Lasso-Urteil – Risiken, Verunreinigungen, Widerstand, Lichtblicke

Eine bunte, kontroverse Nachrichtenschau… wie schon oft. Die BesucherInnen dieser Seite werden um Verständnis dafür gebeten, dass unser Informations-Service so „einfach gestrickt“ ist.  Alles geschieht völlig ehrenamtlich… (Gennetz-Redaktion Gen-Dialog EU)

http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/Regionale-Produkte-ohne-Gentechnik;art4333,1353692
 
„Regionale Produkte ohne Gentechnik“
Nersingen.  Flammendes Plädoyer für gute, gesunde Lebens- und Futtermittel: Ein solches hat Josef Feilmeier gehalten. Dem Publikum gefiel sein Vortrag in Nersingen überwiegend – wenngleich es auch Diskussionsbedarf gab.

„Ich bin nicht hier, um etwas zu verkaufen.“ Von Anfang an hat Josef Feilmeier den gut 80 Zuhörern – überwiegend Landwirten aus der Umgebung – in der Gemeindehalle Nersingen versucht klarzumachen, worum es ihm geht. „Wir müssen statt Billigmasse Lebensmittel produzieren, die nicht austauschbar sind.“ Und: „Wenn die kleineren Landwirtschaftsbetriebe in Zukunft existieren wollen, müssen sie ihre Produkte mit dem Siegel ,ohne Gentechnik regional vermarkten.“

Der Futtermittel-Experte aus Hofkirchen bei Passau hielt jüngst einen 90 Minuten langen, aber kurzweiligen und teils unterhaltsamen Vortrag. Geladen hatten die „Kommunale Agenda 21 Nersingen“ in Zusammenarbeit mit dem „Bündnis für eine gentechnikfreie Region (um) Ulm“.

Im Schweinsgalopp streifte Feilmeier viele Themen: vom „gentechnikfreien Saatgut“, über Haftungsfragen, Abstandsgrenzen zwischen Feldern, Qualitätssiegel, Studien über gesundheitliche Folgen bis hin zum „Profithunger der Industrie“. Stichwort: der Konzern Monsanto. „95 Prozent der Gentechnik-Wissenschaftler sind von der dahinterstehenden Industrie bezahlt.“

Zwar lehnt Feilmeier Gentechnik nicht generell ab. In Futter- und Lebensmitteln hätte sie aber nichts zu suchen. „Atrazin, Asbest, Contergan – überall hieß es: absolut erforscht. Doch der Unterschied zur grünen Gentechnik ist, dass es bei dieser kein Zurück mehr gibt, weil der Genotyp der Pflanzen verändert wird.“ Die Zuhörer klatschten.

„Salat mit Rattengenen zur Erhöhung des Vitamin-C-Gehalts – das wollen wir doch alle nicht.“ So hatte es auch Xaver Gegenfurtner, Zweiter Bürgermeister in Nersingen, zu Beginn in einem überaus ausführlichen Grußwort gesagt – und darauf hingewiesen, dass es vor acht Jahren in der Gemeinde schon eine Anti-Gentechnik-Bewegung gab. „Dieses Engagement ist leider im Sande verlaufen.“ Die zu neuem Leben erweckte Initiative begrüßte er.

Der Agenda-Beauftragte Gerhard Schurr hatte sich die Veranstaltung, die seiner Meinung nach noch besser hätte besucht sein können, „aus Sicht des Verbrauchers“ angehört und nahm „viele gute Hinweise“ mit. Die Sicht des Kunden war aber einigen Zuhörern in Feilmeiers Vortrag zu kurz gekommen. Die Verbraucher müssten bereit sein, für gesundes Essen mehr zu zahlen und nicht massenweise Billigkost zu kaufen, hieß es mehrfach. Dem stimmte Feilmeier zu. Er zeigte sich aber optimistisch, dass dies so kommt: „Der Markt dreht gerade.“

Sein Vortrag, so sagte er, hätte gut und gern zehn Stunden dauern können. Daher habe er zum Preis von ein paar Euro eine DVD mit allen Informationen mitgebracht. „Die dürfen Sie lizenzfrei kopieren und weitergeben. Ich bin nicht Monsanto.“

http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Monsanto-geht-wegen-Lasso-Urteil-in-Berufung-783090.html
 
Monsanto geht wegen Lasso-Urteil in Berufung
[03.03.2012]

Mitte Februar hatte der französische Landwirt Paul Francois gegen Monsanto in einem Prozess gewonnen. Der Konzern habe nicht ausreichend vor den großen Gefahren des bis 2006 in der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittels Lasso gewarnt, bestätigten die Richter. Jetzt hat Monsanto Widerspruch angekündigt.

Laut dem US-Konzern fehlt der Kausalzusammenhang zwischen dem Unkrautvernichtungsmittel Lasso und den von Herrn François geschilderten Symptomen, zitiert der Deutschlandfunk. „Wir sind nicht mit der Auffassung einverstanden, dass Lasso bei einem Unfall für den Schaden gesorgt haben könnte oder dass Monsanto dieses zugelassen haben könnte. Wir sind enttäuscht vom Gerichtsentscheid und werden somit Widerspruch einlegen.“

Das Gericht in Lyon hält es dagegen für erwiesen, dass der Agrochemiekonzern die Anwender nicht ausreichend auf die potenziellen Gefahren von Lasso hinwies. Nach Ansicht der Richter gibt es sehr wohl direkten Zusammenhang zwischen dem Herbizid und den schweren Gesundheitsschäden, die bei François nach einem Unfall mit Lasso auftraten.

