Honig mit MON 810-Pollen ist Sondermüll

Die folgenden Informationen sind ein Auszug aus Josef Feilmeiers neuestem Rundschreiben. Kompletter Inhalt samt Beilagen >

BÖLW begrüßt EuGH-Urteil: Honig mit Mon 810-Pollen ist Sondermüll

Berlin, 06.09.2011| Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied in einem Grundsatzurteil, dass Honig, der Pollen von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, nicht in Verkehr gebracht werden darf. „Das wegweisende Urteil des höchsten europäischen Gerichtshofes ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und Imker in Europa. Das Recht der Imker, auch künftig Honig ohne Gentechnik herzustellen, wurde gestärkt.“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein die Entscheidung. Mit dem Urteil kann der klageführende Imker nun Schadensersatz für seinen nicht verkaufsfähigen Honig vom Freistaat Bayern verlangen, der den Gentech-Mais Mon 810 auf einem Versuchsfeld anbaute.

Der EuGH hat der Position des Imkers stattgegeben, der Pollen von Mon 810 in seinem Honig fand. Es bestätigte, dass die Zulassung des Maises gravierende Lücken aufweist. Beim Zulassungsverfahren wurde die Verwendung des Konstrukts im Pollen und anderen unverarbeiteten Lebensmitteln nicht geprüft. Auch bei der laufenden Neuzulassung von Mon 810 soll die bestehende Zulassungslücke nicht geschlossen werden. „Das Urteil ist eine Ohrfeige für die EU-Kommission und die deutsche Politik, die über viele Jahre die legitimen Interessen der Imker ignorierten“, so Löwenstein.

Das EuGH wendet sich mit dem Urteil auch gegen Versuche von EU-Kommission, Bundesregierung und Agrarlobby, die Nulltoleranz bei nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen zu lockern. Der BÖLW begrüßt das und fordert die Bundesregierung auf, sowohl bei der Novelle des Gentechnikgesetzes als auch bei Entscheidungen in Brüssel, die Rechte der Imker und der gesamten gentechnikfreien Landwirtschaft zu stärken. Dabei muss vor allem eine konsequente Umsetzung des Verursacherprinzips angestrebt werden.

Die aufwendige, seit 2005 laufende Klage des Imkers wird von Verbänden und engagierten Bürgern unterstützt. Alle Informationen zu der Initiative finden Sie unter http://www.bienen-gentechnik.de.

2097 Zeichen, Abdruck honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten.
Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein

———————-
Joyce Moewius
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Mitgliederprojekte
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.)
Marienstr. 19-20, 10117 Berlin
Tel.: 030-28482-307, Fax: 030-28482-309
E-Mail: moewius@boelw.de, Web: http://www.boelw.de

+++ Die Gentechnik-Petition geht in die nächste Runde. Am 26. September findet die öffentliche Beratung im Petitions-Ausschuss des Bundestages statt. Laden Sie Ihren Abgeordneten zur Beratung ein: http://www.boelw.de/wahlkreisaktion.html! +++

In Ungarn stehen die Politiker noch hinter gesunden Lebensmitteln. Leider ist dies bei uns sehr oft  nicht mehr der Fall.  Wenn man sich aber die Verflechtungen mancher Politiker und Funktionäre ansieht, wundert es niemand. Man hat aber vergessen, dass sich das Volk nicht mehr alles gefallen lässt.

http://www.extremnews.com/nachrichten/weltgeschehen/79441394f177638

Ungarn zerstört alle Monsanto GMO Felder

von Manuel Schmidt — veröffentlicht am 23.08.2011 um 17:27

Ein immer größer werdender Gentechnik-Skandal weitet sich gerade in Ungarn immer weiter aus. Trotz eines Verbotes für genetisch modifizierte Organismen, fand man entsprechende Felder, auf denen Gentechnik-Mais angebaut wurde. Davon wurden schon 400 Hektar Mais vernichtet. Insgesamt hat man bislang über 1200 Hektar Ackerfläche ausfindig machen können, auf denen verunreinigtes Saatgut ausgebracht wurde.
In Ungarn sind seit ungefähr einem Jahr behördliche Kontrollen der Felder vorgeschrieben. Das illegal ausgebrachte Saatgut stammte von Monsanto und Pioneer. Für die Landwirte bedeutet dies einen beträchtlichen Schaden, weil es für eine erneute Aussaat von Mais zu spät ist. Außerdem ist das Unternehmen, von dem das Saatgut gekauft wurde, zahlungsunfähig, daher wird es mit Sicherheit keine finanzielle Entschädigung geben.

Das ungarische Parlament hat eine neue Verfassung verabschiedet, in der festgelegt wurde, dass die Landwirtschaft gentechnikfrei bleiben soll. Die Verfassung mit dem entsprechenden Artikel, der jedem Bürger ein Recht auf materielle und mentale Gesundheit zusichert, wird am 1. Januar 2012 in Kraft treten.

