Don Huber in Ried (Bericht), Rapunzel-Resolution in New York & mehr

Bild: Quelle unbekannt

http://www.youtube.com/watch?v=rCE-4sCVpgg&feature=share

Jean Zieglers nicht-gehaltene Festspielrede 2011: Der Aufstand des Gewissens

http://www.youtube.com/watch?v=74ppqi8vhlU
9min
http://www.youtube.com/watch?v=T3ijKpLPINc
gefunden unter: http://www.initiative.cc

http://www.meinbezirk.at/Schaerding/bez_91/channel_1-5/chsid_1/uid_14541/id_1479867

Bei Gentechnik wurde das Vorsichtsprinzip vergessen
(13.10.11) Plötzlicher Pflanzentod, Fehlgeburten und Zeugungsunfähigkeit bei Tieren, neue Krankheitsbilder bei Menschen – Horror-Szenario oder schon Realität?
INNVIERTEL (was). Mehr unabhängige Forschung forderte der US-amerikanische Wissenschafter Don Huber bei seinem Vortrag in einer vollen Bauernmarkthalle Ried. Er warnt vor den unzähligen
Nebeneffekten der Agro-Gentechnik und Produkten auf Glyphosat-Basis wie Roundup Ready. „Es geht um die Gefährdung der Infrastruktur einer Gesellschaft, wenn sie nicht mehr fähig ist, gesunde und nahrhafte Lebensmittel zu produzieren“, erklärte Huber. Mit der Gentechnik hat die Wissenschaft das Vorsichtsprinzip fallen gelassen. Was aktuell passiere, wäre ein riesiges Experiment mit ungewissem Ausgang.

Sicherheit der Nahrungsmittel durch Forschung gewährleisten
In den USA gibt es zahlreiche Korrelationen zwischen Tier- und Pflanzenkrankheiten und dem Einsatz von Agro-Gentechnik und dem Spritzmittel Glyphosat. Vom radikalen Anstieg von Fehlgeburten, Missbildungen, Maiswelke und Pflanzensterben berichtet der Forscher. Er sieht die Symptome in ursächlichem Zusammenhang mit dem Wirkstoff Glyphosat. Pflanzen und damit gefütterte Tiere seien weniger nährstoffreich und krankheitsanfälliger. Er fordert eine Anerkennung der zahlreichen Studien zu dem Thema und genaue Untersuchungen.
Neben den möglichen Gesundheitsschäden verweist Rudolf Bühler auf die sozialen Auswirkungen der Monopol-Gensaat und Patenten von Tier-Genen. „Wir Bauern wollen nicht die modernen Sklaven von Chemie-Multis wie Monsanto sein“, stellt der Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall klar. Acht Bauern schlossen sich in den 80er Jahren zusammen, heute sind es über 1200 Betriebe, die gentechnik-frei füttern. Biodiversität in der Hand bäuerlicher Betriebe steht der angestrebten Monopolmacht von global agierenden Chemie-Konzernen gegenüber. „Nicht immer leicht sei der Kampf für Gentech-Freiheit“, erklären Bühler genauso wie Andreas und Karl Pilstl. Seit fast 15 Jahren importiert das Handelshaus gentech-freien Soja. Als Marktrealist bezeichnete sich in der Diskussion VLV-Schweinebörse-Chef Johann Schlederer, der die Schilderungen für völlig unrealistisch hält.
Letztlich bestimmt der Konsument, der Gentechnik laut Untersuchungen zwar zu über 80 Prozent ablehnt, aber – anders als die Mäuse– konsumiert.

http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/rundschau/Rundschau-lebensmittel-person-united-nations-vereinte-nationen-Rapunzel-Gruender-bei-den-Vereinten-Nationen;art2757,1028036

Rapunzel-Gründer bei den Vereinten Nationen
Resolution in New York überreicht
Der Gründer des Unternehmens Rapunzel Naturkost in Legau (Unterallgäu), Joseph Wilhelm, lebt seinen Traum: In naher Zukunft in einer gentechnikfreien Welt zu leben. Nicht nur als Inhaber eines Bio-Lebensmittelunternehmens, auch als Privatperson liegt Wilhelm sehr viel daran, seine Mitmenschen auf die Gefahren und Folgen von Gentechnik aufmerksam zu machen.