Der durch das Mittel geschädigte Getreidebauer und seine Mitstreiter im Verein „Phyto-Victimes“ wollen nun auch diese Berufung Monsantos kämpferisch annehmen, berichtet der Deutschlandfunk weiter. „Unser Anwalt hat einen Schriftwechsel zwischen Monsanto und dem belgischen Agrarministerium aus der zweiten Hälfte der 80er-Jahre wiedergefunden. Der belegt, dass Monsanto die Gefährlichkeit seines Produktes bestens bekannt war“, so Francois.

Mit Protestaktionen wollen die Bauern jetzt die Politiker wachrütteln, da es in Frankreich sehr schwer für einen Landwirt sei, gesundheitliche Schäden durch Pestizide als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen. „Dabei liegt Frankreich beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weltweit an dritter Stelle“, sagt Francois.

So wie er treten nun immer mehr Landwirte in die Öffentlichkeit, wie z.B. eine Witwe, die das häufige Anrühren von Pflanzenschutzmitteln für den Tod ihres Mannes verantwortlich macht. „Wir wollen auch bei den Landwirten selbst etwas bewegen. Wenn heute ein Bauer durch den Einsatz von Pestiziden erkrankt, wird er vom Nachbarn schief angesehen. Da wird auch auf eventuell freiwerdende Felder spekuliert. Das Milieu ist sehr eigen und schwierig.“ (ad)

http://oneco.biofach.de/de/news/?focus=e5d7c473-f756-424e-82e4-8bdda313e89f
 
* 20.02.2012

„Ohne-Gentechnik“-Milch erfolgreich wie nie

von Kai Kreuzer

http://www.ohnegentechnik.org
Geschäftsmodelle, die eine „Ohne Gentechnik“-Lebensmittelproduktion vorsahen wurden lange Zeit als utopisch und weltfremd belächelt. Inzwischen hat sich das Blatt deutlich gewendet. Nicht nur Kleinunternehmen haben sich diesem Thema sehr erfolgreich angenommen.

Ist beispielsweise gentechnikfreie Milch, noch eine Nische oder schon ein neuer Mainstream? Das für seine Innovationskraft bekannte Unternehmen Upländer Bauernmolkerei wagte 2005 zusammen mit dem Handelsunternehmen Tegut den Vorstoß und brachte eine konventionelle Milch mit „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung auf den Markt. Dies stieß auf erbitterten Widerstand der organisierten Milchindustrie.

Anfang 2008 wurden die „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnungsregeln reformiert. Dadurch ermutigt, betrat der Molkereikonzern Friesland-Campina im September 2008 mit einem Paukenschlag die Bühne und kennzeichnete die Trinkmilch der Marke Landliebe mit einem „Ohne Gentechnik“-Logo. Die weitere Entwicklung nahm, den Gesetzmäßigkeiten des Marktes gehorchend, ihren Lauf: Immer mehr Markenhersteller folgten dem Beispiel von Friesland-Campina – der Damm war gebrochen, heißt es in einem Artikel von Alexander Hissting, Leiter der Geschäftsstelle des „Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.“ (VLOG) für den Kritischen Agrarbericht 2012. Dort ist ein vielfältiges und lesenswertes Spektrum an aktuellen Berichten zu finden. Das Werk ist für 22 Euro bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft erhältlich.

Research Shows Monsanto Corn Causes Organ Damage in Mammals

http://organicjar.com/2010/2527/

http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Neue-GV-Sojabohnen-zugelassen-720476.html
 

Neue GV-Sojabohnen zugelassen
[28.02.2012]

Sojabohnen
Die Europäische Kommission hat Mitte Februar vier gentechnisch veränderte Sojabohnenlinien zum Import als Futter- und Lebensmittel zugelassen. Dabei handelt es sich zunächst um die Wiederzulassung des glyphosattoleranten Monsanto-Produkts MON40-3-2. Neu auf den europäischen Futtermittelmarkt darf künftig unter anderem die Sojabohne MON87701 gelangen, ebenfalls von Monsanto. Sie wehrt sich über ein eingebautes Gift gegen Fraßschäden durch verschiedene Schmetterlingsarten.
Die beiden anderen Neuzulassungen wurden für herbizidtolerante Linien ausgesprochen, nämlich die glyphosattolerante Sojabohne 356043 aus dem Hause Pioneer sowie A5547-127 von Bayer CropScience, der das Herbizid Glufosinat nichts anhaben kann. Der EU-Anbau der Produkte ist nicht erlaubt.
Damit sind im Bereich gentechnisch veränderter Organismen erstmals Zulassungen gemäß den neuen Regeln des Lissabonvertrags erfolgt. Der Ministerrat war nämlich trotz des erfolgten Patts im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (SCoFCAH) nicht mehr beteiligt, sondern ein neuer Berufungsausschuss mit hochrangigen Beamten aus den Mitgliedstaaten. Dieses Prozedere ist künftig die Regel.
Unterdessen legte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Gutachten für eine weitere Sojabohne vor, nämlich die konventionelle Kreuzung MON87701 x MON89788. Die Pflanze vereint die Eigenschaften der gentechnisch veränderten Elternlinien, nämlich Glyphosattoleranz mit Insektenresistenz. Die EFSA hält das Produkt für genauso sicher wie sein Gegenstück ohne gentechnische Veränderungen. Die Kommission dürfte deshalb in den nächsten Wochen den Mitgliedstaaten die Genehmigung des Antrags auf Importzulassung zur Abstimmung vorlegen. (AgE)

http://de.euronews.net/2012/02/20/frankreich-genmais-eu-weit-verbieten/
 
Nachrichten
Frankreich: Genmais EU-weit verbieten !