Vor weniger Wochen hat die Metzgerei Pfaffenberger in Hessen als Pionier komplett auf gentechnikfreie Erzeugung umgestellt. Hier ein weiteres Beispiel aus Österreich. Der Markt kippt und wer jetzt den Anschluss verpasst, wird Absatzprobleme bekommen.

http://noe.orf.at/stories/532856/

WIRTSCHAFT
18.08.2011
Fleischproduktion ohne Gentechnik
Als ein Vorzeigebetrieb in Sachen Eigenkontrolle ist am Donnerstag die Groß-Fleischhauerei Berger in Sieghartskirchen (Bezirk Tulln) präsentiert worden, wo seit kurzem gentechnikfreies Fleisch produziert wird.
Behörde prüfte jede Woche.
22 Millionen Kilogramm Fleisch verarbeitet
400 Mitarbeiter verarbeiten in Sieghartskirchen 22 Millionen Kilogramm Fleisch pro Jahr, Berger ist damit einer der größten fleischverarbeitenden Betriebe Österreichs.

Die Entscheidung, nur noch gentechnikfreies Schweinefleisch zu produzieren, also Tiere aus der Umgebung zu verwerten, die gentechnikfrei gefüttert worden sind, ist österreichweit einmalig.

Dementsprechend sensibel ist der Umgang mit Hygiene: Jeder Mitarbeiter muss durch eine Desinfektionsschleuse, Fehler sollen möglichst ausgeschlossen werden. Zusätzlich wird wöchentlich behördlich kontrolliert. Stöger: „In Eigenproduktion darauf achten“
Für Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) ist Berger ein Beispielbetrieb: „Ganz entscheidend ist, dass die Unternehmen in der Eigenproduktion darauf achten, dass sie auch nur die besten Lebensmittel produzieren und freigeben.“ Leitner: „Inspektoren sind täglich unterwegs“
Der für Konsumentenschutz zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Leitner (SPÖ), betont, dass der Betrieb wöchentlich kontrolliert wird: „Wir sind tagtäglich mit unseren Lebensmittelinspektoren und den Amtstierärzten unterwegs, um die Kontrollen durchzuführen und natürlich auch Negatives aufzuzeigen. Aber es gibt den Spruch ‚Tue Gutes und sprich darüber‘

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/24143.html

9.07.2011 |

Gentechnik-Anbau in den USA: Kein Weg mehr zurück

Michael Hart lehnt am Auto während eines Stopps auf seiner Reise durch die USA. Neben ihm ein Farmer aus Missouri.
In Europa kommt Gentechnik in der Landwirtschaft kaum zum Einsatz. Weder Landwirte noch Verbraucher sind von der Technik überzeugt. Anders in Nordamerika, wo Gentechnik-Mais, -Soja, -Raps und -Zuckerrübe den Markt erobert haben. Durch eine Kombination verschiedener Herbizid- und Insekten-Resistenzen haben die Landwirte viele Vorteile, könnte man meinen. Der Film „Farmer to Farmer – The truth about GM Crops“ von Michael Hart zeigt das Gegenteil. Der britische Farmer ist quer durch die USA gereist und hat dort mit Landwirten über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen gesprochen. Die Betroffenen sind desillusioniert über stark steigende Saatgutpreise und herbizid-resistente Unkräuter, die teilweise per Hand entfernt werden müssen, weil kein Gift mehr dagegen hilft. Sicherheitsabstände funktionieren nicht, berichtet ein Landwirt, der Versuch einer Koexistenz mit gentechnikfreier Landwirtschaft ist gescheitert. Gefragt nach Empfehlungen für europäische Landwirte, raten die amerikanischen Kollegen vom Anbau gentechnisch veränderter Organismen ab, da kein Weg mehr zurückführe. Ihnen bleibe schlicht nichts anderes mehr übrig, als GVO anzubauen. Denn gentechnikfreies Saatgut ist auf dem Markt kaum zu bekommen und werde außerdem nicht mehr weiterentwickelt.

Und wieder war es nur blindes Versprechen ohne Erfolg:

30.08.2011
Käfer überlebt Gentechnik-Pflanze: Monsanto-Aktien fallen

Maiswurzeln werden in den USA von Käfern angegriffen.
Monsanto-Aktien sind gestern um knapp 4 Prozent gefallen, nachdem bekannt wurde, dass Maiswurzelbohrer in Iowa Resistenzen gegen gentechnisch veränderten Mais der Firma entwickelt haben. Auf vier Feldern hat der Entomologe Aaron Gassmann der Iowa State University die resistenten Insekten entdeckt. Monsantos Bt-Mais produziert ständig ein für Insekten giftiges Protein. Die Entwicklung von Resistenzen wird dadurch begünstigt. Zwar handele sich noch um Einzelfälle, es ist aber gleichzeitig eine Warnung an die Landwirte, ihre Anbaupraxis zu ändern, so der Wissenschaftler. Viele Landwirte praktizieren keine Fruchtfolge und fördern dadurch die Resistenzbildung. Gentechnik-Konzerne bemühen sich derzeit darum, ihre Pflanzen mit weiteren Resistenzen auszustatten und bieten mittlerweile Pflanzen mit mehreren gentechnischen Veränderungen an.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/bayern_will_futtermittel_ohne_/701260/bayern_will_futtermittel_ohne_.html

Bayern will Futtermittel ohne Gentechnik

Viele Tiere werden mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert. In Bayern soll sich das, laut Minister Brunner, bald ändern.

Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU).

München. Bayern ist auf dem Weg zu gentechnikfreien Futtermitteln einen Schritt weiter. Die Anbaufläche für heimisches Soja sei von 2010 auf 2011 um ein Viertel auf rund 3000 Hektar vergrößert worden, sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt solle die Fläche auf 5000 Hektar steigen. Mit dem Aktionsprogramm „Heimische Eiweißfuttermittel“ will der Minister den Eigenanbau stärken und damit den Sojaimport zurückfahren. Die Freien Wähler kritisierten, die angestrebte Anbaufläche sei viel zu gering.

Derzeit werden jährlich 800 000 Tonnen Sojafuttermittel unter anderem aus Südamerika und den USA importiert – davon sind 90 Prozent gentechnisch verändert. Um einen Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel zu leisten, will Brunner in den nächsten beiden Jahren rund zwei Millionen Euro in die Produktion heimischen Eiweißfutters investieren. „Ich spüre, dass das auch in der Gesellschaft auf breite Zustimmung stößt.“ Der Eigenanbau verbessere zudem die Versorgungssicherheit für die Landwirte, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz.

Mehr einheimische Produktion

„Erstes Ziel ist, dass wir für die Biobauern die Eiweißversorgung aus heimischer Erzeugung sicherstellen“, sagte Brunner. Neben Soja sollen auch andere eiweißhaltige Pflanzen wie Erbsen und Luzerne verstärkt als Futterpflanzen angebaut werden.

In der Rinderhaltung sei ein Verzicht auf Import-Soja leichter zu erreichen, da die Tiere auch Gras und Klee fressen. Dort sollen die Importe halbiert werden – auf 200 000 Tonen. Bei Schweinen, die im Wesentlichen Hülsenfrüchte brauchen, sei die Umstellung schwieriger. Die Bauern werden mit Beratungen und Versuchsvorführungen unterstützt.

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WEITERE AKTUELLE MELDUNGEN (ein Dank unserem täglichen Medienbeobachter FG):

http://orf.at/#/stories/2077769/

EU-Gericht verschärft Regeln für Genhonig

Honig, der gentechnisch veränderte Pollen enthält, darf nach einem EU-Urteil nur mit einer Zulassung in den Handel kommen. Für jegliches Lebensmittel, das auch nur geringste Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalte, sei eine Sicherheitsüberprüfung und Zulassung nötig.

Sonst dürfe die Ware nicht verkauft werden, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute in Luxemburg. Diese Pflicht bestehe unabhängig von der Menge des enthaltenen genetisch veränderten Materials.

http://www.tagesschau.de/ausland/genmais166.html

EuGH schränkt Verkauf von Honig mit Genmais ein
Ein Sieg für die Kritiker der Gentechnik
Honig, der gentechnisch veränderte Pollen enthält, darf in der EU nur noch mit einer besonderen Zulassung verkauft werden. Der Europäische Gerichtshof gab damit der Klage eines Augsburger Imkers statt. Das Urteil könnte europaweite Auswirkungen auf den Gentechnik-Anbau haben.

Von Werner Eckert, SWR

Null ist null Komma null und nicht null Komma neun. Null heißt: ‚gar nichts‘ und nicht: ‚ein bisschen‘. Das Urteil der Luxemburger Richter hat da eine klare Haltung. Die Folge: wenn Honig jetzt Pollen von Gentech-Pflanzen enthält, die nicht bereits für die menschliche Ernährung zugelassen sind, darf der Honig nicht mehr verkauft werden.
Tatsächlich ist das keine erfundene Situation: Die Zeitschrift Ökotest hat 2009 bei einer Stichprobe in deutschen Supermarktregalen herausgefunden, dass sich in fast jedem zweiten Honigglas Pollen genveränderter Pflanzen nachweisen lassen. Das kann zwei Ursachen haben: Wir importieren 80 Prozent des Honigs, überwiegend aus Südamerika. Dort werden viele Gensaaten angebaut. Und dann werden auch in Europa gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, zum Beispiel die Genkartoffel Amflora in Deutschland.

Schweine kann man nicht mit Mais vergleichen

Die Bienen sammeln auch in diesen Pflanzen ihren Nektar, die Pollen bleiben in ihren feinen Haaren hängen und werden mit in den Stock geschleppt. Sie geraten damit auch in den Honig. 0,1 Prozent Pollenanteil sind normal. Bislang hat die Europäische Kommission gesagt, Honig sei ein tierisches Produkt wie Fleisch oder Milch. Und für diese Produkte gilt in der EU: Auch wenn das Tier gentechnisch verändertes Futter gekriegt hat, muss das auf dem fertigen Lebensmittel nicht gekennzeichnet werden. Denn in der Milch einer Kuh findet sich keine verwertbare Gensequenz aus dem Futter mehr, im Fleisch eines Schweines auch nicht.

