Gennetz – Oktober-Rundschau

Leider ist die redaktionelle Lage auch im Oktober nicht besser – eine riesenlange Sammlung von Meldungen und damit eine Herausforderung sondergleichen an die Geduld der Besucher und an ihre Computer-Mäuse… (die GENNETZ-Redaktion) – Wir beobachten – aber werten nicht!

Documentary – A Silent Forest. The Growing Threat, Genetically Engineered Trees –  

Full Movie

http://www.youtube.com/watch?v=w437uQf_A7c

Genial!

https://www.youtube.com/watch?v=tyq8Haz4kQg&feature=plcp

Wenn das nicht alleine schon Grund genug ist, zur großen Demo am 26. Oktober am Stephansplatz zu kommen? Bitte auch weitersagen und weiterleiten!

Herzliche Grüße,

Klaus Faißner

ÖSTERREICH WIRD FREI – Flugzettel4 PDF

http://orf.at/stories/2144307/

Autor von Genmais-Studie will Daten nicht an EU-Behörde liefern

Der französische Wissenschaftler Gilles-Eric Seralini, der mit einer Studie über die Gefahren von Genmais für Aufsehen gesorgt hatte, will der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine zusätzlichen Daten über seine Forschung zur Verfügung stellen.

Vielmehr müsse die EFSA ihre Daten veröffentlichen, auf deren Grundlage die Behörde den Genmais NK603 und das Pestizid Roundup als unbedenklich einstufte, sagte Seralini am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Es sei „ein Skandal“, dass die EFSA ihre Daten geheim halte.

Scharfe Kritik von EFSA

Seralinis Studie mit Bildern von Laborratten mit riesigen Tumoren hatte in der EU eine Diskussion über gefährliche Langzeitfolgen von genveränderten Pflanzen ausgelöst. Der in der Fachzeitschrift „Food and Chemical Toxicology“ veröffentlichten Studie zufolge sterben mit dem Genmais NK603 gefütterte Ratten jünger und erkranken deutlich häufiger an Krebs als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten.

Nachdem zu Wochenbeginn bereits das Bundesinstitut für Risikobewertung der Studie die wissenschaftliche Sorgfalt abgesprochen hatte, kritisierte die EFSA die Studie am Donnerstag scharf und erklärte, sie genüge „nicht den wissenschaftlichen Ansprüchen, um für eine Risikobewertung in Betracht gezogen zu werden“. Die Behörde forderte Seralini zudem auf, „wichtige zusätzliche Informationen“ offenzulegen, um diese bis Ende Oktober in eine umfassendere Bewertung der Studie einbeziehen zu können.

Daten erst nach EFSA-Offenlegung

Dem will Seralini nicht nachkommen: „Wir werden ihnen nichts geben“, sagte der Professor für Molekularbiologie der Nachrichtenagentur AFP. Zusätzliche Informationen sollten der Öffentlichkeit aber zugänglich gemacht werden, sobald die EFSA dies mit ihren Daten getan habe. Die EFSA müsse auch die Daten offenlegen, auf deren Grundlage andere genveränderte Pflanzen als unbedenklich eingestuft wurden, forderte Seralini.

Publiziert am 04.10.2012

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/26417.html

02.10.2012 |

Deutsche Behörde hält Gentech-Mais weiterhin für sicher

Das BfR bügelt eine Langzeitstudie zu Gentechnik-Risiken ab – Unabhängige Experten fordern eine ehrlichere Debatte

Auf Weisung der Regierung hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die aufsehenerregende Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen von Gentech-Mais des Herstellers Monsanto geprüft. Die Behörde kommt zu dem Schluss, es bestünde „kein Anlass für eine Neubewertung von Glyphosat und gentechnisch verändertem Mais NK 603.“ Die Thesen der französischen Forscher seien „nicht ausreichend belegt.“ Dabei wiederholt das BfR die gleichen Argumente, die von einigen Kritikern und Monsanto selbst vorgetragen worden waren. Unterdessen fordern unabhängige Wissenschaftler in einem offenen Brief eine ehrlichere Debatte der Untersuchungsergebnisse.

In ihrem gestern vorgelegten Bericht bemängelt die Bundesbehörde „Unzulänglichkeiten des Studiendesigns sowie der Art der Präsentation und Interpretation der Daten.“ Die Schlussfolgerungen der französischen Forscher um Gilles-Eric Séralini seien deshalb nicht nachvollziehbar. Séralini und seine Kollegen hatten in ihrer Untersuchung festgestellt, dass mit Gentechnik-Mais gefütterte Ratten häufiger an Krebs erkranken und früher sterben als ihre Artgenossen.

Das BfR, das im Mai selbst für seine Nähe zur Gentechnik-Industrie kritisiert worden war, führt dabei vor allem Punkte an, die kurz nach Erscheinen der Studie von Monsanto und einigen Wissenschaftlern ausgemacht und in der Medienberichterstattung weitestgehend unhinterfragt übernommen wurden. So wird kritisiert, die Studie habe eine Rattenart verwendet, die ohnehin zur Tumorbildung neige. Außerdem seien die Versuchgsruppen zu klein gewesen.

Diese Kritik stößt bei unabhängigen Experten jedoch auf Unverständnis. Die Ratten seien dieselben, die auch die Industrie für ihre Studien verwendet – und so die Zulassung für viele ihrer Gentechnik-Pflanzen von der EU erhalten hat. Außerdem folge die französische Untersuchung den Richtlinien der OECD für die Prüfung auf sub-chronische orale Toxizität. Auch die Industrie tut dies – allerdings mit dem Unterschied, dass sie die Versuchstiere nach drei Monaten tötet, während die französische Studie zwei Jahre lang lief und noch zusätzliche Daten erhob. Dass die Ratten, die Gentechnik-Mais fraßen, so häufig an Krebs erkrankten, war auch für Séralini und seine Kollegen eine Überraschung. Hätten sie dies von Anfang an vermutet, hätten sie wohl eine anderes Studiendesign herangezogen.

Der Biotechnologie-Experte Christoph Then hatte im Interview ebenfalls auf diese Punkte verwiesen. Er erklärte, die Hersteller von Gentechnik-Pflanzen untersuchten die Wirkungen häufig nur anhand weniger Gruppen, die tatsächlich gentechnisch verändertes Futter bekämen, und setze diese dafür in Relation mit einer größeren Zahl an Kontrollgruppen. Dadurch werde die statistische Auswertung allerdings „fragwürdig“. Then riet dazu, die Erkenntnisse der französischen Studie Ernst zu nehmen.

Darin dürften ihm wohl auch die Wissenschaftler zustimmen, die heute einen offenen Brief für eine ehrlichere, ausgewogenere Debatte der Risiken von Gentechnik-Pflanzen veröffentlichten. Die Experten der Universitäten Canterbury und Grampian in Großbritannien, der kanadischen Guelph-Universität, des renommierten Salk Instituts in Kalifornien und des Bioscience Resource Project fordern, die gentechnikfreundlichen Industrie-Studien genauso kritisch zu hinterfragen wie die nun von Vielen verrissene Untersuchung der Franzosen. Insbesondere betonen sie die Rolle der Wissenschaftsredaktionen in wichtigen Zeitungen und anderen Medien, die die Aussagen der Kritiker meist vollständig übernommen hätten – und das, obwohl diese Teil einer Kampagne des britischen Science Media Centre gewesen seien. Zu dessen Geldgebern zählen auch die wichtigen Gentechnik-Konzerne.

Das BfR ist nicht die einzige Behörde, die die aufsehenerregende Studie prüft. Ende dieser Woche wird die Bewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA erwartet. Auch Frankreich und Russland haben, neben anderen, eine Überprufung angeordnet.

GMO GLOBAL ALERT!

We call upon all concerned citizens and organisations to support the below call. To translate it into your own language and to urgently spread it as widely as possible.

SEE „GMO, Global Alert“

In English: http://youtu.be/Njd0RugGjAg

En français: http://youtu.be/C7furOivN10

Em português: http://youtu.be/xiQxh5JMfqc

Po polsku/In Polish: http://www.youtube.com/watch?v=pdvxdC9NPB8

The International Coalition to Protect the Polish Countryside – ICPPC recognises the outstanding importance of Professor Seralini’s research into the health threats of GMO and fully supports the call for an immediate suspension of all EU cultivation and import authorizations of GM crops, made by the Vice Chairman of the European Parliament Agricultural Committee, Jose Bove. ICPPC equally supports the same call made by the rapporteur on GMO’s in the European Parliament Committee on Environment, Public Health and Food Safety.

ICPPC believes that only a complete ban of GMO plants, seeds and foods, can prevent a health crisis of catastrophic proportions sweeping the globe.

GMO has been revealed to be an inherently dangerous , untested and ineffective laboratory technology which has reduced human societies to the status of laboratory rats by its addition to hundreds of widely purchased foods.

Supranational authorities and governments remain compliant in not enforcing the ‚precautionary principle‘ that would prevent GMO entering the food chain. They must now atone for their errors or face criminal charges for allowing the genocide of their own citizens.

If you can donate to our campaign please see

http://icppc.pl/pl/gmo/eng_index.php?id=eng_donate

With kind regards,

Jadwiga Lopata, the Goldman Environmental Prize winner

Sir Julian Rose, President

==========================

ICPPC – International Coalition to Protect the Polish Countryside,

34-146 Stryszów 156, Poland tel./fax +48 33 8797114  biuro@icppc.pl

www.icppc.pl   www.gmo.icppc.pl   www.eko-cel.pl

Dear Friends,

We would like to welcome you to join us in a very special experience right in the heart of the Polish countryside where ECOCENTRE ICPPC is located. An area rich in natural and cultural bio-diversity, with traditional and organic small scale family farms and delicious farmhouse foods. You will be housed on a small holding and in farmhouse accommodation known as ‚POTOCZEK‘ www.potoczek.pl

‚POTOCZEK‘ is situated right next to the ECOCENTRE ICPPC where you can  also join one of the following workshops:

13th October (Saturday) – Modern and energy-efficient heating systems for your home – lectures (with the practical aspects)‘

14th October (Sunday) – Photovoltaics in theory and practice – lectures and workshops

27th  October (Saturday)  – Clay and Straw Constructions – the Secrets of Ecological Houses. – lecutre and workshops

28th October (Sunday) –  How and why do you grow vegetables  grow?-  lectures and workshops

17th November (Saturday) –  Where can you find good food? ON THE WAY to self-sufficiency – lectures and workshops

18th  November (Sunday) – Photovoltaics in theory and practice – lectures and workshops

15th December (Saturday)  – Seasonal and healthy eating  – lectures and workshops

16th December (Sunday)  –  Modern and energy-efficient heating systems for your home – lectures (with the practical aspects)

For more details see our website:

http://eko-cel.pl/workshops

If you are interested to join and support our activities in Poland please contact ICPPC office: biuro@icppc.pl tel./fax: +48 33 8797114.