20/02 22:33 CET

Die französische Regierung hat von der EU verlangt, ihre Zulassung für den Anbau von Genmais des US-Konzerns Monsanto auszusetzen. Er berge beträchtliche Umweltrisiken, heißt es im Gesuch an die EU-Kommission, das hätten jüngere wissenschaftliche Studien ergeben.

Frankreichs Widerstand gegen den Monsanto-Mais MON 810, dem einzigen als Futtermittel zugelassenen Genmais, zieht sich schon seit Jahren hin. 2007 war die Verwendung des Saatguts ausgesetzt und 2008 der Anbau ganz verboten worden.

Im vergangenen November hatte die französische Justiz das Aussaat-Verbot aufheben müssen – auf Anordnung des Europäischen Gerichtshofes -Begründung: die rechtlichen Grundlagen reichten nicht aus.

Die Antwort aus Paris: Man werde trotz der Niederlagen am Verbot festhalten.

Seit 2008 hat Monsanto in Frankreich den Genmais MON 810 nicht mehr verkauft.

Mit Reuters, AFP

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,823375
 
Dienstag, 21. Februar 2012, 23:07 Uhr
 
Frankreich beantragte in Brüssel erneut Genmais-Verbot
PARIS. Die französische Regierung hat bei der EU-Kommission in Brüssel erneut die Aussetzung einer Genehmigung für Genmais der Firma Monsanto beantragt.
Dabei handelt es sich um die Sorte MON810, gab das Umweltministerium bekannt. Paris macht neue wissenschaftliche Erkenntnisse geltend, die diesen Antrag unterstützten.
Die französische Regierung hatte Ende November 2011 nach einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ein Verbot für diesen Genmais aufheben müssen. Der EuGH hatte befunden, dass Paris erst ein „erhebliches Risiko“ für Mensch, Tier oder Umwelt beweisen müsse, um den in der EU grundsätzlich als Futtermittel erlaubten Genmais MON 810 des US-Konzerns Monsanto im eigenen Land aus dem Verkehr zu ziehen. Frankreich hatte 2007 auf eigene Faust die Verwendung des Saatguts ausgesetzt und 2008 den Anbau ganz verboten.

http://www.abendblatt.de/ratgeber/article2193226/Frankreich-beantragt-erneut-Verbot-von-Monsanto-Genmais.html
 
Brüssel

Frankreich beantragt erneut Verbot von Monsanto-Genmais

21.02.2012, 10:45 Uhr
Um den Antrag durchzusetzen, macht Paris neue wissenschaftliche Erkenntnisse geltend. In Frankreich galt das Verbot bereits zeitweise.

Frankreich gegen Monsanto-Genmais: Die Regierung hat bei der EU-Kommission einen Antrag auf ein Vebot eingereicht

Paris. Frankreichs Regierung geht gegen eine Genmais-Sorte des Unternehmens Monsanto vor. Paris hat bei der EU-Kommission in Brüssel erneut die Aussetzung der Sorte MON810 beantragt. Die Regierung macht neue wissenschaftliche Erkenntnisse geltend, die diesen Antrag unterstützten.

Frankreich hatte Ende November 2011 nach einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ein Verbot für diesen Genmais aufheben müssen. Der EuGH hatte befunden, dass Paris erst ein „erhebliches Risiko“ für Mensch, Tier oder Umwelt beweisen müsse, um den in der EU grundsätzlich als Futtermittel erlaubten Genmais MON 810 des US-Konzerns Monsanto im eigenen Land aus dem Verkehr zu ziehen. Frankreich hatte 2007 auf eigene Faust die Verwendung des Saatguts ausgesetzt und 2008 den Anbau ganz verboten.

http://womblog.de/argentinien-sanktioniert-us-agrarmulti-monsanto
 
Argen­ti­nien sank­tio­niert US-Agrarmulti Monsanto

Dienstag, 21. Februar 2012 | Argentinien |

Der US-Agrarmulti Mons­anto, Her­steller von Saatgut und Agro­che­mi­ka­lien, darf 60 Tage lang kein Getreide aus Argen­ti­nien expor­tieren. Die argen­ti­ni­sche Steu­er­be­hörde hat dem Unter­nehmen die Strafe auf­er­legt, da eine Über­prü­fung ergab, dass Mons­anto fäl­lige Steuern nicht gezahlt hatte. Über die Höhe des Betrages wurde nichts bekannt. Bei Nicht­zah­lung oder Wie­der­ho­lung droht die Strei­chung aus dem argen­ti­ni­schen Register für Getreide-Exporteure.