Das kann man nicht vergleichen, urteilen die Richter jetzt. Sie stufen den Pollen als Lebensmittel-„Zutat“ ein. Und die muss zugelassen werden, wenn sie aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wird – in jedem Fall und zwar schon in den geringsten Spuren. Es gibt aber auch einen Umkehrschluss: Solche genveränderten Pollen sind grundsätzlich zulassungsfähig. Wenn eine gentechnisch veränderte Raps- oder -Maissorte für den menschlichen Verzehr zugelassen ist, darf ihr Pollen auch im Honig drin sein.

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/gentechnik100_zc-27794411_zs-655bede9.html

Ist Gentechnik ein Angebot ohne Nachfrage?
Kann Europa auf die grüne Gentechnik verzichten? Diese Frage diskutierten Wissenschaftlerin, Politiker und Landwirte auf einem Forum bei Magdeburg. Die Befürworter verwiesen natürlich auf den Nutzen der Gentechnik und sahen keine schädlichen Folgen. Für die Gegner sind die Folgen dagegen nicht absehbar. Sie befürchten zudem, dass die Landwirte abhängig von wenigen Konzernen werden. Einen Sieg errangen sie vor dem EuGH in Luxemburg. Lebensmittel mit Genmais-Spuren müssen erst geprüft werden, bevor sie für den Verkauf zugelassen werden.
In Sachsen-Anhalt haben Forscher, Politiker, Landwirte und Wirtschaftvertreter über den Stand der grünen Gentechnik diskutiert. Das zweitägige Forum des Lobby-Vereins InnoPlanta im westlich von Magdeburg gelegenen Üplingen stand unter dem Motto „Kann Europa noch länger auf die grüne Gentechnik verzichten?“
Befürworter glaubt an viele stille Unterstützer

MDR INFO
Gentechnik-Befürworter tagen in Sachsen-Anhalt
06.09.2011, 08:22 Uhr | 02:55 min
Abseits der Diskussion um das Für und Wider der Gentechnik wollten die Teilnehmer aus zwölf europäischen Ländern einen Blick auf die Tatsachen werfen. Und die sieht InnoPlanta so: Auf einem Zehntel der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden inzwischen gentechnisch verbesserte Pflanzen angebaut – von 15 Millionen Landwirten, vor allem Kleinbauern in Entwicklungsländern. Negative Einflüsse auf Umwelt und Gesundheit sind nach Angaben des Vereins dabei noch nie beobachtet worden. InnoPlanta verweist auf die Vorteile wie mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaeinflüssen und Schädlingen, was auch den Einsatz von Pestiziden verringere.

Deshalb verstehen die InnoPlanta-Mitglieder nicht, warum es in Europa so viele Vorurteile gegen die grüne Gentechnik gibt. Der Verein beklagt auch, dass der Anbau von der Politik behindert oder blockiert wird. Die Gentechnik-Befürworter befürchten, dass die Europäer trotz hervorragender Grundlagenforschung den Anschluss verlieren, weil es bei der praktischen Anwendung und der Überführung in die Marktreife klemmt. Dabei sei die Zustimmung zu gentechnisch veränderten Pflanzen weitaus größer, als es den Anschein hat, glaubt Karl-Friedrich Kaufmann von der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte AGIL. Es traue sich nur nicht jeder, es laut zuzugeben.
„Die Technologie hat Zukunft und sie wird sich auch durchsetzen.“
Karl-Friedrich Kaufmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte (AGIL)
Angst vor Abhängigkeit und Zweifel am Nutzen

MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT
Gegner und Befürworter beim Genforum Üplingen
06.09.2011, 16:47 Uhr | 02:00 min
Ihre Gegner können InnoPlanta und AGIL damit nicht überzeugen. Stattdessen fordern Umwelt- und Bauernverbände ein endgültiges Aus für die Unterstützung der pflanzlichen Gentechnik in Sachsen-Anhalt. Vor Beginn des Forums forderten sechs Vereinigungen und die Stiftung EuroNatur, dass die Landesregierung ihre bislang zustimmende Haltung schnellstens ändern und aufhören müsse, sich in den Dienst einzelner Unternehmen und Lobbyisten zu stellen. Nach Ansicht der Gegner basiert die Agro-Gentechnik in der Europäischen Union nur auf einer Handvoll Unternehmen und Wissenschaftler, die nach Gewinn und Ansehen streben, statt sich dem Gemeinwohl verpflichtet zu fühlen. So befürchten viele Landwirte eine Abhängigkeit von Großkonzernen, wenn sie deren patentgeschütztes gentechnisch verändertes Saatgut anbauen. Außerdem sei der versprochene Nutzen noch nicht nachgewiesen.