Haben ihn bisherige Genfrei-Gehen-Märsche durch Deutschland und Europa geführt, ging es vor Kurzem in die USA – von New York City nach Washington.

Bevor er sich mit Gleichgesinnten auf den 500 Kilometer langen Trip begab, überreichte Wilhelm als Mitglied einer Delegation in New York bei den Vereinten Nationen (UN) eine Erklärung für eine Welt ohne gentechnisch veränderte Lebensmittel.

Darin heißt es unter anderem, dass die UN alle Länder verpflichten sollen, gentechnisch veränderte Lebensmittel entsprechend zu kennzeichnen.

http://www.cleankids.de/2011/10/14/gentechnik-im-tierfutter-verbrauchertauschung-und-falschinformationen/16548

Gentechnik im Tierfutter: Verbrauchertäuschung und Falschinformationen
Veröffentlicht: 14.10.2011
Die CSU muss endlich ihren Schlingerkurs beenden. Gentechnikanbau in Bayern abzulehnen und gleichzeitig Gen-Futter für unbedenklich erklären, das passt nicht zusammen –

München, 13. Oktober 2011 – Die bayerischen Verbraucher/innen lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft und im Essen mehrheitlich ab. Trotzdem scheint die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Landwirte davon überzeugen zu wollen, genmanipuliertes Tierfutter einzusetzen.

So erklärt das LfL in seinen Informationen zu Fütterung und Gentechnik, dass von den zugelassenen GVO-Futtermitteln keine Beeinträchtigung für Tier, Lebensmittel und Mensch ausgehe. Die in Europa als Lebens- und Futtermittel zugelassenen genmanipulierten Sojasorten enthalten alle eine Herbizidresistenz, zwei davon gegen das stark umstrittene Totalherbizid Roundup von Monsanto. Gleichzeitig ist der Einsatz glyphosathaltiger Pflanzengifte bundesweit nur noch beschränkt möglich, da man befürchtet, dass der in Glyphosat enthaltene Zusatzstoff POEA über Futtermittel auf tierische Produkte übergehen und so zu einer Gefährdung der Gesundheit von Menschen führt. Importierte Gen-Soja aus den Hauptanbauländern Argentinien und Brasilien wird hingegen nicht einmal kontrolliert, obwohl bekannt ist, dass glyphosathaltige Pflanzengifte dort massiv zum Einsatz kommen.

Auch wird Gen-Soja in der LfL-Information als umweltschonende Futteralternative bewertet. Erfahrungsberichte aus Argentinien und Brasilien zeigen aber, dass der Anbau von Gen-Soja drastische soziale und ökologische Folgen hat. Regenwälder und andere bedeutende Ökosysteme fallen den Monokulturen zum Opfer. Für ein Kilo konventionellen Schweinebraten wird unter Anderem der Ertrag von 3 m² Sojaacker verfüttert , 3 m² auf denen einmal artenreicher und klimaschützender Regenwald stand.

„Die Informationen der LfL zu Gentechnik im Tierfutter sind völlig haltlos. Bewusst werden Verbraucher in Unkenntnis gelassen und damit die Gesundheit von Menschen und Tieren auf’s Spiel gesetzt,“ sagt Anja Sobczak, Gentechnikexpertin des Umweltinstitut München. „Dabei wäre eine vollständige Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung problemlos möglich und böte bayerischen Landwirten einen Wettbewerbsvorteil durch die besonders hohe Qualität ihrer Produkte.“

Landwirtschaftsminister Brunner entlarvte seine völlige Unwissenheit unlängst selbst, als er im Münchner Merkur erklärte, dass langjährige Fütterungsversuche in den landeseigenen Forschungsanstalten ergeben hätten, dass Gen-Soja im Futter für den Verbraucher nicht gefährlich sei. Der angesprochene Versuch wurde jedoch mit einem so genannten Bt-Mais, dem Insektengift produzierenden Mais MON810, durchgeführt – und nicht mit herbizidresistenter Soja.