Mons­anto fällt immer wieder unan­ge­nehm auf

Erst vor wenigen Tagen hatte der Kon­zern mit Sitz in St. Louis (Mis­souri) bekannt­ge­geben, dass er die Inves­ti­tionen in Argen­ti­niens Nach­bar­land Para­guay ver­drei­fa­chen wolle. Negativ war Mons­anto kürz­lich dadurch in die Schlag­zeilen geraten, dass der argen­ti­ni­sche Ver­trags­partner Rural Power Arbeiter in skla­ve­n­ähn­li­chen Ver­hält­nissen auf den Fel­dern hielt. Ein uner­war­teter Besuch der Steu­er­be­hörde hatte den Skandal auf­ge­deckt. Die illegal beschäf­tigten Arbeiter mussten 14 Stunden pro Tag schuften und ihre Lebens­mittel zu über­teu­erten Preisen im Laden des Unter­neh­mens kaufen.

Der argen­ti­ni­sche Kon­gress hatte Ende 2011 die Geset­zes­lage für Land­ar­beiter unter anderem mit der Ein­füh­rung eines 8-Stunden-Tages ver­bes­sert. Bis dahin galt ein Gesetz aus der Zeit der Militärdiktatur.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1690820/

01.03.2012 · 11:35 Uhr
Ein Landwirt versprüht auf einem Getreidefeld ein Pestizid (Bild: picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Der Kampf pestizidgeschädigter Landwirte in Frankreich
Von Suzanne Krause
Der französische Getreideerzeuger Paul François hatte die Firma Monsanto aus den USA verklagt: Deren Herbizid Lasso habe bei ihm schwere gesundheitliche Störungen verursacht. Das Gericht gab ihm Recht – jetzt hat Monsanto Widerspruch angekündigt.
Gestern am späten Nachmittag kommen Paul François und einige Mitstreiter vom Treffen mit zwei engen Beratern des Regierungschefs. Diese wollen sich der Anliegen der kranken Landwirte annehmen. Eine erste offizielle Würdigung der Arbeit des Vereins „Phyto-Victimes“, „Pflanzenschutzmittel-Opfer“, den Getreidebauer François 2011 gründete und dem bislang einhundert Mitglieder, allesamt Landwirte, angehören. Im Straßencafé zieht Paul François kurze Bilanz.

„Premierminister Fillon hat uns eingeladen, weil wir vor zwei Tagen auf der Pariser Landwirtschaftsmesse vor dem Stand des Verbands der Pflanzenschutzmittel-Konzerne demonstrierten. Wir haben uns dort postiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Konzerne den Hinweis auf die potenziellen Gefahren ihrer Produkte unterschlagen. Über ein Dutzend Vereinsmitglieder war dabei, bei jedem ist Pestizidvergiftung als Berufskrankheit anerkannt worden.“

„Wir wollten mit unserer Demonstration auch die Politiker wachrütteln. Denn in Frankreich ist es sehr schwer für einen Landwirt, gesundheitliche Schäden durch Pestizide als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen. Dabei liegt Frankreich beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weltweit an dritter Stelle.“

Caroline Chenet nickt zustimmend. Vor einem Jahr ist ihr Mann gestorben: Zwei Jahrzehnte arbeitete er auf seinem Hof mit unzähligen Pflanzenschutzmitteln. Das brachte ihn ins Grab, sagt die Witwe. Nun macht sie mutig sein Schicksal öffentlich.

„Wir wollen auch bei den Landwirten selbst etwas bewegen. Wenn heute ein Bauer durch den Einsatz von Pestiziden erkrankt, wird er vom Nachbarn schief angesehen. Da wird auch auf eventuell freiwerdende Felder spekuliert. Das Milieu ist sehr eigen und schwierig.“

Der Prozess gegen Monsanto, den Paul François in erster Instanz gewonnen hat, sorgt weltweit für Aufmerksamkeit. Denn das Gericht in Lyon hält es für erwiesen, dass der Agrochemiekonzern die Anwender nicht ausreichend auf die potenziellen Gefahren von Lasso hinwies. Ein Herbizid, das seit 2007 in Europa Marktverbot hat. Und nach Ansicht des Gerichts gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Herbizid und den schweren Gesundheitsschäden, die bei François nach einem Unfall mit Lasso auftraten.

Monsanto kontert auf seiner Webseite, Zitat: „Die vertiefte Analyse des Falls durch unsere Experten ergibt, dass der Kausalzusammenhang zwischen dem Unkrautvernichtungsmittel Lasso und den von Herrn François geschilderten Symptomen fehlt. Wir sind nicht mit der Auffassung einverstanden, dass Lasso bei einem Unfall für den Schaden gesorgt haben könnte oder dass Monsanto dieses zugelassen haben könnte. Wir sind enttäuscht vom Gerichtsentscheid und werden somit Widerspruch einlegen.“

Eine schriftliche Interviewbitte an den Konzern blieb unbeantwortet. Paul François und sein Anwalt François Lafforgue haben fünf Jahre Arbeit in das Klageverfahren gesteckt. Lafforgue gehört zu einer Pariser Kanzlei, die mit Erfolg die Asbestopfer ebenso wie die Opfer der französischen Atomtests vertrat.

