pflanzen in der Natur ausgebracht werden, sind sie nicht mehr rückholbar, und sie vermehren sich“, hält Alberta Velimirov entgegen. Sie war bis vor kurzem am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) in Wien tätig und wirkte an einem der aufsehenerregendsten Gentechnik-Versuche der vergangenen Jahre mit. Um ausreichend Forschungsgelder für diesen Bereich zu generieren, müsste dem Wunsch der Bevölkerung nach Gentechnikfreiheit entsprochen werden.
Dies würde bedeuten, sich auf die Erforschung der Risiken der Gentechnik zu konzentrieren: „Wir könnten auf diesem Gebiet weltweit die Nummer eins werden.“ Das große Problem sei aber, dass es bisher fast unmöglich sei, wissenschaftlich erfasste Risiken der Gentechnik zu präsentieren, ohne Repressalien zu fürchten. „Die Wissenschafter sollten sich zusammentun und auf angemessenem Niveau diskutieren, ohne unter die Gürtellinie zu gehen“, so Velimirov.
Studie unter Verschluss
Im Oktober 2008 präsentierte das Gesundheitsministerium eine Studie über die Auswirkungen der Verfütterung von Genmais. Die mit Genmais gefütterten Versuchstiere waren bereits ab dem dritten Wurf weniger fruchtbar als die gentechnikfrei gefütterte Kontrollgruppe. Es stellte sich jedoch heraus, dass die statistische Auswertung fehlerhaft war. Die Studie wurde zurückgezogen und bis heute nicht publiziert, obwohl Studienautorin Alberta Velimirov sie inzwischen überarbeitete. Diese Leistung müsste aber insbesondere von Studienleiter Jürgen Zentek erbracht werden, heißt es aus dem Ministerium. Doch dieser signalisierte nach seiner Übersiedlung an die Universität Berlin, kein Interesse mehr zu haben. Velimirov schlägt einen Ausweg vor: Internationale und von der Industrie unabhängige Wissenschafter sollten ihre Korrekturen überprüfen, sodass es doch noch zu einer Veröffentlichung kommen kann. Der Ball liegt nun beim Ministerium.

http://ooe.orf.at/news/stories/2505335/

Keine Gentechnik auf Feldern
Das Gentechnik-Monitoring, das die Landwirtschaftskammer Oberösterreich im Auftrag des Landes 2011 bereits zum zweiten Mal durchgeführt hat, stellt den Feldern im Bundesland einen Persilschein aus.
Man sei gentechnikfrei, sagt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Bei der ersten Untersuchung 2009 waren zwei verunreinigte Saatgut-Partien gefunden worden, die daraufhin nicht zum Anbau kamen.
Oberösterreich sei das einzige Bundesland, das ein Monitoring durchführt, so Hiegelsberger. Ein Teil der diesjährigen Untersuchung umfasste die Saatgut-Überprüfung bei acht Betrieben. Alle waren negativ.
Publiziert am 13.10.2011

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/404223_Ein-grosser-Menschenversuch-ohne-Kontrollgruppe.html

„Ein großer Menschenversuch ohne Kontrollgruppe“

Von Alexandra Zawia
Forscher werden mundtot gemacht, meint Dokumentarfilmer Bertram Verhaag.

Bertram Verhaags Film „Gekaufte Wahrheit“ (ab Freitag im Kino) versucht, Licht in die Machenschaften der Industrie zu bringen.
„Wiener Zeitung“: In „Gekaufte Wahrheit“ zeigen Sie, dass die möglichen Gefahren genmanipulierter Nahrung nicht wissenschaftlich untersucht sind. Wie kann das sein?

Bertram Verhaag: Weil 95 Prozent der Wissenschafter, die im Bereich der Gentechnik forschen, direkt oder indirekt von der Industrie finanziert werden. Denn sobald jemand etwas veröffentlicht, das den Interessen der Industrie zuwiderläuft, etwa dass Ratten eine höhere Sterblichkeit, ein schwächeres Immunsystem oder eingeschränkte Zeugungsfähigkeit aufweisen, nachdem sie mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden, macht die Industrie unglaublichen Druck. Gentechnisch manipulierte Lebensmittel sind insgesamt billiger für die Industrie als natürliche. Kritische Wissenschaftler bekommen keine Forschungsgelder oder werden als interessengeleitete Aktivisten verunglimpft oder verlieren sogar ihren Job.

Im Frühjahr 2001 zog das weltweit wichtigste Wissenschaftsmagazin „Nature“ einen Artikel zurück, den der renommierte Biologe Ignacio Chapela einige Monate zuvor eingereicht hatte. Warum?