„Die CSU muss endlich ihren Schlingerkurs beenden. Gentechnikanbau in Bayern abzulehnen und gleichzeitig Gen-Futter für unbedenklich erklären, das passt nicht zusammen,“ sagt Harald Nestler, geschäftsfüührender Vorstand beim Umweltinstitut München. „Darüber hinaus muss die CSU sich bei der Bundesregierung und in Europa für eine generelle Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft stark machen.“

Das Umweltinstitut München fordert den Bayerischen Landwirtschaftsminister Brunner auf Bäuerinnen und Bauern fair zu informieren und als ersten und sofortigen Schritt eine Umstellung auf genfreies Sojafutter einzuleiten. Auch müssen importierte Futtermittel auf Pestizid-Rückstandswerte untersucht werden, wie dies bereits in einigen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein der Fall ist. Das Ziel muss jedoch eine vollständige regionale Eiweißfutterversorgung sein.

Die ausführliche Stellungnahme des Umweltinstitut München e.V. zu den LfL-Informationen zu Fütterung und Gentechnik finden Sie hier.

Stellungnahme_Umweltinstitut_Muenchen PDF

Umweltinstitut München e.V.
http://www.umweltinstitut.org

http://oe1.orf.at/artikel/288315

Film
Doku „Gekaufte Wahrheit“
Die Methoden der Biotech-Industrie
Die Gentechnik in der Lebensmittelindustrie war schon einmal präsenter in der öffentlichen Diskussion. Nun ist ein Dokumentarfilm in den heimischen Kinos zu sehen, der daran wieder etwas ändern könnte. Der deutsche Filmemacher Bertram Verhaag zeigt in „Gekaufte Wahrheit“, wie die Industrie Forschung beeinflusst, negative Ergebnisse verschleiert und kritische Wissenschaftler mundtot macht.
Auf die Frage eines Fernsehteams, ob er denn die von ihm untersuchte Kartoffel essen würde, antwortete der renommierte ungarische Biochemiker Àpàrd Pusztai 1999 klar mit „Nein“. Veränderte Entwicklung der inneren Organe und Auswirkungen auf das Immunsystem, so war das Ergebnis bei Ratten. Zwei Tage später wurde Pusztai von seinem Institut entlassen, aus der britischen Wissenschaftsakademie ausgeschlossen, öffentlich diffamiert. Pusztais Untersuchung gehört bis heute zu einer der wenigen Langzeitstudien zu den Risiken genmanipulierter Nahrungsmittel.

Kontrolle über Pflanzen verloren
Vor allem in den USA werden schon seit Jahren gentechnisch manipulierte Pflanzen angebaut. Erschreckend dabei: Die Industrie scheint längst die Kontrolle, etwa über transgenen Mais, verloren zu haben. Denn solcher wurde auch unweit der US-Grenze in Mexiko gefunden, dem Ursprungsland des Mais, wo der Anbau transgener Sorten bis heute eigentlich verboten ist.

Ein unwiderruflicher Eingriff in die Natur, so Verhaag. Und in unsere Nahrungskette. Denn schon längst finden sich transgene Pflanzen in Tierfuttermitteln. Mit Auswirkungen auch auf Fleisch- und Milchprodukte, die letztlich auf den Tellern der Konsumenten enden.

Beeinflussung der Forschung
Verschleierung im Sinne der Gewinnmaximierung, so Verhaag, der in diesem Zusammenhang ein weiteres, zentrales Problem zur Sprache bringt: den wachsenden Einfluss der Industrie auf die Forschung – auch abseits der Biotech-Industrie. Es sei wie ein ständiger Kampf um das freie Wissen, so der Mikrobiologe Ignacio Chapela, Professor an der kalifornischen Eliteuniversität Berkeley. Ein Kampf, der mit dem Auftritt des Energieriesen BP vor einigen Jahren neue Dimensionen erreicht habe.

Die Konsequenz sei eine Industrie, die Forschung finanziert, und somit bis zu einem bestimmten Punkt auch kontrolliert, so Verhaag.

„Gekaufte Wahrheit“ ist ohne Zweifel der „hemmungslos parteiische, aber sehenswerte Film“, als den ihn die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ beschrieben hat. Und er ist als solcher ein wichtiger Denkanstoß gegen die Bequemlichkeit am Esstisch, der in seiner Radikalität durchaus vertretbar ist.