!!!You are welcome to stay longer with us in small holding POTOCZEK  www.potoczek.pl

With greetings,

Jadwiga and Julian

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ICPPC – International Coalition to Protect the Polish Countryside,

34-146 Stryszów 156, Poland tel./fax +48 33 8797114  biuro@icppc.pl

www.icppc.pl   www.gmo.icppc.pl   www.eko-cel.pl

http://www.derboersianer.com/news/usa/artikel/details/monsanto-mit-deutlichem-gewinnrckgang299206.html

Monsanto mit deutlichem Gewinnrückgang

Monsanto mit deutlicher Verlustausweitung: Der weltgrößte Agrarkonzern, Monsanto, mit Sitz in St. Louis (US-Bundesstaat…

Der weltgrößte Agrarkonzern, Monsanto, mit Sitz in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) hat seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal präsentiert. Demnach hat sich der Verlust deutlich ausgeweitet. Der Umsatz zeigte sich rückläufig. Die Erwartungen der Analysten wurden bei beiden Posten verfehlt.

Der Verlust weitete sich den Angaben zufolge von 112 Millionen Dollar oder 0,21 Dollar je Aktie auf 229 Millionen Dollar oder 0,42 Dollar je Aktie aus. Der bereinigte Verlust je Aktie wurde mit 0,44 Dollar angegeben, nach 0,22 Dollar im Vorjahresquartal. Analysten zeigten sich von den Zahlen enttäuscht, sie hatten im Vorfeld der Zahlen mit einem bereinigten Verlust von nur 0,42 Dollar je Aktie gerechnet.

Der Umsatz sank im vierten Quartal von 2,25 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf 2,11 Milliarden Dollar. Hier lagen die Schätzungen der Analysten zuvor bei höheren 2,23 Milliarden Dollar.

Für das Geschäftsjahr 2013 rechnet Monsanto mit einem Gewinn je Aktie in einer Spanne von 4,18 bis 4,32 Dollar, während Analysten von einem höheren bereinigten Gewinn je Aktie von 4,38 Dollar ausgehen. Für das erste Quartal sieht Monsanto einen Gewinn je Aktie in einer Spanne von 4,18 bis 4,37 Dollar. Analysten sehen hier einen Gewinn je Aktie von 4,40 Dollar.

Monsanto ist ein weltweit führender Hersteller und Anbieter von Agrarprodukten für Landwirte. Das Unternehmen zählt zu den Weltmarktführern in der Entwicklung und Produktion von umweltverträglichen Pflanzenschutzmitteln und verbessertem Saatgut unter Einsatz moderner Biotechnologie. In der Pflanzenzüchtung nutzt Monsanto konsequent und mit großem Erfolg biotechnologische Methoden, um zu nachhaltigen Lösungen für den weltweit wachsenden Bedarf in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung beizutragen.

Gegründet im Jahr 1901 blickt Monsanto auf eine hundertjährige Firmengeschichte zurück. In dieser Zeit hat sich das Unternehmen vom Chemiehersteller zum Spezialisten für Agrarprodukte entwickelt. Als selbständiger Agrarbereich gehört Monsanto heute zur Pharmacia Corporation, einem der international führenden Unternehmen der Pharmabranche.

http://kurier.at/nachrichten/4514251-gentechnik-kuh-gibt-allergenfreie-milch.php

Gentechnik: Kuh gibt allergenfreie Milch

In Neuseeland gelang es Forschern erstmals, eine Kuh gentechnisch so zu verändern, dass sie allergenfreie Milch gibt.

02.10.2012, 11:30

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Für all jene, die mit einer Allergie auf Milcheiweiße reagieren, ist dieses Forschungsergebnis möglicherweise eine deutliche Erleichterung des Alltags – und das sind immerhin bis zu drei Prozent aller Säuglinge: Erstmals haben Forscher eine Kuh derart genmanipuliert,  dass sie allergenfreie Milch gibt –  das Gen für das allergieauslösende Eiweiß Beta-Laktoglobulin ist blockiert. Bisherige Verfahren, das Beta-Laktoglobulin nachträglich aus der Milch zu entfernen, seien zu aufwendig und nur bedingt erfolgreich, sagen die Forscher. Daher habe man nach einer Methode gesucht, wie Kühe von vornherein Milch ohne diesen Inhaltsstoff erzeugen können.

Die Wissenschaftler erreichten dies, indem sie ein kleines Genstück in das Erbgut von befruchteten Rinder-Eizellen einschleusten. Dadurch produzierten die Zellen sogenannte microRNAs, kleine Moleküle, die das Gen für das Milcheiweiß blockieren. Aus einer dieser genetisch manipulierten Eizellen züchteten sie ein Kalb, das später tatsächlich Milch ohne Beta-Laktoglobulin gab. „Diese Art der RNA-Blockade erweist sich damit als effektive Strategie, um die Zusammensetzung von Milch, aber auch andere Eigenschaften von Nutztieren zu verändern“, schreiben sie dazu im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.

Mehr Calcium

„Der Milch des Kalbs fehlte nicht nur das allergieauslösende Beta-Laktoglobulin, sie enthielt zudem doppelt so viel Kaseine“, schreiben Anower Jabed und seine Kollegen von der University of Waikato und dem AgResearch Forschungszentrum in Hamilton. Das sei ein Vorteil, denn dadurch enthalte die Milch mehr Calcium, eigne sich aber auch besonders gut zur Käseherstellung. Kaseine sind die Eiweiße, die durch ihre Gerinnung dem Quark und Käse seine Festigkeit verleihen.

Bis man dies allerdings erreicht hat, war viel an Aufwand und genetischer Manipulation nötig. Im ersten Schritt entwickelten die Forscher verschiedene Varianten von microRNAs –  diese testeten sie dann an Mäusen, denn direkt an Rindern zu testen wäre zu teuer, so die Forscher. Bei einem von vier Versuchen seien daraus Mäuse entstanden, die diese microRNA-Gene trugen und auch an ihre Nachkommen weitergaben – das Milcheiweiß-Gen wurde bei diesen Tieren dadurch bis zu 98 Prozent blockiert.

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Kalb ohne Schwanz

Jene microRNA-Variante, die sich in den Mäuseversuchen als effektivste erwiesen hatte, testeten die Forscher bei Rindern. Fünf Embryos wurden Kühen als Leihmüttern eingesetzt; eine dieser Schwangerschaften war erfolgreich – ein weibliches Kalb wurde geboren. Überraschenderweise hatte dieses Kalb allerdings keinen Schwanz: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dies mit dem Einschleusen der fremden Gene zusammenhängt“, nmeinen die Forscher. Bei Rindern komme ab und zu von Natur aus eine Mutation vor, die schwanzlose Tiere verursache. Vermutlich habe die beim Klonen ausgewählte Zelle zufällig diese Mutation in sich getragen.

Als das Kalb sieben Monate alt war, verabreichten die Wissenschaftler ihm Hormone, um die Milchproduktion anzuregen. In der Milch sei kein Beta-Laktoglobulin nachweisbar gewesen, berichten die Forscher. Das zeige, dass die microRNA die Produktion dieses Milcheiweißes erfolgreich und gezielt blockiere. „Von allen anderen Milcheiweißen, darunter vor allem den Kaseinen, enthielt diese Milch dafür deutlich mehr“, schreiben Jabed und seine Kollegen.

http://www.orf.at/stories/2143785/

Teure Homepage: Berlakovich wortkarg zu Vorwürfen

Diesmal ist es Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), der in der Kritik steht – und das ausgerechnet unmittelbar vor seinem Auftritt im Korruptions-U-Ausschuss.

Laut einem Rohbericht des Rechnungshofs wandte sein Ministerium viel Geld für Inserate in Kleinmedien wie einer Zeitung des ÖVP-Bauernbunds auf – und praktisch bei jedem Inserat sei Berlakovichs Konterfei zu sehen. Der Minister zeigt sich bisher wortkarg, nur dass die Homepage 4,39 Mio. Euro gekostet hat, sieht sein Ressort nicht so.

4,39 Millionen für „Gesamtpaket“

Knapp 30 Millionen Euro hat das Landwirtschaftsministeriums von 2006 bis 2011 für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Das berichtet die „Presse“ unter Berufung auf einen nicht veröffentlichten Rohbericht des Rechnungshofs (RH). Minister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) wollte dazu noch nicht Stellung nehmen, sein Ressort konkretisierte bisher nur die Kosten für die neue Homepage.

Im RH-Bericht ist von stolzen 4,39 Mio. Euro für die Homepage die Rede. Aus dem Ministerium heißt es hingegen, die Neugestaltung sei im November 2011 mit der Onlineschaltung der Seite abgeschlossen worden und habe 1,35 Mio. Euro gekostet.

„Interner“ Auftrag ohne Vergabeverfahren

Die 4,39 Mio. Euro inkludierten sowohl laufende Betreuungskosten, Software, Informationssicherheit und Wartung als auch Weiterentwicklungen wie den Relaunch der Homepage und ein neues Content Management System (CMS) für den Zeitraum 2011 bis 2015, betonte das Ministerium. „Der Umstieg auf ein neues CMS war eine technische Notwendigkeit. Insgesamt werden die Kosten des alten Systems durch das neue System reduziert.“

Umstritten ist auch, ob das Projekt, wie das Ministerium behauptet, intern abgewickelt wurde: Den Auftrag erhielt ohne Vergabeverfahren das Land- und forstwirtschaftliche Rechenzentrum (LFRZ GmbH). Das Ministerium sehe die LFRZ GmbH also zum Ministerium gehörig, schreibt die „Presse“. Beim Rechnungshof sei man da anderer Meinung, da der LFRZ nicht nur von Ministeriumsvertretern beschickt wird.