Die Gegner halten die grüne Gentechnik für Angebot ohne Nachfrage und verweisen auf die Endkunden. Seit der Markteinführung 1996 lehne die Mehrheit der Europäer Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion ab. Zu jedem InnoPlanta-Forum in Üplingen gibt es Mahnwachen und Proteste. In dem Ort in der Magdeburger Börde befindet sich die europaweit größte Freilandausstellung für Produkte der modernen Pflanzenzüchtung.

http://kurier.at/freizeit/genuss/4149282.php

Genhonig muss raus aus dem Regal
Der EuGH sagt der Gentechnik im Honig den Kampf an. Die Kontrollen treffen aber auch heimische Imker.
Mein Bienen-Honig ist rückstandsfrei. Obwohl meine fünf Stöcke ganz nahe an der tschechischen Grenze liegen.“ Als der Hardegger Imker Hermann Kraus 1959 seinen ersten Honig erntete, hatte in Österreich noch niemand etwas von Gentechnik gehört. Heute gehört Gentechnikfreiheit hierzulande zu den wichtigeren Kaufargumenten.

Der 80-jährige Kraus denkt „nur noch von Jahr zu Jahr“. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag ein Urteil gefällt, dass das Imkergewerbe dauerhaft umkrempeln wird. Honig, der auch nur geringe Mengen an gentechnisch veränderten Pollen enthält, darf ohne neue Zulassung und Sicherheitsprüfung nicht mehr verkauft werden . Einige Experten rechnen sogar damit, dass fast die Hälfte des zum Verkauf angebotenen Honigs aus den heimischen Supermarkt-Regalen verschwinden wird (siehe unten rechts) . „Importierter Rapshonig aus Kanada wird ein Problem bekommen“, meint Josef Stich, Obmann des Vereins „Biene Österreich“. Begründung: „Der Konsument will keine Gentechnik.“

Stich hofft nun, dass das EU-Urteil „die derzeitigen Wischiwaschi-Regelungen“ beendet. So gelte aktuell ein 15-Meter-Sicherheitsabstand zu gentechnisch veränderten Kulturen. „Pollen fliegen aber viele Kilometer weit.“ Strenge Kontrollen hätten für die heimischen Imker Vorteile, meint der Bienen-Experte aus Manhartsbrunn, NÖ: „Länder wie China oder Argentinien, die auf Gentechnik in der Landwirtschaft setzen, können sich nicht so schnell umstellen. Doch nicht jeder Honig aus Südamerika oder Asien enthält veränderten Pollen.“

Preis-Kapriolen beim Honig erwartet Stich keine, „Ware made in Austria wird nicht teurer, aber der Anteil des billigen Import-Honigs wird wohl abnehmen“. Sorgen, dass kein Honig mehr auf den Tisch kommt, müsse man sich bei einer Eigenversorgung von fast 60 Prozent nicht machen.

Sind die Honigproduzenten ganz aus dem Schneider? Imker Dietmar Niessner aus Wien sagt nein: „Für den Einzelnen sind die Honig-Analysen unbezahlbar und existenzbedrohend.“ Und sie treffen auch die Falschen, denn österreichischer Honig ist zu 100 Prozent gentechnikfrei. Johann Watschka, Präsident des Imkerbunds und Herr über 15 Bienenvölker in Steinakirchen / Forst im Mostviertel will „eine klare Botschaft für die Konsumenten“ und fordert generell eine detailliertere Produktkennzeichnung.

Roland Achatz von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES sieht die Entscheidung des EuGHs „ohne große Aufregung“. Warum? „Die derzeitige Risikobewertung von gentechnisch veränderten Produkten zeigt ganz klar, dass sie nicht gesundheitsschädigend sind.“ Der Entscheid sei eine rechtliche und politische Frage.

Imkern ist keine Pensionsbeschäftigung mehr
So entsteht der Honig

Honig aus der Großstadt? Das gibt es tatsächlich. „Bienen in der Stadt anzusiedeln, boomt derzeit geradezu“, sagt Dietmar Niessner. Und das ist kein Modetrend des 21. Jahrtausends, auch wenn derzeit Großstädter in London, New York oder Paris Bienenstöcke auf ihren schicken Dachterrassen und Balkonen ansiedeln. Oder jetzt sogar auf dem Dach der Wiener Staatsoper öffentlichkeitswirksam Bienen beheimatet sind.

Niessner ist im Verein „ImkerInnen Wien-West“, der 1920 auf der Schmelz – damals eine unverbaute G’stett’n – gegründet wurde. Insgesamt gibt es acht Imkervereine in Wien. Der „Bienenvater“ (so nannte man die Imker früher mancherorts) hat rund 50 Stöcke auf mehreren Standorten (Wien und Waldviertel) verteilt. Seit Kurzem auch auf dem Hotel Ibis auf dem Mariahilfer Gürtel.

