D: Der Streit um Gentechnik eskaliert

Herbert Jung – einen Tag lang Landwirtschaftsminister:
https://gennetz.wordpress.com/personen/personen/herbert-jung/

http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/gentechnik147.html

Stand: 11.07.2011 11:43 Uhr
Der Streit um Gentechnik eskaliert

Der Widerstand wächst und wird offenbar heftiger: Protest gegen das Gentechnik-Gesetz von dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Angst ist ihre Gemeinsamkeit, ansonsten könnten die Positionen unterschiedlicher nicht sein: Gentechnik-Firmen fürchten nach mehreren Anschlägen auf ihre Versuchsfelder um ihre Existenz. Gentechnik-Gegner verteidigen den harten Einsatz mit den unkalkulierbaren Risiken für Mensch und Umwelt durch den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen.

Fakt ist: Gentechnik-Gegner greifen vermehrt zu physischer Gewalt. Am Wochenende waren gleich zwei Felder der biovativ GmbH Ziel von Gentechnik-Gegnern. In der Nacht zu Sonnabend waren in Groß Lüsewitz bei Rostock ein Wachmann angegriffen und zwei Forschungsfelder zerstört worden, auf denen gentechnisch veränderter Weizen und Kartoffeln angebaut wurden. In der Nacht zu Montag griffen Unbekannte eine weitere Anlage der Firma in Sachsen-Anhalt an. Die Täter gingen dabei besonders brutal vor. Vermummt und mit Pfefferspray und Schlagstöcken bewaffnet verschafften sie sich Zutritt zu dem Gelände, hielten Wachleute auf dem Feld fest und zerstörten zielgerichtet zwei Versuche. Der Schaden wird alleine in Groß Lüsewitz auf 250.000 Euro geschätzt.

Pressekonferenz und Mahnwache treffen aufeinander

Am Montag trafen sich Befürworter und Gegner der grünen Gentechnik in Groß Lüsewitz. Auf einer Pressekonferenz forderte die Geschäftsführerin der biovativ GmbH, Kerstin Schmidt, vom Bund ein klares Bekenntnis zur grünen Gentechnik. Ansonsten sehe sie keine Grundlage mehr für ihre Arbeit. Befürworter loben die grüne Gentechnik als Lösung der weltweiten Nahrungsmittelknappheit und Heilmittel für Hungersnöte. Schmidt ist auch von der Justiz enttäuscht, denn es habe bereits Gerichtsverfahren gegen Verdächtige gegeben, aber nie ein Urteil. Gleichzeitig hielten die Grünen eine friedliche Mahnwache gegen die Versuche in Groß Lüsewitz ab

ie Sprecherin der Grünen-Landesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und Naturschutz, Claudia Schulz, distanzierte sich von der gewalttätigen Zerstörung. Sie könne die Handlungen zwar nachvollziehen, da es in Deutschland keine Möglichkeiten gebe, Gentechnikversuche zu verhindern. Zerstörungen seien jedoch nie hilfreich, sondern immer kontraproduktiv. Nach Ansicht der Grünen sind die Folgen der Gentechnik nicht absehbar und werden von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt. Die Forscherin Inge Boer von der Universität Rostock sprach sich in einem Interview für die pflanzliche Gentechnik aus – unter anderem wegen der steigenden Weltbevölkerung und dem größeren Bedarf an Nahrungsmitteln.

Polizei fahndet nach sechs Tätern

Währenddessen sucht die Rostocker Polizei weiter nach den Tätern vom Wochenende. Vermutlich sechs Personen waren auf das eingezäunte Gelände des Versuchsfeldes eingedrungen. Sie hielten einen Wachmann fest, zerstörten Felder und rissen Pflanzen heraus. Auch die Reifen des Autos eines Wachmanns waren zerstochen worden. Der festgehaltene Mann steht nach Firmenangaben noch immer unter Schock. Das verwüstete Kartoffelfeld ist nicht mehr zu retten, ob der niedergetrampelte Weizen noch brauchbar ist, müssen die nächsten zwei Wochen zeigen.

http://nachrichten.t-online.de/gentechnik-felder-in-ueplingen-zerstoert/id_47917680/index?news
Gentechnik-Felder in Üplingen zerstört