RH-Rüge schon 2002

Es ist nicht das erste Mal, dass der RH das LFRZ unter die Lupe nimmt: Schon 2002 wurden in einem Bericht die fehlende Transparenz bei der Leistungsabwicklung sowie die personellen Verflechtungen von LFRZ und BMLFUW kritisiert. 2007 sagte der damalige Minister Pröll in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage, den Empfehlungen des RH sei „in vollem Umfang“ nachgekommen worden.

Pröll legt auch den Leistungsumfang offen. So habe im Jahr 2000 das Ministerium mehr als neun Millionen Euro für Leistungen des LFRZ bezahlt, 2001 waren es 7,5 Millionen, in den Folgejahren jeweils zwischen 5,4 und 6,1 Millionen Euro.

Ausgerechnet vor Ausschussladung

Berlakovich selbst gab sich am Montag wortkarg und verwies im Ö1-Mittagsjournal darauf, dass er am Dienstag im parlamentarischen Korruptionsuntersuchungsausschuss zur Inseratenvergabe der Regierung Stellung nehmen wird. Sein Büro erklärte gegenüber der „Presse“, man habe den Rohbericht erst am Donnerstag erhalten und nun drei Monate Zeit zur Stellungnahme.

Dass der Bericht ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt bekanntwurde, sorgt laut Mittagsjournal auch innerhalb der Koalition für Irritationen. Der Bericht war Ende letzter Woche an die Mitglieder des U-Ausschusses übergeben und wohl von dort den Medien zugespielt worden – mehr dazu in oe1.ORF.at.

Preisexplosion bei Homepages?

Die Website ist freilich nicht die erste, über deren Kosten gestritten wird: Der Rechnungshof hatte im Vorjahr auch die Kosten für den 2010 abgeschlossenen Relaunch der Parlamentshomepage kritisiert. Dieser hatte sich mit 1,92 Millionen Euro zu Buche geschlagen, obwohl der Erstauftrag nur für das Redesign des Webauftritts noch von Ausgaben von rund 72.000 Euro ausgegangen war. Immerhin erachteten die RH-Beamten das Projekt insgesamt als erfolgreich.

So hatte das Landwirtschaftsministerium für die damalige Homepage 23.380 Euro ausgegeben. Teurer war mit mehr als 35.000 Euro der Erstauftritt im Jahr 1999. Ein Internet-„Neustart“ des Gesundheitsministeriums habe 2002 17.760 Euro gekostet. Nach der Neuordnung der Ministerien 2003 seien dann mehr als 8.000 Euro für die Neugestaltung verwendet worden. Und das Außenministerium gab 70.000 Euro – exklusive Umsatzsteuer – aus.

Kritik auch an Inseraten

Noch keine Stellungnahme des Ministeriums gibt es indes zu den anderen Kritikpunkten im RH-Rohbericht. So heißt es darin, von den 29,73 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit 2006 bis 2011 (wobei Berlakovich ab 2008 Minister war, davor war es Josef Pröll) seien 13,01 Millionen an Printmedien gegangen.

Der RH moniere, dass teils Medien „mit untergeordneter oder nicht bekannter Reichweite“ profitiert hätten, schreibt die „Presse“, etwa die „Österreichische Bauernzeitung“, an der wiederum der ÖVP-Bauernbund beteiligt ist. Bereits Anfang des Jahres hatte eine parlamentarische Anfragebeantwortung ein ähnliches Bild gezeichnet. Der RH kritisiere überdies, dass im Jahr 2010 bei 94 Prozent der Schaltungen Fotos des Ministers abgedruckt worden seien.

Kritik an Berlakovich kam indes vom BZÖ: „Die Bauern lässt der Landwirtschaftsminister mit ihren Existenzängsten im Regen stehen, aber für Eigen-PR sind immer genügend Zeit und Geld da“, echauffierte sich BZÖ-Agrarsprecher Gerhard Huber.

http://www.vol.at/%E2%80%9Eunsere-zivilgesellschaft-braucht-euch-junge-aktivisten%E2%80%9C/3371302

30. September 2012 08:04; Akt.: 30.09.2012 09:21

„Unsere Zivilgesellschaft braucht euch junge Aktivisten“

von Wann&WoSchwarzach – „Die massenmordende Finanzoligarchie, die Spekulationshaie und Bankenhalunken, korrupte Politik und die bestechlichen Banditen in ihren Präsidentenpalästen im Süden, die alles beherrschenden Großkonzerne wie Monsanto und Cargill – sie sind die Verbrecher, die aus purer Profitgier den Planeten zerstören und Leichenberge auftürmen!“ Wir trafen unseren Freund Jean Ziegler bei den Medientagen in Wien: „Auch wir kommen dran und werden ins Elend gestürzt! Leisten wir Widerstand!“

WANN & WO: Du beschreibst in deinem neuen Buch „Wir lassen sie verhungern …“ (Bertelsmann) die komplexen Mechanismen, die töten: etwa die Exportsubventionen der EU (wie billigste deutsche Schweinefüße aus Massentierhaltung auf afrikanischen Landmärkten, die lokale Kleinbauern ruinieren), das Agrardumping und den durch die Weltbank legitimierten Landraub im großen Stil in der südlichen Hemisphäre sowie die Spekulation auf Nahrungsmittel, die die Preise explosionsartig in die Höhe treibt und den Welthunger dramatisch verstärkt. Wie wird uns die Verelendung treffen?

Jean Ziegler: Das Einzige, was uns derzeit noch von diesen Opfern trennt, ist der Zufall der Geburt. Aber auch unsere Zivilgesellschaften werden von diesen Verbrechern ins Elend gestürzt. In Spanien sind heute weit mehr als zwei Millionen Kinder permanent unterernährt aufgrund der Sparpolitik Sparpolitik der aktuellen Regierung. Am schlimmsten ist die Situation in absoluten Zahlen gesehen in Asien, den höchsten Anteil an Hungernden in der Bevölkerung gibt es aber nach wie vor in Afrika. Auch die Kommissare in Brüssel fabrizieren den Hunger. Der Landraub an afrikanischen Bauern, deren Grund und Boden an sogenannte ausländische „Investoren“ (wie etwa an den saudischen Multimilliardär Mohamed Al-Amoudi – hunderttausende Hektar zur Gewinnung von Bioethanol für 90 Cent pro Hektar in Äthiopien) verschachert wird, treibt die Landbevölkerung in die Slums der großen Städte und einige an die europäischen Außengrenzen, wo die hoffnungslosen und ausgezehrten Menschen mit militärischen Mitteln abgewiesen werden. Die EU-Politiker sind Heuchler wenn sie argumentieren, dass die afrikanische Landwirtschaft mit ausländischen Investoren produktiver betrieben wird. Konzerne beuten Land und Leute gnadenlos aus und vernichten die Umwelt und die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Agrar-Exportsubventionen der Industrienationen macht es den lokalen Bauern unmöglich, auf dem Markt zu bestehen, weil sie gegen die künstlich niedrig gehaltenen Preise keine Chance haben. Und der Grund weshalb die Landwirtschaft in Entwicklungsländern nicht modernisiert werden kann, ist die gesteuerte Überschuldung der betroffenen Staaten, die keinerlei Spielraum für Investitionen lässt – für Investitionen in die regionale Landwirtschaft, NICHT in Landraub! Alles was in diesen ärmsten Ländern produziert wird, wird zur Schuldentilgung, zur Tilgung der Zinsen und Zinseszinsen eingesetzt – die Menschen verhungern. Dazu kommt noch die Käuflichkeit der korrupten Führungsriegen im Süden, die es auf die Reichtümer abgesehen haben, die ihnen von den Konzernen versprochen werden. Sie verschachern skrupellos wertvolle Natur und ihre eigenen Völker zu einem Spottpreis.

WANN & WO: Inzwischen ist wirklich allen in Zusammenhängen denkenden Menschen klar, dass die herrschende strukturelle Gewalt, diese mordende Weltwirtschaftsordnung, die Katastrophe der entfesselten Finanzmärkte, in sich zusammenbrechen müssen – allerdings tragischerweise in einem Meer von Blut von Milliarden völlig unschuldiger Opfer bzw. Verlierern des Systems. Die Politik scheint blind und taub zu sein – meist weil sie in dieses unselige Treiben verwickelt ist. Was lässt dich dennoch unermüdlich für Freiheit, Unabhängigkeit, Gerechtigkeit kämpfen?

Jean Ziegler: Es ist dieselbe Motivation, die auch Miro und dich antreibt. Wir haben das schreckliche Sterben gesehen, die Kinder, die elend zugrunde gehen und qualvoll verhungern. Als mitfühlender Mensch mit auch nur einem Funken Gerechtigkeitssinn, kann man gar nicht anders, als den Kampf aufzunehmen und Aktivist zu werden. Und das kann jeder Einzelne von uns. Gott hat keine anderen Hände als die unseren. Wenn wir nichts tun, dann tut es niemand. Die politischen Parteien sind keine Hoffnung. Das neue historische Objekt, die Zivilgesellschaft – sie ist die Hoffnung! Der Aufstand des Gewissens hat bereits begonnen. In den Zivilgesellschaften zirkuliert der Wille zur Freiheit. Die Menschen wollen nicht länger in einer Finanzdiktatur leben, die unsägliches Elend und Berge von Leichen produziert. Ich bin ein Marxist und weiß, dass wir selbst diese kannibalische Weltordnung ändern müssen, sonst macht es keiner. Aufgeklärte, interessierte und aktive Menschen können und werden die ekelhaften Machenschaften der Großkonzerne am globalen Lebensmittelmarkt (Agrotreibstoffe, Genmanipulation, Pestizidverseuchung, Lebenmittelverfütterung an die Fleischindustrie, Tierqual in Massentierhaltung, nachhaltige Zerstörung der Umwelt, Trinkwasserverbrauch und –vergiftung u.v.a.) etwa durch ihr bewusstes Konsumverhalten zu Fall bringen. Es gibt Greenpeace, www. attac.at und viele andere Bewegungen, die Gemeinwohlökonomie vorantreiben. In einer Demokratie gibt es keine Ohnmacht. Das Volk, die Wähler, müssen den Finanzminister zwingen, beim nächsten Treffen der Weltbank für eine Totalentschuldung der ärmsten Länder zu stimmen, der Landwirtschaftsminister muss für ein sofortiges Ende des Dumpings sorgen und das Parlament zur Eliminierung des Börsengesetzes gezwungen werden.