„Wir haben einen Schriftwechsel zwischen Monsanto und dem belgischen Agrarministerium aus der zweiten Hälfte der 80er-Jahre wiedergefunden. Der belegt, dass Monsanto die Gefährlichkeit seines Produktes bestens bekannt war.“

Paul François und seinem Verein liegt eine verschärfte Kennzeichnungspflicht am Herzen. Werben dafür wird er bei einer Pestizidkonferenz, die eine Umweltorganisation Ende März in Paris veranstaltet. Dazu einladen möchten die Verantwortlichen auch Pestizidgeschädigte aus Deutschland.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/25263.html
 
22.02.2012 |

Brasilianischer Honigsektor will Gentechnikanbau kontrollieren

Honig kann leicht durch Gentech-Pollen verunreinigt werden
Vertreter der brasilianischen Regierung und des Honigsektors haben sich am Montag den 13. Februar in Brasilia getroffen, um den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu diskutieren. Die Imker fürchten Honig-Marktanteile in der Europäischen Union wegen der strikten Gesetzgebung hinsichtlich gentechnisch veränderter Organismen (GMO) zu verlieren. Letztes Jahr wurden bei einer Inspektion Spuren von gentechnisch verändertem Pollen in ausgelieferten Produkten gefunden. Laut des Präsidenten des brasilianischen Honigverbandes, Jose Cunha, will die Industrie den Anbau in den Regionen im Süden und Mittelwesten, wo Gentechnik-Pflanzen normalerweise wachsen, überwachen. Er sagte: „Wir wollen wissen, wo Gentechnik angewendet wird und kämpfen für die Erhaltung von gentechnikfreien Zonen wie den semiariden Gebieten Brasiliens, dem Amazonasgebiet und anderen Regionen.“
Brasilien exportiert 25.000 Tonnen Honig pro Jahr, der Export könnte aber auf eine Kapazität bis 100.000 Tonnen anwachsen. Der brasilianische Hausgebrauch liegt bei 120 Gramm pro Person, soll aber auf ein Kilo gesteigert werden. Brasilien reiht sich in die Proteste der Imker in Südamerika ein, die um ihre Honigproduktion durch den Einsatz von Gentechnik fürchten. Chile hat erst vor einigen Wochen als größter Honigimporteur Europas ein Standortregister eingeführt.

http://orf.at/stories/2106880/
 
Italien streicht Steuerprivilegien der Kirche
Im Zuge seines Sparkurses streicht Italiens Ministerpräsident Mario Monti Steuererleichterungen für Unternehmen der katholischen Kirche. Schätzungen zufolge könnten mit dem Schritt jährlich bis zu 600 Millionen Euro zusätzlich in die Staatskasse in Rom fließen.
Monti, selbst Katholik, präsentierte seinen Plan gestern. Der sieht vor, dass bestimmte Einrichtungen der Kirche wie Privatkliniken, Hotels und Gasthäuser keine steuerlichen Vergünstigungen mehr genießen. Bisher war das der Fall, weil sie auch Pfarrer und Nonnen beherbergen oder über Kapellen verfügen. Neben der Kirche sind auch andere gemeinnützige Organisationen betroffen.
Monti hatte Italien im Dezember ein Sparprogramm verschrieben, um das von der Euro-Krise hart getroffene Land wieder auf Kurs zu bringen. Danach wurden auch Forderungen laut, wonach auch von der Kirche ein Beitrag zur Sanierung geleistet werden müsse.
Publiziert am 25.02.2012

http://www.truth-out.org/monsanto-found-guilty-chemical-poisoning-france/1329834175
 
Monsanto Found Guilty of Chemical Poisoning in France

Monday 13 February 2012
by: Anthony Gucciardi, Natural Society | Report

(Image: Lance Page / Truthout; Adapted: Carl Mueller / Flickr)

In a major victory for public health and what will hopefully lead to other nations taking action, a French court decided today that GMO crops monster Monsanto is guilty of chemically poisoning a French farmer. The grain grower, Paul Francois, says he developed neurological problems such as memory loss and headaches after being exposed to Monsanto’s Lasso weedkiller back in 2004. The monumental case paves the way for legal action against Monsanto’s Roundup and other harmful herbicides and pesticides made by other manufacturers.

In a ruling given by a court in Lyon (southeast France), Francois says that Monsanto failed to provide proper warnings on the product label. The court ordered an expert opinion to determine the sum of the damages, and to verify the link between Lasso and the reported illnesses. The case is extremely important, as previous legal action taken against Monsanto by farmers has failed due to the challenge of properly linking pesticide exposure with the experienced side effects.

When contacted by Reuters, Monsanto’s lawyers declined to comment.

Monsanto’s Deadly Concoctions

Farmer Paul Francois was not alone in his quest to hold Monsanto accountable for their actions. He and other farmers affected by Monsanto’s deadly concoctions actually founded an association last year to make the case that their health problems were a result of Monsanto’s Lasso and other ‘crop protection’ products. Their claims were also met by many other farmers. Since 1996, the agricultural branch of the French social security system has gathered about 200 alerts per year regarding sickness related to pesticides. However only 47 cases were even recognized in the past 10 years.

Francois, whose life was damaged by Monsanto’s products, has now set the powerful precedent in the defense of farmers.

“I am alive today, but part of the farming population is going to be sacrificed and is going to die because of this,” Francois, 47, told Reuters.

