Vorreiterin Graz: Gesundheitssprecher | Stevia u.a.

Gentech-Graz:  Foto Gesundheitssprecher 17.11.2011

Anbei sensationelles Foto aller Gesundheitssprecher aller Grazer Parteien (vo.li. BGM Stellv.Lisa Rücker/Grüne, Initiator Manfred Grössler, Gemeinderätin/KPÖ, GR Baumann/Grüne, GRin Haas-Wippel/SPÖ,GR Sippel/FPÖ, GRin Ennemoser/ÖVP ).
Grund: der einstimmige Beschluss des Grazer Gemeinderates die beste Gentechnikfreie Zone Europas zu installieren (Original des Beschlusses anbei).
Als Initiator und Umsetzer freue ich mich besonders deshalb, weil die Agro-Gentechnik an sich völlig im Widerspruch zum Thema Zukunftsfähigkeit und  zur Schöpfung steht.
Graz hat damit unter Mitwirkung ALLER Parteien eine vorbildhafte Arbeit im Sinne des Vorsorgeprinzips und zum Schutz natürlichen Lebens geleistet.
In der Hoffnung damit tolle Werbung für alle österr. Landeshauptstädte zur Nachfolge zu machen verbleibe ich.
Manfred

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Foto: Grössler

A23-029647_2009_0016 GR_Bericht vollständig unterschrieben PDF

Von: Josef Feilmeier [mailto:info@feilmeier.info]
Betreff: AW: 100. Unternehmen erhält die Lizenz: „Ohne Gentechnik“

Sehr gut – ich bin Gründungsmitglied und war vor einigen Jahren beim „Zündeln“ federführend dabei, sonst wäre die Politik nie darauf gekommen. Vorbild war Österreich. Es sind aber schon 134 und nicht 88 Mitglieder.

Viele Grüße

Josef Feilmeier

http://www.stadtmorgen.de/wirtschaft/100-unternehmen-erhalt-die-lizenz-ohne-gentechnik/25480.html
100. Unternehmen erhält die Lizenz: “Ohne Gentechnik”

Veröffentlicht am 14.11.2011 um 17:46 Uhr

Berlin – Wie das Verbraucherministerium in Berlin mitteilte, wurde die 100. Lizenz zur Nutzung des Siegels “Ohne Gentechnik” vergeben. Der 100. Lizenznehmer ist die bayerische Molkerei “Zott”.

Das “Ohne Gentechnik”-Siegel wird vom Verband “Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.” vergeben. Ziel des Verbandes ist es, die Erzeugung von Lebensmitteln ohne Gentechnik mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen, zu fördern und die Verbraucher über Lebensmittel ohne Gentechnik aufzuklären. Der Verband “Lebensmittel ohne Gentechnik” hat 88 Mitglieder.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte am Montag in Berlin, es sei erfreulich, dass immer mehr Unternehmen das “Ohne Gentechnik”-Siegel verwenden: “Das zeigt, dass das Siegel von der Wirtschaft und von den Verbrauchern angenommen wird. Zur Stärkung von Transparenz, Information und Wahlfreiheit unterstütze ich die breitere Anwendung dieser Kennzeichnung. Mit dem Kauf eines Produkts mit dem “Ohne Gentechnik”-Siegel können sich Verbraucher ganz bewusst gegen die Verwendung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen als Lebensmittel oder Futtermittel aussprechen.”

Mit der Kennzeichnungsangabe “Ohne Gentechnik” dürfen seit Mai 2008 tierische Erzeugnisse gekennzeichnet werden, wenn – für eine gesetzlich festgelegte Zeit vor Gewinnung des Lebensmittels – auf als “genetisch verändert” zu kennzeichnende Futtermittel verzichtet wurde. Im August 2009 hatte Bundesministerin Aigner das “Ohne Gentechnik”-Logo der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Mai 2010 wurden die Nutzungsrechte und die Verwaltung des Logos dem Verein übertragen. Mit der Einführung des Logos durch das Bundesverbraucherministerium wurde auch dem Wunsch der Verbraucherverbände und Teilen der Lebensmittelwirtschaft entsprochen. Das “Ohne Gentechnik”-Logo ist als Marke in Deutschland, der Schweiz und Österreich eingetragen. 100 Unternehmen nutzen das BMELV-Logo als Lizenznehmer. Bislang sind es vor allem Produzenten von Eiern und Milchprodukten, die das “Ohne Gentechnik”-Logo verwenden. Der Verband vertritt derzeit nach eigenen Angaben Lizenznehmer mit einem Gesamt-Jahresumsatz von 6,7 Milliarden Euro.