WANN & WO: Hilfsaktionen in Zusammenarbeit mit diversen NGOs sind absolut wichtig und notwendig, doch leider nur Symptombehandlung und ein Tropfen auf den heißen Stein. Etwa der engagierte Rot-Kreuz-Einsatz von Ärzte-Teams, die in 12-Stunden-Schichten Noma-Kinder in Burkina Faso operierten – eine grausame, entstellende, tödliche Infektionskrankheit, die es gar nicht geben dürfte. Sie hat ihren Ursprung in der Mangelernährung und der daraus resultierenden Immunschwäche. Es müssen die Ursachen des Desasters bekämpft werden. Welche Verpflichtung haben hier die Medien?

Jean Ziegler: Aufzudecken, aufzuklären, positive und faire Alternativen aufzuzeigen, den Zivilgesellschaften im Sinne der Menschenrechte nützlich zu sein – so wie ihr das macht. Ich bewundere was ihr tut. Dazu muss man mutiger Visionär sein. Es nützt nichts zu schreiben „Hungersnot durch Dürre am Horn von Afrika“. Das ist Desinformation, das ist kein Journalismus. Ein wahrer Journalist muss genau hinschauen, Zusammenhänge erkennen wollen, das setzt echtes Interesse voraus und den Wunsch nach Veränderung, die Utopie – sie bezeichnet, was in unserem Leben fehlt. Sie umfasst die einklagbare Gerechtigkeit. Der Journalist – der Intellektuelle überhaupt – muss seinen Tagtraum verfolgen mit seinem Willen zur Gerechtigkeit. Er muss Bewusstsein schaffen, Zusammenhänge und Lösungen aufzeigen. Es gibt heute keinen objektiven Mangel – dank Technologie haben wir eine Produktivität, die 12 Milliarden Menschen ernähren kann – jetzt und heute! Der Welthunger ist struktureller Massenmord und organisiertes Verbrechen. Euch ist das eine Schlagzeile wert! Eure LeserInnen erkennen vieles und entwickeln ebenfalls den Mut zur Veränderung. Der Philosoph Edmund Burke schrieb: „Alles was es braucht, um das Böse triumphieren zu lassen, ist das Schweigen der guten Menschen.“ Die Presse muss das Schweigen brechen. Nehmt die Weltbanktheorie auseinander. Verschuldung, Abhängigkeit, Zinsen und Zinseszinsen führen ins Elend und zum Tod. Wer in seinem Bericht zu hohe Lebensmittelpreise auf eine Dürre zurückführt und die Spekulation auf dem Lebensmittelmarkt verschweigt, der spielt die wahre Dramatik herunter und desinformiert! Es ist ein Wunder, dass es die Pressefreiheit noch gibt angesichts der Macht einzelner Oligarchien, denn viele große Presseorgane gehören den Herren der kapitalistischen Weltordnung. So gehört die französische Zeitung „Figaro“ dem Kriegsflugzeughersteller Dessault und die „Libération“ der Bank Rothschild. Unabhängige, verantwortungsbewusste Journalisten schauen sich den Zustand unseres Planeten genau an und tragen zur positiven Veränderung bei. Ich glaube daran.

WANN & WO: Verleger Hans-Jörgen Manstein (Horizont, Bestseller, u.a.) erklärte, dass Journalismus heute längst Mut und Visionen verloren hat, wenn meist branchenfremde Verlags-Manager nur noch von Profitmaximierung, von Produkten als Marketinginstrumenten, von Zielgruppenabdeckung und Content sprechen und Redakteure in Abhängigkeit zu Zweckschreiberlingen degradieren.

Jean Ziegler: Ja, das hat er richtig gesagt. Vorhin meinte eine junge Wirtschaftsjournalistin mir gegenüber, das Thema Hunger sei keine Headline, das interessiere die Leute nicht, sei also keine „Story“ mit der man LeserInnen lukrieren könne. Das genaue Gegenteil ist der Fall und ihr seid das beste Beispiel dafür. Chefredakteure und freie, unabhängige Journalisten müssen sich ihrer Verantwortung wieder bewusst werden und Ethik und Werte über ihre Inhalte vermitteln. Die LeserInnen wollen verändern, sie werden sich der Dinge, die da passieren, bewusst, sie helfen und spenden, stehen für etwas ein, sie treten den Vereinen gegen Tierfabriken, attac oder Greenpeace bei – das sind ganz klar die Themen, die bewegen – neben allem Infotainment. Eure engagierte Arbeit liefert den Beweis dafür.

WANN & WO: Wir alle sollten uns zum Motto machen: „Nicht auf Kosten anderer!“ Danke für die Zeit.

Jean Ziegler: Ich danke. Wir bleiben in Verbindung. Alles Gute.

Verena und Miro Daum-Kuzmanovic haben Jean Ziegler in Wien getroffen.

 

http://diepresse.com/home/politik/eu/1295153/Beruehrungsaengste-mit-MonsantoMais?_vl_backlink=/home/politik/eu/index.do

Berührungsängste mit Monsanto-Mais

27.09.2012 | 18:26 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Während eine Maissorte ins wissenschaftliche Zwielicht gerät, steht in der EU die Zulassung einer weiteren an. Im Zentrum steht nun die umstrittene Lebensmittelagentur Efsa.

Brüssel. Wieder Monsanto, wieder Mais: Nach mehreren Anläufen ohne Einigung versuchten hohe Diplomaten der EU-Staaten in Brüssel am Donnerstag erneut, eine Entscheidung über die Zulassung der gentechnologisch veränderten Maissorte MIR162 zu treffen. Zu Redaktionsschluss der „Presse“ hatte das Treffen dieses Berufungsgremiums der Botschafter unter Vorsitz der Europäischen Kommission noch nicht begonnen. Doch schon vorher zeichnete sich ab, dass es weder für noch gegen die Genehmigung der Einfuhr dieses Futtermittels in die EU ausgehen würde. Befürworter und Gegner der Gentechnologie halten sich die Waage. Und damit fällt die unangenehme Entscheidung erneut der Kommission zu.

Für sie wird dieses Thema besonders heikel, weil es gerade erst mit einer zweiten umstrittenen Monsanto-Maissorte grobe Probleme gibt. Diese Maissorte mit der Typenbezeichnung NK603 ist bereits zur Verfütterung in Europa zugelassen, auf Basis eines wissenschaftlichen Gutachtens der EU-Lebensmittelagentur Efsa. Doch eine neue Langzeitstudie einer Gruppe von Biomedizinern an der Universität von Caen kam zum Ergebnis, dass dieser Mais, der gegen das Monsanto-Unkrautvernichtungsmittel Roundup immun ist, schwer krebserregend sei.

Die Studie wird zwar von anderen Wissenschaftlern angezweifelt. Die Forscher aus Caen hätten sich bei ihren Versuchen einer Rasse von Ratten bedient, die ohnehin eine höhere Anfälligkeit für die offenbarten Krebserkrankungen aufweise. Das politische Problem für die Kommission und die Lebensmittelagentur löst sich damit aber nicht.

Agentur prüft Krebsstudie

Nächste Woche will die Agentur ihre Einschätzung der kritischen Studie aus Caen vorlegen. „Sollten Informationslücken festgestellt werden, wird die Efsa sich an die Autoren wenden, um weitere Einzelheiten zu den im Rahmen der zweijährigen Studie verwendeten Methoden zu erfahren“, teilt die Agentur am Mittwoch mit. Diese Verfahrensweise entspricht, für sich genommen, sowohl den Vorschriften der Efsa als auch der wissenschaftlichen Redlichkeit. Allerdings ist die Glaubwürdigkeit der Lebensmittelagentur mittlerweile schwer ramponiert. Das liegt auch an mehreren problematischen Personalentscheidungen, die den Verdacht einer ungesunden Nähe zwischen ehemaligen Mitarbeitern der Agentur und Unternehmen aus der Lebensmittelbranche nahelegen.

So war zum Beispiel Suzy Renckens bis Mai 2008 in der Efsa dafür zuständig, die Risken gentechnisch veränderter Pflanzen zu bewerten. Dann wechselte sie schnurstracks in das Lobbybüro des Biotechnologiekonzerns Syngenta, der gentechnisch verändertes Saatgut herstellt. Ihr bisheriger Arbeitgeber, die Efsa, hat das kommentarlos erlaubt. Im April dieses Jahres hat die Behörde eingestanden, dass das ein Fehler war und einen Konflikt mit den Dienstpflichten Renckens‘ verursacht habe. Konsequenzen hatte das aber nicht.

Monsantos langer Arm

Und auch die Kommission, die das Vorschlagsrecht für den Verwaltungsrat der Efsa hat, legt einen bemerkenswerten Mangel an Fingerspitzengefühl an den Tag. Im heurigen Frühjahr schlug sie die Irin Mella Frewen für solch ein Amt vor. Die Geschäftsführerin des Lobbyverbands „FoodDrinkEurope“ hatte früher jahrelang in Brüssel als EU-Cheflobbyistin für Monsanto gearbeitet. Erst nach lautstarken Protesten von Nichtregierungsorganisationen und einem Aufruhr im Europaparlament beschlossen die Mitgliedstaaten, Frewen nicht in den Efsa-Rat zu entsenden.

http://www.krone.at/Schlagzeilen/EU-Staaten_ueber_Zulassung_von_Genmais-Sorte_uneins-Schlagzeilen-Story-335683

EU- Staaten über Zulassung von Genmais- Sorte uneins

27.09.2012, 22:36

Die EU- Mitgliedsstaaten haben sich am Donnerstag neuerlich nicht einigen können, ob die neue Genmais- Sorte MIR- 162 des Herstellers Syngenta in der Europäischen Union zugelassen werden soll oder nicht. Es habe weder eine Mehrheit für eine Zulassung noch für ein Verbot der Sorte gegeben, hieß es aus Brüssel. Auch eine aktuelle Studie zur Schädlichkeit von Genmais führte nicht zu einem Umschwung.

Insgesamt 13 Staaten stimmten den Angaben zufolge für eine Zulassung des Genmaises als Lebensmittel und Tierfutter, zehn dagegen. Vier Staaten enthielten sich. Entscheiden muss nun die EU- Kommission. Da die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) der Pflanze aber bescheinigt, dass sie keine gesundheitsschädlichen Wirkungen hat, muss die Kommission sich voraussichtlich für eine Freigabe entscheiden.