It is also important to note that Monsanto’s Lasso pesticide was actually banned in France back in 2007 following a European Union directive that came after the ban of the product in other nations.

http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f948844f439a86_485550&a_no=24800

Quelle:
ECO-News – die grüne Presseagentur
Partner:
Ökologisch-Demokratische Partei Bundesverband, D-97070 Würzburg
Rubrik:
Politik & Gesellschaft    Datum: 21.02.2012

ÖDP fordert Unabhängigkeit bei Risikobewertung von Gentechnik
Maier: „In welchem Interesse handelt die EU-Kommission?“

„Es ist ein Skandal, dass die Risikobewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) nicht wissenschaftlichen Standards entspricht.“ Das sagt Ludwig Maier, Sprecher des
Bundesarbeitskreises Landwirtschaft, Gentechnik und Tierschutz in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).
Er bezieht sich damit auf eine Analyse, die das Institut Testbiotch bezüglich der Originaldokumente des Gentechnikkonzerns Monsanto angefertigt hat. Monsanto gebe in den Dokumenten relativ offen zu, dass die Untersuchungen „nicht in Übereinstimmung mit den Standards der Good Laboratory Practice (GLP)“ durchgeführt wurden. In einer Stellungnahme von Testbiotech kritisiert der EFSA-Experte Joe Perry, dass Daten, die für die Zulassung von genverändertem Gemüse herangezogen wurden, von dem industrienahen International Life Science Institute (ILSI) stammen und man deshalb diesen Daten nicht vertrauen können. „Im Interesse aller müssen biotechnologische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur kritisch geprüft werden. Das muss unabhängig von ökonomischen Interessen passieren,“ erläutert ÖDP-Politiker Maier.
Derzeit sei die Forschung und Risikoabschätzung im Bereich der Agrogentechnik weitgehend auf die Bedürfnisse von Industrie und Wirtschaft zugeschnitten. Eine bestimmte Sorte Gentechnik-Mais wurde jetzt jedoch als sicher bewertet und von der EU-Kommission zugelassen. „Obwohl klar ist, dass die Risikobewertung durch die EFSA Mängel aufweist, verteidigt die EU-Kommission die Prüfberichte der EFSA. Da müssen wir uns fragen, in welchem Interesse die Kommission handelt?“ Fragt Ludwig Maier.
Er kritisiert, dass die Möglichkeit der Öffentlichkeit auf Inhalte, Ziele und Strukturen der Forschung Einfluss zu nehmen, bisher wenig entwickelt bzw. gar nicht vorhanden sei. „Angesichts der möglichen massiven unkontrollierten Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen als Saatgut, Lebens- und Futtermittel oder Biomasse, ergibt sich ein hohes Schutzbedürfnis der Verbraucher. Darum ist es unabdingbar, sich breitflächig zu vernetzen und gute objektive Aufklärungsarbeit zu leisten und Umwelt und Verbraucher uneigennützig aufzuklären,“ so der ÖDP-Politiker abschießend.

Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Bundespressestelle
Erich-Weinert-Str. 134
10409 Berlin
Tel. 030/49854050
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http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/US-Oeko-Branche-streitet-ueber-Gentechnik_article1329729958.html

20.02.2012 | 10:25

US-Öko-Branche streitet über Gentechnik

Aachen – Die Konflikte um gentechnisch veränderte Lebensmittel in den USA verschärfen sich.

In Kalifornien sollen die Wähler im Herbst über eine verpflichtende Gentechnik-Kennzeichnung abstimmen. In New York wird derzeit vor einem Bundesgericht über eine Klage mehrerer Landwirte verhandelt, die einen rechtlichen Anspruch auf „gentechnik-freien“ Anbau durchsetzen wollen.

Unterdessen streitet die Öko-Branche über Gentechnik-Verunreinigungen ihrer Produkte. – Auf der Biofach in Nürnberg haben die EU und die USA ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung ihrer Standards für Öko-Lebensmittel unterzeichnet. Als organic zertifizierte US-Lebensmittel können ab 1. Juni in der EU unter dem Bio-Label verkauft werden.

Ronnie Cummins, altgedienter Öko-Aktivist und Geschäftsführer der Organic Consumers Association wirft den bekannten Handelsketten Whole Foods, Organic Valley und Stoneyfield Farm vor, sie hätten sich Monsanto ergeben und den Kampf gegen den zunehmenden Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen als aussichtslos eingestellt.

Cummins Organisation bezichtigt Whole Foods Market, seine Kunden über das tatsächliche Ausmaß der Verwendung von Rohstoffen aus gv-Pflanzen zu täuschen. In den Whole Foods-Märkten sei lediglich ein Drittel der Produkte organic, bei denen der Einsatz von nicht erlaubt ist. Im übrigen Sortiment konnte Cummins in fast allen Produkten GVO nachweisen. Nach seiner Darstellung ist nur ein Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der USA als organic zertifiziert, aber 12 Prozent des Lebensmittel-Umsatzes werde mit als organic oder natural deklarierten Produkten erzielt.

In der New York Times wies A.C. Gallo, Vize-Präsident von Whole Foods die Vorwürfe zurück. Sein Unternehmen wisse, dass für Organic-Produkte grundsätzlich das Problem von GVO-Kontaminationen bestehe und habe daher viel Geld in den Aufbau eigener Kontroll- und Zertifizierungssysteme gesteckt. Whole Foods werde sich in Zukunft verstärkt für eine Kennzeichnung einsetzen und nicht länger darauf abzielen, GVO-Einträge in die Lebensmittelkette zu minimieren oder zu verhindern.