Er berichtete darin über die Vermischung von einheimischem mexikanischen Mais mit gentechnisch veränderten Sorten, also in einem Land, in dem gentechnisch angebaute Produkte strikt verboten sind. Oaxaca, wo der gentechnisch veränderte Mais gefunden wurde, ist zudem nicht irgendein Winkel dieser Erde. Dort ist das genetische Reservoir der Urmais-Sorten für die ganze Welt. Chapelas Entdeckung war daher höchst alarmierend für die Industrie und traf eine Achillesferse der Gentechnik-Betreiber: die Frage der Koexistenz.

Wissen die Bauern in Oaxaca, dass der Mais, den sie als traditionellen Mais verkaufen, genmanipuliert ist?

Die haben keine Ahnung.

Ein anderer führender Nahrungsmittelforscher, Árpád Pusztai, sagt im Film, wir befänden uns in einem großen Menschenversuch ohne Kontrollgruppe. Wie ist das zu verstehen?

Es gibt bis heute keine einzige Studie, die schlüssig erklären würde, welche positiven und welche negativen Eigenschaften eine gentechnisch veränderte Pflanze hat. Pusztai hatte im August 1998 im britischen Fernsehen ein kurzes Interview gegeben, in dem er von Testreihen mit Ratten berichtete, die mit einer gentechnisch veränderten Kartoffel gefüttert worden waren. Sie erlitten gravierende Organkrankheiten, Entzündungen, Immunschäden und retardiertes Organwachstum. Innerhalb weniger Stunden war Pusztai im heftigsten politischen Kreuzfeuer, sogar der damalige britische Premierminister Tony Blair hat interveniert. Pusztai wurde verboten, sich weiter zu seinen Forschungen zu äußern. Seine Unterlagen wurden konfisziert, der Zugang zu seinen Labors versperrt. Wenig später erhielt er die Kündigung und wurde aus dem nationalen Wissenschaftsgremium ausgeschlossen.

Sie möchten mit ihren Filmen zeigen, wie groß hier die Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist. Welche Erfolgschancen hat die Anti-Gentechnik-Bewegung?

Es ist ein Riesenerfolg, dass die bayerische Staatsregierung im letzten Jahr den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verboten hat. Wir Konsumenten werden von der Industrie nicht gefragt, ob wir Nahrungsmittel mit genmanipulierten Inhalten essen wollen. Antworten müssen wir trotzdem, umso lauter.

Rom, Italien

Media Advisory – La Via Campesina

Farmers at the Committee on Food Security: „No to the corporate food system!“
(Rome, 14 October 2011) A delegation of women and men farmers from around the world representing the international movement La Via Campesina will attend the 37th Session of the Committee for World Food Security (CFS) in Rome from October 17 to 22. Small-scale farmers will defend a food and agricultural system free from the corporate grip.
„We will not feed people by allowing big business to continue to grab land and resources from local communities,“ says Henry Saragih, General Coordinator of the 200 million-strong farmers organisation La Via Campesina.
While the economic crisis is pushing more people into hunger and poverty, transnational companies are acquiring vast expanses of agricultural land to establish industrial export-oriented plantations, while local food producers are expelled and deprived of their means of subsistence. Kalissa Regier, a young farmer from Canada says: „La Via Campesina urges the CFS to reject the World Bank principles for Responsible Agricultural Investment (RAI) and demands strong Guidelines for the Responsible Governance of Tenure of Land, Fisheries, and Forests in order to guarantee people’s access to land and life resources“.
The issue of investments in agriculture will also be at the core of negotiations in Rome. „The CFS has to guarantee that small-scale farmers remain the main investors in the agricultural sector and that they receive support to develop local food production,“ says Andrea Ferrante, an Italian farmer leader. The corporate sector is trying to control agriculture and food production by investing massively in commercial and industrial agriculture. To feed the world, priority should be given to local and sustainable food production and not to export commodity crops.
The CFS meeting will also address the issue of price volatility that has become endemic since the 2007-2008 food crisis. Price stability is vital to guarantee stable food production. It is urgent to develop local markets, to protect domestic markets against cheap imported products and to build public reserves. Food sovereignty should underlie all public policies to face the current economic and food crises.
Meetings with the press:
Saturday 15 October – Piazza San Giovanni : Via Campesina’s participation in the March of the Indignados in Rome, Message from Angel Strappazzón – farmer from Argentina – at the end of the march (in the afternoon)
Wednesday 19 October, 1 pm-1.30 pm: Press conference and symbolic action by la Via Campesina „Small farmers for a corporate free agriculture“ –
In the Food Sovereignty tent in front of the FAO building (Angelo Salita di San Gregorio)
Thursday 20 October (afternoon) : Action against landgrabbing (more information will follow)
Contacts for the media (To interview Via Campesina farmers in Rome)
Annelies Schorpion: mobile phone +393319209210 (or +32474847280), email:
More on www.viacampesina.org


La Via Campesina
Via Campesina is an international movement of peasants, small- and medium-sized producers, landless, rural women, indigenous people, rural youth and agricultural workers. We are an autonomous, pluralist and multicultural movement, independent of any political, economic, or other type of affiliation. Born in 1993, La Via Campesina now gathers about 150 organisations in 70 countries in Asia, Africa, Europe, and the Americas.