Ein französisches Forscherteam hatte in der vergangenen Woche eine Studie veröffentlicht, derzufolge mit Genmais gefütterte Ratten früher starben und deutlich häufiger an Krebs erkrankten als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhielten. Die Ratten wurden dabei mit Genmais der Sorte NK- 603 des US- Agrarkonzerns Monsanto gefüttert. Dieser ist in der EU nicht zum Anbau, jedoch zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen.

Monsanto hatte die Studie scharf kritisiert. Die Untersuchung entspreche nicht den „akzeptablen Mindeststandards“ für wissenschaftliche Studien, die Ergebnisse würden durch die vorgelegten Daten nicht gestützt. Es gebe daher „keinen nachvollziehbaren Zusammenhang“ zwischen gentechnisch verändertem Mais und den von den Autoren der Studie formulierten Ergebnissen. Auch Wissenschaftler kritisierten die Studie. Die EFSA will kommende Woche eine „vorläufige wissenschaftliche Bewertung“ vorlegen.

http://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/Die_Politik_misstraut_der_Wissenschaft.html?cid=33558758

28. September 2012 – 11:00

Die Politik misstraut der Wissenschaft

Studenten pflanzen am 25. April 2008 auf einem Versuchsfeld in der Nähe der Forschungsanstalt Reckenholz der Universität Zürich gentechnisch veränderte Weizensetzlinge. (Keystone)

Von Marc-André Miserez, swissinfo.ch

Bis Ende 2013 gilt in der Schweiz ein Moratorium für genetisch veränderte Pflanzen (GVP), das um vier weitere Jahre verlängert werden könnte. Die Forschungsergebnisse können die Politiker offenbar nicht überzeugen. Und noch weniger die resoluten Gegner.

Während genetisch veränderte Pflanzen (GVP) seit 15 Jahren die USA, Lateinamerika und Indien überfluten, stossen sie in Europa weiterhin auf Misstrauen, insbesondere in der Schweiz.
 
2005 stimmte das Schweizer Volk einem 5-jährigen Moratorium für den kommerziellen Anbau von Gentech-Pflanzen zu. 2010 verlängerte das Parlament dessen Frist um drei Jahre.
 
Versehen mit einem Mandat des Bundesrats, der Schweizer Regierung, beschäftigten sich während dieser Zeit Wissenschafter mit Fragen der Nützlichkeit und Risiken der Verbreitung von diesen aus der „Grünen Gentechnik“ entstandenen Pflanzen. Dies im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 59 des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Das Programm, das 2005 zur gleichen Zeit wie das Moratorium begann, lieferte Ende August dieses Jahres seine Forschungsergebnisse ab.
 
Diese sind klar: „Das Nationale Forschungsprogramm ‚Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen‘ (NFP 59) hat keine Gesundheits- oder Umweltrisiken der Grünen Gentechnik festgestellt. Ihr wirtschaftlicher Nutzen ist unter den heutigen Bedingungen der Schweizer Landwirtschaft bescheiden. Er könnte in Zukunft allerdings steigen, wenn Pflanzen mit kombinierten Merkmalen, beispielsweise Herbizid- und Krankheitsresistenzen, zum Einsatz kommen“, heisst es in einer SNF-Medienmitteilung vom 28. August.

“ Der Anbau von Gentech-Pflanzen muss drei Bedingungen erfüllen: Er muss ökologisch, landwirtschaftlich und wirtschaftlich interessant sein. Aber gegenwärtig wird keines der drei Kriterien erfüllt. “ 
Bernard Nicod, SBV

Misstrauen der Schweiz…

Die Zusammenfassung des Schlussberichts des NFP 59 hört sich an wie ein grünes Licht der Wissenschaft an das Bundeshaus. „Lancieren Sie einen Aufruf an die Politik?“, fragte ein Journalist an der Pressekonferenz zur Präsentation des Berichtes. „Unbedingt“, antwortete Professor Dirk Dobbelaere von der Universität Bern. Er ist Präsident der NFP-Leitungsgruppe.
 
Ein Aufruf, der gut dokumentiert ist, aber kaum Chancen hat, gehört zu werden. Am 26. September hat sich nämlich der Nationalrat, die grosse Parlamentskammer, mit 112 gegen 62 Stimmen für eine Verlängerung des Moratoriums bis 2017 ausgesprochen. Angesichts der andauernden Zweifel an GVP, wie sie im Zusammenhang mit einer jüngst veröffentlichten französischen Studie erneut aufgebracht wurden (siehe Spalte rechts), fanden die Pro-GVP-Argumente aus Wirtschaftskreisen kein Gehör bei der Mehrheit der Abgeordneten. Der Ständerat, die kleine Parlamentskammer, hat sich noch nicht zu einer Moratoriums-Verlängerung ausgesprochen.
 
Die Mitglieder des SBV bleiben weiterhin mehrheitlich Gegner des kommerziellen Anbaus von Gentech-Pflanzen. „auch wenn es sich dabei nicht um eine grundsätzliche Opposition dagegen handelt“, wie SBV-Vorstandsmitglied Bernard Nicod erklärt.
 
“Der Anbau von Gentech-Pflanzen muss drei Bedingungen erfüllen: Er muss ökologisch, landwirtschaftlich und wirtschaftlich interessant sein. Aber gegenwärtig wird keines der drei Kriterien erfüllt.“

…und noch mehr bei den NGO

Greenpeace Schweiz hat sofort auf die Schlussfolgerungen des NFP 59 reagiert und namentlich „das Fehlen einer vertieften Analyse der Risiken des Konsums von genetisch veränderten Produkten für die Gesundheit von Menschen und Tieren“ verurteilt.
 
Tatsächlich haben die Schweizer Forscher zu diesen Fragen keine eigenen Recherchen gemacht. Sie stützten sich lediglich auf die bereits weltweit vorhandene wissenschaftliche Literatur (über 1000 Studien). „Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass in der Schweiz der menschliche oder tierische Organismus anders reagiert als im Ausland“, heisst es im NFP-59-Bericht.
 
Diesen Studien fehle es am notwendigen zeitlichen Abstand, bemängelt Greenpeace. Denn die Auswirkungen auf die Gesundheit sind nach Ansicht der Nichtregierungs-Organisation (NGO) erst langfristig erkennbar. Greenpeace zweifelt zudem stark an der Unabhängigkeit solcher Untersuchungen, die öfter von der GVP-Industrie finanziert worden seien.
 
“Es geht uns nicht um ein ‚Nein‘ aus Prinzip zu jeder Form von Gentechnik“, sagt Françoise Minarro, Sprecherin von Greenpeace Schweiz. „Wir sind viel weniger extrem, als das Image, das uns die Leute verpassen. Wir sind für Forschung in begrenzten Bereichen, zum Beispiel zu medizinischen Zwecken. Doch eine industrielle Nutzung wird keinesfalls die gleichen Auswirkungen haben wie diese Versuche im Labor oder im offenen Feld auf ganz kleinen Flächen. Wir verlangen lediglich, dass das Prinzip der Vorsicht befolgt wird.“ Deshalb fordert Greenpeace Schweiz unbedingt die Verlängerung des Moratoriums.
 
Die schweizerische Entwicklungsstiftung Swissaid spricht sich ebenfalls klar für eine Verlängerung des Moratoriums aus. Laut Swissaid „verschärfen die GVP einzig und allein das Hungerproblem auf der Welt“.

“ Die Evolution der Arten basiert unter anderem auf genetischen Mutationen. Sie sind der Motor der Evolution. Sie sind es, welche die Biodiversität schaffen. “ 
Fabio Mascher, ACW

Dampfwalze Monsanto

„GVP bedeuten Umweltbelastung, Intensivproduktion und das Verschwinden der traditionellen Kulturen. Und die grosse Mehrheit dieser Pflanzen generiert nicht einmal einen höheren Ertrag als die anderen Pflanzen“, sagt Françoise Minarro, die auf den Dokumentarfilm „Monde selon Monsanto“ und das gleichnamige Buch von Marie-Monique Robin verweist, beide 2007 erschienen.
 
Die französische Investigativjournalistin (Albert-Londres-Preis 1995) hat von den USA bis nach Vietnam und von Europa bis Paraguay die gelinde gesagt aggressiven kommerziellen Praktiken des amerikanischen Agro-Chemie-Multis aufgedeckt. Monsanto ist heute weltweit die Nummer eins im Bereich GVP-Saatgut.
 
Marie-Monique Robin zeigt namentlich auf, wie Monsanto die sehr liberale amerikanische Gesetzgebung im Bereich Nutzung der Gentechnik buchstäblich diktiert hat. Vor der Kamera der Journalistin gibt der ehemalige Landwirtschaftsminister der demokratischen US-Regierung von Präsident Bill Clinton zu, es habe viel Druck auf ihn gegeben, „um, sagen wir es so, nicht zu streng zu sein“.

Überleben des Fähigsten… oder des Nützlichsten

Um ihre Studien zu begleiten, haben die Schweizer Forscher des NFP 59 ihr Saatgut nicht bei Monsanto gekauft. Sämtliche ihrer Saatkörner bezogen sie aus staatlichen Labors oder Schweizer Universitäten.
 
Fabio Mascher von der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) des Bundesamts für Landwirtschaft (BFL) hat an Versuchen mit dem Anbau von genetisch verändertem Korn auf offenem Feld gearbeitet, um dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber gewissen Pilzen zu testen und die Verbreitungsrisiken in der Natur zu evaluieren. Die Schaffung von GVP gehört nicht zu den Aufgaben des Phytopathologen, Mascher ist Experte für klassische Selektionsmethoden.
 