Die Faszination am Bienenstock packt immer mehr Private. Niessners Anfänger-Kurse in Volkshochschulen sind meist ausgebucht. „Bei vielen ist es die Erinnerung an Opa oder Onkel, die Bienen hielten. Oder sie wollen einen aktiven Beitrag leisten, weil sie immer weniger Bienen wahrnehmen.“

War das Imkern früher eher eine Beschäftigung für die Pension, sind die städtischen Jungimker von heute auch an Jahren jung. „Durchschnittlich sind die Leute in meinen Kursen etwa 30 Jahre alt und kommen aus allen Berufsschichten.“ Und die Bienenhaltung ist weiblicher geworden: „50 Prozent meiner Teilnehmer sind Frauen.“

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/bayern_will_futtermittel_ohne_/701260/bayern_will_futtermittel_ohne_.html

Bayern will Futtermittel ohne Gentechnik
Viele Tiere werden mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert. In Bayern soll sich das, laut Minister Brunner, bald ändern.
Foto – siehe Originaltext!
Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU).
München. Bayern ist auf dem Weg zu gentechnikfreien Futtermitteln einen Schritt weiter. Die Anbaufläche für heimisches Soja sei von 2010 auf 2011 um ein Viertel auf rund 3000 Hektar vergrößert worden, sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt solle die Fläche auf 5000 Hektar steigen. Mit dem Aktionsprogramm „Heimische Eiweißfuttermittel“ will der Minister den Eigenanbau stärken und damit den Sojaimport zurückfahren. Die Freien Wähler kritisierten, die angestrebte Anbaufläche sei viel zu gering.
Derzeit werden jährlich 800 000 Tonnen Sojafuttermittel unter anderem aus Südamerika und den USA importiert – davon sind 90 Prozent gentechnisch verändert. Um einen Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel zu leisten, will Brunner in den nächsten beiden Jahren rund zwei Millionen Euro in die Produktion heimischen Eiweißfutters investieren. „Ich spüre, dass das auch in der Gesellschaft auf breite Zustimmung stößt.“ Der Eigenanbau verbessere zudem die Versorgungssicherheit für die Landwirte, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz.
Mehr einheimische Produktion
„Erstes Ziel ist, dass wir für die Biobauern die Eiweißversorgung aus heimischer Erzeugung sicherstellen“, sagte Brunner. Neben Soja sollen auch andere eiweißhaltige Pflanzen wie Erbsen und Luzerne verstärkt als Futterpflanzen angebaut werden.
In der Rinderhaltung sei ein Verzicht auf Import-Soja leichter zu erreichen, da die Tiere auch Gras und Klee fressen. Dort sollen die Importe halbiert werden – auf 200 000 Tonen. Bei Schweinen, die im Wesentlichen Hülsenfrüchte brauchen, sei die Umstellung schwieriger. Die Bauern werden mit Beratungen und Versuchsvorführungen unterstützt.

http://www.taz.de/Alternative-Nobelpreistraegerin-ueber-Gentech/!77350/

Alternative Nobelpreisträgerin über Gentech

„Die sind auf Lügen spezialisiert“

Vandana Shiva über das Saatgutmonopol vom Gentech-Giganten Monsanto, Selbstmord von 250.000 indischen Bauern, Baumwolle und Einstein.Interview JOST MAURIN

Indische Farmer pflügen ein Feld, bevor sie Baumwolle aussäen.  Bild:  reuters

taz: Frau Shiva, Sie kämpfen gerade gegen den Plan der indischen Regierung, die Zulassung von Gentech-Pflanzen zu vereinfachen. Aber 95 Prozent der Baumwolle in Indien ist bereits gentechnisch verändert – also scheint Gentechnik aus Sicht der Bauern zu funktionieren, oder?

Vandana Shiva: Nein. Wenn Sie in ein Saatgutgeschäft im Bundesstaat Kerala gehen, werden Sie dort nur Gentech-Baumwolle unter den verschiedenen Markennamen von Firmen finden, die der US-Hersteller Monsanto aufgekauft hat. Die Bauern müssen die Gentech-Baumwolle kaufen, weil nichts anders mehr angeboten wird.

Gibt es denn keine Konkurrenz?

Andere Saatgutfirmen knebelt Monsanto mit Lizenzgebühren und Verträgen, sodass sie nur noch seine Samen verkaufen dürfen. Und was die fünf großen Saatgutkonzerne angeht: BASF etwa ist kein Konkurrent. Sie haben Verträge und gemeinsame Forschungsprojekte mit Monsanto.

Hat die Einführung der Gentechnik den Bauern geschadet?

Wegen des Saatgutmonopols haben sich 250.000 Bauern in Indien umgebracht. Die Suizide häufen sich in den Baumwollregionen, besonders seit der Einführung der Gentech-Baumwolle im Jahr 2002. Damals sind die Kosten für Saatgut drastisch gestiegen. Deshalb machen die Bauern Schulden, die sie oft nicht mehr bedienen können – viele bringen sich dann um.