Eine verbindliche Kennzeichnung für tierische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch einzuführen, die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, ist nach den Vorgaben des europäischen Lebensmittel-Kennzeichnungsrechts gegenwärtig nicht möglich. Eine solche Regelung kann nur auf europäischer Ebene getroffen werden. Für solch eine umfassende “Prozesskennzeichnung” will sich die Bundesregierung mit Nachdruck auf europäischer Ebene einsetzen. Um in der Zwischenzeit in Deutschland diese Lücke zu schließen, soll mit dem “Ohne Gentechnik”-Logo die Möglichkeit eingeräumt werden, freiwillig Transparenz zu schaffen und damit die Verbraucher zu informieren.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/24762.html

17.11.2011
Arbeit gegen Gentechnik in Augsburg ganz weit vorn
Der Landkreis Augsburg bekennt sich zur Gentechnikfreiheit. Dem hat der Kreistag nun zugestimmt. Landeseigene Kliniken, Jugendeinrichtungen oder das Landratsamt sollen ausschließlich gentechnikfreie Lebensmittel verarbeiten. Bei der Kreistags-Sitzung wurde außerdem die Futtermittel-Problematik sowie die Bedeutung regionaler Produktion diskutiert. Mitglieder des Bündnisses für eine gentechnikfreie Region Augsburg Stadt und Land betonten, dass von 46 Gemeinden bereits 43 dem Bündnis beigetreten seien. Eine flächendeckendere Ausbreitung der Arbeit gegen Gentechnik gäbe es sonst nirgends in Deutschland.

http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f942b84ec2c28b_643672&a_no=24355

14.11.2011

Keine Zulassung für Gen-Soja in Europa

Zur heutigen Verhandlung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit der EU über die Zulassung zweier gentechnisch veränderter Sojabohnensorten als Futter- und Lebensmittel in der EU erklärt Harald Ebner, Sprecher für Agrogentechnik:

Eine Verlängerung und Ausweitung der Roundup-Ready-Zulassung auf Lebensmittel darf es auf keinen Fall geben. Roundup-Ready-Soja von Monsanto wird beim Anbau vor allem in Südamerika massiv mit dem Alles-Killer-Unkrautvernichter Glyphosat behandelt – dafür ist sie schließlich entwickelt worden. Glyphosat ist alles andere als harmlos, dies zeigen viele Berichte und Forschungsergebnisse aus der vergangenen Zeit. In den importierten Sojabohnen sind hohe Rückstandswerte des Pflanzengifts zu befürchten, die bisher in Deutschland aber noch nicht einmal kontrolliert werden.

Die noch relativ neuen „Basta-Bohnen“ von Bayer sollen erstmals in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen werden. Sie sind resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat (Handelsname: „Basta“). Dieser Stoff schädigt nach Ansicht von EU-Experten die Fruchtbarkeit und gefährdet ungeborene Kinder und soll deshalb in der EU ab 2017 vollständig verboten werden. Es wäre also komplett widersinnig, wenn die EU jetzt mit den „Basta-Bohnen“ eine Sojabohnensorte für zehn Jahre als Lebens- und Futtermittel zuließe, die garantiert Rückstände dieses Gifts enthält.