International Operational Secretariat:
Jln. Mampang Prapatan XIV no 5 Jakarta Selatan 12790, Indonesia
Tel/fax: +62-21-7991890/+62-21-7993426
Email: viacampesina@viacampesina.org

http://www.ihr-einkauf.com/magazin/de/welternaehrungstag-unfaire-regelwerke-produzieren-hunger

Welternährungstag: Unfaire Regelwerke produzieren Hunger

Autor: Sana Brauneram 14. Okt 2011

Ein Fußballmatch illustriert das böse Spiel von Agrarkonzernen und Spekulanten. Ort des Geschehens ist der Stephansplatz in Wien. Zeitpunkt dieser Aktion ist der 14. Oktober 2011.
Unter dem Motto Ein unfaires Match“ luden FIAN Österreich, ÖBV-Via Campesina Austria und die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar zu einem (Schau)spiel der besonderen Art:

© Bild: Fotos: Brigitte Reisenberger

Ort des Geschehens ist der Stephansplatz in Wien. Zeitpunkt dieser Aktion ist der 14. Oktober 2011. – Unter dem Motto Ein unfaires Match“ luden FIAN Österreich, ÖBV-Via Campesina Austria und die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar zu einem (Schau)spiel der besonderen Art: Das Team der Agroindustrie Eintracht Profit“ trat gegen den FC Essen für Alle!, die Frau- und Mannschaft von Landlosen, Kleinbäuerinnen, armen Frauen und FischerInnen an.

Um anläßlich des Welternährungstages (16.10.) auf die strukturellen Ursachen von Hunger und Unterernährung aufmerksam zu machen, zeigten die veranstaltenden Organisationen im Bild eines Fußballspiels karrikierend die sehr ernsten strukturellen Probleme im Weltagrar- und Ernährungssystem auf: Agrarkonzerne und InvestorInnen kaufen oder pachten große Landflächen in Entwicklungsländern und berauben damit Kleinbauernfamilien, die bisher auf und von diesem Land gelebt haben, ihrer Lebensgrundlage. Im Spiel wird die Mittellinie zugunsten des Eintracht Profit“ verschoben. Patente auf Saatgut ermöglichen es internationalen Kornzenen, die alleinige Kontrolle über Saatgut zu übernehmen. Das heißt im unfairen Match: Plötzlich alle Tore für die Eintracht Profit“ – egal von wem sie erzielt wurden. Weitere Problemlagen wie die mangelnde Unterstützung für die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Entwicklungsländern, der schädliche Einfluss der Finanzmärkte, ungerechte Förderungen und Subventionen in den Industriestaaten und die wirtschaftliche und politische Macht der Agrarmultis werden so aufgezeigt.

Eindrücke vom Spielverlauf: Zwei Mannschaften laufen auf’s Feld – aber welch ungleiches Bild: Das Team der Agroindustrie ist Dank des Sponsorings multinationaler Agrarkonzerne bestens ausgerüstet und besetzt strategisch die wichtigen Positionen. Die Frau- und Mannschaft von Landlosen, Kleinbäuerinnen, armen Frauen und FischerInnen hat keine einheitlichen Dressen und muss gegen eine Übermacht ankämpfen. Der Schiedsrichter ist der freie Markt“. Gleich zu Beginn sorgt er für einen Aufreger: Der Torhüter der Mannschaft des Südens wird des Platzes verwiesen. Liberalisieren!“ ruft der Schiri. Protektionismus hat am Weltmarkt nichts verloren!“ Die Buchmacher jubeln – durch geschicktes Spekulieren sind sie die großen Gewinner abseits des Platzes

Laut Welternährungsorganisation (FAO) hungern weltweit mehr als eine Milliarde Menschen. Mehr als fünfzig Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist für sie das grundlegende Recht jedes Menschen, sich angemessen zu ernähren, nicht erfüllt“, kritisiert Gertrude Klaffenböck von der Menschenrechtsorganisation FIAN. Diese täglich millionfachene Menschenrechts¬verletzungen bleiben weitgehend unbestraft. Im Gegenteil: Es werden unglaubliche Kraftanstregungen unternommen, um eine Wirtschafts-, Agrar- und Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten, die Ausgrenzung und Marginalisierung vorantreibt und so Hunger und Unternährung ständig neu organisiert.“ stellt Klaffenböck empört fest.

