Bolivien

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CONAMAQ protestiert gegen Zulassung des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen

Samstag, den 02. Juli 2011
(Lima, 23. Juni 2011, noticias aliadas/poonal).- Der indigene Nationale Rat der Ayllus und Markas von Qollasuyo CONAMAQ (Consejo Nacional de Ayllus y Markas del Qollasuyo) hat das am vergangenen 18. Juni verabschiedete Gesetz für eine Reformierung der Landwirtschaft in Bolivien scharf verurteilt. Das “Gesetz zur produktiven, landwirtschaftlichen und gemeinschaftlichen Revolution” soll die Ernährungssicherheit gewähren und entsprechende technische und finanzielle Maßnahmen und Veränderungen in der Produktion und im Handel von land- und forstwirtschaftlichen Produkten einführen.

CONAMAQ fordert Streichung von Gesetzespassagen

Der Verband CONAMQ fordert von Präsident Morales die Streichung zweier Gesetzespassagen, die den Schutz natürlicher genetischer Ressourcen betreffen. Nach Ansicht des Verbandes verletzen die Absätze „das Recht auf Leben der Menschheit und der Mutter Erde (Pachamama)“, so der Verband in einer Erklärung.

In Artikel 15 der Novelle heißt es „Es werden weder landwirtschaftliche Technologie-Pakte im Land eingeführt, welche gentechnisch verändertes Saatgut jener Arten betreffen, deren Ursprungsland Bolivien ist oder wo Bolivien im Zentrum der Biodiversität steht, noch jene Arten, die das genetische Erbe, die Artenvielfalt, die Gesundheit des Lebensraums und der Menschheit angreifen würden“. In Artikel 19 wird präzisiert, dass „Grundlagen zur Kontrolle der Produktion, des Imports und des Handels mit gentechnisch veränderten Produkten geschaffen werden.“ Von einem Verbot der Einfuhr nicht konventioneller Samen von beispielsweise Soja, Reis oder Sorga ist in keinem Passus des Gesetzes die Rede, kritisiert die Vereinigung.

Regierung weist Kritik zurück

Isaac Ávalos, Vorsitzender der Fraktion der regierenden Partei Bewegung zum Sozialismus MAS (Movimiento Al Socialismo), verteidigte das Gesetz hingegen als ein „historisches Gesetz“, das Kleinbauern und -bäuerinnen, Indigene sowie ProduzentInnen mit kleinen wie mit großen Unternehmen unterstütze. Laut Ávalos verschaffe das Gesetz ihnen “Vorrang, Saatgut, Einkünfte, Kredite, Maschinen; das heißt: Die Chance weiterhin zu produzieren”.

Bezüglich der Gentechnik erklärte Ávalos, dieses Thema sei Gegenstand einer Untersuchung und festzulegender Regelungen, ministerieller Beschlüsse oder gegebenenfalls auch schnell zu erlassender Regierungsdekrete.

Proteste vor internationalen Gremien

CONAMAQ kritisiert hingegen, dass die neue Regelung auf multinationale Konzerne zugeschnitten sei, die im Bereich der gentechnisch veränderten Organismen und Düngemittel agieren. Der Verband kündigte an, das Thema vor internationalen Gremien zu bringen.

In Bolivien wird seit mehr als zehn Jahren gentechnisch veränderte Soja angebaut. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile mehr als 75 Prozent der im Land angebauten Soja gentechnisch verändert ist.

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