Wir fordern, dass sich Vertreter der Bundesregierung im Interesse von Menschen und Umwelt heute in der Sitzung des EU-Ausschusses gegen die Zulassung der beiden Gensojabohnensorten als Futter- und Lebensmittel aussprechen werden. Sollte es heute erwartungsgemäß weder eine qualifizierte Mehrheit für die Zulassung noch dagegen geben, muss sich Agrar- und Verbraucherschutzministerin Aigner bei der EU-Kommission für ein Importverbot der Giftbohnen stark machen. Basta.

http://www.transgen.de/aktuell/1648.doku.html

Neu-Zulassung von gentechnisch veränderten Sojabohnen: Herbizid Glyphosat unter Druck
(15.11.2011) Die EU-Mitgliedsstaaten können sich nicht über die fällige Neuzulassung der seit 1997 genutzten gentechnisch veränderten Sojabohne einigen. Im „Ständigen Ausschuss“ erhielt gestern keine Seite die erforderliche qualifizierte Mehrheit. Umweltverbände und Gentechnik-Kritiker fordern, die Zulassung zu verweigern und zudem die beim Anbau der Sojabohnen erforderlichen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat zu verbieten. Sie berufen sich dabei vor allem auf Untersuchungen eines argentinischen Embryologen. Doch dessen Ergebnisse werden von den meisten Fachleuten zurückgewiesen.
Seit 1997 werden Sojabohnen mit einer gentechnisch vermittelten Resistenz gegen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat (Markenname RoundupReady) angebaut, zuerst in den USA, dann auch in Argentinien, Brasilien und weiteren Ländern. Im Jahr zuvor erhielten sie eine Zulassung als Lebens- und Futtermittel in der EU.

Sojabohnen sind Rohstoff für zahlreiche Lebensmittelzutaten und Zusatzstoffe, vor allem aber werden sie als proteinreiches Futtermittel benötigt. Die EU führt jährlich 35 bis 40 Millionen Tonnen Sojarohstoffe ein, die zu einem großen Teil aus herbizidresistenten gentechnisch veränderten Sojabohnen bestehen. Bisher, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), sind keine nachteiligen Wirkungen für Mensch und Tier bekannt geworden.

Wie bei allen GVO-Produkten ist auch die EU-Zulassung für RoundupReady-Sojabohnen (Eventbezeichnung 40-3-2) nach zehn Jahren ausgelaufen und muss nach den inzwischen verschärften und präzisierten Rechtsvorschriften erneuert werden.

Ende November 2010 schloss die EFSA die Sicherheitsüberprüfung ab. Das Expertengremium stellte fest, dass es keine neuen Hinweise oder Erkenntnisse gebe, welche eine erneute Zulassung als Lebens- und Futtermittel in Frage stellen könnten.

Auf dieser Grundlage legte die EU-Kommission einen Entscheidungsvorschlag vor, über den nun die bei der europäischen Gentechnik-Politik heillos zerstrittenen Mitgliedsstaaten abstimmen müssen. Seit Jahren blockieren sie sich gegenseitig, so dass keine Seite die für eine Entscheidung erforderliche qualifizierte Mehrheit zusammenbringen kann. Auch die RoundupReady-Sojabohne scheiterte im zuständigen „Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette“. Nun muss der Ministerrat einen neuen Anlauf unternehmen. Ändern sich die Mehrheiten nicht, muss am Ende die EU-Kommission ihren eigenen Vorschlag umsetzen und die erneute Zulassung aussprechen.

Umweltverbände wie der NABU und das Beratungsunternehmen Testbiotech fordern unterdessen, eine Zulassung zu verweigern. Sie begründen das in erster Linie nicht mit den gv-Sojabohnen selbst, sondern mit dem Herbizid-Wirkstoff Glyphosat, der in Kombination mit den dazu passenden herbizidresistenten gv-Sorten zur Unkrautbekämpfung eingesetzt wird. Jüngste Studien, so die Verbände, „weisen darauf hin, dass Glyphosatmischungen zu Störungen der embryonalen Entwicklung führen können.“ Sie stützen sich dabei in erster Linie auf Untersuchungen des argentinischen Embryologen Prof. Carrasco, der Glyphosat direkt in Froschembryos gespritzt hatte.