“Ja, die Evolution der Arten basiert unter anderem auf genetischen Mutationen. Sie sind der Motor der Evolution. Sie sind es, welche die Biodiversität schaffen“, erklärt Mascher. „Gemäss den Thesen Darwins selektioniert die Natur die überlebensfähigsten Individuen. Dagegen behält die klassische Selektion die für die Menschen nützlichsten Individuen zurück, und das sind nicht unbedingt dieselben.“
 
“Doch diese Bedürfnisse sind nicht rein kommerzieller Natur, sagt Mascher. „Es geht darum, den Widerstand gegen Krankheiten zu stärken oder den Ertrag zu vergrössern, um mehr Menschen auf der Welt ernähren zu können, kurz, um das Überleben unserer Art.“
 
Mehr Menschen ernähren. Das ist tatsächlich eines der Ziele, die nach dem Willen der politischen Behörden, die das NFP 59 in Auftrag gegeben haben, mit GVP erreicht werden sollten. Die Politik muss nur noch überzeugt werden, dass dieses Ziel ohne unerwünschte Kollateralschäden erreicht werden kann…

Marc-André Miserez, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Französischen: Jean-Michel Berthoud)

http://www.boerse-go.de/nachricht/Wells-Fargo-stuft-Monsanto-von-Marketperform-auf-Outperform-hoch,a2930612,b159.html

Wells Fargo stuft Monsanto von Marketperform auf Outperform hoch.

Kategorie: Up- & Downgrades / Ratings: USA | Jandaya | Uhrzeit: 12:51

Monsanto … 91,39 2,12%

Wells Fargo stuft Monsanto von Marketperform auf Outperform hoch.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gentechnik-wieder-streit-um-genmais.931602b0-e39f-4c06-88ba-7cd56828a84c.html

Gentechnik Wieder Streit um Genmais

Tanja Volz, 26.09.2012 11:00 Uhr

Ratten können durch Genmais krank werden, sagt ein französischer Forscher. Foto: dpa

Stuttgart – Eigentlich wollten die Agrarminister der Europäischen Union bei ihrem Treffen in Brüssel gar nicht über gentechnisch veränderte Pflanzen sprechen. Doch sie konnten nicht anders: Eine Studie des französischen Wissenschaftlers Gilles-Eric Séralini von der Universität Caen sorgt nicht mehr nur, wie berichtet, in der wissenschaftlichen Welt für heftige Diskussionen. Die Debatte um Genpflanzen hat nun wieder einmal auch die Politik erreicht. Macht der gentechnisch veränderte Mais krank? Oder vielleicht auch das Unkrautvernichtungsmittel Roundup, das bei diesen Pflanzen eingesetzt wird?Dies jedenfalls könnte man aus der französischen Untersuchung schließen.

„Wenn es den Verdacht gibt, dass hier krebserregende Stoffe drinnen sind, dann muss man das schleunigst und mit ­Hochdruck untersuchen“, sagte der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich. „Diese Studie zeigt nur, das hier sehr viele Fragezeichen bei der Gentechnik auf dem Tisch liegen.“ Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) mahnte, erst die Ergebnisse einer genaueren Untersuchung abzuwarten. „Wir werden die Studie natürlich ­überprüfen“, sagte sie. Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll warnte gleichfalls vor „voreiligen Schlüssen“. Derzeit prüft die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit Efsa die Studie.

Der wissenschaftliche Wert der französischen Studie wird beispielsweise von deutschen Biologen angezweifelt: „Sowohl von der Auswahl der Tiere als auch vom statistischen Ansatz her ist das Studiendesign nicht vertretbar“, sagte der Vizepräsident des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBio), Diethard Tautz. „Der Wirbel, den die Veröffentlichung ausgelöst hat, ist in keiner Weise angemessen, Forderungen nach sofortigen Konsequenzen können damit nicht begründet werden“, ergänzte der Genetiker vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön bei Kiel. Nach Angaben des Verbandes sei die Zahl der Versuchstiere zu klein gewesen und der verwendete Tierstamm sei krankheitsanfällig.

Séralini fütterte Ratten über zwei Jahre hinweg mit gentechnisch verändertem Mais. Zudem erhielten weitere Tiere das Totalherbizid Roundup im Trinkwasser. Mit diesem Pflanzenschutzmittel werden die Felder besprüht, auf denen der gentechnisch veränderte Mais wächst. Dieser Mais ist durch ein Resistenzgen immun gegen das Mittel, alle anderen Pflanzen sterben ab. Kontrolltiere erhielten Wasser ohne Herbizid und ihr Futter aus konventioneller Fütterung. Die Ratten, die Genmais und das Herbizid zu sich nahmen, starben früher und entwickelten häufiger Tumore. Somit wurden nicht nur Tiere krank, die gentechnisch veränderte Pflanzen gefressen hatten – lebensgefährlich könnte auch das Herbizid sein, das in geringen Mengen auch im Grundwasser nachgewiesen werden kann.

Tatsächlich sind die zu vergleichenden Gruppenzahlen sehr klein: Jeweils zehn Tiere stehen für eine Bedingung. Das ist für eine statistische Aussage in der Wissenschaft zu wenig. Weitere Studien sind nötig.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1877146/

26.09.2012 · 16:35 Uhr

Maniokwurzeln liegen in Uganda vor einer Hütte zum Trocknen in der Sonne. (Bild: picture alliance / dpa / Frank May)

Immun durch Gentechnik

Gentechnisch veränderte Cassava-Pflanzen werden resistent gegen Virenkrankheiten

Von Katrin Zöfel

Weil die Maniok-Pflanze selbst unter schlechten Bedingungen fast immer Ertrag liefert, schätzen Kleinbauern in Schwarzafrika die stärkehaltige Knolle. Sie ist das fünftwichtigste Grundnahrungsmittel weltweit, 600 bis 800 Millionen Menschen verzehren die Knollen jeden Tag. Forscher aus Zürich haben jetzt mithilfe von Gentechnik eine neue Sorte entwickelt, die gegen zwei Viruskrankheiten resistent ist.

„Der Cassava-Mosaik-Virus ruft sehr starke Symptome an den Blättern hervor, vor allem gelbliche Flecken entlang der Blattadern. Die zweite Krankheit, die Braunstreifen-Krankheit, ist versteckter. An den Blättern sieht man oft kaum etwas, sodass die Bauern gar nicht merken, dass sie ein Problem haben. Erst bei der Ernte sehen sie die braunen Stellen in den Knollen. Diese befallenen Knollen kann man nicht mehr essen.“

Herve Vanderschuren, Forscher an der ETH Zürich, beschreibt die Symptome von zwei Viruskrankheiten, die der tropischen Ackerpflanze Cassava, auch Maniok genannt, zu schaffen machen. Die eine, ausgelöst durch das Cassava-Mosaik-Virus, ist schon lange in fast ganz Afrika südlich der Sahara verbreitet. Es gibt aber bewährte Sorten, denen das Virus kaum etwas anhaben kann. Die zweite, die Braunstreifen-Krankheit, dagegen macht Experten Sorgen: Bisher gab es sie fast nur in Ostafrika, in Tansania oder Uganda. Doch seit einigen Jahren breitet sie sich aus. Die Cassava-Sorten, die es gibt, sind sehr anfällig dafür. Die Welternährungsorganisation FAO warnte deshalb 2011 vor einer Pandemie auf dem Acker und rief dazu auf, mehr Geld und Energie in die Entwicklung neuer Sorten zu stecken. Herve Vanderschuren und seine Kollegen waren da schon an der Arbeit:

“Wir wollten uns eine Sorte vornehmen und genetisch verändern, die bei den Bauern vor Ort beliebt und die resistent gegenüber dem Cassava-Mosaik-Virus ist. In diese Sorte wollten wir dann eine neue Resistenz gegen die Braunstreifen-Krankheit einbauen. Das hat nach vielen Versuchen funktioniert: Wir haben jetzt Pflanzen, die gegen beide Krankheiten gut gewappnet sind. Wir haben also natürliche und gentechnisch erzeugte Resistenz kombiniert.“

Die lokal angepasste Cassava-Sorte für ihre Versuche bekamen die Zürcher Forscher vom Internationalen Institut für Tropische Landwirtschaft IITA in Nigeria. Die Experten dort entwickeln seit Jahrzehnten neue Sorten, indem sie in langwierigen Tests die besten Varianten auswählen. Auf diese konventionelle Züchterarbeit baut Herve Vanderschuren auf. 

Das Genom der Viren, die die Braunstreifenkrankheit auslösen, ist seit 2009 bekannt. Es sind sogenannte RNA-Viren. Das heißt, ihre Erbinformation liegt nicht wie bei Mensch, Tier und Pflanze als DNA vor, sondern in einer etwas anderen Form. Pflanzen wehren sich gegen diesen Viren-Typ, indem sie nach der Infektion bestimmte RNA-Formen, die für die Viren typisch sind, erkennen und zerstören. Herve Vanderschurens Idee war nun, die Cassava-Pflanzen so zu verändern, dass diese Abwehrmaßnahmen immer ablaufen, egal, ob das Virus schon da ist oder nicht. Und das hat geklappt:

“Wenn das Virus die Pflanze jetzt infiziert, stößt es auf eine starke Abwehr. Es wird in seine Einzelteile zerlegt.“

Die Mechanismen, die hinter diesen Vorgängen stecken, sind relativ gut verstanden, obwohl dieses sogenannte RNA-Silencing erst vor 13 Jahren entdeckt wurde. Die Forscher aus Zürich hoffen nun darauf, dass sich unter den vielen Cassava-Sorten und lokalen Varianten weltweit doch noch natürliche Resistenz gegen die Braunstreifen-Krankheit finden wird.

“Das wäre auf jeden Fall sehr spannend. Wir könnten versuchen, die Resistenzmechanismen noch genauer zu verstehen. Dabei könnten wir viel lernen. Dazu kommt: Zum einen könnte man diese natürliche Resistenz in der normalen, gentechnikfreien Züchtung verwenden. Wir könnten aber auch neue Gene finden, die wir mit unseren Techniken untersuchen, verstehen und schließlich auf bewährte Sorten übertragen können.“

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=10368698/3rmvgr/

Stuttgart/MainzProben von Rapssaat gentechnisch verunreinigt

In fünf Proben von Rapssaat sind nach Angaben von Bioland und Greenpeace in diesem Jahr in Deutschland gentechnische Verunreinigungen gefunden worden. Sie seien allesamt in Baden-Württemberg entdeckt worden, teilten die beiden Verbände mit.

ie beriefen sich auf Daten der Länderbehörden. Insgesamt seien 337 Proben von Rapssaat genommen worden. Die positiven Proben hätten eine gentechnisch veränderte Resistenz gegen den Unkrautkiller Glyphosat aufgewiesen, sagte Bioland-Sprecher Gerald Wehde in Mainz.

