Heilkräuter etc

Betreff:     Einschränkung von Heilkräutern und Naturstoffen
Datum:     03. Mai 2011 21:26:59 MESZ

Liebe Freunde,

meine Weiterleitung und Empfehlung der Petition http://www.savenaturalhealth.de hat viele Reaktionen und Kritik ausgelöst. Obwohl mir klar war, dass beim Video und beim Petitionstext nicht alles passt, hielt ich – mit etwas Bauchweh – eine Weitergabe aus drei Gründen für richtig:
–          die Einschränkung von Heilkräutern und Naturstoffen wird immer schlimmer
–          die Zeit drängte und es gab keine andere/bessere Initiative
–          die Alliance for Natural Health (ANH) machte bislang auf mich einen seriösen Eindruck (siehe Dokument im Anhang).

Sollte sich die ANH als eine „schwindlige“ Organisation herausstellen (dass sie nun offensichtlich mit AVAAZ gemeinsame Sache macht, ist jedenfalls bedenklich http://tinyurl.com/66hmpvf ), tut mir die Weiterleitung leid. Abgesehen davon halte ich es für sehr wichtig, die Dramatik der Lage zu sehen (siehe anschließende Beispiele) und – in welcher Form auch immer – zu handeln.
Herzliche Grüße,
Klaus Faißner
:
Z.B. gab es in Deutschland 1960 etwa 80.000 Naturheilmittel im Handel, 1980 waren es 70.000, 1990 noch 30.000, im Jahre 2001 nur mehr 5.000, jetzt dürften es unter 1.000 sein.[1]

Frankreich verbot den natürlichen Dünger Brennesseljauche: http://www.youtube.com/watch?v=3YyxrbGYd48 (Ganzer Film: http://www.youtube.com/watch?v=jqxUvEFpUfU )

Polizisten in Kalifornien drangen mit Pistolen im Anschlag in einen Rohkostverein ein, um Rohmilchprodukte bester Qualität zu beschlagnahmen. Video: http://www.youtube.com/watch?v=b27EFldZ17k ; Zeitungsartikel (engl.): http://tinyurl.com/698wk78

Über Nacht wurden vor ca. 20 Jahren in Europa Heilpflanzen wie Huflattich oder Beinwell zu Giftpflanzen – tausende Produkte aus diesen wertvollen Kräutern mussten aus dem Verkehr gezogen werden. Angeblicher Grund, der sich als falsch herausgestellt hat: die leberschädigende und krebserregende Wirkung der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide.[2]

Laut dem Kräuterbauern Stefan Großbichler („St. Georgener Bergkräuter“, sehr empfehlenswert!) werden in Mitteleuropa u.a. wegen der gesetzlichen Einschränkungen nur mehr wenig mehr als 100 von 10.000 möglichen verschiedenen Kräutern kultiviert.

Eines der größten Übel ist die internationale Harmonisierung der Rechtsvorschriften zugunsten weniger Konzerne unter dem Deckmantel des freies, internationales Handels. EU-Recht und WTO-Recht (das auf den Codex Alimentarius zurückgreift) sind die Instrumente dieser Entwicklung und entmachten mit Zustimmung aller verantwortlichen Politiker die Nationalstaaten.

Folge: Als sicher gelten international kaum getestete Gentechnik- und Nanotechnik-Produkte, im Chlorbad eingelegte Hühner, Klon- sowie Hormonfleisch, bestrahlte Nahrungsmittel und generell die Erzeugnisse der mächtigen Agrarindustrie, während Heilkräuterbetriebe oder kleine Bauern schikaniert werden.

Es gab um (damals nicht genehmigungspflichtige) Heilpflanzen so gut wie nie große Skandale, während die Nebenwirkungen von – „streng getesteten“ – Pharmapräparaten allzu oft tödlich ende(te)n.

Das US-Landwirtschaftsministerium will die Umweltverträglichkeitsprüfung an die Konzerne abtreten, sodass Monsanto & Co. sich die Unbedenklichkeit ihrer Produkte selbst bescheinigen dürfen http://www.orf.at/stories/2055492/2055474/ .