Text: Benno Feichter · 14.10.2011

http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5020&tx_ttnews[tt_news]=122456&cHash=c8021d7610343bead9a96e3072eb4ad7
14. Oktober 2011
Ausmisten in der Agrarpolitik

Die EU macht einen ersten Vorstoß, ihre Subventionen aufzuräumen. Bislang fließen sie jedes Jahr in Milliardenhöhe in die Agrar- und Lebensmittelindustrie. Das Resultat: Dioxine, Gentechnik und Antibiotika landen auf den Tellern der Verbraucher und es entstehen immer mehr artenarme Landstriche und Monokulturen.

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Zeit nach 2013 im Entwurf vorgestellt. Mit ihr schlägt EU-Kommissar Dacian Ciolos vor, dass EU-Gelder vermehrt Betrieben zukommen sollen, die ökologische und soziale Maßstäbe einhalten.

Dreißig Prozent der Direktzahlungen sollen künftig von Umweltkriterien abhängen: Um Artenvielfalt zu begünstigen, müssten Bauern beim Anbau eine Fruchtfolge von drei verschiedenen Pflanzen einhalten. Sieben Prozent ihrer Ländereien müssten naturbelassen bleiben. Monokulturen soll vorgebeugt werden, indem Bauern nicht mehr als siebzig Prozent ihres Landes mit derselben Sorte bepflanzen dürfen. Erstmals wird auch der Faktor Arbeit in die Prämienberechnungen einbezogen: Subventionen für industrielle Großbetriebe sollen gekappt und an die Zahl der Arbeitskräfte gekoppelt werden. Die Kopplung der Subventionen an ökologische und soziale Kriterien sind erste Schritte in die Richtung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner stellt sich einer solchen Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik jedoch in den Weg. Den Vorschlag, Direktzahlungen ab einer bestimmten Betriebsgröße zu kappen, lehnt sie ab. Sie möchte, dass alles beim Alten bleiben: Die höchsten Zahlungen sollten nach wie vor an die größten Betriebe gehen, der Schutz von Umwelt und Tieren sollte nicht berücksichtigt werden. Die Bundeskanzlerin stärkt ihr den Rücken.

„Es ist zu befürchten, dass der deutsche Bauernverband und Ministerin Aigner mit Unterstützung des Energiekommissars Oettinger alles tun werden, um die wenigen positiven Ansätze in den Vorschlägen Ciolos zu verwässern,“ kritisiert Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

Und das, obwohl selbst in der neuen Reform industrielle Landwirtschaft und Agro-Chemie noch die Oberhand behalten, wie Greenpeace kritisiert. Mit dem Geld der Steuerzahler werde trotz der neuen Vorschläge eine Landwirtschaft gefördert, welche die Umwelt verschmutze und Lebensmittel mit Chemie vollpumpe.

Nichtsdestotrotz sind die jetzt vorgeschlagenen Reform-Maßnahmen ein erster Ansatz, der in der Zukunft ausgestaltet und verbessert werden kann. Das Europäische Parlament und der Europäischer Rat werden Ende 2013 über den Entwurf entscheiden. Umgesetzt werden soll er dann ab dem 1. Januar 2014.

Das Aktionsnetzwerk Campact ruft Frau Aigner zur Kehrtwende auf: Die Steuerzahler hätten ein Recht darauf, dass die hohen Agrarsubventionen gerecht verteilt und für Umweltleistungen ausgegeben werden. Und die Verbraucher hätten ein Recht auf gesundes, nachhaltig produziertes Essen. Darüber hinaus gelte es, in der Zukunft den von der EU jahrzehntelang mit Exportsubventionen geförderten Verkauf von Überschüssen in die Länder des Südens endgültig abzuschaffen – Dumpingexporte zerstörten die Lebensgrundlage von Kleinbauern vor Ort. Schnellten die Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt in die Höhe, führe dies dann zu Hunger-Krisen.

Den Appell von Campact an Landwirtschaftsministerin Aigner und Bundeskanzlerin Merkel, den Reformvorschlag der EU-Kommission nicht länger zu bekämpfen, können Sie hier unterzeichnen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch Zwischen allen Stühlen im Greenpeace Magazin 5.11. …

ANNIKA FIRMENICH