Nach Angaben der Verbände habe es sich um konventionelles Rapssaatgut einer Firma aus Niedersachsen gehandelt. Dieses sei noch vor der Aussaat aus dem Verkehr gezogen worden.

Bonde: Nulltoleranz für gentechnisch veränderte Organismen im Saatgut

„Für gentechnisch veränderte Organismen im Saatgut gilt in Europa die Nulltoleranz“, kommentierte Agrarminister Alexander Bonde (Grüne) die Funde. „Die Saatzucht- oder Vertriebsfirmen als Inverkehrbringer von Saatgut haben entsprechend Sorge dafür zu tragen, dass Saatgut gentechnikfrei ist.“

Das Thema Gentechnik wird auch die Agrarminister der Länder beschäftigen, die morgen zu einem Treffen in Schöntal (Hohenlohekreis) zusammenkommen

http://orf.at/stories/2142757/

US-Konzern Monsanto kritisierte Gentechmais-Studie

Der US-Agrarkonzern Monsanto hat nach einer Prüfung die kürzlich veröffentlichte französische Studie über die Wirkung von gentechnisch verändertem Mais auf Ratten scharf kritisiert.

Die Studie entspreche nicht den „akzeptablen Mindeststandards“ für wissenschaftliche Studien, die Ergebnisse würden durch die vorgelegten Daten nicht gestützt, teilte das Unternehmen gestern mit. Es gebe daher „keinen nachvollziehbaren Zusammenhang“ zwischen gentechnisch verändertem Mais und den von den Autoren der Studie formulierten Ergebnissen.

EU-weite Debatte ausgelöst

Die Studie war vergangene Woche veröffentlicht worden und hatte eine Diskussion über die Zulassung von Genpflanzen in der EU ausgelöst. Der Untersuchung zufolge sterben mit Genmais gefütterte Ratten jünger und erkranken deutlich häufiger an Krebs als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten.

Die Ratten wurden dabei mit Genmais der Sorte NK603 gefüttert. Der Mais von Monsanto ist in der EU nicht zum Anbau, jedoch zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen.

Publiziert am 25.09.2012

http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,972694

Montag, 24. September 2012, 22:44 Uhr

Gegen blinden Fortschrittsglauben

Gentechnik und Molekularbiologie haben die Medizin revolutioniert.

Und dennoch steckt diese Forschung vielfach erst am Anfang eines noch langen Weges, um das hochkomplexe System von Abermillionen unterschiedlicher Schaltstellen im menschlichen Körper zu verstehen. Geschweige, sie gezielt beeinflussen zu können.

Im Gegensatz zur Medizin wurde zumindest in Teilen Europas wie in Österreich oder Frankreich die „grüne“ Gentechnik von Anfang an mit viel größerer Skepsis beurteilt. Wohl zu Recht, wie neue Studien über  „Genmais“ zeigen. Ähnlich wie in der medizinischen Genforschung scheint sich auch hier zu bewahrheiten, dass auf dem ersten Blick einfach und schlüssig  scheinende Lösungen ihre Tücken haben können. Der Druck der industrialisierten Landwirtschaft war bisher dennoch groß genug, um weltweit gentechnisch veränderten Nahrungs- und Futtermitteln den Weg zu ebnen.

Die EU-Staaten bildeten dabei keine Ausnahme, diesem Drängen nachzugeben. Heimische Biobauern und Konsumenten werden zwar durch Anbauverbote und strenge Vorschriften zur Kennzeichnung geschützt. Doch auch hierzulande sind genmanipulierte Futtermittel weit verbreitet.

Französische Genforscher haben nun erstmals in zwei Jahre dauernden Studien nachgewiesen, dass Ratten früher sterben und öfter an Krebs erkranken, wenn sie mit genmanipuliertem Mais gefüttert werden. Egal wie viele berechtigte Zweifel es an dieser Untersuchung es gibt, wie sehr die Wissenschafter einander bereits in den Haaren liegen und die neuen  Ergebnisse erst bestätigt werden müssen: Unbestritten ist, dass es bisher zu wenig Langzeituntersuchungen gibt. Es galt zu sehr die Unschuldsvermutung: Solange nicht bewiesen ist, dass genveränderte Lebensmittel krank machen, gilt das Gegenteil.

Zu fordern ist aber eine Beweislastumkehr: Die Nahrungsmittelindustrie muss belegen können, dass ihre Produkte gesundheitlich unbedenklich sind. Wahrscheinlich muss man sich eben doch noch genauer anschauen, was es für den Menschen heißt, wenn Pflanzen gegen den massiven Einsatz von Unkrautvernichtern immun gemacht werden oder selbst Substanzen produzieren, um Schädlinge zu töten.

Der hohe Sicherheitsstandard, der in der Medizin selbstverständlich ist, muss auch in der hochtechnologisierten Landwirtschaft gelten. Gerade der Gentechnik darf man nicht mit blindem Fortschrittsglauben folgen.

„Sobald die Tyrannei aufgehoben ist, geht der Konflikt zwischen Aristokratie und Demokratie unmittelbar an.“ – Johann Wolfgang von Goethe

 

„Eine schlimmere Rotte gewohnheitsmäßiger Verbrecher als unsere Fürsten kennt die Geschichte nicht; juristisch betrachtet, gehören sie fast alle ins Zuchthaus.“ – Houston Stewart Chamberlain, Grundlagen des 19. Jahrhunderts

http://www.orf.at/stories/2142584/

Ulrich Habsburg-Lothringen will Adelstitel wiedereinführen

Ulrich Habsburg-Lothringen will die Adelstitel in Österreich – wie in Deutschland – als Teil des Namens wieder einführen. Der kaiserliche Nachfahre und Politiker der Grünen sieht den Adel „als wichtigen Teil der Geschichte“ und meint im „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe), dass man damit die Polarisierung zwischen Aristokraten und Nicht-Aristokraten lindern könnte.

Ulrich Habsburg-Lothringen glaubt, dass zum Jubiläum „100 Jahre Republik“ im Jahre 2018 der Zeitpunkt gekommen wäre, um die Verfassung zu ändern, die das Führen von Adelstiteln in Österreich unter Strafe stellt. „Eine Gleichstellung der Adelstitel innerhalb der EU muss früher oder später sowieso kommen, da es bei international verzweigten Familien nicht haltbar ist, wenn ein Teil den Adelstitel führen darf und der andere Teil nicht.“

In Österreich wären von der Wiedereinführung der Adelstitel rund 50.000 Personen betroffen, „die meist dem Klein- und Beamtenadel angehören“, schätzt der Habsburger. Ihm selbst stünde – wenn sein Vorschlag jemals realisiert würde – der Titel Erzherzog zu. Mit seiner Forderung, dass Habsburger bei Präsidentschaftswahlen antreten dürfen, hat sich Ulrich Habsburg-Lothringen voriges Jahr bereits durchgesetzt.

Publiziert am 24.09.2012

http://tirol.orf.at/news/stories/2551371/

„Wasserpapst“ Grander gestorben

Der Tiroler „Wasserpapst“ Johann Grander ist Montagfrüh im Kreise seiner Familie gestorben. Der 83-jährige Unterländer aus Jochberg hatte mit seinem belebten Wasser, wie er es nennt, ein weltweites Unternehmen aufgebaut.

Grander wurde am 24. April 1930 in Jochberg geboren und war offenabr schon als Schüler sehr wissbegierig. Sein Arbeitsleben – als Lkw-Fahrer bis hin zum Tankstellenpächter und Mischmeister – verlief in Folge sehr bunt und abwechslungsreich. 1978 gab er schließlich seinen Beruf auf, um sich ausschließlich der Forschung zu widmen.

Grander

Johann Grander

Erfolgreiches Unternehmen aufgebaut

Nach dem Motto „Gesundes Leben beginnt mit lebendigem Wasser“ hat Grander eigenen Angaben zufolge eine Methode entwickelt, Wasser zu beleben. Dieses Wasser soll diverse positive Eigenschaften aufweisen, die allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnten.Dennoch ist es Grander gelungen, sein Produkt weltweit sehr erfolgreich zu vertreiben. Es kommt in privaten Haushalten genauso zum Einsatz wie in der Hotellerie und Industrie. Der jährliche Umsatz beläuft sich auf mehrere Millionen Euro.

Mehrfach geehrt

Grander erhielt im September 2000 das Silberne Ehrenzeichen der „Russischen Akademie der Naturwissenschaften“ (eine 1990 gegründete private Organisation), 2001 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

Im Juni 2008 wurde laut Wikipedia eine parlamentarische Anfrage von Abgeordneten der Grünen, LIF, SPÖ und FPÖ an das Wissenschaftsministerium hinsichtlich der Prüfung der Verleihung aufgrund nicht vorhandener wissenschaftlicher Leistungen eingebracht. Die Aberkennung des Ehrenkreuzes wurde jedoch von Wissenschaftsminister Johannes Hahn abgelehnt.Johann Grander wurde im September 2009 im Rahmen des 30-jährigen Firmenjubiläums von der Wirtschaftskammer Tirol für seine Verdienste und Leistungen mit dem Ehrendiplom ausgezeichnet.

Publiziert am 24.09.2012

http://amerika21.de/nachrichten/2012/09/60746/protest-monsanto

4. Sep 2012 |

Protestwoche gegen Monsanto auch in Südamerika

Internationale Kampagne gegen zunehmende Marktdominanz des US-Saatgutmultis. Aktionen vor allem in Paraguay und Argentinien

Von Harald Neuber

amerika21.de

24.09.2012 05:24

„Monsanto, wir wollen dich nicht“ – Protest gegen den Saatgutmulti (Quelle)

Buenos Aires/Asunción. Organisatoren einer Protestwoche gegen den US-amerikanischen Saatgutkonzern Monsanto haben eine positive Bilanz der Aktionen vom 17. bis zum 21. September gezogen. Der Schwerpunkt der Proteste, an denen sich zahlreiche soziale Organisationen und Umweltschutzgruppen beteiligten, lag in Südamerika, vor allem in Argentinien und Paraguay. In diesen beiden Staaten wehren sich Kleinbauern und Umweltaktivisten gegen den Vormarsch des Saatgutmultis, der die nationalen Märkte in zunehmendem Maße mit transgenen Sorten flutet. Die Menschen in den betroffenen Staaten befürchten dadurch die Kontamination und spätere Verdrängung traditioneller Sorten sowie gesundheitliche Folgen. Vor allem in Bezug auf den für die Ernährung in Lateinamerika bedeutenden Mais wird die Debatte in den vergangenen Jahren verstärkt geführt.