Der überwiegende Teil des weltweiten Hungers hat strukturelle Ursachen, nur etwa einem Zehntel davon liegen Ursachen wie Dürre, Katastrophen oder Kriege zugrunde. Ein Großteil der Menschen, die hungern, sind Kleinbäuer/innen. Immer mehr von ihnen werden systematisch am Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und Märkten gehindert und im Namen des sogenannten freien Marktes“ ins Abseits gedrängt. Ihre verzweifelten Versuche, sich dagegen zu wehren, werden kriminalisiert. Dabei sind es nach wie vor die Kleinbauern und insbesondere Kleinbäuerinnen, die den Löwenanteil der Lebensmittel weltweit produzieren – trotz der ungleichen Voraussetzungen!“, erklärt Irmi Salzer von der Bäuer/innenbewegung ÖBV-Via Campesina Austria.

Herbert Wasserbauer von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar fordert ein Umdenken: Wir dürfen vor der Tatsache nicht die Augen verschließen, dass unser Wirtschaftsmodell entscheidend dazu beiträgt, dass Millionen Menschen auf unserer Welt zu wenig zum Leben haben. Unsere Wirtschaft, unsere Politik, unser Lebensstil machen Hunger! So wie wir derzeit leben, stülpen wir den Menschen in den Armutsregionen unserer Welt die Folgekosten über.“

http://www.berlinerliteraturkritik.de/detailseite/artikel/auf-dem-grund-der-geschichte-david-r-montgomerys-dirt-1.html

Auf dem Grund der Geschichte – David R. Montgomerys „Dirt“
Nach Montgomerys Schätzung gehen jährlich 24 Milliarden Tonnen Erde verloren
© Die Berliner Literaturkritik, 18.09.08

Gesundheit

Chemikalie hemmt Fortpflanzung

12. Oktober 2011 von honigmann

Die Industriechemikalie Bisphenol A steht im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Marieke Degen berichtet.

Mit der Industriechemikalie Bisphenol A lassen sich große Mengen Plastik herstellen. Allerdings ist der Stoff gesundheitsgefährdend. Wie sehr genau, wollen Genetiker von der Harvard Medical School mithilfe eines winzigen Fadenwurms herausfinden.

Bisphenol A ist praktisch überall. In Babyfläschchen, in Plastikschläuchen auf der Intensivstation, im Thermopapier von Kassenbons, in Lebensmittelverpackungen und in Flammschutzmitteln. Bisphenol A ist ein sogenannter endokriner Disruptor, ein Stoff, der in das Hormonsystem von Mensch und Tier eingreifen und offenbar die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Das haben schon diverse Studien mit Ratten und Mäusen gezeigt.

Die Forscher versuchen herauszufinden, was die Chemikalie genau verursacht, ob sie direkt Gene schädigt oder nur deren Funktion stört. Die Ergebnisse mit Ratten und Mäusen reichten dazu nicht aus, daher griffen die Forscher zum Fadenwurm.

Der Fadenwurm Caenorhabditis elegans ist zwar nur einen Millimeter lang, trotzdem haben wir Menschen einiges mit ihm gemeinsam. Viele Fadenwurm-Gene sind auch in unserem Erbgut zu finden, und sie haben die gleiche Funktion. Die Forscher haben die Würmer in ihrem Labor auf speziellen Platten gehalten, die mit Bispehnol A bestrichen waren.

Das vollständige Manuskript zur Sendung können Sie auf der Seite der Sendung „Forschung Aktuell“ des Deutschlandfunks nachlesen.

Mehr zum Thema:

Bisphenol A in Schnullern (BUND)

Öko-Test untersucht Schnuller (Öko-Test)

http://wissen.dradio.de/gesundheit-chemikale-hemmt-fortpflanzung.35.de.html?dram:article_id=6573

+  Sa., 15. Oktober: weltweiter Aktionstag

Auch wenn die großen Medien kaum darüber berichten, ist gerade Großes im Gange:

Seit 17. September ist mit „occupywallstreet“ eine friedliche Besetzung/Demonstration im Gange, die sich für eine Rückkehr zur echten Demokratie und ein Wirtschaftssystem, das für alle Menschen da ist, einsetzt. Die Bewegung breitet sich aus, am 15. Oktober sind weltweit 662 Orte in 79 Ländern geplant. In Österreich sind (bisher) Demonstrationen/Aktionen in folgenden Orten bekannt: Wien, Linz, Salzburg, Steyr, Innsbruck, Graz, Villach, Salzburg. Wir sehen uns dort!

http://15october.net/de/, www.facebook.com/OccupyAustria, http://www.attac.at/9688.html