11.07.2011, 13:02 Uhr | dapd

Üplingen (dapd-lsa). Im Schaugarten Üplingen (Landkreis Börde) sind am frühen Montagmorgen mehrere Gentechnik-Versuchsfelder zerstört worden. Zehn bis zwölf bislang unbekannte Täter hätten zunächst zwei Wachmänner attackiert und bedroht, wie ein Polizeisprecher am Montag auf dapd-Anfrage sagte. Dann hätten sie Kartoffelpflanzen herausgerissen, Getreide und Mais niedergetreten. Die Täter flüchteten. Der Einsatz eines Fährtenhundes verlief zunächst erfolglos.
Einem 24-jährigen Mann, der in einem Wachhaus saß, sei das Handy abgenommen worden, sagte der Sprecher. Einem weiteren 27 Jahre alten Wachmann, der auf einem Rundgang war, hätten die Täter aufgelauert und ihm ebenfalls das Handy abgenommen. Die Täter sollen komplett vermummt gewesen sein und Schlaggegenstände bei sich gehabt haben. Mit Blick auf den Überfall sprach die Polizei von einer „neuen Qualität“. Der Schaugarten war in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Zerstörungen gewesen.
Vernichtet wurden laut Polizei eine 625 Quadratmeter große Anbaufläche von Kartoffeln, eine Getreideanbaufläche von 25 Quadratmetern sowie Mais auf einer Fläche von 20 Quadratmetern. Da die Polizei schnell am Schaugarten eingetroffen sei, hätten weitere Zerstörungen verhindert werden können, sagte der Sprecher. Die Schadenssumme konnte zunächst nicht beziffert werden.

Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit den Zerstörungen an Versuchsfeldern in Sagerheide in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden in der Nacht zum Samstag Getreide- und Kartoffelfelder auf einer Fläche von 650 Quadratmetern zerstört. Auch hier hatten die Täter einen Wachmann festgehalten und ihm das Handy weggenommen. Es sei nicht auszuschließen, dass es sich in Sachsen-Anhalt um denselben Täterkreis handelte, sagte der Polizeisprecher. In dem Gentechnik-Schaugarten der BioTech Farm GmbH können sich Besuchergruppen über gentechnisch veränderte Pflanzen informieren.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110711_OTS0097/pirklhuber-bm-berlakovich-muss-anti-gentech-offensive-in-europa-starten

Pirklhuber: BM Berlakovich muss Anti-Gentech-Offensive in Europa starten

Utl.: Grüne: EU-Ministerrat ist die nächste Hürde für die Gentechnikfreiheit =

Wien (OTS) – „Die Menschen in Europa wollen keine Gentechnik in
der Landwirtschaft und in Lebensmitteln, das muss Berlakovich auch
den skeptischen Mitgliedstaaten klar machen. Heute und morgen, auf
dem informellen Umweltministerrat in Polen, ist Berlakovich
gefordert, unseren gemeinsamen Beschluss für das Recht auf
gentechnikfreie Regionen auf den Tisch zu legen und dessen Umsetzung
einzufordern“, fordert Wolfgang Piklhuber, Landwirtschaftssprecher
der Grünen.
Die österreichischen Grünen waren Vorreiter für das Recht auf
Gentechnikfreie Regionen. Bereits im vergangenen Dezember wurde auf
Initiative von Pirklhuber ein diesbezüglicher Beschluss mit Stimmen
der ÖVP, SPÖ und der Grünen im ständigen EU-Unterausschuss
verabschiedet. „Genau dem hat das Europaparlament
vergangene Woche zugestimmt und eine historische Chance für ein
gentechnikfreies Europa geschaffen. Wenn jetzt noch die
Mitgliedstaaten im Rat zustimmen, können EU-Länder, die ihr
Staatsgebiet gentechnikfrei halten wollen, dies mit WTO-tauglichen
Argumenten tun. Damit hätten wir Rechtssicherheit für unsere
bestehenden und für künftige Gentech-Anbauverbote. Minister
Berlakovich hat es jetzt in der Hand, durch eine Offensivstrategie
auch den Ministerrat zu überzeugen. Damit wäre der Weg für den Ausbau
der gentechnikfreien Regionen in Europa geebnet“, so Pirklhuber.
„Wir brauchen einen Anti-Gentechnik-Fahrplan, damit wir diese
historische Chance nicht vergeben. Die Grünen werden sicherlich das
ihre dazu beitragen, um unsere heimische Landwirtschaft vor der
Agro-Gentechnik zu schützen, daher treten die Grünen auch für den
stufenweisen Ausstieg aus dem Import von Gentech-Futtersoja in
Österreich ein. Jetzt ist allerdings eine akkordierte Strategie auf
EU-Ebene das Gebot der Stunde und der Auftrag hierfür liegt beim
Landwirtschaftsminister“, so Pirklhuber abschliessend.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

http://www.fr-online.de/wirtschaft/der-problematische-siegeszug/-/1472780/8655348/-/

