Gütesiegel im Hohen Haus

MORGEN, SONNTAG, IM „HOHEN HAUS“ THEMA KENNZEICHNUNG VON LEBENSMITTELN!

http://tv.orf.at/program/orf2/20101003/478130401/303099/

Sendezeit „Hohes Haus“: 12.00 bis 12.35 Uhr

Mehr als 90% der Konsumenten lehnen Gentechnik auf ihrem Teller ab. Sie wollen garantiert gentechnikfreie Produkte, doch das ist oft nicht erkennbar. Diesem Konsumentenwunsch Rechnung tragend, hat bereits vor einem Jahr Konsumentenschutzminister Stöger vorgeschlagen, ein staatliches Gütesiegel „gentechnikfrei“ einführen zu wollen. Denn auch wenn im Fleisch selbst bisher nicht nachgewiesen werden kann, womit die Tiere ernährt wurden, der Konsument sollte selbst entscheiden können, zu welchen Produkten er greift. 
Die Umsetzung scheitert noch am Koalitionspartner ÖVP, der im Moment dieses Pickerl für überflüssig hält. Nicht so die Landwirtschaft selbst: die gesamte Milchproduktion ist bereits auf „gentechnikfrei“ umgestellt worden, als nächstes soll das Geflügel ohne Gentech-Futter ernährt werden.

http://www.krone.at/Nachrichten/EU-Lebensmittel-Chefin_hat_auch_Job_bei_Gen-Lobby-Gruene_decken_auf-Story-223094

Kronen Zeitung – 30.09.2010

Grüne decken auf

EU-Lebensmittel-Chefin hat auch Job bei Gen-Lobby

Eigentlich sollte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit dafür sorgen, dass gesundes und sicheres Essen auf den Tisch kommt. Doch jetzt deckten die Grünen in Brüssel einen Skandal auf: Präsidentin Diána Bánáti sitzt auch im Vorstand einer der größten privaten Lobby-Vereinigungen der Gentechnik-Industrie.

Da verwundert es natürlich wenig, dass die EU-Lebensmittelbehörde EFSA seit ihrem Bestehen noch keine einzige Gentech-Pflanze abgelehnt hat. Bislang verschwieg Präsidentin Bánáti ihre – für Umweltschützer absolut unvereinbare – Doppelfunktion geflissentlich. Immerhin vertritt das International Life Science Institut (ILSI), wo die Lebensmittel-Chefin eine Führungsrolle hat, auch den Gen-Riesen Monsanto.

Grüne fordern sofortige Ablöse Bánátis

„In dieser Form ist die EFSA nicht mehr als eine Alibi-Einrichtung zur Scheinprüfung von Gen-Pflanzen“, wettert Greenpeace. Und Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, fordert die sofortige Ablöse Bánátis. „Wenn man bedenkt, dass ILSI Konzerne wie Monsanto, Syngenta, BASF, Dupont, Coca Cola, Nestlé, Unilever, Groupe Danone und viele andere vertritt, dann kann man sich auch erklären, warum die EFSA bei Zulassung von Gentechnikprodukten fast immer grünes Licht gibt“, so Pirklhuber.

Jetzt sei es Zeit, sich einmal näher anzusehen, ob die EFSA-Führungskräfte aus der Industrie rekrutiert werden, denn dann würden jene Leute die Sicherheit unserer Lebensmittel bewerten, die Profitinteresse daran haben, dass diese Produkte auf den Markt kommen.

von Doris Vettermann