Die Schlussfolgerung, Glyphosat die Zulassung zu entziehen, teilt das unabhängige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dagegen nicht. Es hat den allgemeinen Wissensstand zur toxikologischen Bewertung des umstrittenen Herbizids aktuell in „Fragen und Antworten“ zusammengefasst. Danach zeigte Glyphosat in Tierversuchen „eine geringe akute Toxizität“, jedoch „ergaben standardisierte Tests keine erbgutverändernden Eigenschaften“. Langzeitstudien an Ratten und Mäusen lieferten  „keine Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung.“ Die von Prof. Carrasco angewandte Methode sei kein standardisiertes, nachprüfbares Verfahren und entspreche nicht „den für Menschen relevanten Expositionsbedingungen“. Ähnlich hatte sich auch die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen geäußert.

Schon länger unter Verdacht steht nicht der Glyphosat-Wirkstoff selbst, sondern Tallowamin, ein in den Herbizid-Präparaten beigemischter wirkungsverstärkender Zusatzstoff. In Deutschland sind die Hersteller inzwischen verpflichtet, Tallowamin durch andere Netzmittel zu ersetzen. Zudem darf pflanzliches Ernte- oder Mähgut nicht mehr verfüttert werden, wenn es von einem mit tallowamin-haltigen Pflanzenschutzmitteln gespritzten Feld stammt.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid – unabhängig von den dazu passenden gv-Pflanzen. Allein in Deutschland wurden 2010 5000 Tonnen gespritzt, ein knappes Drittel der gesamten Herbizidmenge. Es wird in Kleingärten oder an Bahndämmen ausgebracht, vor allem aber im pfluglosen Ackerbau, wenn vor der neuen Aussaat das auf einem Feld vorhandene Unkraut beseitigt werden muss.

Ein weiterer Entscheidungsvorschlag der EU-Kommission erhielt im „Ständigen Ausschuss“ nicht die Unterstützung der Mitgliedsstaaten. Dabei ging es um Futter- und Lebensmittel aus einer von Bayer CropScience entwickelten gv-Sojabohne (A5547-127) mit eine Resistenz gegen den Herbizid-Wirkstoff Glufosinat. Er ist für Landwirte in den USA und Südamerika eine Alternative zu Glyphosat.

http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/24751.html

15.11.2011 |

Verbände warnen vor Zulassung von Gentech-Soja

Die EU-Mitgliedsstaaten haben gestern über die Zulassung von zwei gentechnisch veränderten Soja-Pflanzen beraten. Es handelt sich um Soja-Pflanzen der Firmen Bayer und Monsanto. Beide sind gegen Spritzmittel resistent gemacht, dessen Rückstände sich auf den Pflanzen wiederfinden. Der NABU und der Verein Testbiotech warnen vor einer Zulassung für den EU-Markt, die für den Import sowie die Verarbeitung als Futter- und Lebensmittel beantragt wurde. Da die Gentech-Soja unempfindlich gegen die Spritzmittel sind, werden sie massiv angewendet. Auch Unkräuter bilden in der Folge Resistenzen und bringen die Bauern dazu, noch mehr Gifte einzusetzen. Es ist daher dringend notwendig, die Pflanzen auf Rückstände zu untersuchen. Daten darüber fehlen jedoch bisher, kritisieren der NABU und Testbiotech.
Steffi Ober vom NABU warnt vor gesundheitlichen Risiken, denn Rückstände von Glyphosat fänden sich mittlerweile auch im Blut der Verbraucher.
Die Zulassung der sogenannten Basta-Bohne von Bayer ist insbesondere problematisch, weil mit ihrem Anbau der Einsatz des Spritzmittels Glufosinat einhergeht. Glufosinat ist jedoch so gesundheitsgefährdend, dass die EU das Mittel auf die Liste der Stoffe gesetzt hat, die in Zukunft vom Markt verschwinden sollen.
Im Vorfeld der EU-Beratung haben der NABU und Testbiotech Briefe an die Experten der Mitgliedsstaaten verfasst, in denen dargelegt wird, warum die Zulassung der Gentech-Soja-Pflanzen nicht mit dem EU-Recht übereinstimmen.

http://orf.at/#/stories/2089592/

Süßungsmittel Stevia bald in Österreich erhältlich

Das natürliche Süßungsmittel Stevia soll Anfang Dezember bereits im österreichischen Handel erhältlich sein. In Kraft tritt die Zulassung EU-weit mit Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte fest, dass das Süßungsmittel weder krebserregend noch genotoxisch ist oder mit Störungen der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden kann.