Glyphosat
Der problematische Siegeszug
Der Wirkstoff gilt als das Unkrautvernichtungsmittel, das weltweit am häufigsten angewendet wird, und er ist unmittelbar mit der Gentechnik auf dem Acker verbunden. Doch nun steht Glyphosat im Verdacht, auch den Menschen zu schädigen

In Kolumbien werden die Mohnfelder der Rebellen mit Glyphosat vernichtet.

Der Siegeszug von Glyphosat, bekannt unter dem Handelsnamen Round-up ready, begann zwar schon 1974, als der US-Agromulti das Totalherbizid auf den Markt brachte. Doch erst die Entwicklung der gentechnisch veränderten Sojabohne 1996 brachte den Durchbruch. Seither wurden auch Mais, Raps, Baumwolle und Zuckerrüben entwickelt, die gegen das Herbizid widerstandsfähig sind. Inzwischen sind 83 Prozent der Gen-Pflanzen herbizidresistent.
Die einstigen Versprechungen, Glyphosat ermögliche eine problemlose, möglicherweise sogar umweltschonendere Landwirtschaft, lassen sich aber kaum noch aufrecht erhalten. Immer mehr Studien zeigen: Das Mittel, das in der EU vor einer Neubewertung steht, wirkt sich negativ auf wilde Pflanzen, Bodenorganismen, Wasserlebewesen und sogar auf die eigentlich zu schützende Nutzpflanze aus, etwa durch vermehrten Pilzbefall. Damit nicht genug: Resistenzen in der Flora bilden sich aus, mit der Folge, dass mehr statt weniger gespritzt werden muss.
Durch neue Untersuchungen bekommt die Sache eine neue Dimension: Glyphosat schädigt offenbar mehr als bisher angenommen auch Säugetiere und andere Wirbeltiere. Und vielleicht sogar den Menschen. Mehr noch: Solche unerwünschten Nebenwirkungen sind den EU-Behörden sowie den in der EU federführenden deutschen Zulassungsbörden offenbar seit Ende der 90er Jahre bekannt.
So hat der argentinische Professor Andrés Carrasco in einer 2009 veröffentlichten Studie die Gefährlichkeit des Spritzmittels Roundup nachgewiesen. Sein Fazit: Das Herbizid verursache Fehlentwicklungen in Embryos von Fröschen und Hühnern, und das bereits in einer Dosierung, die unterhalb der in der Landwirtschaft üblichen Mengen liege. Die bei Tieren beobachteten Folgen glichen jenen Fehlentwicklungen, „die bei Menschen beobachtet wurden, die während der Schwangerschaft Glyphosat ausgesetzt waren“.
Schon früher muss es ernstzunehmende Erkenntnisse in dieser Richtung gegeben haben. Sie sollen nicht nur der Industrie, sondern auch den Zulassungsbehörden bekannt gewesen sein. Dies wenigstens behauptet eine internationale Gruppe von Forschern von der Vereinigung Earth Open Source um den in London lehrenden Molekular-Genetiker Michael Antoniou. Titel der Studie: „Round-up und Geburtsdefekte – wurde die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen?“ Das Papier weist auf Fehlgeburten und Fehlbildungen bei Neugeborenen aus Argentinien und Paraguay hin, deren Eltern in der Nähe der Gen-Soja-Felder leben. Darüber hinaus zeigt es nach Studium der Zulassungsunterlagen, dass die deutschen Behörden von Missbildungen bei Föten von Ratten und Kaninchen wussten. Zum Teil seien diese Folgen auch bei Dosierungen beobachtet worden, die dem Level der für Menschen geltenden Grenzwerte in Sojabohnen entsprechen.
Im Bericht des damals zuständigen EU-Gesundheitskommissars wurden mögliche Abnormalitäten bei Embryos relativiert: Damit solche Missbildungen entstünden, müsste die Mutter eine für sie tödliche Dosis zu sich genommen haben.
Das als Berichterstatter der EU zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL nannte die Vorhaltungen auf Anfrage der Frankfurter Rundschau „haltlos“. Man habe keinerlei wichtige Informationen vor der Öffentlichkeit verheimlicht. Antoniou stütze sich auf „ein Dokument, das der Öffentlichkeit zugänglich ist, und zwar seit mittlerweile neun Jahren“, sagte BVL-Sprecher Andreas Tief.
Der Münchner Wissenschaftler Christoph Then verlangt wegen der nun erkannten Gefährdung des menschlichen Fortpflanzungssystems bei der anstehenden und von den EU-Behörden um drei Jahre auf 2015 verschobenen Neuzulassung von Glyphosat völlig neue Maßstäbe. Denn vielen Verbrauchern ist wenig bewusst, dass sie über die Fütterung der Tiere der Endverbraucher des Gen-Sojas sind.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,667306,E