Agro-Gentechnik
Wissenschaftler können mithilfe der Gentechnik das Erbgut etwa von Pflanzen verändern. Anders als bei der herkömmlichen Züchtung lassen sich so Gene sogar über Artgrenzen hinweg übertragen. Die meisten Gentech-Pflanzen sind gegen ein bestimmtes Pestizid resistent oder produzieren selbst ein Gift gegen Schädlinge.

Im vergangenen Jahr wuchsen nach Industrieangaben gentechnisch veränderte Pflanzen auf einer Fläche von 148 Millionen Hektar (sechsmal so groß wie Großbritannien). Das entspricht 10 Prozent der gesamten Anbaufläche. Die meisten Pflanzen kommen von dem US-Hersteller Monsanto.

Indien ist nach den USA, Brasilien und Argentinien das Land mit der viergrößten Anbaufläche für Gentech-Pflanzen. Die Industrie benutzt das indische Beispiel deshalb gern als Beleg der These, dass die Technik auch in kleinbäuerlich geprägten Entwicklungsländern Nutzen bringe.

Derzeit arbeitet die Regierung in Neu-Delhi an einem Gesetz über eine zentrale Zulassungsbehörde für Gentechnik-Pflanzen. Die Saatgutkonzerne haben diesen Plan bereits begrüßt, weil sie dann nur noch eine Institution statt wie bisher mehrere Ämter überzeugen müssten.

Auch auf der jährlichen Konferenz der Vereinten Nationen für Nichtregierungsorganisationen, die am Samstag in Bonn beginnt, diskutieren Aktivisten über die Gentechnik. Die Alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva wird bei der Auftaktveranstaltung des Treffens sprechen, zu dem 1.600 Teilnehmer erwartet werden.

Vandana Shiva
Foto – siehe Originabeitrag!

Die 58 Jahre alte Inderin genießt in der Bewegung gegen die Agro-Gentechnik Starstatus. Ihre Vorträge ziehen regelmäßig Hunderte von Zuhörern an. Die Umweltaktivistin und Feministin gründete 1991 die Organisation Navdanya, die traditionelles Saatgut in Indien sammelt und verteilt. Zudem schult sie Bauern in Biolandwirtschaft.Am 6. Oktober will Shiva in London einen neuen Bericht über den US-Gentechnikhersteller Monsanto vorstellen. Hauptthese: Die Gentechnik ist gescheitert.

Die Konzerne sagen, Gentech-Saatgut sei teurer, aber dafür verschaffe es den Bauern höhere Gewinne.

Nirgendwo hat die Gentechnik den Ertrag einer Pflanze erhöht. In Indien haben sie versprochen, dass Gentech-Pflanzen 1.500 Kilogramm pro Acre (0,4 Hektar) bringen. Und jetzt mussten sie zugeben: Es sind 400 bis 500 Kilogramm. Unseren Daten zufolge sind es nur 300 bis 400 – im Durchschnitt. Monsanto ist eben spezialisiert auf Lügen. In Wirklichkeit kann man auch mit Gentech-Pflanzen für die Lebensmittelproduktion das Hungerproblem nicht lösen.

Viele Gentech-Pflanzen produzieren Gifte gegen Schädlinge. Lassen sich so nicht umweltschädliche und teure Pestizide einsparen?

Daten der Bauern zeigen, dass mit Gentech-Baumwolle 13-mal so viele Pestizide nötig sind. Genforscher der Universität Delaware haben gerade eine Studie veröffentlicht, die ergab, dass die genetische Manipulation Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge macht. Als ich dieses Jahr in einer indischen Anbauregion war, kämpften sie mit einer Krankheit, die die Pflanze im Wurzelbereich würgt, sodass kein Wasser nach oben gelangen kann. Jedes Jahr gibt es eine neue Krankheit.

Wie reagieren Schädlinge auf die Gentech-Pflanzen?

Vergangenes Jahr ist der wichtigste Schädling unempfindlich gegen Monsantos Baumwolle Bollgard I geworden. Die Resistenzen entstehen schneller, weil die Schädlinge durch die Gentech-Pflanze ständig dem Selektionsdruck ausgesetzt sind und nicht nur bei Pestizidspritzungen.

Hat die Gentech-Baumwolle davor nicht mehr als ein Jahrzehnt lang funktioniert?

Ein Jahrzehnt ist zu kurz in der Geschichte der Menschheit.

Die Hersteller kontern: Wir entwickeln dann einfach neue Pflanzen.

Einstein sagte: Ein klares Zeichen für Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu machen, aber ein unterschiedliches Ergebnis zu erwarten. Die Strategie ist falsch. Es wird nur Superunkräuter und Superschädlinge geben.

Ist es kein Erfolg der Gentechnik, dass Indien seit Einführung des Gentech-Saatguts viel mehr Baumwolle produziert?

Nein. Der Punkt ist, dass sie von einer vielfältigen Landwirtschaft zur Monokultur übergegangen sind. Wenn man Baumwolle zusammen mit Sorghum, Chili und Bohnen anbaut, hat man ich Baumwolle, Sorghum, Chili und Bohnen. Wenn man nur noch Baumwolle anbaut, hat man natürlich mehr Baumwolle. Der Grund sind aber nicht die Gentech-Pflanzen.