Stevia wird aus dem subtropischen Stevia-Kraut gewonnen. Es hat keine Kalorien und verursacht im Gegensatz etwa zu Rüben- und Rohrzucker auch kein Karies. Stevia darf zukünftig etwa in Joghurts, Müslis, Getränken, Schokolade und anderen Süßigkeiten verwendet werden.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111115_OTS0225/kadenbach-bei-bienensterben-endlich-auch-pestizideinsatz-und-gentechnik-kritisch-beleuchten

Kadenbach: Bei Bienensterben endlich auch Pestizideinsatz und Gentechnik kritisch beleuchten

Wien (OTS/SK) – Bei der heutigen Schlussabstimmung im Plenum des
Europäischen Parlaments in Straßburg über die Gesundheit von
Honigbienen und die Herausforderungen für den Bienenzuchtsektor hat
sich die SPÖ-Europaabgeordnete einem alternaiven Entschließungsantrag
angeschlossen, da der Bericht des Chefverhandlers „zu unausgewogen
und angesichts des dramatischen Bienensterbens zu wenig ambitioniert
gestaltet“ war. Karin Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für
Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, betont: „Für das
Bienensterben ist ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich – von
Milben über Artensterben bis Pestizideinsatz. Wir müssen daher auch
alle diese Themen berücksichtigen. Ich bin dagegen, von vornherein
Problemfelder wie grüne Gentechnik oder Pestizideinsatz
auszuklammern.“ Sie ist enttäuscht darüber, dass diese Punkte im
EU-Parlament keine Mehrheit gefunden haben. ****
Die Zahl der Bienenvölker in Europa und Nordamerika ist seit Langem
rückläufig. In den USA sank sie zwischen 1947 und 2005 um 59 Prozent,
in Mitteleuropa zwischen 1985 und 2005 um 25 Prozent. In Österreich
beträgt der Rückgang einzelner Bienenvölker bis zu 30 Prozent. Auch
die wichtige Funktion der Imker ist im Rückgang begriffen. Gab es
1993 österreichweit noch etwa 30.000 Imker, waren es zehn Jahre laut
später Statistik des Österreichischen Imkerbundes nur noch 24.000.
Die am häufigsten gehaltene Honigbienenrasse in Österreich ist die
Carnica – rund 90 Prozent der 400.000 heimischen Bienenvölker zählen
dazu. Die zweithäufigste vorkommende Bienenrasse ist die „Dunkle
Biene“ (sieben Prozent), die besonders in Tirol und Vorarlberg von
Imkern gezüchtet wird. Die restlichen drei Prozent an heimischen
Bienen sind sogenannte Hybridbienen, die aus Rassekreuzungen
hervorgehen.
Kadenbach befürwortet – wie im Entschließungsantrag ausgeführt – mit
Nachdruck eine umsichtige EU-Gesetzgebung und gründliche
wissenschaftliche Risikobewertungen bei genetisch veränderten
Organismen (GVO) und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Sie fordert die
Kommission auf, weitere unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen
zu fördern, die sich mit den Langzeitauswirkungen genetisch
veränderter Kulturpflanzen – insbesondere der über Pollen
verbreiteten Bt-Toxine – auf Honigbienen und Wildbestäuber allgemein
sowie mit der Synergiewirkung zwischen mehreren
Schädlingsbekämpfungsmitteln und zwischen der Exposition gegenüber
Schädlingsbekämpfungsmitteln und bestimmten Krankheiten befassen.
„Wir fordern ein Moratorium für den Anbau genetisch veränderter
Kulturpflanzen, bis in unabhängigen, von einem Fachkollegium
überprüften Studien nachgewiesen wird, dass keine schädlichen
Auswirkungen auf die Gesundheit der Honigbienen vorliegen“, macht die
SPÖ-Umweltpolitikerin klar. (Schluss) gd/mp