Nestle investiert 1,7 Milliarden Euro in China
SINGAPUR. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestle hat die Übernahme des chinesischen Süßwarenherstellers Hsu Fu Chi International für rund 1,7 Milliarden Dollar angekündigt. Gemäß einem Partnerschaftsabkommen werde Nestle 60 Prozent des namhaften chinesischen Unternehmens übernehmen und Hsu Fu Chi 40 Prozent halten.
Das teilte das an der Börse von Singapur notierte Unternehmen Hsu Fu Chi am Montag mit. Nestle habe nicht die Absicht, große Änderungen am Geschäft vorzunehmen oder Arbeitsplätze abzubauen, erklärte der Übernahmekandidat. Mit der Übernahme solle Hsu Fu Chi von der Börse Singapur genommen werden.

Der bisherige Hsu-Fu-Chi-CEO, Hsu Chen, werde zudem seine Position auch in der Partnerschaft behalten, meldete das Schweizer Unternehmen in der Nacht auf Montag. Übernahmen in China gelten als schwierig, da sie die Zustimmung der chinesischen Behörden erfordern, die oft schwer zu erlangen ist.

Der Marktwert der an der Börse in Singapur kotierten Hsu Fu Chi liegt bei 2,6 Mrd. Dollar. Das Unternehmen verfügt über vier große Produktionsanlagen in China mit 16.000 Angestellten. Der in Dongguan in Chinas südlicher Provinz Guangdong beheimatete Süßwarenhersteller stellt unter anderem Erdnusssnacks und Gummibärchen her und gehört zu mehr als 50 Prozent der Familie Hsu. 16,5 Prozent hält die Beteiligungsgesellschaft Baring Private Equity.

Nestle ist nach eigenen Angaben seit über 20 Jahren auf dem chinesischen Markt und betreibt dort derzeit 23 Fabriken mit 14.000 Angestellten.

http://de.finance.yahoo.com/nachrichten/Presse-Monsanto-Sinochem-finonl-3731578575.html?x=0

Montag, 11. Juli 2011, um 15:33

Presse: Monsanto und Sinochem könnten Geschäftsbeziehung vertiefen

St. Louis (aktiencheck.de AG) – Der US-Agrarkonzern Monsanto Co. (ISIN US61166W1018/ WKN 578919) und die chinesische Sinochem International Corp. führen Presseangaben zufolge derzeit Gespräche über eine Vertiefung ihrer Geschäftsbeziehung.

Wie das „Wall Street Journal“ am Montag berichtet, könnten die beiden Parteien letztlich ein Joint Venture bzw. den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung beschließen. Darüber hinaus sei es auch möglich, dass der staatliche chinesische Konzern Sinochem eine größere Rolle bei der Vermarktung der Monsanto (EUREX: MOOF.EX – Nachrichten) -Produkte in China spielen wird.

Laut der Zeitung besteht die Aufgabe von Sinochem vor allem darin, für ausreichend Lebensmittelvorräte im Reich der Mitte zu sorgen. China produziere nicht genügend Weizen, Reis (Xetra: A0MUE2 – Nachrichten) und Mais, hieß es.

Die Aktie von Monsanto schloss am Freitag an der NYSE bei 75,17 US-Dollar. (11.07.2011/ac/n/a)

OPIS-Microsoft Word – Gentechnik-Vortrag_20.Juli 2011.doc-301 PDF

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