Die Gentechnik-Konzerne versprechen, besser an den Klimawandel angepasste Pflanzen zu entwickeln. Was ist daran so schlecht?

Wir haben schon Pflanzen, die an den Klimawandel angepasst sind, zum Beispiel Saatgut, das gut mit Dürre oder Überschwemmungen klarkommt. Der sogenannte dürreresistente Gentech-Mais dagegen wächst gut in einem Dürrejahr und sehr schlecht in einem normalen Jahr. Traditionelle Sorten dagegen haben ein sehr breites Spektrum.

Die Firmen argumentieren, dass die Entwicklung solcher Pflanzen erst am Anfang stünde. In ein paar Jahren werde es besser funktionieren.

Gentechnik ist sehr langsam, was die klimatische Widerstandsfähigkeit angeht. Die Bauern sind ihr Jahrhunderte voraus im Entwickeln solcher Eigenschaften von Pflanzen. Wenn da schon tausend Jahre Arbeit getan wurde, würde ich darauf vertrauen und nicht auf ein fünf Jahre altes Experiment. Und dieses Experiment würde auch noch an Patente gebunden sein. Wenn Sie Kleinbauer in Asien sind und ein Zyklon verwüstet Ihre Region, dann müssten Sie immer noch Lizenzgebühren für diese neue Pflanzen zahlen. Wir können nicht die Zukunft ganzer Gemeinschaften in die Hände eines rücksichtslosen Players legen, der falsche Versprechen macht und ins Saatgutgeschäft nur einsteigt, um mit Lizenzgebühren Riesenprofite zu machen. Das ist zu risikoreich.

Sie kritisieren auch, dass nur eine Handvoll Unternehmen den Markt für Gentech-Saatgut beherrscht. Warum also nicht kleinen Konkurrenten helfen?

Gentechnik ist nur eine von vielen Züchtungsstrategien. Zudem ist sie die unzuverlässigste. Es wurde behauptet, weil sie auf Molekularebene arbeitet, sei sie genauer. Dabei beschießen Gentechniker im Labor Erbgut blindlings mit Genen. Man weiß nicht, was dabei mit den Pflanzen passiert. Beim herkömmlichen Züchten durch Selektion und Kreuzung dagegen weiß man genau, was mit diesen Pflanzen ist.

Bei der Gentechnik kommen am Ende allerdings Pflanzen heraus, die nur in ein oder zwei Genen von der Ursprungspflanze abweichen. Ist das nicht genau genug?

Nein. Denn man weiß nicht, ob das künstlich eingebaute Gen in die Pflanze oder in den Boden geht. Es gibt Untersuchungen, wonach in vier Jahren 22 Prozent der Nützlinge auf Feldern von Gentech-Pflanzen, die das Insektengift BT produzieren, getötet wurden. Man weiß nicht, wie diese Pflanzen auf Bestäuber wie Bienen wirken. Man weiß nicht, was sie mit Lebensmitteln machen. Der französische Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini hat Daten von Monsanto selbst analysiert und gezeigt, dass Organe von Ratten versagten, die BT-Mais gefressen haben.

Das ist umstritten, und andere Forscher sehen keine Gefahr für die Gesundheit. Kennen Sie weitere Belege dafür, dass Gentech-Essen gesundheitsschädlich ist?

Das größte Problem ist, dass das Land, das Gentechnik besonders fördert, die USA, alle Sicherheitstests verhindert – mit der Behauptung, dass Genpflanzen im Prinzip genauso seien wie konventionelle. Sie sagen, es gebe keinen Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit. Aber sie haben gar nicht nach dem Beweis gesucht.

Welche durch Gentechnik verursachte Schäden sind denn schon nachgewiesen?

In zwei Fällen ist die Beweislage sehr klar: Erstens verringern Monsantos Monopol und Gentech-Saatgut die Artenvielfalt, die Bauern zur Verfügung steht. Zweitens verschmutzen sie die Umwelt. Monsanto kann nicht behaupten: Das Feld des kanadischen Landwirts Percy Schmeiser wurde nicht von Gentech-Pflanzen kontaminiert. Schließlich hat die Firma Schmeiser sogar verklagt, weil er ihre Patentrechte verletzt habe. Und Kanada kann keinen Raps mehr nach Europa verkaufen, weil er kontaminiert ist.

Ihr Alternativmodell zur Gentech-Landwirtschaft ist der Ökologische Landbau ohne Pestizide und Kunstdünger. Sind hierbei die Ernten nicht viel geringer?

Nein. Wenn die Landwirtschaft so betrieben würde, wie wir es tun mit den 500.000 Bauern in Indien, mit denen wir zusammenarbeiten, würde Indien doppelt so viel Lebensmittel und Nährstoffe zur Verfügung haben. Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, hat einen Report herausgegeben, wonach wir mit agroökologischen Prinzipien die Produktion verdoppeln könnten.

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