Good Food – Bad Food

„Nur eine faschistische Gesellschaft würde den KonsumentInnen das Recht absprechen, zu wissen, was sie essen. Nur eine faschistische Gesellschaft würde den FarmerInnen das Recht absprechen, erneut zu pflanzen, was sie angebaut haben.

Andererseits: hätten die KonsumentInnen wirklich die Freiheit zu wählen, da eine Kennzeichnung besteht, würde der Markt für gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel zusammenfallen. Wenn die FarmerInnen das Recht hätten, Saatgut nach eigenem Willen zurückzuhalten und zu tauschen, dann würden die Märkte für gentechnisch verändertes Saatgut verschwinden.

Ohne Faschismus im Supermarkt, ohne Faschismus auf den Feldern der FarmerInnen, kann Gentechnik den Menschen nicht aufgezwungen werden. Die Verweigerung des „Rechtes zu Wissen“ und des „Rechtes zu Wählen“ für KonsumentInnen und Versuche, Regelungen zur biologischen Sicherheit zu untergraben, sind die Basis für Faschismus im Supermarkt. Die Einführung von „intellektuellen Eigentumsrechten“ an Saatgut und Pflanzenmaterial ist die Basis für Faschismus auf dem Acker.“

Vandana Shiva

http://www.zeit.de/2011/01/Gentechnik-Patent-Nahrungsmittel

„GOOD FOOD – BAD FOOD“

http://www.goodfood-badfood.de/

Was haben französische Mikrobiologen, die Millionen Wanderarbeiter Brasiliens, Vandana Shinas experimentelle Bauernhöfe in Indien und die Landwirte der weltgrößten Bioplantage in der Ukraine gemeinsam? Alle verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung der Bodenqualität und die Wiederherstellung der Saatenvielfalt – zum Schutz der Umwelt und für gesündere Lebensmittel. Die französische Regisseurin Coline Serreau, („St. Jacques … Pilgern auf Französisch“) zeigt in ihrem neuen Dokumentarfilm Menschen, die dagegen kämpfen, dass unsere Böden durch chemische Dünger und Pestizide vergiftet werden.

Und die sich dagegen wehren, dass nur wenige skrupellose Konzerne weltweit das Saatgutangebot kontrollieren und die Bauern erpressen. In „GOOD FOOD BAD FOOD – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“ begegnen wir faszinierenden Persönlichkeiten, die vielfältige Lösungen für die intelligentere Nutzung unserer begrenzten Ressourcen gefunden haben.

„Es sind schon viele Filme über Katastrophenszenarien gedreht worden, die als warnende Appelle verstanden werden wollten. Sie haben ihre Berechtigung gehabt, doch jetzt ist es an der Zeit, den Blick darauf zu richten, dass es auch Lösungen gibt. Man muss jenen Bauern, Philosophen und Ökonomen Gehör verschaffen, die uns mit ihren Überlegungen nicht nur erklären, wie unser Gesellschaftsmodell in der ökologischen, finanziellen und politischen Krise versinken konnte, die uns allen bekannt ist, sondern die darüber hinaus nach Alternativen suchen und diese auch umsetzen.“
Coline Serreau