Kennzeichnungs-Pflicht EU

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Lindemann für neue Gentechnik-Kenzeichnung

21.01.2011, 14:52 Uhr | DAPD

Hannover (dapd-nrd). Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) verlangt den Ersatz des Lebensmittel-Labels „ohne Gentechnik“ durch eine eindeutige und umfassende Gentechnik-Kennzeichnung. Die derzeitige Kennzeichnung sei lückenhaft, sagte der CDU-Politiker am Freitag im Landtag in Hannover.

Wenn etwa gentechnisch veränderte Pflanzen an Nutztiere verfüttert würden, müssten so erzeugte Eier, Milch oder Fleisch nicht den Zusatz „gentechnisch verändert“ tragen. Auch Vitamine oder Enzymen, die mithilfe gentechnisch veränderter Organismen hergestellt würden und Lebensmitteln zugesetzt würden, führten nicht zur Kennzeichnung des Endprodukts.

Die derzeitige Regelung führe zu Rechtsunsicherheit und im Einzelfall auch zu Verbrauchertäuschung, bemängelte Lindemann. Man müsse sie durch eine differenziertes und verbraucherfreundliches Kennzeichnungssystem, „eine konsequente und umfassende Gentechnik-Kennzeichnung für Lebens- und Futtermittel“, ersetzen. Nur dies ermögliche dem Verbraucher fundierte Entscheidungen. Die Bundesregierung müsse sich auf europäischer und internationaler Ebene für die vollständige Kennzeichnung einsetzen. Akzeptanz der Gentechnik beim Bürger setze Kenntnis über deren Verwendung voraus. Dafür sei eine umfassende Kennzeichnung ein wichtiges Instrument.

Von: Stefan Grünert [mailto:gruenert@dialog-gentechnik.at] 
Gesendet: Donnerstag, 2. September 2010 18:22

Sehr geehrter Herr Gruber,

Frau Jansen hat mir von Ihrem ausführlichen Telefonat berichtet und ich bedanke mich, dass sie dialog<>gentechnik diesbezüglich kontaktieren. Hiermit gebe Ihnen gerne die relevanten Informationen zu den beiden fraglichen Themenkreisen weiter, die mir zur Verfügung stehen:

Zu GVO-Pflanzen:

Auf unserer Webseite gibt es eine kurze Stellungnahme zur Kennzeichnungspflicht von GVO in Lebensmitteln in der EU: http://www.dialog-gentechnik.at/kennzeichnung_von_gvo.php

Dort befinden sich auch die relevanten links zu AGES und BM für Gesundheit, die für die Überwachung und Einhaltung dieser Richtlinien zuständig sind.

Die Ergebnisse der Tests, die die AGES vornimmt, werden vom BM:G regelmäßig veröffentlicht, den aktuellen Bericht habe ich Ihnen beigefügt. Wie aus dem Anhang auf Seite 20 hervorgeht, wurden im Jahr 2008 199 Proben auf das Vorhandensein von GVO Mais und Soja überprüft. Dabei wurden 123 Proben als frei von GVO befunden und 76 als mit GVO, aber unterhalb des geltenden Schwellenwertes von 0,9 %. Es wurden somit in diesem Jahr keine Verletzungen der Kennzeichnungspflicht festgestellt und die Mehrzahl der getesteten Lebensmittel waren vollkommen frei von GVO.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass bei allen verarbeiteten Lebensmitteln die Möglichkeit besteht, dass es in einem gewissen Umfang Beimengungen gibt, die aus GVO-Produktion stammen (insbesondere Maisstärke oder Sojalezithin).

Die Wahrscheinlichkeit solcher Beimengungen sinkt bei Lebensmitteln mit geringerer Verarbeitung, und gänzlich GVO frei sind selbstverständlich alles frische Gemüse und Obst.

Heimisches Fleisch wird zum großen Teil unter der Verwendung von GVO Futtermitteln hergestellt, heimische Milchprodukte, vor allem wenn sie als „gentechnik frei“ bezeichnet werden, sind dagegen mit GVO freien Futtermitteln hergestellt.