Der Politiker, der mit „Change“ = „Wechsel“ die letzte US-Wahl gewann, als Friedensnobelpreisträger völkerrechtswidrige Kriege führt und Guantanamo immer noch nicht geschlossen hat, ist mit der rekordverdächtigen Zuwendung von 2,17 Mio. Dollar im Wahljahr 2008 offensichtlich das Liebkind der Pharmaindustrie: http://tinyurl.com/6hf3hwx

Die EU erhöhte 2008 die zulässigen Pestizidgrenzwerte bzw. Rückstandshöchstgehalte (Maximum Residue Levels, MRLs) im Obst und Gemüse um das bis zu 1000-fache http://tinyurl.com/6emd73p (pdf). Vereinheitlichte, erhöhte Rückstandshöchstgehalte ermöglichen den uneingeschränkten internationalen Handel mit Feldfrüchten.

Natürliche Stoffe, die Chemikalien ersetzen können, müssen laut EU-Chemikalien-Verordnung „Reach“ ebenso teuer lizenziert werden wie etwa ein harmloses Zitronenöl gegen Gelsen oder ein traditionelles Wildverbissmittel auf Quarzsandbasis (EU-Biozidrichtlinie). Kostenpunkt: oft 200.000 Euro und mehr. Ringelblume, Johanniskraut, Rotklee und sogar Soja sollten in der Kosmetik verboten werden – was gerade noch verhindert werden konnte.

Fußnoten:
[1] Rainer Koch: „Qualitätsbegriffe,  Risikobewertung und Risikomanagement in Pharmazie und Biotechnologie –
Beitrag zur politökonomischen Kritik des Gesundheitswesens“, Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelmsuniversität zu Münster, 2005, Seite 20 http://tinyurl.com/5v58yjl (pdf)
2 Hans-Christoph Scheiner beschrieb in seinem Buch „Die Vernichtung der biologischen Medizin: mit Paragraphen gegen die Naturheilkunde“ die Hintergründe des Verbots von Huflattich & Co.: So wurde z.B. als endgültiger Auslöser für das Verbot der Todesfall eines Neugeborenen herangezogen, nachdem die Mutter während der Schwangerschaft Huflattich-haltigen Tee getrunken hatte. Nicht erwähnt wurde damals, dass
–          die Mutter drogensüchtig war und über eine längere Zeit Haschisch und leberzerstörende Pilzdrogen eingenommen hatte
–          die Leber der Mutter nicht geschädigt war
–          der Anteil des Huflattichs am Tee nur neun Prozent betrug. Die übrigen neun beteiligten Pflanzen wurden im Bericht weder erwähnt noch kritisch geprüft. Neuesten Meldungen zufolge ist nicht einmal mehr sicher, ob Huflattich im Teegemisch enthalten war.
Wilder Huflattich darf seither nicht mehr verwendet werden, nur ein speziell Gezüchteter ohne Pyrrolizidinalkaloide.

[1] Rainer Koch: „Qualitätsbegriffe,  Risikobewertung und Risikomanagement in Pharmazie und Biotechnologie –
Beitrag zur politökonomischen Kritik des Gesundheitswesens“, Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelmsuniversität zu Münster, 2005, Seite 20 http://tinyurl.com/5v58yjl (pdf)
[2] Hans-Christoph Scheiner beschrieb in seinem Buch „Die Vernichtung der biologischen Medizin: mit Paragraphen gegen die Naturheilkunde“ die Hintergründe des Verbots von Huflattich & Co.: So wurde z.B. als endgültiger Auslöser für das Verbot der Todesfall eines Neugeborenen herangezogen, nachdem die Mutter während der Schwangerschaft Huflattich-haltigen Tee getrunken hatte. Nicht erwähnt wurde damals, dass
–          die Mutter drogensüchtig war und über eine längere Zeit Haschisch und leberzerstörende Pilzdrogen eingenommen hatte
–          die Leber der Mutter nicht geschädigt war
–          der Anteil des Huflattichs am Tee nur neun Prozent betrug. Die übrigen neun beteiligten Pflanzen wurden im Bericht weder erwähnt noch kritisch geprüft. Neuesten Meldungen zufolge ist nicht einmal mehr sicher, ob Huflattich im Teegemisch enthalten war.
Wilder Huflattich darf seither nicht mehr verwendet werden, nur ein speziell Gezüchteter ohne Pyrrolizidinalkaloide.

100713_ANH-Briefing_Paper_THMPD_German PDF >

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