Wie Gallo räumen auch andere Öko-Handelsketten ein, dass GVO-Verunreinigungen in Organic-Produkten kaum vermeidbar seien. Einen Schwellenwert wie in der EU (0,9 Prozent) gibt es in den USA nicht. Wie in Europa ist auch in den USA bei der Erzeugung und Herstellung von Öko-Lebensmitteln der bewusste Einsatz von GVO gesetzlich verboten. Verantwortlich für die Einhaltung und Kontrolle dieser Vorschrift sind die Öko-Unternehmen. Bindende Vorschriften für eine Koexistenz zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft mit gv-Pflanzen gibt es nicht. Die US-Landwirtschafsbehörde empfiehlt den Öko-Landwirten lediglich, Mindestabstände zu den Nachbarfeldern einzuhalten.

Derzeit werden 90 Prozent aller in den USA angebauten Sojabohnen, Mais, Raps und Zuckerrüben mit gv-Sorten erzeugt. Fast alle verarbeiteten Lebensmittel, so eine Schätzung des Handelsverbandes, enthalten mindestens eine Zutat aus einer gv-Pflanze, bei hoch verarbeiteten Produkten wie Tortilla Chips seien „Dutzende“ solcher Zutaten möglich.

Zwar haben sich in Umfragen deutliche Mehrheiten für eine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ausgesprochen, doch die zuständigen Behörden FDA (Food an Drug Administration) lehnt diese Forderung weiterhin ab. Solche Produkte seien sicher und ein Hinweis „gentechnisch verändert“ keine für Verbraucher relevante Information. Lebensmittel mit Zutaten aus gv-Pflanzen dürfen in den USA als „all natural“ beworben werden.

Auf der Biofach in Nürnberg, der weltgrößten Messe für die Biobranche, haben EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos und die stellvertretende US-Landwirtschaftsministerin Kathleen Merrigan am 15. Februar ein Abkommen unterzeichnet, in dem EU und USA ihre jeweiligen Standards für Öko-Produkte als gleichwertig anerkennen. Ab 1. Juni dürfen in den USA zertifizierte Lebensmittel ohne Einschränkung auch in der EU unter dem Bio-Label vermarktet werden. Damit erhalten Erzeuger und Hersteller von Öko-Lebensmitteln „einen einfacheren Zugang zu US- und EU-Markt mit weniger Bürokratie und geringeren Kosten“, sagte EU-Kommissar Cialos bei der Unterzeichnung. Mit dem Abkommen, ergänzte Kathleen Merrigan „werden neue Märkte für amerikanischen Bio-Bauern und -Viehzüchter geöffnet“. (TransGen)


Betreff: Anonymous attackiert erneut den Argrarkonzern Monsanto
 
http://www.agitano.com/magazin/magazinDetails/anonymous_attackiert_erneut_den_argrarkonzern_monsanto_24574/

Veröffentlicht am: 02.03.2012
Anonymous attackiert erneut den Argrarkonzern Monsanto
Hacker aus dem Umfeld des Anonymous-Kollektivs, die unter dem Namen „AntiSec“ firmieren, haben erneut das US-Unternehmen Monsanto attackiert und dabei Datenbank des Konzerns veröffentlicht. Dabei handelt es sich jedoch um eine veraltete Version der Daten, wie die Hacker in ihrem Leak auf Pastebin schreiben: „Wir sind uns dessen bewusst, dass die Veröffentlichung dieser veralteten Datenbank euch wenig Schaden zufügen wird. Seid aber versichert, dass damit fortfahren werden eure Mitarbeiter zu dokumentieren, eure Webseiten zu zerstören, eure Mailserver zu ‚grillen‘, euer System zu unterwandern und all euren ‚Bullshit‘ aufzudecken.“

Bereits im Juni 2011 hatte Anonmyous Attacken gegen Monsanto gefahren und dabei mehr als 2.500 Datensätze erbeutet. Das Kollektiv wirft dem Unternehmen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Sie begründen dies bspw. damit, dass Monsanto mittels ihrer Rechtsabteilung über 9.000 Klein- und Ökobauern mit einer Flut von Patentklagen aus dem Geschäft gedrängt hat. Zudem werfen sie dem Konzern die Beimischung schädlicher Stoffe zu Lebensmitteln vor, die nicht in diesem Zusammenhang als verändert deklariert worden sind.

Monsanto hat das US-amerikanische Militär während des Vietnamkrieges mit dem hochgiftigen Entlaubungsmittel „Agent Orange“ beliefert. Heute konzentriert sich das Unternehmen auf die Herstellung und Distribution von genetisch verändertem Saatgut und Pestiziden.

(sm)

http://www.topagrar.at/home/Oesterreichs-Huehnerfleisch-ab-heute-Gentechnik-frei-716051.html
 
20.02.2012
 
Österreichs Hühnerfleisch ab heute Gentechnik-frei

Ein Großteil der heimischen Masthuhn- und Putenzüchter haben auf kontrolliert Gentechnik-freie Fütterung umgestellt.
Nachdem im Jahr 2010 bereits die komplette österreichische Milchwirtschaft und die komplette Frischeier-Produktion auf kontrollierte Gentechnik-freie Fütterung umgestiegen sind, folgt jetzt ein weiterer wichtiger Sektor: Mit dem heutigen Tag ist erstmals österreichisches Hühnerfleisch aus kontrolliert Gentechnik-freier Produktion in den Regalen des Lebensmittelhandels bei Hofer, REWE Group, SPAR, Zielpunkt zu finden.
In den nächsten Wochen wird Hühnerfleisch aus österreichischer Produktion bei den angeführten Lebensmittelhändlern vollständig auf Gentechnik-Freiheit umgestellt, Putenfleisch folgt danach.

Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet dies laut ARGE Gentechnik-frei einen gewichtigen Qualitäts-Schritt: Damit werden rund 80.000 Tonnen potenziell mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belasteter Soja durch kontrolliert Gentechnik-freie Ware ersetzt. Konsumenten erkennen die Gentechnik-freie Ware am grünen Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Nur österreichische Ware bzw. Bio-Produkte können diesen besonderen Qualitätsstandard bieten.

Gentechnik-freie Fütterung soll bei Mastgeflügel Branchenstandard werden

Seit Anfang Jänner 2012 wird bei den größten Geflügelbetrieben, die rund 90% des heimischen Mastgeflügelmarktes abdecken – Hubers Landhendl in Oberösterreich, Steirerhuhn-Lugitsch und Titz in der Steiermark sowie Wech in Kärnten – Gentechnik-frei gefüttert. Damit kommt sechs bis acht Wochen nach Beginn der Fütterung das erste Hühnerfleisch mit der Qualitätsbezeichnung „Ohne Gentechnik hergestellt“ auf den Markt. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der beteiligten Lebensmittelhändler und Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass in kürzester Zeit die gesamte Branche folgen wird. Im ersten Schritt werden Frisch-geflügelfleisch und zerlegte Ware ausgelobt. Für verarbeitete Ware (z.B. Wurst) und Importware wird noch an Lösungen gearbeitet.

Österreich: Bei Gentechnik-Freiheit führend in Europa

„In Österreich sind keinerlei gentechnisch veränderte Lebensmittel am Markt. Allerdings: Im Bereich der Futtermittel aus konventioneller Produktion muss, aufgrund der Angebotslage auf den Weltmärkten, mit gentechnisch veränderter Soja gerechnet werden. In Österreich handelt es sich dabei um ein Importvolumen von rund 600.000 Tonnen, zumeist aus Südamerika. Rund 400.000 Tonnen davon gehen in die Schweinezucht und -mast, rund 75.000 Tonnen in die Mastrinderfütterung, rund 45.000 Tonnen in die Legehennenfütterung und rund 80.000 Tonnen in die Geflügelmast. Einige Anteile – wie z.B. der Sojabedarf für die komplette heimische Legehennenfütterung – konnte bereits in den letzten Jahren auf kontrolliert Gentechnik-freie Ware umgestellt werden. Wenn es nun gelingt, die 80.000 Tonnen Soja für die Mastgeflügelzüchtung ebenfalls mit kontrolliert Gentechnik-freier Ware zu ersetzen, ist dies ein gewaltiger Erfolg und ein wichtiges Signal“, erklärt Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei. „Wir danken allen involvierten Unternehmen – von den Futtermittelbetrieben über die Aufzucht- und Schlachtbetriebe bis zum Lebensmittelhandel – für die großen gemeinsamen Anstrengungen zur Erreichung dieses Meilensteins.“

Die ARGE Gentechnik-frei (www.gentechnikfrei.at) ist eine europaweit einzigartige Plattform aus Lebensmittelherstellern, Lebensmittelhandel, Bauernverbänden, Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen. Die Plattform ist 1997 entstanden und vergibt Europas erstes Kontrollzeichen für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel. Mehr als 1.650 Produkte – von Milch und Milchprodukten über Eier, Brot- und Backwaren, Sojaprodukte, Öle, Cerealien und Getränke – führen bereits das grüne Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Voraussetzung für die Vergabe des Kontrollzeichens sind die Einhaltung der Richtlinie „Gentechnik-freie Produktion“ im Österreichischen Lebensmittel-Codex sowie die regelmäßige Überprüfung  und Zertifizierung durch externe Kontrollstellen.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/25251.html
 
20.02.2012 | permalink

Imkerverbände warnen vor verunreinigtem Saatgut

Der Schutz des Honigs vor Verunreinigungen bedarf gesetzlicher Regelungen. Foto: Bild: Maja Dumat/pixelio.de
Imker fordern die Behörden in einem gemeinsamen Positionspapier auf, sich für die Saatgutreinheit einzusetzen. Sie appellieren an die Justiz, mit Gentechnik verunreinigte Pflanzen in jedem Fall umpflügen zu lassen. Bleiben die Pflanzen auf dem Acker, kann der Honig durch verunreinigte Pollen seit dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Abfallprodukt werden. Am 29. Februar wird das Bundesverwaltungsgericht Leipzig in einem Fall entscheiden, bei dem ein Bauer versehentlich gentechnisch verunreinigtes Raps-Saatgut ausgebracht hatte, für das in Europa keine Anbau-Zulassung vorliegt. Bisher herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Felder umgebrochen werden müssen, weil es sich um Pflanzen handelt, für die keine Genehmigung vorliegt oder ob das Umbrechen erspart bleiben soll, weil das Ausbringen in Unwissenheit des Landwirtes geschehen ist. Das kommende Urteil soll Klarheit schaffen und ist für die Imker von enormer Tragweite. Es geht um den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft und Imkerei und die Wahlfreiheit des Verbrauchers. Die geltende Nulltoleranz dürfe nicht aufgeweicht werden, so die Imker.