Zu Nahrungsmittelergänzungsstoffen aus bio- oder gentechnischer Produktion mittels GVMO (gentechnisch veränderter Mikroorganismen):

Tatsächlich werden weltweit große Mengen an unterschiedlichen Stoffen sowohl für Lebensmittel als auch andere Industriezweige auf der Basis bio- und gentechnischer Verfahren hergestellt. Dies hat zu einer deutlichen Verringerung der Umweltbelastung geführt, da diese Verfahren grundsätzlich weniger Abfallstoffe produzieren, höhere Effizienzgrade aufweisen und weniger Energie benötigen. Eine Quantifizierung der ökologischen Auswirkungen ist allerdings aufgrund der verschiedenen Verfahren schlecht möglich, aber alle seriösen Quellen verweisen auf die großen ökologischen und ökonomischen Vorteile der bio- und gentechnologischen Produktion von Stoffen aller Art.

Grundsätzlich werden solche Verfahren auch von allen Umweltorganisationen wie zB Greenpeace als unproblematisch eingeschätzt, da keine gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt gelangen.

(Zitat Greenpeace Webseite, Zugriff am 1.9.2010:

GVOs kommen heute in drei Anwendungsbereichen zum Einsatz. Das ist die „Rote“, die „Weiße“ und die „Grüne“ Gentechnik:

  • Rot: Gentechnik, die in der Medizin zum Einsatz kommt.
  • Weiß: Herstellung von Präparaten wie beispielsweise Vitamin C mittels GVOs im geschlossenen System.

Beide stellen für die Umwelt keine unmittelbare Gefahr dar, weil es dabei nicht zu einer Freisetzung in die Natur kommt.

Zitat Ende)

Die erzeugten Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Vitamine und Aminosäuren werden oft mit spezifischen Methoden zu hohen Reinheitsgraden aufgereinigt und sind grundsätzlich chemischen Verfahren überlegen, da viele biologische Moleküle chemisch in zwei Formen (Chiralität: http://de.wikipedia.org/wiki/Chiralit%C3%A4t_%28Chemie%29) vorkommen, aber nur eine in der Natur vorliegt. Diese zwei chiralen Formen werden in chemischen Produktionsverfahren oft nicht getrennt, weil eine Aufreinigung technisch nicht möglich oder zu aufwendig wäre.

Eine kurze Zusammenfassung der verschiedenen Stoffe und die jährliche Produktionsmenge weltweit auf der Basis von Angaben von DECHEMA aus dem Jahr 2004:

Diese Aufstellung ist einem Bericht des deutschen Forschungsministeriums entnommen, der auch ein Kapitel über Ernährung beinhaltet: http://www.bmbf.de/pub/weisse_biotechnologie.pdf

Wie Sie der Aufstellung entnehmen können, werden viele dieser Stoffe auch im Medizin- und Pharmabereich angewendet und unterliegen somit zumindest dort einer intensiven Kontrolle gemäß den anwendbaren Arzneimittelgesetzen.

Die EC und das EP haben im Jahr 2008 mit REGULATION (EC) No 1331/2008 eine Initiative gestartet, um eine EU-weite Genehmigung für Nahrungsmittelzusätze zu erreichen. Dazu finden sie eine Veröffentlichung der EFSA hier: http://www.efsa.europa.eu/de/scdocs/doc/1305.pdf

Eine Stellungnahme der DECHEMA dazu finden Sie hier: http://dechema.de/dechema_media/p_enzyme

Greenpeace betreibt die Webseite „Marktcheck“, bei der Sie Informationen über unterschiedliche Produkte, ihre Inhaltsstoffe und deren Umweltverträglichkeit erhalten: http://marktcheck.greenpeace.at/

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben, wenn Sie weiterführende Fragen haben zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren,

Mit freundlichen Grüssen,

Stefan Grünert
Geschäftsführer dialog<>gentechnik
www.dialog-gentechnik.at

Gesendet: Mittwoch, 01. September 2010 12:01
An: office@dialog-gentechnik.at Betreff: Bitte um Kontaktaufnahme

Sehr geehrte Frau Jansen,

Bitte um kompetente detaillierte Auskunft  bezüglich Gentechnik mit/ohne Deklaration in der Nahrung der österreichischen Konsumenten.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen,

Beste Grüße
Freimut Gruber
4873 Frankenburg/Hausruck

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