Nach einen Bericht der mexikanischen Tageszeitung La Jornada hat der französische Molekularbiologe Gilles-Eric Seralini indes in London eine Studie vorgestellt, nach der Ratten häufiger an Krebs erkranken, wenn sie zeitlebens mit transgenem Mais ernährt werden. Seralini, der an der französischen Université de Caen Basse-Normandie lehrt, hatte die Versuchstiere mit der transgenen Maissorte NK603 von Monsanto ernährt. Von den männlichen Tieren waren 50 Prozent und von den weiblichen Tieren 70 Prozent frühzeitig an einem malignen Tumor oder Organschäden verendet.

In Paraguay schürt der Vormarsch von Monsanto und anderer Branchenvertreter indes Spekulationen über die Rolle der einflussreichen Agrarunternehmen auf die innenpolitische Lage in dem südamerikanischen Staat. Gruppierungen der Demokratiebewegung hatten sich vor diesem Hintergrund zwischen dem 17. und 21. September an der internationalen Protestkampagne beteiligt.

Wie inzwischen auch deutsche Medien berichteten, hat das Gesundheitsministerium Paraguays am 6. August grünes Licht für den menschlichen Verzehr der Monsanto-Maissorte VT3Pro gegeben. Zwar müssen nun noch die Nationale Behörde für Lebensmittelsicherheit und das Gesundheitsministerium zustimmen, Zweifel bestehen an dem Durchmarsch der transgenen, schädlingsresistenten Sorte aber nicht. Denn schon Anfang Juni hatte die paraguayische Saatgutbehörde SENAVE die Aussaat der gegenüber Schädlingen und Herbiziden resistenten Bollgard-Baumwolle des Typs MON531 zugelassen.

Die Organisation Base-IS warnt daher auch in Paraguay vor den mittel- und langfristigen Folgen. Durch die Veränderung im Anbau könnte sich „die überlieferte indigene und bäuerliche Kultur tiefgreifend verändern“, heißt es von dieser Seite. Die Aktivisten fürchten vor allem, dass einheimische Saatgutsorten aussterben und auch die kleinen- und mittleren Produzenten in Anhängigkeit zu den transnationalen Konzernen geraten. Zu diesen Sorgen kommt die Angst vor dem massiven Einsatz von Herbiziden, die mit dem Anbau der giftresistenten Maissorten einhergeht.

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1073595

Roundup-Handelsverbot notwendig

23.9.2012
Glyphosathaltige Spritzmittel machen Konzerne reich und Mensch wie Umwelt krank

Wien – „Nicht zum ersten Mal und ich befürchte nicht zum letzten Mal erreichen uns Meldungen über die katastrophalen Auswirkungen des Einsatzes von Glyphosat, das etwa im Totalherbizid Roundup der Gentechnik-Firma Monsanto enthalten ist“, so FPÖ-Gesundheitssprecherin NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein. „In Argentinien steigen demnach Krebserkrankungen und Kindersterblichkeit in den Gen-Soja-Anbaugebieten, wo Glyphosat inflationär zum Einsatz kommt, dramatisch an.“ 

“Gleichzeitig dazu und zeitgleich zu einer alarmierenden französischen Studie über Fütterungsversuche mit einer in der EU zugelassenen Gen-Mais-Sorte, erhellen erste Untersuchungen die Gefährlichkeit von in Australien zum Anbau getestetem Gen-Weizen. 
Forciert werden diese Versuche laut Medienberichten über eine Forschungseinrichtung, deren Budget maßgeblich aus der Privatwirtschaft, und hier u. a. von den Agrochemiegiganten Bayer und Monsanto bestritten werde. Diese Konzerne beziehen ihr 
Investitionskapital wiederum zu einem Gutteil aus dem Verkauf von – als bedenklich bis akut gesundheitsgefährdend eingestuften – Agrospritzmitteln“, sagt FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer. 

“Daher liegt auf der Hand“, so die beiden Abgeordneten, „dass weitere Anschläge auf die Verbrauchergesundheit nur dann unterbunden werden können, wenn den dahinter stehenden 
Unternehmen der Geldhahn abgedreht wird. Wir fordern die österreichische Bundesregierung daher dringend auf, den Verkauf von Roundup und vergleichbar einzustufenden Produkten zu unterbinden. Die Gefährlichkeit glyphosathaltiger Spritzmittel wird durch zahlreiche 
Studien belegt und deren Massenabsatz ermöglicht den Herstellern noch dazu, in weitere mutmaßlich bedrohliche Produkte zu investieren, die niemand braucht. Denn die resultierenden Nahrungsmittel sind nicht gesünder, die Ernten fallen nicht reichhaltiger aus und Umwelt wie Gesundheit werden Risiken ausgesetzt, die unschwer vermeidbar wären.“

http://www.orf.at/stories/2142226/

620 Missbrauchsfälle in katholischer Kirche in Australien

Eine Untersuchung der katholischen Kirche im australischen Bundesstaat Victoria hat ergeben, dass in den vergangenen Jahrzehnten mindestens 620 Kinder durch ihre Geistlichen und Gemeindemitarbeiter sexuell missbraucht wurden.

Die meisten Fälle, die bei einer parlamentarischen Anhörung des Bundesstaates gestern offengelegt wurden, beziehen sich nach Angaben der Kirche auf einen Zeitraum, der zwischen 30 und 80 Jahre zurückliegt. Nach 1990 habe es nur sehr wenige Missbrauchsfälle gegeben, hieß es.

Kritiker und Unterstützer der Missbrauchsopfer forderten heute eine unabhängige Untersuchungskommission. Die wirkliche Zahl der Missbrauchsfälle liege mutmaßlich wesentlich höher als die von der Kirche eingeräumten, argumentierten sie.

Papst Benedikt XVI. hatte im vergangenen Jahr an die australischen Bischöfe appelliert, die „Fehler der Vergangenheit mit Ehrlichkeit wiedergutzumachen“. 2008 war das Oberhaupt der katholischen Kirche während eines Besuch in Sydney mit Missbrauchsopfern zusammengetroffen.

Publiziert am 22.09.2012

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gentechnik-studie-entfacht-debatte-um-monsanto-mais-a-856823.html

http://www.handelsblatt.com/politik/international/gentechnik-studie-paris-fordert-eu-verbot-fuer-gen-nahrung/7161158.html

http://kurier.at/wirtschaft/4512893-studie-genmais-loest-in-ratten-krebs-aus.php

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,970997

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5h0wyi_fscrjFeKOatT32i5xN2jRw?docId=TX-PAR-QJO96

http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/1292670/Studie_GenMais-foerdert-Krebs

http://derstandard.at/1347493021057/Ist-Gentechnik-Mais-doch-schaedlich

Ist Gentechnik-Mais doch schädlich?

19. September 2012, 18:21

foto: ap photo/michael probst

Dieses bekömmlich aussehende Produkt der Gentechnologie hat laut einer aktuellen Studie vielleicht doch seine Schattenseiten – die Forschungsergebnisse sind allerdings umstritten.

Umstrittene Tierstudie behauptet erhöhtes Krebsrisiko – Forscher spricht von alarmierenden Ergebnissen, Experten zeigen sich zurückhaltend

Caen/Wien – Eine Untersuchung über die Folgen von gentechnisch verändertem Mais auf Ratten hat eine Diskussion über die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen in der EU ausgelöst. Einer am Mittwoch veröffentlichten Studie französischer Forscher zufolge sterben mit Gentechnik-Mais gefütterte Ratten jünger und erkranken deutlich häufiger an Krebs als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten.

Der Erstautor der in der Fachzeitschrift „Food and Chemical Toxicology“ veröffentlichten Studie, Gilles-Eric Séralini von der Universität Caen, nannte seine Forschungsergebnisse alarmierend. Die Arbeitsgruppe des Experten für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Nahrungsmitteln beobachteten 200 Ratten über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Eine Gruppe von Nagern wurde mit unbehandeltem Gentechnik-Mais der Sorte NK603 gefüttert. Der Mais des US-Agrarriesen Monsanto ist in der EU nicht zum Anbau, jedoch zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen. Eine zweite Tiergruppe erhielt NK603-Mais, der zuvor mit dem Pestizid Roundup behandelt wurde. Eine dritte Gruppe erhielt herkömmlichen Mais, der ebenfalls mit Roundup besprüht wurde.

Das Ergebnis der Studie, die am Mittwoch unter etwas seltsamen Umständen präsentiert wurden (Journalisten durften vorab keine Meinungen anderer Experten einholen): Die mit Gentechnik-Mais gefütterten Ratten starben deutlich früher, konkret 50 Prozent der männlichen und 70 Prozent der weiblichen Tiere, verglichen mit nur 30 und 20 Prozent der „natürlichen“ Kontrollgruppe. Todesursachen waren Brustkrebs, Leber und Nierenschäden.

Gentechnisch veränderte Pflanzen wurden bisher in der Regel lediglich über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen getestet. Die EU-Kommission beauftragte deshalb die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) damit, die Ergebnisse der neuen Studie zu prüfen.

Vom STANDARD befragte Experten zeigten sich zurückhaltend: Molekularbiologin Andrea Barta von den Max F. Perutz Labs (MFPL) in Wien verwies auf die geringe Anzahl der Ratten, die keine statistisch eindeutigen Ergebnisse zuließe. Für ihren Kollegen Erwin Heberle-Bors reiht sich die Studie „in die lange Liste an Berichten ein, in denen eine gesundheitliche Gefährdung durch den Konsum von GVOs behauptet, aber nicht wirklich bewiesen wird“.

Er sei offen für jede neue Erkenntnis, bleibe aber so lange skeptisch, bis sie unabhängig reproduziert wurde. Bemerkenswert an der Studie von Séralini findet Heberle-Bors jedenfalls, dass Ratten, die Mais aßen, der nicht gentechnisch verändert war, zu 30 Prozent Krebs bekamen. Heberle-Bors‘ vorläufige, trockene Conclusio: „Vielleicht sollten wir überhaupt aufhören, Mais zu essen.“ (tasch, APA/DER STANDARD, 20. 9. 2012)