Stevia

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,755512

EU gibt Boykott von Süßpflanze Stevia auf

BRÜSSEL. In den nächsten Tagen wird die Europäische Union nach jahrelangem Prüfverfahren Produkte aus der südamerikanischen Stevia-Pflanze für den Handel freigeben.

Jahrelang sind wilde Verschwörungstheorien rund um Stevia kursiert, etwa dass die internationale Zuckermafia den wundersamen Süßstoff verhindern würde. Andererseits waren immer wieder Meldungen über gesundheitliche Gefahren im Umlauf. Dass Stevia-Produkte nun nach jahrelanger Prüfung durch die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit freigegeben werden, dahinter stehen knallharte wirtschaftliche Interessen. Druck machte u.a. der US-Nahrungsmittelriese Cargill.

Es wird allerdings EU-Auflagen geben. Der Einsatz soll vorerst auf Kaugummi, Marmeladen, Suppen, Eiscreme und Saucen beschränkt sein, mit Obergrenzen. Nach Erfahrungen aus Nordamerika und Asien wird angenommen, dass Stevia als Ersatz für Süßstoff forciert wird.

Vertrieb mit Tricks

In Europa wurde das Verbot bislang mit allerlei Tricks umgangen. So liefen Bestellungen über das Internet. Händler boten den Süßstoff als Badezusatz an, oder sie gaben an, ihren Produkten sei nur Stevia-Tee zugesetzt. In dieser Variation hat seit kurzem eine bayerische Molkerei ein Joghurt im Handel. Stevia-Tee ist nämlich nicht verboten. In der Schweiz ist der Einsatz von Stevia seit 2008 zugelassen; es gibt rund 100 Produkte.

Österreichs Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana hat einen Forschungsauftrag über die Nutzung von Stevia erteilt. Agrana ist auch im Süßstoffbereich engagiert, das wichtigere Standbein ist aber „Wiener Zucker“ aus österreichischer Rübe.

Die heimischen Rübenbauern verfolgen die Entwicklung kritisch, da die EU vermutlich ab 2015 den Kontingentanbau von Rübe verbieten wird. Ihr Trumpf ist, dass Zucker in Backwaren Füllstoff ist, Stevia nicht. Und: Es schmeckt nach Lakritze. Wegen des Nebengeschmacks ist auch Fruchtsafterzeuger Pfanner vorerst skeptisch: „Das beeinflusst das Aroma der Früchte“, sagt Marketingleiterin Marieluise Dietrich.

Die Stevia-Pflanze

Die Blätter des Korbblütlers sind 30 Mal, der Saft bis zu 300 Mal süßer als Zucker. Die Inhaltsstoffe sind außerdem kalorienfrei und können keine Karies verursachen. Stevia wird in Südamerika seit Jahrhunderten als Süßstoff und Tee genutzt. Da Stevioside temperaturstabil sind, könnten sie, anders als der künstliche Süßstoff Aspartam, auch zum Backen geeignet sein. Ein Anbau wird derzeit in Kroatien getestet.

Die Zuckerrübe

Seit rund 200 Jahren wird in Österreich aus Rüben Zucker erzeugt. Es gab Dutzende kleinere Fabriken, u.a. auch in Enns. Rübenzucker bestand gegen den Rohrzucker aus Übersee seit Jahrzehnten nur noch, weil der Markt reguliert war. Mittlerweile gibt es nur noch zwei Zuckerfabriken in Österreich, Tulln und Leobersdorf, die zum Agrana-Konzern gehören. In Oberösterreich pflanzen 2350 Bauern auf 5900 Hektar Rüben an.